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Handwerk und Wohnen Kleve

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16 HANDWERK & WOHNEN Die

16 HANDWERK & WOHNEN Die Haustür als Barrikade Wie kann man sich vor Einbrechern schützen? Die Eingangstür steht dabei mit im Fokus. VON JANA ILLHARDT Eine Schwachstelle im Haus ist die Eingangstür. Dabei kann man sie gut nachrüsten. Doch: „Leider informieren sich die meisten erst, nachdem sie Opfer eines Einbruchs wurden oder jemand in der Nachbarschaft“, sagt Tobias Enke, Sprecher der Initiative für Einbruchschutz „Nicht bei mir!“. Auch bei Mietwohnungen lässt sich einiges verbessern. Doch: Vermieter haben nur die Pflicht, die Tür mit einem Schloss zu sichern. „Für eventuelle mechanische Nachrüstungen muss im Zweifel der Mieter aufkommen“, erklärt Enke. Aber der Experte stellt klar: Absolut sicher wird die Tür durch zusätzliche Beschläge und Schlösser nicht. Nur die Zeit, die der Dieb zum Einbrechen benötigt, werde erhöht. „Jedoch lassen Einbrecher in der Regel wieder ab, wenn sie die Tür nicht innerhalb von zwei bis fünf Minuten öffnen konnten.“ Wie also kann man Dieben ihr Werk an der Tür erschweren? Türschloss Das Schloss ist das Herz einer Tür. „Es sollte der Klasse 4 entsprechen, also einbruchhemmend sein“, erklärt Harald Schmidt von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. „Schlösser mit Mehrfachverriegelung empfehle ich ab Klasse 3.“ Im Idealfall weisen sie sogar die Angriffswiderstandsklasse 2 auf, sind also bohrsicher. „Um sicherzustellen, dass keine Nachschlüssel angefertigt werden können, gibt es Schließzylinder mit Sicherungskarte.“ Zudem sei ein Schutzbeschlag notwendig, der den Schließzylinder eng umschließt und von innen stabil verschraubt ist. Er schützt den Profilzylinder und das Einsteckschloss. Idealerweise verfügt er über eine zusätzliche Zylinderabdeckung. Querriegelschloss Wird die Tür außerdem durch ein Querriegelschloss gesichert, sei eine weitere Nachrüstung in der Regel nicht erforderlich, erklärt Schmidt. „Wichtig dabei ist, dass der Schließkasten im Mauerwerk fest verankert und der Zylinder durch eine Schutzrosette, am besten mit zusätzlicher Zylinderabdeckung, geschützt wird.“ Angebracht wird das Schloss etwa 30 Zentimeter unterhalb des Hauptschlosses, „weil die Mit Querriegelschloss, Türspion und Bandsicherungen wird eine Haustür einbruchsicherer. FOTO: DPA Nebeneingänge Sofern eine Nebeneingangstür vorhanden ist, sollte man ihre Widerstandsfähigkeit der der Eingangstür anpassen. „Wirkungsvoll nachrüsten kann man diese durch ein Querriegelschloss, massive Schubriemeisten Angriffe diesem Türbereich gelten“, sagt Enke. Kastenschloss mit Sperrbügel Es wird auf der Türinnenseite montiert und im Mauerwerk verankert – es erhöht so den Sicherheitswert der Tür. „Ist die Tür spaltbreit geöffnet, wird durch den Sperrbügel das Aufstoßen verhindert“, erläutert Schmidt. Türrahmen „Jede Tür ist nur so sicher wie ihr schwächstes Teil“, betont Enke. Oft sei dies der Türrahmen. „Ist er instabil, also nicht fest mit dem Mauerwerk verbunden, lässt er sich leicht aufhebeln.“ Um ihn zu sichern, gibt es Schließbleche. „Sie werden mehrfach im Mauerwerk verankert und sollten drei Millimeter stark sein“, erläutert Schmidt. Türblatt „Ein schwaches Tür- blatt sollte unbedingt verstärkt oder besser gegen ein massives ausgetauscht werden – etwa eine 40 Millimeter starke Vollholztür“, empfiehlt Schmidt. Türspion Auch das Guckloch in der Tür lässt sich nachrüsten. „Verwendet werden sollten dabei ausschließlich Weitwinkel-Spione“, rät Enke. Auch wichtig: Der Bereich vor der Tür sollte gut beleuchtet sein, etwa mit Hilfe eines Bewegungsmelders. gel, starke Vorlegestangen aus Holz oder Profilstahl im oberen und unteren Türdrittel“, nennt Schmidt verschiedene Möglichkeiten. Handelt es sich dabei jedoch um eine Brandschutztür, dürfen nachträglich so gut wie keine Veränderungen vorgenommen werden. Die Lösung: „Zahlreiche Hersteller bieten sogenannte Multifunktionstüren an, die sowohl die Anforderungen des Brandschutzes wie auch der Einbruchhemmung erfüllen.“ Beratung vom Profi Tobias Enke empfiehlt, einen Sicherheitsexperten zur Beratung zu rufen. „Er kann den Bedarf genau benennen, ein erstes Beratungsgespräch ist meist kostenlos.“ Auch die Polizei hat kostenlose Beratungsstellen. So macht man das Haus sicherer Oft reichen kleinere Maßnahmen, um Diebe abzuschrecken. Einen absolut sicheren Schutz des eigenen Heims kann auch heute niemand bieten, doch reichen schon ein paar kleinere Maßnahmen, um ein Gebäude für Langfinger uninteressanter zu machen. „Der größte Teil der Einbrüche ist nicht von langer Hand vorbereitet, sondern geschieht eher spontan, eben dort, wo sich die einfachste Gelegenheit bietet“, erklärt Ralf Baureis vom Bauherren- Schutzbund. Hohe Hecken beispielsweise bieten Sichtschutz vor neugierigen Passanten, aber auch für Einbrecher. Versteckte Nebeneingänge wie die Terrassen- oder Kellertür sollten daher mehrfach und auch gegen Aufhebeln gesichert sein. Da Einbrecher in aller Regel leerstehende Objekte bevorzugen, werden sie von sichtbar bewohnten Häusern eher abgeschreckt. Präsenzschaltungen, die das Licht in verschiedenen Räumen nach Zufallsprinzip an- und ausschalten, können Anwesenheit vortäuschen, auch wenn alle Bewohner verreist sind. Überquellende Briefkästen signalisieren dagegen gut sichtbar, dass niemand zu Hause ist. Und weit geöffnete Fenster im Erdgeschoss vor leeren Räumen üben eine geradezu magische Anziehungskraft auf Langfinger aus. Sorgt stattdessen eine Lüftungsanlage für frische Luft, ist eine Gefahrenquelle im Sommer bereits gebannt. Zusätzlichen technischen Schutz bieten auch Rollläden und elektronische Alarmsysteme. djd

HANDWERK & WOHNEN 17 Kleine Aufkleber bieten wenig Schutz Vögel prallen oft im Flug auf den Wintergarten oder an große Fensterfronten, denn sie erkennen die Scheibe nicht. INSEKTENSCHUTZSYSTEME BLAZEK Fliegengitter Spannrahmen und -rollos Dreh- und Schiebetüren Kellerschachtabdeckungen aus Aluminium - eigene Herstellung kostenlose Vor-Ort-Beratungen, Aufmaße und Kostenpläne. Tel. 0176 / 52 44 52 44 · info@insektenschutzsysteme-blazek.de www.insektenschutzsysteme-blazek.de Vögel – hier ein Erlenzeisig – können sich schwer verletzen, wenn sie im Flug gegen Fenster und Wintergärten prallen. Foto: LBV/Carola Bria VON SIMONE A. MAYER Mit einem lauten Knall donnert ein Vogel an die Fensterscheibe. Er hat schlichtweg das Glas nicht als solches erkannt. Hausbesitzer, gerade jene mit Wintergarten und großen Glasfronten, sollten die Tiere davor schützen. Doch das gängigste Mittel bringt nur wenig. Oft verzieren Hausbesitzer das Glas daher zum Schutz mit schwarzen Aufklebern in der Form von Greifvögeln. Aber das ist nahezu wirkungslos, erklärt der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV). Die Tiere nehmen in den Silhouetten von Greifvögeln keinen Feind wahr, sondern bestenfalls ein punktuelles Hindernis. Und diesem weichen sie nur kleinräumig aus – also prallen häufig direkt daneben auf die Scheibe. Was ist dann die Lösung? Großflächige Aufkleber auf den Scheiben sind besser, etwa senkrechte Klebestreifen oder großflächige und farbige Muster. Laut dem Naturschutzbund Bremen (Nabu) haben sich zwei Zentimeter breite Streifen als wirkungsvoll erwiesen, die im Abstand von zehn Zentimetern aufgeklebt werden. Bei einem Zentimeter breiten Streifen sollte man nur fünf Zentimeter Abstand lassen. Grundsätzlich gilt: Scharfe Umrisse sind besser als ausgefranste, genauso wie ein farblicher Kontrast zum Hintergrund. Und damit der Vogel die Muster auch wirklich erkennt und nicht von Spiegelungen geblendet ist, müssen die Markierungen an der Außenseite der Scheibe angebracht werden. Auch Vorhänge können helfen. Was kann ich tun, wenn ich eine ungestörte Sicht nach draußen möchte? Spezielle UVA-Markierungen, die sich mit Stiften auf die Scheibe aufgetragen lassen, können hier eine Lösung sein. Der Mensch erkennt die Zeichnungen kaum. Allerdings betont der LBV, dass diese Methode keine so gute Wirkung habe wie für Mensch und Tier deutlich sichtbare Aufkleber. Eine Alternative: Man plant den Schutz für die Scheibe bereits beim Hausbau oder Umbau ein, wählt etwa geriffeltes oder mattiertes Glas für Lichtschächte oder die große Fensterfront im Treppenhaus. Oder es lassen sich Scheiben mit Mustern durch Siebdruck oder Folie einplanen. Der Nabu Bremen rät auch zu leicht nach außen geneigten Scheiben, ein Winkel von mindestens 20 Grad ist allerdings nötig. Schützen höhere Sträucher in der Nähe des Fensters? Nein. Spiegelungen von Sträuchern und Bäumen in den Scheiben des Wintergartens oder der Fensterfront erhöhen laut LBV sogar die Kollisionsrate um bis zu viermal gegenüber einer nicht begrünten Fläche. Wie gehe ich mit einem verletzten Vogel um? In eine gepolsterte Schachtel setzen und abwarten. Erholt sich das Tier innerhalb einer Stunde, sollte man versuchen, ihn starten zu lassen, raten dieLBV-Experten. Fliegt das Tier nicht los oder fällt sogar zu Boden, sollte ein Tierarzt oder eine Vogelstation kontaktiert werden. Oft erleiden Vögel bei der Kollision mit Glas innere Verletzungen, manchmal aber auch nur eine leichte Gehirnerschütterung.

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