Aufrufe
vor 9 Monaten

Handwerk und Wohnen

  • Text
  • Handwerk
  • Wohnen
  • Viersen

Handwerk und Wohnen

RHEINISCHE POST MITTWOCH, 15. FEBRUAR 2017 Grenzland-Kurier C5 VIE-L5 Wieder Feuerteufel in Willicher Wehr Nachdem im vergangenen Jahr ein Feuerwehrmann einen Brand in einem Mehrfamilienhaus in Schiefbahn gelegt hatte, haben nun zwei Angehörige der Jugendfeuerwehr gestanden, diverse Feuer gelegt zu haben VON MARC SCHÜTZ KREIS VIERSEN Die beiden 17-jährigen Willicher, die vor wenigen Tagen gestanden haben, in Willich, Tönisvorst und Umgebung mehrere Brandstiftungen begangen zu haben, waren Mitglied der Willicher Jugendfeuerwehr. Das bestätigte gestern Stadtbrandinspektor Thomas Metzer auf Nachfrage unserer Redaktion. Die Jugendlichen (ein Auszubildender und ein Schüler) kommen laut Metzer aus Schiefbahn und „Man kann den Leuten halt nur vor den Kopf gucken“ Thomas Metzer Stadtbrandinspektor Zwei 17-jährige Willicher und ein 21-jähriger Krefelder haben gestanden, unter anderem eine Strohmiete angezündet zu haben. Willichs Feuerwehrchef Thomas Metzer ist fassungslos. ARCHIVFOTO: GÜNTER JUNGMANN Willich und waren bereits seit einigen Jahren bei der Jugendwehr aktiv und seien dort auch bereit gewesen, mehr Verantwortung zu übernehmen. In diesem Jahr wären sie in die Löschzüge überstellt worden. Metzer ist fassungslos, denn es ist bereits das zweite Mal in kurzer Zeit, dass Willicher Feuerwehrangehörige zu Brandstiftern wurden: Auch ein 33-Jähriger, der am späten Abend des 10. September 2016 einen Brand im Keller eines Mehrfamilienhauses an der Wilhelm- Busch-Straße in Schiefbahn gelegt hat, war seit vielen Jahren Feuerwehrmann. Thomas Metzer hat die beiden Jugendlichen am Freitag vergangener Woche einbestellt, diese haben inzwischen ihren Rücktritt aus der Jugendwehr erklärt. „Sie haben einen reuevollen Eindruck gemacht. Das kann man glauben oder nicht“, sagt Metzer. Als Motiv für ihr Tun hätten die beiden 17-Jährigen angegeben, von den ausrückenden Feuerwehrfahrzeugen mit ihren Handys Videos zu drehen und diese ins Internet zu stellen, so Metzer. Mit an den Taten beteiligt war laut Polizei ein 21-jähriger Krefelder. Seit einigen Wochen hatte die Kripo eine Häufung von Sachbeschädigungen durch Anzünden von Müll- und Altkleidercontainern in Willich festgestellt. Doch damit nicht genug: Hinzu kamen Brandstiftungen in einer Garage in Willich, in zwei Gartenhäusern in St. Tönis sowie der Brand einer Strohmiete am 27. Januar in Willich – rund 250 Strohrundballen standen in Flammen. Die drei bis dahin unbescholtenen jungen Männer hatten angegeben, sich bei einem Feuerwehreinsatz beim Fotografieren der Feuerwehrarbeit kennengelernt zu haben. Menschen kamen bei den Brandstiftungen zwar wohl nicht zu schaden, doch will Wehrchef Metzer die Taten in keiner Weise verharmlosen. „Containerbrände können sich schnell ausdehnen, und die Feuerwehrleute begeben sich bei jedem Einsatz allein schon dann in Gefahr, wenn sie schnell zur Wache fahren. Auch dabei oder bei der Fahrt mit dem Einsatzwagen zum Brandort kann etwas passieren“, sagt Metzer. Im Fall des Brandes der Strohmiete am 27. Januar in Schiefbahn kam hinzu, dass noch nicht alle Einsatzkräfte von einem Chemieunfall in einem Logistikunternehmen an der Linsellesstraße zurückgekehrt waren. Völlig unverständlich ist Thomas Metzer, dass es wieder Feuerteufel in der Willicher Wehr gibt. Denn eigentlich sei der Fall vom vergangenen Jahr „intensiv aufgearbeitet“ worden – auch in der Jugendwehr. Aber: „Die Feuerwehr ist mit ihren rund 330 Mitgliedern ein Spiegelbild der Gesellschaft. Man kann den Leuten halt nur vor den Kopf gucken.“ Er habe die beiden Jugendlichen auch gefragt, ob es Hinweise darauf gebe, dass es unter den Willicher Jugendfeuerwehrleuten weitere Brandstifter gebe, dies hätten die beiden aber verneint. Laut Metzer werden die Taten für die jungen Leute nicht nur strafrechtliche, sondern auch zivilrechtliche Konsequenzen haben. Denn für die Einsätze werden die Beschuldigten im Falle einer Verurteilung zur Kasse gebeten. Welche Kosten auf die jungen Männer zukommen, wird allerdings erst klar sein, wenn genau feststeht, wer genau an welchen Taten beteiligt war. Diese Ermittlungen dauern laut Antje Heymanns, Sprecherin der Kreispolizeibehörde Viersen, noch an. „Wir müssen die Taten nun Stück für Stück aufarbeiten und schauen, ob es neben den gestandenen Taten noch weitere gibt.“ Die Ergebnisse werden dann der Staatsanwaltschaft übergeben. MELDUNGEN Mobile Urinale gegen Wildpinkelei am Markt MÖNCHENGLADBACH (biro) Damit Männer in der Altstadt nicht mehr an Hausecken pinkeln, stellt die Stadt Mönchengladbach jetzt testweise mobile Urinale auf. Sie werden von Freitag bis Montag, 17. bis 20. Februar, erstmals eingesetzt. Als Standorte vorgesehen sind der Ausgang der Waldhausener zur Aachener Straße, der Vorplatz am Dicken Turm, der Alte Markt und der Bismarckplatz. Auch von Altweiber bis Aschermittwoch sollen die Urinale aufgestellt werden. Für die Zukunft wird über eine dauerhafte Einrichtung nachgedacht, die sich gestalterisch ins Gesamtbild einfügt. Ausbildungshotline für Unternehmen KREIS VIERSEN (busch-) Katja Gräff bringt an der IHK-Ausbildungshotline kleine und mittlere Ausbildungsbetriebe mit Jugendlichen zusammen. Firmen können offene Lehrstellen melden, die Ausbildungsexpertin sucht passenden Kandidaten. Sie ist am morgigen Donnerstag von 13.30 bis 15 Uhr erreichbar unter Telefon 02151 635433. VHS bietet Kursus zur Acrylmalerei an VIERSEN (biro) Die Kreisvolkshochschule bietet in Süchteln einen Malkursus an. Unter Anleitung von Birgit Porta lernen die Teilnehmer ab Dienstag, 7. März, an fünf Terminen (9.30 bis 11.45 Uhr) Techniken der Acrylmalerei kennen. Die Veranstaltung findet im Tendyckhaus, Hochstraße 10, statt. Die Teilnahme kostet 55 Euro. Anmeldung bei der VHS unter Telefon 02162 93480. Handwerk & Wohnen KÜCHENTRENDS 2017: INDIVIDUELLE VIELFALT UND SMARTE TECHNOLOGIEN Küche wird digitaler und vernetzter Offene Küchen werden immer beliebter, denn hier verschmelzen Küchen- und Esszone und sind ans offene Wohnzimmer angegliedert. (rps) Im aktuellen Angebot sind modern und puristisch anmutende Küchen genauso zu finden wie solche im guten alten Landhausstil. Ein neuer Trend ist die Kombination von Küchenmöbeln mit Wohnmöbeln und umgekehrt. Die offene Küchengestaltung spielt dem Kunden dabei in die Hände: Bänke, Sideboards oder Podeste passen überall hin und nicht bloß in einen bestimmten Raum. „Küchen werden dadurch noch einmal wohnlicher, was auch zu ihrem Anspruch passt, die Seele der Wohnung zu sein“, erläutert Kirk Mangels, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) den Trend. Die moderne Küche muss an alle Situationen angepasst werden können. Sie muss praktikabel und funktional sein, aber auch schön und ansehnlich. Fronten und Arbeitsplatten müssen leicht zu reinigen sein, und es muss viel Stauraum für Utensilien geben. Zudem ist gutes Licht zur Ausleuchtung der Arbeitsflächen zur Speisenzubereitung sowie für die Gesamtatmosphäre wichtig. Das alles in ergonomisch richtigen Höhen, mit kurzen Arbeitswegen, guter Belüftung, mit niedrigem Energieverbrauch und in einer schicken Gesamtgestaltung. Im neuen Küchenmöbelangebot überwiegt als Frontoptik Lack. Sowohl Mattlack als auch Lacklaminat sind angesagt. Hochglanzlack ist auf dem Rückzug, während Holz und Holzoptik ihre Stellung behaupten können. Auch Kombinationen aus mattem Unilack und einem Echtholzfurnier oder aus Lacklaminat und einer Holznachbildung sind im Kommen. Bei den Farben der Lacke bleiben die Klassiker Weiß und Grau. Für mutige Küchenkäufer gibt es ein zunehmendes Angebot an Schwarz. Schwarz kommt sowohl bei Elektrogeräten wie Backofen und Herd in Frage, bei Beschlägen im Schrank, bei Keramikspülen wie auch als ganze Front für Schränke und Kühlschränke. Als Material dienen hier bedrucktes Glas, Lack, Laminat und echter Schiefer. Nach wie vor im Trend sind Spülen aus Keramik. Die Vorzüge dieses Materials sind seine Robustheit und seine Langlebigkeit. Der hocheingebaute Backofen ist Standard geworden. Hier wird auch dem Hobbykoch ermöglicht, bequem, rückenfreundlich und sicher an seine im Backofen zubereiteten Speisen heranzukommen. Sogenannte intuitive Bedienknöpfe für Herd und Ofen vereinfachen die Handhabung. Auch Küchengeräte können zunehmend smart gesteuert werden. Moderne Backöfen besitzen in der Regel eine Selbstreinigungsfunktion. Spitzenreiter ist hier die Pyrolyse, bei der mit Hilfe heißer Temperatur eine Selbstreinigung durchgeführt wird. Praktisch sind Backöfen mit integriertem Dampfgarer und auch Mikrowelle. Der Trend zu Niedrig-Temperatur- Zubereitungsverfahren geht wiederum eindeutig Richtung gesundem und vitaminerhaltendem Kochen. Technische Geräte werden immer bedienungsfreundlicher, und der Alltag wird zunehmend von ihnen durchdrungen. Clevere Lösungen gibt es für alle Lebensbereiche, auch für die moderne Küche. Arbeits- und atmosphärisches Licht, Kühlschrank, Backofen, Herd, Dampfgarer, Mikrowelle, Spülmaschine, Toaster, Mixer und vieles andere mehr gehören heute zur Ausstattung der modernen Küche. Die ganz neue Generation dieser Elektrogeräte toppt die Grundeigenschaften mit einer Steuerung über smarte Endgeräte. So sind Apps für Tablets und Smartphones auf dem Markt, mit denen man Backofen und Co. ansteuern und kontrollieren kann. Die digitale Lifestyle-Küche eröffnet damit nie da gewesene Möglichkeiten. Praktisch ist FOTO: AMK die sogenannte „Backofen- App“ auch deshalb, weil sie Tipps und Ideen für Rezepte liefert, den Garvorgang kontrolliert und mitteilt, wann Braten, Kuchen oder Grillhähnchen fertig sind. So kann auch dem Laienkoch eine auf den Punkt gegarte Speise kinderleicht gelingen. Die noch am Anfang stehende Technologie lässt Visionen zu, die ungeahnte Möglichkeiten erlauben. Wenn der Kühlschrank selbst weiß, welche Zutaten für einen Eintopf fehlen und den Einkaufszettel selbstständig an den Online- Shop schickt, ist das fast schon Smart-Home-Realität.

Sonderveröffentlichungen