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Handwerk und Wohnen Kleve

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8 HANDWERK & WOHNEN

8 HANDWERK & WOHNEN Laien sollten dem Dach nicht mit dem Hochdruckreiniger zu Leibe rücken. Der starke Wasserstrahl gefährdet die Dachhaut und die Wärmedämmung. Foto: Kleefeldt Im Frühjahr sollte das Dach überprüft werden Der Wind fegt über die Ziegel, Schnee lagert sich schwer darauf ab, heftiger Regen donnert darauf: Das Dach macht viel mit, insbesondere im Herbst und Winter. VON KATJA FISCHER Das Frühjahr ist ideal, um aufs Dach zu steigen. Wenn Schnee und Eis verschwunden sind, wird es Zeit, es zu säubern und Schäden zu beseitigen. Das sollte der Hausherr allerdings nicht selbst erledigen – und sei er noch so sportlich und schwindelfrei. Besonders auf Steildächern stoßen Laien an ihre Grenzen. Professionelle Dachdecker kennen indes die Gefahren und sichern sich ab. Außerdem: Viele Hausbesitzer erkennen die Mängel nicht. Steildächer benötigen in der Regel keine Reinigung. Weder Algen, Flechten noch Vogelkot oder andere Schmutzablagerungen beeinträchtigen die Schutzfunktion des Daches. „Das sind lediglich optische Beeinträchtigungen“, erklärt Rüdiger Thaler von der Landesinnung des Dachdeckerhandwerks Berlin. „Wer sich daran stört, kann sie natürlich beseitigen lassen.“ Viel wichtiger ist die Reparatur von Schäden, die im Herbst und Winter entstanden sind. Das Dach musste ja teilweise heftigen Natureinflüssen trotzen. Vor allem der Wind setzt den Häusern in unseren Breiten stark zu, und zwar nicht unbedingt der Winddruck, sondern der Windsog. Durch Verwirbelungen bei Stürmen ist besonders die dem Wind abgewandte Dachfläche gefährdet. „Am kräftigsten ist der Sog an den Randbereichen, dem First oben, den Ortgängen an den Seiten und dem Traufbereich unten“, erklärt Rüdiger Thaler. Besonders in diesen Bereichen könnten sich Ziegel und andere Bauteile lockern oder Klammern lösen. „Flachdächer sind je nach Gefälle höheren biologischen Anforderungen ausgesetzt als Steildächer“, erläutert Josef Rühle, Geschäftsführer Technik beim Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Köln. Auf Flachdächern sammeln sich verstärkt Reststoffe von Pflanzen an, die Regen zum Gully spült und ihn verstopfen. „Da es bei Flachdächern meist eine Innenentwässerung gibt, kann das zum Problem werden“, sagt Rühle. Deshalb sei eine regelmäßige Wartung unerlässlich. Besonders wichtig ist die Reinigung der Regenrinne. Denn dort häufen sich Sand und andere Stoffe an. „Durch den Belag verringert sich der Querschnitt der Rinne, das Wasser läuft nicht mehr richtig ab“, erklärt Rühle. In Kehlen, hinter Kaminen und Fenstern sind in der Regel besonders viele Pflanzenreste zu finden, die den Wasserfluss beeinträchtigen. „Am besten ist es, die Schmutzschicht mit einer Zungen- oder Firstkelle vorsichtig herauszuhebeln.“ Aber der Schmutz soll nicht in die Entwässerung gespült werden, da etwa Anlagen für Regenwassernutzung mit deren Filtern überlastet werden können. Das Dach ist ein sehr sensibler Bereich des Hauses, der leicht beschädigt werden kann, wenn er nicht fachgerecht behandelt wird. „Manche Hausbesitzer rücken dem Dreck mit Hochdruckreinigern zu Leibe“, erklärt Thaler. „Der starke Wasserstrahl gefährdet die Dachhaut. Wenn Risse entstehen und Wasser eindringt, wird die darunterliegende Wärmedämmschicht zerstört.“ „Wurden asbesthaltige Materialien auf dem Dach verbaut, ist es sogar verboten, mit Hochdruckreinigern, Drahtbürsten oder anderen Werkzeugen zu arbeiten, die die Dachplatten beschädigen“, betont Torsten Mußdorf, Geschäftsführer des Norddeutschen Asbestsanierungsverbandes. Das sieht die Gefahrstoffverordnung vor. Denn die feinen Asbestfasern können schon bei Reinigungsarbeiten freigesetzt werden und eine Umwelt- oder Gesundheitsgefahr darstellen. Info Bei Häusern, die zwischen dem Ende der 50er und Anfang der 90er Jahre gebaut wurden, ist bei Wellplattendeckungen und zementgebundenen Plattendeckungen mit hoher Wahrscheinlichkeit Asbest auf dem Dach. Hier darf auch kein Fachmann Reinigungsarbeiten vornehmen. Die asbesthaltigen Platten müssen einfach in Ruhe gelassen oder fachmännisch gegen asbestfreie Platten ausgetauscht werden. „Ist im Winter ein Ast darauf gefallen und dadurch ein Riss entstanden, muss die Platte entfernt und fachgerecht deponiert werden“, erklärt Experte Torsten Mußdorf. Alle diese Arbeiten sind nichts für Laien, sondern gehören in die Hände von Sachkundigen. Besondere Pflege für Solaranlagen: Besitzer von Dächern mit Modulen oder Kollektoren von Solaranlagen müssen regelmäßig nach oben schauen – und nachschauen, ob diese verschmutzt sind. Denn die Verschmutzungen reduzieren die Leistung der Solaranlage. Auch hier sollte der Hausherr nicht selbst aufs Dach steigen, sondern die Reinigung einem Fachmann überlassen. „Die Gefahr, sich zu verletzen oder durch Unachtsamkeit die Module und angrenzende Dachbereiche zu beschädigen, ist einfach zu groß“, sagt Experte Rüdiger Thaler.

HANDWERK & WOHNEN 9 Holzbalken effektvoll in Szene setzen Sie sind ein Hingucker: Frei stehende Balken in alten Gebäuden sorgen für eine tolle Atmosphäre. Aber Vorsicht: Zu den rustikalen Balken passt keine rustikale Einrichtung – sonst fühlt es sich schnell an wie in einer Jagdhütte. Kompetenz rund um Wesels Dächer seit über 100 Jahren Am Blaufuß 20 • 46485 Wesel Ruf (02 81) 96 31 33/34 • Fax (02 81) 96 31 35 info@schnickers-bedachungen.de · www.schnickers-bedachungen.de Lassen Sie sich in unserer 300 m² großen Ausstellung inspirieren! Mo. – Fr. von 8.00 -17.00 und Sa. von 8.30 -12.00 für Sie geöffnet. bezahlbare Qualität in großer Auswahl An der Windmühle / Werftstraße · 46483 Wesel - Rheinhafen Tel. 02 81 -33 98 00 · www.holz-sander.de Zu alten Balken passt eine moderne, gradlinige Einrichtung. Foto: qbus architektur VON LEA SIBBEL Freiliegende Deckenbalken oder ein frei stehendes Ständerwerk geben einem Raum ein ganz besonderes Flair. Und sie bieten einige spezielle Möglichkeiten für die Inneneinrichtung, erklärt Sybille Ronshausen, freischaffende Innenarchitektin im Bund Deutscher Innenarchitekten. Der Trend geht schon seit längerer Zeit zu offenen Grundrissen. Doch manchmal ergeben sich für die Bewohner dadurch auch Schwierigkeiten bei der Einrichtung: Denn niemand sitzt gerne mitten im Raum. Wie also die verschiedenen Wohnbereiche doch wieder ein bisschen voneinander abtrennen? Das Ständerwerk schafft es, dass der Raum leichter in Zonen eingeteilt werden kann. „Man kann trotzdem gut durchblicken“, sagt Ronshausen. Zwischen den alten Balken kann so zum Beispiel eine Nische für das Home Office eingerichtet werden. Einen Raum bis hoch in den First zu öffnen, sieht toll aus. Aber auch hier gilt: Fühlt man sich wie in einer Kathedrale, wird es mit dem Wohlfühlen für manche Menschen schwierig. „Dann bilden die Deckenbalken schon eine horizontale Abgrenzung“, erklärt Ronshausen. Falls die Grundfläche des Raums sehr klein ist, lässt sich die Deckenbalkenstruktur auch für einige zusätzliche Quadratmeter nutzen – etwa, indem eine offene Galerie eingezogen wird oder ein kleiner Spielboden für die Kinder. Nun kommt es noch darauf an, die sonstige Einrichtung mit der Balkenstruktur abzustimmen. Ronshausen rät davon ab, wegen der eher rustikal anmutenden Balken auch auf eine rustikale Einrichtung zu setzen. „Sonst habe ich das Gefühl, ich sitze in einer Jagdhütte“, findet die Expertin. „Schön ist es, wenn man Kontraste setzt.“ So passt zu den alten Balken etwa ein gradliniges, modernes Mobiliar. Auch beim Boden kann man bewusst auf einen Bruch setzen und ein anderes Material wählen – statt Parkett kommt etwa Sichtestrich infrage, gibt Ronshausen ein Beispiel. Und noch ein Tipp: Die Balkenstruktur lässt sich mit Licht in Szene setzen. Indirekte Beleuchtung kann im Balkenwerk für eine tolle Atmosphäre sorgen, versichert Innenarchitektin Sybille Ronshausen. „Da sind schöne Effekte möglich.“

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