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Handwerk und Wohnen - Geldern 20.09.2017

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HANDWERK & WOHNEN 29 Mit

HANDWERK & WOHNEN 29 Mit Teleskopstangen lässt sich das Laub aus den Dachrinnen holen – sicher vom Boden aus. Foto: Fiskars Reinigungsroboter speziell für Dachrinnen entfernen das Herbstlaub daraus. Foto: Monique Wüstenhagen Dachrinnen regelmäßig Diese Aufgabe haben viele im Herbst nicht im Blick: Die Regenrinnen reinigen. Denn das Herbstlaub kann sie verstopfen, Wasser läuft über und durchfeuchtet die Hauswände. Es gibt aber auch Lösungen, damit das Laub erst gar nicht in die Rinnen gelangt. reinigen Eine Dachrinne sollten in festen Abständen gesäubert werden – vor allem, wenn große Laubbäume in der Nähe stehen. Foto: Nestor Bachmann VON KATJA FISCHER Bei starkem Blätterfall im Herbst geht es ganz schnell: Die Dachrinne setzt sich zu, und beim nächsten Regen kann das Wasser nicht mehr abfließen. Wird die Dachrinne mehrere Jahre nicht gereinigt, können sogar Löcher und Risse entstehen. Das kann für die gesamte Hauskonstruktion fatale Folgen haben. Denn die Regenrinne erfüllt eine wichtige Funktion. In ihr wird das vom Dach ablaufende Regenwasser gesammelt und durch einen Trichter über ein Fallrohr abgeleitet. „Ist irgendwo etwas verstopft, funktioniert das gesamte System nicht mehr. Das Wasser sucht sich dann andere Wege“, erklärt Manfred Gunkel vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks. „Dachrinnen müssen regelmäßig gereinigt werden – vor allem, wenn große Laubbäume in der Nähe stehen“, sagt Michael Kober vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Eine einzige Hauruck-Aktion vor dem Winter reicht meist nicht aus. „Besser ist es, zwischendurch immer mal wieder nachzuschauen, ob die Regenrinne voll ist.“ Sein Tipp: „Am leichtesten lässt sich das Laub entfernen, wenn es locker und trocken ist.“ Auch das Fallrohr ist wichtig: „Hier ist es besonders wichtig, die Stoßstelle von der Dachrinne zum Ablaufrohr von Laub und Ästen zu befreien“, erklärt Kober. Sonst läuft die Rinne über, und Wasser fließt an der Fassade entlang. Ob von der verstopften Regenrinne oder vom Fallrohr: Abgeleitetes Wasser kann in die Wärmedämmung eindringen und zu Schimmel führen. „Die meisten Schäden an den Hauswänden entstehen, weil die Dachrinnen unzureichend gewartet werden“, weiß Stefan Würzner vom Bauherren- Schutzbund. Da es mühsam und auch gefährlich ist, auf einer langen Leiter stehend die Dachrinne zu säubern, hat sich die Industrie einiges einfallen lassen, um es leichter zu machen. So werden zum Beispiel Teleskopstangen angeboten. Sogar Reinigungsroboter für die Dachrinne gibt es schon. „Wer sich unsicher fühlt und nicht über das das passende Werkzeug verfügt, sollte aber lieber einen Fachmann beauftragen – der hat auch die richtige Ausrüstung dabei“, betont Kober. Bei Häusern ab zwei Etagen muss in jedem Fall der Profi ran. Auch Lötarbeiten sollten besser von Fachleuten erledigt werden, denn dicht unter dem Dach besteht erhöhte Brandgefahr. Das Laub lässt sich schon von der Rinne abhalten, etwa mit sogenannten Laubfangabdeckungen. „Das sind feinmaschige Metallgitter, die über die gesamte Länge in die Regenrinne eingelegt und am Rand fest geklippt werden“, erklärt Gunkel. Auf ihnen soll das Laub liegenbleiben und im Idealfall weggeweht werden. Der Kunde hat die Wahl zwischen ebenen Gittern oder solchen, die konvex oder konkav gewölbt sind. Wunder bewirken sie aber alle nicht: Kommt zu viel Laub, verfängt es sich in den Gittern, verklebt dort, und das Wasser fließt bei Nässe nicht ab. Oder es sammeln sich an den Seiten Blätter und Zweige. „Dann muss die gesamte Regenrinne samt Gitter gereinigt werden, und das über mehrere Meter“, erklärt Gunkel. Eine andere Möglichkeit ist, an der tiefsten Stelle der Rinne am Ablauf einen Laubfangkorb einzulegen. „Das Laub aus der Regenrinne wird zusammengespült und sammelt sich am Ablauf. Ist der verstopft, muss lediglich der Korb geleert werden“, erläutert der Dachdecker. Ist die Regenrinne vom Laub befreit und es tropft trotzdem noch heraus, weist das auf Defekte in der Rinne hin. „Löcher und offene Nähte müssen möglichst umgehend repariert werden, damit das Wasser nicht an der Hausfassade entlang läuft“, sagt Ludwig Popp, Trainer an der DIY Academy. Kleine Löcher lassen sich mit einem speziellen Kleber verschließen. Dabei ist darauf zu achten, aus welchem Material die Regenrinne besteht – für jedes gibt es den passenden Kitt oder Reparaturpads. Gängig sind Zink, Kupfer, Aluminium und Kunststoff.

30 HANDWERK & WOHNEN Die Privacy Panels des Designer-Ateliers Oï definieren in Büros verschiedene Zonen und schaffen Privatsphäre. Foto: USM Neue Raumteiler – nicht nur praktisch, auch schön Mal erfüllen Raumteiler eher dekorative Zwecke, mal reduzieren sie Lärm. Sie erfahren ein Comeback, seitdem offene Grundrisse in Privathäusern und Bürobauten beliebter werden. VON UTA ABENDROTH Die Grundrisse haben sich verändert. Es gibt wieder mehr Wohnküchen, auch loft-ähnliche Apartments und Häuser, in denen bis auf die Außenmauern gerne auf Wände verzichtet wird. Und auch im Job sind Einzelbüros selten geworden. Doch nicht immer ist die ununterbrochene Fläche ideal. In Büros möchte man nicht ständig den Blicken der Kollegen ausgesetzt sein, in manchen Fällen sind Arbeitsinseln nötig und Lärmschutz allemal. Im privaten Wohnumfeld geht es eher um die Gliederung unterschiedlicher Bereiche, ohne dabei den optischen Eindruck durch Kleinteiligkeit zu zerstören. Eine Arbeitsecke im Schlafzimmer oder eine Separierung vom TV-Bereich im Wohnzimmer ohne großen Aufwand – das alles sind räumliche Situationen, die durch flexible Trennwände gelöst werden können. Sie strukturieren, machen Räume gemütlicher oder intimer. Die Auswahl im Handel ist derzeit so groß wie nie, denn zum klassischen Raumteiler, einer Trennwand, sind moderne Paravents in diversen Materialien, Farben und Formen hinzugekommen. Einen neuen Typus haben Ronan und Erwan Bouroullec erfunden: Zusammen mit dem Textilhersteller Kvadrat haben die Designer ein System aus flexibel zusammensetzbaren Textilmodulen entwickelt. Ihr Produkt namens Clouds ist variabel einsetzbar, zum Beispiel als Wandobjekt oder als von der Decke abgehängte Rauminstallation. Und die Module, die mit Gummibändern aneinander fixiert werden, lassen sich immer wieder auseinandernehmen und neu kombinieren. „Manchmal erschrecke ich über all die coolen Räume, die man so sieht“, sagt Ronan Bouroullec. „Deshalb wollten wir einen ebenso soften wie einladenden Raumteiler gestalten, der gleichzeitig einfach und gut durchdacht ist, so dass keine Handwerker nötig sind, um ihn zu montieren oder umzuhängen.“ Ebenso flexibel sind die Plastikelemente namens Algue der beiden Designer, die das Unternehmen Vitra produziert. Die filigranen Teilchen lassen sich zusammenstecken, und je mehr man von diesen Elementen kombiniert, desto blickdichter wird der Raumteiler. Das gleicht fast einem Puzzle in 3D: Für einen Quadratmeter leichte Netzstruktur benötigt man rund 25 Teile. Auf mit Naturfarben getöntes Rattan greift Jaime Hayon für seinen dreiteiligen Paravent Frames für Expormim zurück. Und eine Art Hybrid aus Wandschirm und Konsole hat das italienische Duo LucidiPevere mit Shoji für Zanotta geschaffen. „Die Holzkonstruktion rahmt ein Textil ein, das wiederum durch das Ablagebord gespannt wird“, erklärt Paolo Lucidi. „Sie kann als einfacher Paravent dienen, als kleiner Schreibplatz oder einfach als ein dekoratives Element, das sogar noch die Akustik in einem Raum verbessert.“ Die Beschäftigung mit dem Thema Raumteilung ist allerdings kein Phänomen der vergangenen Jahre. Bereits Eileen Gray (1878-1976) suchte elegante Lösungen, die sie unter anderem in ihrem Haus E1027 in der Nähe von Monte Carlo selbst ausprobierte. Ihr Zuhause, in den 20er Jahren errichtet, hatte einen offenen Grundriss. Hier strukturierte ihr Paravent namens Brick Screen die Räume. Die- ser wirkt schon fast wie eine Skulptur im Raum, zusammengesetzt aus einem Edelstahlgerüst und Paneelen mit Klavierlack. Heute wird das Produkt von Classicon re-editiert. Auch in der Arbeitswelt kommen verstärkt Raumteiler zumEinsatz. So hat zum Beispiel das Schweizer Designer- Trio des Ateliers Oï mit den Privacy Panels für USM einige Lösungen zur Strukturierung ckelt. Diese definieren verschiedene Privatsphäre und optimieren Die Panels gibt es als frei stehendes Element zur Raumgliederung oder als am Tisch montierte Aufbaublende. Sie passen sich variablen Arbeitsprozessen an und ermöglichen eine räumliche Unterteilung auch in den offenen Grundrissen moderner Architektur. von Arbeitsplätzen entwi- Zonen, schaffen die Akustik.

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