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Handwerk und Wohnen Wesel 20.09.2017

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4 HANDWERK & WOHNEN

4 HANDWERK & WOHNEN Bessere Details, mehr Features: Trends von der IFA Ob Kühlschrank, Wäschetrockner oder Ofen – Hausgeräte können immer mehr, bringen immer bessere Ergebnisse und werden immer schlauer. Auf der Elektronikmesse IFA in Berlin Anfang dieses Monats wurden jede Menge Innovationen vorgestellt. Bosch Hausgeräte gibt nun auch den neuen Herden und Backöfen der Serie 6 die von der Premiumlinie schon bekannten Sonder-Features wie Bratenthermometer, Dampfunterstützung und Assistenzfunktion für das Garen. Foto: Bosch VON SIMONE ANDREA MAYER Kühlschrank und Herd lassen sich nicht neu erfinden. Und doch sind selbst an solchen Alltagsgeräten immer noch Verbesserungen möglich. Hier eine Übersicht: Erweiterungen Viele Innovationen bekommen zuerst die Geräte im teureren Premiumbereich. Aber nach und nach geben Hersteller diese auch an Waschmaschine, Herd und Co. in der mittleren Preisklasse weiter. So hat Bosch Hausgeräte bekanntgegeben, dass künftig auch neue Herde und Backöfen der Serie 6 mit Bratenthermometer, Dampfunterstützung und einer Assistenzfunktion für das Garen ausgestattet sein werden. Auch die Serien 4 und 2 erhalten teilweise die Features. Vernetzung Auch die Vernetzung der Geräte schreitet voran: Nicht nur viele neu in den Handel gebrachte Geräte sind per Smartphone und Tablets steuerbar, inzwischen werden auch bereits erhältliche Gerätelinien entsprechend aufgerüstet. So kündigte Liebherr an, dass sich 120 Kühlgeräte künftig über eine App steuern lassen. Darüber kann der Nutzer Statusinformationen abfragen sowie eine Kamera im Geräte-Inneren steuern. Bilder sollen beim Einkaufen zeigen, was im Kühlschrank aktuell fehlt. „Der geringe Marktanteil der vernetzten Geräte geht auch darauf zurück, dass das bisher den absoluten Premiumbereich betraf“, erläutert Kirk Mangels von der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche. „Vielfach wird nun die Mittelklasse aufgerüstet, teils sogar Einstiegsgeräte.“ Detailarbeit Die Hausgeräte sollen noch besser werden. Daran basteln die Designer von Jahr zu Jahr – und so nehmen sich die Hersteller den verschiedenen Nischen-Problemen bei der Bedienung an. Siemens zum Beispiel verbesserte bei seinem neuen Wäschetrockner der Avantgarde- Reihe die Selbstreinigung des Kondensators. Nach jedem Gang wird das Flusensieb automatisch gespült, und die Fusseln landen komprimiert in einem Depot. Nur noch etwa alle 20 Trocknungszyklen sei das Leeren dadurch nötig. Bauknecht stellte eine neue Waschmaschinen-Linie namens BK 1000 vor. Hier wurde die Steuerung des Motors und dadurch der Trommel präzisiert. Diese beherrscht nun acht verschiedene Bewegungen, was eine Vielzahl von Flecken bei niedrigen Temperaturen entfernen soll. „Wenn man sich das Resultat ansieht – also etwa 120 Kühlgeräte von Liebherr lassen sich künftig über eine App auf Smartphone oder Tablet ansteuern. Foto: Liebherr sauberes Geschirr – dann ist bereits ein sehr hoher Funktionalitätsgrad erreicht“, erläutert Branchenexperte Mangels. „Aber inzwischen können die Maschinen zum Beispiel auch Plastikgeschirr trocknen oder Töpfe mit eingebrannten Resten besser reinigen. Und man muss keine Weingläser mehr mit der Hand spülen.“ Optik Die Branche will weg von den weißen Kästen. Bosch Hausgeräte zum Beispiel stellte für seinen Vario Style Kühlschrank einfach wechselbare Türen in 13 Farben vor, sechs weitere werden folgen. Der Austausch soll ohne Werkzeug und innerhalb von Sekunden möglich sein, kündigte das Unternehmen an. Die Farbpalette erstreckt sich von Bei der Waschmaschine BK 1000 von Bauknecht wurde unter anderem die Steuerung des Motors präzisiert. Foto: Bauknecht Sonnenblumengelb über Kirschrot bis hin zu Cappuccino, Steingrau und Perlnachtblau. „Vor allem Farbe wird nun stärker eingesetzt“, erwartet Claudia Oberascher von der Initiative Hausgeräte+ für die gesamte Palette der Hausgeräte. Lange Zeit war das eher eine Spielerei. „Jetzt wirkt das viel hochwertiger“, ergänzt Oberascher. Auch wenn nicht alle Designer auf Farbe setzen, kaum eine Firma entzieht sich derzeit der Entwicklung zu einer neuen Optik der Geräte. „Es ist deutlich bemerkbar, dass die Hersteller zunehmend Wert auf eine eigene Designsprache legen“, berichtet Mangels. Denn gerade in kleineren Wohnungen und Häusern stehen viele Waschmaschinen und Trockner auch in der Küche – und dürfen hier gerne ein wenig mehr hermachen als in der Wäschekammer. Und in größeren Küchen geraten Backöfen und Co zunehmend ins Blickfeld, da sie nicht mehr im unteren Bereich der Küchenzeile, sondern auf Augenhöhe zu finden sind.

HANDWERK & WOHNEN 5 Das Bad wird smart Barrierearmes Duschen wird zu einem Erlebnis, das alle Sinne berührt. Verschiedene Regenarten, Nebel, Lichter und Düfte ergänzen sich zu ganz speziellen Choreografien. Foto: ZVSHK Das Badezimmer der Zukunft ist „smart“, denn die Ansprüche an diesen Raum werden sich gravierend ändern. So wird das Bad noch mehr als heute Gesundheitsstandort für Wellness und Pflege sein. Doch Barrierefreiheit, Produkte wie Dusch- WCs, höhenverstellbare Systeme am Waschtisch und WC sowie intelligente Lichtsteuerung für die Pflege oder mit automatischer Notrufauslösung oder Sensortechnik unter den Fliesen zur Sturzerkennung stehen bereits für diesen Trend. Zum anderen sind eine angenehme Beleuchtung, Düfte und Musik aus dem Bad bald nicht mehr wegzudenken. Man möchte informiert und unterhalten werden, neben Radio und Fernsehen hält deshalb auch das Internet im Bad Einzug. Und schließlich wird die Digitalisierung bei den klassischen Badezimmerkomponenten ebenfalls weiter zunehmen. „Um all diese Anforderungen überhaupt umsetzen zu können, ist bei einer Badmodernisierung eine ganzheitliche und nachhaltige Beratung und Planung durch den Fachhandwerker entscheidend“, empfiehlt Andreas Müller, Hauptgeschäftsführer beim Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung der Bäder spielt die frühe Einplanung der Elektroinstallation eine zentrale Rolle – Mehrfachsteckdosen und Verlängerungskabel sind im Bad sehr gefährlich und sollten nicht verwendet werden. Hinzu kommt, dass die nachträgliche Anpassung der Elektround Wasserinstallation häufig die Fliesen betrifft. „Bei einer Badsanierung sollte deshalb gleichzeitig und vorausschauend auch in die neuen Wasser- und Stromanschlüsse investiert werden“, so Andreas Müller. Die Notwendigkeit einer guten Planung gilt auch im Hinblick auf Akustik, Licht und Unterhaltung. Die Investition in teure Lautsprecher in der Wand oder in der Badewanne etwa zahlt sich nur dann aus, wenn die Wände auf eine gute Schallwirkung ausgelegt sind. Auch die gewünschten Beleuchtungseffekte müssen vorab zusammen mit der Farb- und Flächengestaltung geprüft und berücksichtigt werden. „Kommunikations- und Entertainmentsysteme bieten eine bessere Bedien- und Nutzerqualität, wenn sie direkt an das WLAN-Netz der Wohnung angeschlossen werden“, so Müller. Der Fachhandwerker weiß nicht nur, worauf es bei einer Badsanierung etwa bei der Koordination mit anderen Gewerken ankommt, er kann auch über mögliche Förderungen informieren. Denn der Staat unterstützt beispielsweise altersgerechte Umbauten finanziell, die entsprechenden Anträge sind direkt bei der KfW-Bank zu stellen. djd Bad wird deutlich wohnlicher Stilvoll und werthaltig: Natürlich wirkende, edle Materialien statt kühler Kachelwände machen das Bad deutlich wohnlicher. Die Kombination aus edlen Badmöbeln in kontrastreicher Inszenierung und individuell steuerbaren Licht- und Farbszenarien bietet einen hohen Wohnwert für den Wellness- und Gesundheitsbereich. Waschbecken oder Badewanne stehen nicht mehr ausschließlich an der Wand, sondern rücken in die Mitte. Gleichzeitig werden Musik, Video und Internet integriert. Die Sanitärtechnik ist in ein Smart-Home-System eingebunden und wird via App gesteuert. Wer heute baut, sollte die hierfür notwendigen Strom- und Kommunikationsverbindungen schon bei der Badplanung berücksichtigen. Mehr Informationen unter www.wasserwaermeluft.de

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