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Handwerk und Wohnen Wesel 20.09.2017

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10 HANDWERK & WOHNEN

10 HANDWERK & WOHNEN Angesagt: Rosa Möbel Rosa wirkt sanft, mädchenhaft und fröhlich. Kein Wunder also, dass in bewegten Zeiten eine so unschuldige Farbe im Design wieder den Ton angibt. Und das vom Sofa bis zur Wand. VON UTA ABENDROTH Eigentlich waren vor allem kleine Mädchen Fans von Rosa, als Pantone die Nuance „13-1520 Rose Quartz“ zur Farbe des Jahres 2016 kürte. Das Unternehmen hat ein Farbsystem für die Grafik- und Druckindustrie entwickelt und lässt jedes Jahr Scouts nach Trends suchen – die gerne von Firmen für ihre Produkte aufgegriffen werden. Es dauerte dann etwas, bis die rosafarbene Welle von der Mode bis ins Wohnzimmer geschwappt ist. Aber auf der Möbelmesse Salone del Mobile in Mailand gab die Nuance selbst bei ernstzunehmenden Designermöbeln den Ton an. Aus gutem Grund: Die Farbe spiegelt den Zeitgeist wider. „Rose Quartz ist ein enthusiastischer, aber dennoch sanfter Farbton, der Freundlichkeit und Gelassenheit vermittelt“, sagt Leatrice Eiseman, Direktorin des Pantone Color Institute. „Der Konsument strebt nach Erfüllung und Wohlbefinden in seinem alltäglichen Leben. Deshalb Der Einrichter Vitra zeigt in seinem Museum in Weil am Rhein einen Wohntraum (nahezu) komplett in Rosa. Foto: Lorenz Cugini stehen immer mehr einladende Farben im Vordergrund, die psychologisch gesehen die Sehnsucht nach Ruhe und Sicherheit erfüllen.“ Gerade Rosa ist eine Farbe, die mehr und mehr hinterfragt wird – und das im positiven Sinne. Das traditionelle Empfinden verschwimmt. Es gibt eine Tendenz zu Unisex- Kleidung und Geschlechtergleichheit. Und die Farbe gilt verstärkt als persönliche Ausdrucksform. Die Folge: Rosa darf eben nicht mehr nur von Mädchen oder Frauen getragen werden. Männer trauen sich mehr und mehr an die Nuance heran. So wie Jaime Hayon. Aber der spanische Designer hat sich noch nie um Klischees geschert. Und so hat er jüngst das verspielte Hotel „Barceló Torre“ in Madrid eingerichtet. Darin steht unter anderem sein Stuhl Catch, den er für das dänische Label &tradition entwarf. Mit seinen angedeuteten Armlehnen signalisiert das Sesselchen dem Nutzer, dass es ihn mit offenen Armen aufnehmen wird. Das bequeme Sitzmöbel mit den fließenden Linien wirkt in Rosa besonders leicht. Damit passt der Stuhl in jedes Boudoir, bildet aber auch einen Kontrast in einem coolen Ambiente mit Schwarz, Grau oder Weiß. „Ich vereine viele Widersprüche, ich mag das Verspielte dabei“, erklärt Hayon. „Durch den rosafarbenen Bezug wirkt Catch, ein schlichter Stuhl, gleich viel weniger seriös. Er fügt dem Ambiente, in dem er steht, einen gleichermaßen leichten wie eleganten Touch hinzu.“ Ein anderes Beispiel ist Konstantin Grcics Entwurf 503 Soft Props für Cassina. Es handelt sich um gepolsterte Sitzmodule, die sich mittels eines Rohrs in zahlreichen Va- rianten verbinden lassen. Das Rohr ist zwar ein dominantes Element, aber dank des rosa Stoffes wirkt das Sofa wenig technisch. Ebenfalls neu: der Silvana Armchair des Designstudio Ciarmoli Queda. Dabei handelt es sich um ein rundes Sesselchen in Rosé, das für den Hang nach Entschleunigung sowie den vermeintlich guten alten Zeiten steht. Der Rosa-Rausch geht noch weiter – und durch viele Länder. Das niederländische Design-Duo Scholten & Baijings kreierte eine rosa Serie niedriger Sofas und Sessel namens Ottoman für den Hersteller Moroso. Und das Traditionsunternehmen Vitra zeigt in seinem Flagshipstore und Museum, dem Vitrahaus in Weil am Rhein, sogar einen Wohntraum komplett in Rosa – mit Möbeln aus vielen Jahrzehnten, zusammengestellt von der Designerin India Mahdavi. Das Design der nordischen Länder galt in den vergangenen Jahren als richtungsweisend – auch hier hat Rosa den puren Beige-Holz- Look abgelöst. Zwar waren Entwürfe wie die Tischleuchte Cap des Design-Duos kaschkasch, der Pouf Circus von Simon Legald oder der Kosmetikspiegel Flip von Javier Moreno für das Label Normann Copenhagen im Original nicht in Rosa vorgesehen – aber in dieser Farbe wirken sie überraschend lebendig, dynamisch und irgendwie cool.

HANDWERK & WOHNEN 11 Einbrechern das Leben schwer machen Die Polizei kooperiert in vielen Städten und Kreisen mit dem Netzwerk „Zuhause sicher“. Die Wohnungstür ist aufgebrochen, alle Schränke sind ausgeräumt, Kleidungsstücke und Unterlagen liegen wild durcheinander: Alle zwei Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Für die Betroffenen ist dies ein Schock. Neben dem materiellen Schaden ist es vor allem das Gefühl, in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu sein, das sie belastet. In der dunklen Jahreszeit steigen die Einbruchs- Vorsichtsmaßnahmen Ein paar Vorsichtsmaßnahmen reichen oft schon, um Dieben die Arbeiten zu erschweren. Dazu zählt neben der mechanischen Sicherheitstechnik auch die Verhaltensprävention. Sinnvoll ist es darum, sich beispielsweise vor dem eigenen Urlaub mit den Nachbarn abzusprechen. „Das sieht in der Praxis so aus, dass man seine Handynummern austauscht, den Briefkasten gegenseitig leert, Rollos bewegt oder sein Auto auf die Einfahrt des Nachbarn parkt“, rät Kriminalhauptkommissar Stephan Höltker. Dadurch simuliere man Anwesenheit und signalisiere dem Täter: „Ich bin zu Hause. Es ist gefährlich für dich.“ Mehr Infos zum Einbruchschutz: www.zuhause-sicher.de www.polizei-beratung.de delikte regelmäßig drastisch an. Umso wichtiger ist es, sein Zuhause gut zu schützen. „Die Einbrecher agieren meist spontan. Sie achten darauf, dass die Bewohner nicht zu Hause sind und suchen sich die Schwachstellen am Haus“, weiß Kriminalhauptkommissar Stephan Höltker. Bei freistehenden Einfamilien- und Reihenhäusern seien dies in der Regel die schlecht gesicherten Fenster und Terrassentüren auf der Gebäuderückseite. Zum Öffnen von gekippten Fenstern oder Türen benötigen Einbrecher meist nur wenige Sekunden. Ein erster Schritt für mehr Sicherheit ist daher, besonders bei Abwesenheit die Fenster nicht in Kippstellung zu lassen und die Haustür immer mehrfach zu verriegeln. Die Polizei kooperiert in vielen Städten und Kreisen mit dem Netzwerk „Zuhause sicher“. Dieser gemeinnützige Verein bündelt das Wissen über Einbruch- und Brandschutz und stellt kostenlos Partnerübersichten mit regionalen Fachleuten bereit, die die Sicherheitstechnik korrekt einbauen. Auch Versicherungen unterstützen solche vorbeugenden Maßnahmen. „Wenn Sie das richtige Material fachgerecht verbauen, bleiben die Täter im Versuch stecken“, sagt Kriminalhauptkommissar Stephan Höltker. Sinnvoll sind etwa EN/DIN-geprüfte Einsteckschlösser und einbruchhemmende Fensterbeschläge. Auch eine am Haus gut sicht- Alle zwei Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Foto: Sanders bar angebrachte Plakette des Vereins Zuhause sicher kann Einbrecher abschrecken. Diese erhalten Mieter und Eigentümer, die in empfohlenem Umfang in mechanischen Einbruchschutz investiert haben. Übrigens: Finanzielle Entschädigung für entwendeten Besitz bei einem Einbruch bietet die Hausratversicherung. Um vollwertigen Ersatz zu bekommen, ist es wichtig, beim Abschluss der Versicherung den Wert des Hausrats richtig einzuschätzen. djd

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