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Handwerk und Wohnen - Geldern 20.09.2017

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HANDWERK & WOHNEN 5 Das

HANDWERK & WOHNEN 5 Das Bad wird smart Barrierearmes Duschen wird zu einem Erlebnis, das alle Sinne berührt. Verschiedene Regenarten, Nebel, Lichter und Düfte ergänzen sich zu ganz speziellen Choreografien. Foto: ZVSHK Das Badezimmer der Zukunft ist „smart“, denn die Ansprüche an diesen Raum werden sich gravierend ändern. So wird das Bad noch mehr als eute Gesundheitsstandort für Welless und Pflege sein. Doch Barrierefreiheit, Produkte wie Dusch- WCs, höhenverstellbare Systeme am Waschtisch und WC sowie intelligente Lichtsteuerung für die Pflege oder mit automatischer Notrufauslösung oder Sensortechnik unter den Fliesen zur Sturzerkennung stehen bereits für diesen Trend. Zum anderen sind eine angenehme Beleuchtung, Düfte und Musik aus dem Bad bald nicht mehr wegzudenken. Man möchte informiert und unterhalten werden, neben Radio und Fernsehen hält deshalb auch das Internet im Bad Einzug. Und schließlich wird die Digitalisierung bei den klassischen Badezimmerkomponenten ebenfalls weiter zunehmen. „Um all diese Anforderungen überhaupt umsetzen zu können, ist bei einer Badmodernisierung eine ganzheitliche und nachhaltige Beratung und Planung durch den Fachhandwerker entscheidend“, empfiehlt Andreas Müller, Hauptgeschäftsführer beim Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung der Bäder spielt die frühe Einplanung der Elektroinstallation eine zentrale Rolle – Mehrfachsteckdosen und Verlängerungskabel sind im Bad sehr gefährlich und sollten nicht verwendet werden. Hinzu kommt, dass die nachträgliche Anpassung der Elektround Wasserinstallation häufig die Fliesen betrifft. „Bei einer Badsanierung sollte deshalb gleichzeitig und vorausschauend auch in die neuen Wasser- und Stromanschlüsse investiert werden“, so Andreas Müller. Die Notwendigkeit einer guten Planung gilt auch im Hinblick auf Akustik, Licht und Unterhaltung. Die Investition in teure Lautsprecher in der Wand oder in der Badewanne etwa zahlt sich nur dann aus, wenn die Wände auf eine gute Schallwirkung ausgelegt sind. Auch die gewünschten Beleuchtungseffekte müssen vorab zusammen mit der Farb- und Flächengestaltung geprüft und berücksichtigt werden. „Kommunikations- und Entertainmentsysteme bieten eine bessere Bedien- und Nutzerqualität, wenn sie direkt an das WLAN-Netz der Wohnung angeschlossen werden“, so Müller. Der Fachhandwerker weiß nicht nur, worauf es bei einer Badsanierung etwa bei der Koordination mit anderen Gewerken ankommt, er kann auch über mögliche Förderungen informieren. Denn der Staat unterstützt beispielsweise altersgerechte Umbauten finanziell, die entsprechenden Anträge sind direkt bei der KfW-Bank zu stellen. djd Bad wird deutlich wohnlicher Stilvoll und werthaltig: Natürlich wirkende, edle Materialien statt kühler Kachelwände machen das Bad deutlich wohnlicher. Die Kombination aus edlen Badmöbeln in kontrastreicher Inszenierung und individuell steuerbaren Licht- und Farbszenarien bietet einen hohen Wohnwert für den Wellness- und Gesundheitsbereich. Waschbecken oder Badewanne stehen nicht mehr ausschließlich an der Wand, sondern rücken in die Mitte. Gleichzeitig werden Musik, Video und Internet integriert. Die Sanitärtechnik ist in ein Smart-Home-System eingebunden und wird via App gesteuert. Wer heute baut, sollte die hierfür notwendigen Strom- und Kommunikationsverbindungen schon bei der Badplanung berücksichtigen. Mehr Informationen unter www.wasserwaermeluft.de

6 HANDWERK & WOHNEN Softe Kunstwerke für den Boden Teppiche sind neue Stars beim Einrichten. Lange galten die Bodenbeläge eher als Notwendigkeit denn als Hingucker. Doch das hat sich geändert. Geholfen hat dabei sicher, dass international bekannte Möbel-Designer sich inzwischen auch dem Bodenbelag widmen. Teppiche werden zum Hingucker, seitdem Designer wie Jürgen Dahlmann und sein Label Rug Star sich dem lange aus dem Fokus geratenen Bodenbelag annehmen. Foto: Michael Tewes/Rug Star VON UTA ABENDROTH Sogenannte „Must haves“ werden in jeder Saison ausgerufen. Das sind die Dinge, die Trendsetter und Fans schöner Dinge haben wollen, um in zu sein. Das gilt für Mode, aber auch für das Wohnen. Auf die Liste dieser Trendartikel hatten Teppiche es nie geschafft – bis jetzt. So wurden bislang Bodenbeläge einem größeren Publikum alljährlich nur auf der Domotex, der Weltleitmesse für Teppiche und Bodenbeläge in Hannover, präsentiert. Aber nun schaffen sie es sogar nach Mailand oder Köln – und damit auf die großen und wichtigen Möbelmessen der Welt. Teppichlabel, aber auch klassische Möbelfirmen präsentieren dort ihre Kreationen für den Boden. Dass der Teppich derzeit eine Trendwende erlebt, hat viel mit der Boden-Grundausstattung von Wohnungen und Häusern zu tun. Hier wie dort liegen inzwischen vor allem Dielenböden oder Parkett, Laminat oder Steinzeug. Und seit Jahren sind offene Räume angesagt, in denen man lebt und arbeitet. Doch auch auf glatten Böden wünscht sich der Bewohner eine gewisse Privatheit – und kuscheligen Komfort. Ein Teppich bietet da optische und akustische Qualitäten, mit denen er einerseits das Ambiente angenehmer machen und andererseits Atmosphäre schaffen kann. Und schließlich braucht jeder Raum gewisse Areale, die sich voneinander abgrenzen. Ein Teppich im offenen Wohnraum kann diese Bereiche bilden. „Ein Teppich strukturiert einen Raum. Er wirkt wie eine Insel im Raum, auf der sich Sofa, Tisch und Lampe zu einem wohnlichen Bereich fügen“, erklärt Stefan Diez, einer der bekanntesten deutschen Designer. Er hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Thema Teppich beschäftigt. Dazu kommen noch die taktilen Aspekte: Seitdem wir ständig in der digitalen Welt unterwegs sind, losgelöst von unserem ursprünglichen Tastsinn, lösen haptische und handwerkliche Qualitäten wieder ein Aha-Erlebnis aus. Eine Wegbereiterin für den Teppich-Boom ist Nani Marquina. Die Spanierin machte sich einen Namen mit handgefertigten Designerteppichen. Neben eigenen Entwürfen lanciert Marquina Dessins von bekannten Möbel-Designern wie Jaime Hayon, Javier Mariscal, Martì Guixé oder von den Brüdern Ronan und Erwan Bouroullec.

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