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Handwerk und Wohnen - Geldern 20.09.2017

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HANDWERK & WOHNEN 9

HANDWERK & WOHNEN 9 verletzen, sagt Kinderarzt Schriever. Bei Pressspan-Möbeln sind stabil haftende Kantenschutz-Aufkleber eine Alternative. Wer noch mehr Sicherheit darüber will, dass er seinem Kind gute Qualität ins Schlafund Spielzimmer holt, kann sich an einer ganzen Reihe von Labels orientieren, die von unabhängigen Stellen vergeben werden. Der Blaue Engel zeichnet Produkte aus, die wenig Schadstoffe ausdünsten. Ähnliche Standards hat das Eco-Institut für sein Siegel. Speziell für Textilien gibt es den Oeko-Tex-Standard oder das GOTS-Label, für Der Blaue Engel zeichnet Produkte mit wenig Schadstoffen aus. Foto: Umweltbundesamt Bodenbeläge das Label GUT. Weitere Öko-Zeichen sind die Euroblume und das Label der Vereinigung natureplus, die etwa auch die Nachhaltigkeit der Produktion überprüfen. Übersichten über vertrauenswürdige Labels gibt Die VerbraucherInitiative auf ihrem Portal label-online.de sowie auf nestbau.info das Netzwerk WECF. Auch für Möbel gibt es Labels und Zeichen. Unfallexperte Schriever empfiehlt, darauf zu achten. So zeichnet zum Beispiel das Goldene M die Gesamtqualität von Möbeln aus, von Sicherheit über Schadstoffemissionen bis zur Langlebigkeit. Ein weit verbreitetes Sicherheits-Siegel ist das GS-Zeichen, das für „Ge- Das Goldene M zeichnet die Gesamtqualität von Möbeln aus. Foto: DGM prüfte Sicherheit“ steht. Die zugrundeliegenden Kriterien sind laut Jochen Winning von der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel bei Kindermöbeln besonders umfänglich – etwa die Frage, ob die Abstände zwischen Gitterstäben im Kinderbett klein genug sind, die Kanten eines Möbels nicht zu scharf oder ob ein Hochbett absturzsicher ist. Daneben raten alle Experten zu einfachen Handgriffen: Regelmäßig lüften, mindestens dreimal am Tag. Das lässt nicht nur ausgedünstete Schadstoffe verfliegen, sondern hilft auch gegen Staub und Feuchtigkeit. Oder, so Woelks Alternativvorschlag: „Einmal mehr mit dem Kind auf den Spielplatz gehen.“

10 HANDWERK & WOHNEN Angesagt: osa Möbel Rosa wirkt sanft, mädchenhaft und fröhlich. Kein Wunder also, dass in ewegten Zeiten eine so unschuldige arbe im Design wieder den Ton angibt. Und das vom Sofa bis zur Wand. VON UTA ABENDROTH Eigentlich waren vor allem kleine Mädchen Fans von Rosa, als Pantone die Nuance „13-1520 Rose Quartz“ zur Farbe des Jahres 2016 kürte. Das Unternehmen hat ein Farbsystem für die Grafik- und Druckindustrie entwickelt und lässt jedes Jahr Scouts nach Trends suchen – die gerne von Firmen für ihre Produkte aufgegriffen werden. Es dauerte dann etwas, bis die rosafarbene Welle von der Mode bis ins Wohnzimmer geschwappt ist. Aber auf der Möbelmesse Salone del Mobile in Mailand gab die Nuance selbst bei ernstzunehmenden Designermöbeln den Ton an. Aus gutem Grund: Die Farbe spiegelt den Zeitgeist wider. „Rose Quartz ist ein enthusiastischer, aber dennoch sanfter Farbton, der Freundlichkeit und Gelassenheit vermittelt“, sagt Leatrice Eiseman, Direktorin des Pantone Color Institute. „Der Konsument strebt nach Erfüllung und Wohlbefinden in seinem alltäglichen Leben. Deshalb Der Einrichter Vitra zeigt in seinem Museum in Weil am Rhein einen Wohntraum (nahezu) komplett in Rosa. Foto: Lorenz Cugini stehen immer mehr einladende Farben im Vordergrund, die psychologisch gesehen die Sehnsucht nach Ruhe und Sicherheit erfüllen.“ Gerade Rosa ist eine Farbe, die mehr und mehr hinterfragt wird – und das im positiven Sinne. Das traditionelle Empfinden verschwimmt. Es gibt eine Tendenz zu Unisex- Kleidung und Geschlechtergleichheit. Und die Farbe gilt verstärkt als persönliche Ausdrucksform. Die Folge: Rosa darf eben nicht mehr nur von Mädchen oder Frauen getragen werden. Männer trauen sich mehr und mehr an die Nuance heran. So wie Jaime Hayon. Aber der spanische Designer hat sich noch nie um Klischees geschert. Und so hat er jüngst das verspielte Hotel „Barceló Torre“ in Madrid eingerichtet. Darin steht unter anderem sein Stuhl Catch, den er für das dänische Label &tradition entwarf. Mit seinen angedeuteten Armlehnen signalisiert das Sesselchen dem Nutzer, dass es ihn mit offenen Armen aufnehmen wird. Das bequeme Sitzmöbel mit den fließenden Linien wirkt in Rosa besonders leicht. Damit passt der Stuhl in jedes Boudoir, bildet aber auch einen Kontrast in einem coolen Ambiente mit Schwarz, Grau oder Weiß. „Ich vereine viele Widersprüche, ich mag das Verspielte dabei“, erklärt Hayon. „Durch den rosafarbenen Bezug wirkt Catch, ein schlichter Stuhl, gleich viel weniger seriös. Er fügt dem Ambiente, in dem er steht, einen gleichermaßen leichten wie eleganten Touch hinzu.“ Ein anderes Beispiel ist Konstantin Grcics Entwurf 503 Soft Props für Cassina. Es handelt sich um gepolsterte Sitzmodule, die sich mittels eines Rohrs in zahlreichen Va- rianten verbinden lassen. Das Rohr ist zwar ein dominantes Element, aber dank des rosa Stoffes wirkt das Sofa wenig technisch. Ebenfalls neu: der Silvana Armchair des Designstudio Ciarmoli Queda. Dabei handelt es sich um ein rundes Sesselchen in Rosé, das für den Hang nach Entschleunigung sowie den vermeintlich guten alten Zeiten steht. Der Rosa-Rausch geht noch weiter – und durch viele Länder. Das niederländische Design-Duo Scholten & Baijings kreierte eine rosa Serie niedriger Sofas und Sessel namens Ottoman für den Hersteller Moroso. Und das Traditionsunternehmen Vitra zeigt in seinem Flagshipstore und Museum, dem Vitrahaus in Weil am Rhein, sogar einen Wohntraum komplett in Rosa – mit Möbeln aus vielen Jahrzehnten, zusammengestellt von der Designerin India Mahdavi. Das Design der nordischen Länder galt in den vergangenen Jahren als richtungsweisend – auch hier hat Rosa den puren Beige-Holz- Look abgelöst. Zwar waren Entwürfe wie die Tischleuchte Cap des Design-Duos kaschkasch, der Pouf Circus von Simon Legald oder der Kosmetikspiegel Flip von Javier Moreno für das Label Normann Copenhagen im Original nicht in Rosa vorgesehen – aber in dieser Farbe wirken sie überraschend lebendig, dynamisch und irgendwie cool.

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