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Handwerk und Wohnen

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Handwerk & Wohnen DIE STACHELIGE PFLANZE ALS WITZIGER DEKO-TREND Das Comeback des Kaktus Derzeit ein angesagtes Motiv: Ein kuscheliges Kissen mit Kakteen-Aufdruck – so täuschend echt, dass man zunächst davor zurückschreckt, sich an das vermeintlich stachelige Teil anzulehnen. Kakteen zieren auch Kissenbezüge, wie hier die von Pad home design concept. FOTO: RUMPENHORST Es gibt mittlerweile auch Fußmatten, die mit Kakteen-Motiven geschmückt sind. FOTO: RUMPENHORST Asa Selection stellte auf der Messe Ambiente die neue Vasenserie namens Cactus vor. FOTO: TMN VON SIMONE ANDREA MAYER Es klingt zunächst nicht neu: Der Kaktus ist wieder mal im Trend. Zwar war er als Pflanze vermutlich nie ganz weg vom Fenster, sondern gerade in Haushalten ohne grünen Daumen das eine Grün, das man auch als unaufmerksamster Gärtner am Leben erhalten kann. Immer wieder wurde er auch mal als Trend-Zimmerpflanze verkauft. Doch jetzt gibt es wirklich etwas Neues vom Kaktus zu berichten. Und das in so einer großen Zahl, dass man behaupten darf: Der Kaktus ist jetzt tatsächlich ein Wohntrend. Aber dabei handelt es sich nicht unbedingt um den stacheligen Wüstenbewohner als Pflanze fürs Zuhause. Nein, man stellt Porzellanfiguren in Kakteenform als Dekoration auf Kommoden und in Regale. Oft ziert der Kaktus auch als Muster oder fotorealistischer Druck Kissen auf der Couch – was im ersten Moment bei wirklich guten Drucken eher zum Zurückschrecken denn zum Anlehnen führt. Denn der Kopf ist auf Vorsicht programmiert, wenn man Stacheln erblickt. Und dann ist da noch der Kaktus als Formgeber für einen Blumentopf, in den andere Pflanzen gesetzt werden. Zwar mag der Kaktus das eine wirklich auffallende Motiv sein, aber dahinter steckt ein übergeordneter Trend, berichtet Nicolette Naumann, Bereichsleiterin der Konsumgütermesse Ambiente: „Insgesamt sind Grünpflanzen in der Tat im Trend.“ Und auch das mag zunächst nicht neu klingen: Also Pflanzen sind – im Haus – ein Trend. Aber hat nicht eh jeder mindestens eine auf der Fensterbank? Und wenn es eben der eine robuste Kaktus ist, den man schon vor vielen Jahren zum Auszug aus dem Elternhaus geschenkt bekommen hat? Was bitte ist daran neu? Laut Definition des Dudens ist ein Trend eine „über einen gewissen Zeitraum bereits zu beobachtende, statistisch erfassbare Entwicklung“. Es muss also nichts Neues sein, was sich nun erst auf den Messeständen und bald auch schon in den Läden breit macht. Aber es muss auffallend viel sein, damit man es Trend nennen kann. Und mehr Grün fällt tatsächlich schon seit einigen Jahren auf. Natürlich gibt es auch Produkte für das Grün im Zimmer. Sie werden ausgefeilter, weil die Firmen und ihre Designer sich immer mehr Gedanken darum machen. Es werden zum Beispiel selbstbewässernde Töpfe, Mini-Gewächshäuser fürs Haus und durchsichtige Pflanzgefäße vorgestellt, in denen das, was uns stets verborgen bleibt, besonders in den Fokus rückt: Die Wurzeln werden sichtbar. Schönheitskur für die Parketthaut (rps) Ein Parkettboden sollte in regelmäßigen Abständen mit einer passenden Schönheitskur wiederbelebt werden. „Je nach ursprünglicher Beschaffenheit der Parkettoberfläche kann jeder noch so alte Parkettboden mit einer neuen Lack- oder Ölschicht in einen nahezu neuwertigen Zustand versetzt werden“, erklärt der Vorsitzende des Verbandes der deutschen Parkettindustrie, Michael Schmid. Um die Oberfläche möglichst gut vor Beschädigungen zu schützen, sollten das Saugen mit entsprechendem Aufsatz und das vorsichtige Wischen mit einem nebelfeuchten, feinen Wischmop zum regelmäßigen Reinigungsalltag zählen. Denn: Jedes noch so kleine Steinchen kann wie Schmirgelpapier auf die Fußbodenoberfläche einwirken, und es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Parkettdielen Schäden davontragen. Dann kommt es auf die Frage an, ob der Parkettboden werk- oder bauseitig mit einer Lack- oder Ölschicht versehen ist. In ersterem Fall wird die abgenutzte Lackschicht angeschliffen und mit neuem Lack versiegelt. Hierbei gehen nur ein paar Zehntelmillimeter der Holzschicht verloren. Der Vorteil: Ein mit Lack versiegelter Parkettboden ist dauerhaft vor eindringender Feuchtigkeit und Abrieb geschützt. „Das ist vor allem in Bereichen mit Spritzwasser wie im Badezimmer oder in der Küche von Vorteil“, erklärt Michael Schmid. Der Lack bildet eine geschlossene und widerstandsfähige Schicht, jedoch kann das Holz auch durch die Lackschicht noch atmen. Das Versiegeln der Parkettoberfläche mit einem hierfür geeigneten Parkettlack sollte möglichst von einem Fachmann ausgeführt werden. „Für die Versiegelung ist der bei Parkett beliebte Wasserlack empfehlenswert. Er enthält wenig oder keine Lösemittel und ist leicht zu verarbeiten“, so der Parkettexperte. Wer einen geölten Parkettboden besitzt, kann auch einzelne Stellen selbst nachölen. So können relativ einfach stark benutzte Abschnitte, wie etwa der Flur, der Durchgangsbereich im Wohnzimmer oder der Bereich rund um den Schreibtischstuhl im Büro separat erneuert werden, ohne die gesamte Bodenfläche behandeln zu müssen. „Das Ölen verhindert, dass andere Flüssigkeiten in die Holzoberfläche einsickern können, bildet darauf aber keinen Film wie das Versiegeln“, erklärt Schmid. Die offenen Poren des Holzes können Luftfeuchtigkeit ungehindert aufnehmen und abgeben.

Handwerk & Wohnen DIE SCHÖNHEIT DES MAKELS Einrichten im Shabby-Chic Die Möbel sehen abgenutzt und gebraucht aus, können sogar ein bisschen kaputt sein – Shabby-Chic. Eine Einrichtung in diesem Stil kann dem Zuhause Gemütlichkeit geben. Auch viele neue Möbel spielen mit dem Shabby-Chic, der sich wachsender Beliebtheit erfreut. VON MELANIE ÖHLENBACH Der Shabby-Stil steht nicht für schäbig: Gemeint sind damit Möbel, deren Gebrauchsspuren man nicht verdeckt, sondern bewusst zeigt – als Zeichen, dass das Stück eine Geschichte hat. FOTO: JO KIRCHHERR Abgestoßene Kanten, gerissener Lack, verblasste Farben: Wenn ein Möbelstück nicht mehr ganz so frisch aussah, landete es früher in der Regel auf dem Sperrmüll. Heute gibt es viele, die gezielt nach solchen Tischen, Kommoden, Schränken, Vasen, Bilderrahmen und anderen Möbelstücken und Wohnaccessoires suchen, um damit ihr Zuhause einzurichten. Shabby-Chic (zu deutsch: schäbiger Schick) heißt dieser Trend, der seit knapp zehn Jahren in Deutschland populär ist. Anders als in den 1980er und 1990er Jahren steht beim Shabby-Chic nicht die optische Makellosigkeit eines Möbelstücks im Mittelpunkt. Im Gegenteil: „Shabby-Chic zelebriert das Unperfekte“, sagt die Trendforscherin Gabriela Kaiser. „Dinge mit Macken, Kratzern, angestoßenen Ecken oder abgeschrubbten, ungleichmäßigen Oberflächen haben keinen Makel: Sie haben Charakter.“ Dass sich im Shabby-Chic das ästhetische Empfinden so radikal umkehrt, erklärt Kaiser mit einer zunehmenden Sehnsucht nach der sprichwörtlich guten alten Zeit: Das Streben nach Perfektion habe die Wohnwelt damals so futuristisch und aalglatt wirken lassen, dass sie ungemütlich, ja fast schon unmenschlich gewirkt habe, sagt die Trendforscherin. Der „schäbige Look“ setzt hingegen auf das Gefühl von Behaglichkeit. Natürlich und rustikal wirkende Stoffe und Materialien wie Leinen, Baumwolle, Felle und Wolle tragen dazu ebenso bei wie Holz, Zink, grobes Porzellan oder Glas. „Der Stil hat sich in Anlehnung an den englischen Landhausstil entwickelt“, erläutert Einrichtungsberaterin Katharina Semling. „Statt teure viktorianische Möbel zu kaufen, haben sich die Leute Schätzchen vom Flohmarkt zugelegt. Oft wurden auch alte Fundstücke weiß gestrichen und alte Stühle aufgearbeitet.“ Entsprechend greift der Shabby-Look Elemente des Viktorianischen Stils, Neobarock oder Rokoko auf. Doch nicht immer ist das, was alt aussieht, auch alt. Und nicht alles, was schäbig aussieht, auch Shabby- Chic. Wie zum Beispiel abgeranzte Möbel aus den 1980er Jahren. „Die sind nicht kultig, sondern nur hässlich“, findet Ursula Geismann, Trendanalystin beim Verband der Deutschen Möbelindustrie. Auch für Ware, die industriell auf alt und schäbig getrimmt wird, hat sie nicht viel übrig: Bei dieser werde eine Historie nur vorgetäuscht. „Ich finde es komisch, etwas Neues zu kaufen, „Shabby-Chic steht für die Sehnsucht nach Authentizität und einer eigenen Geschichte“ Ursula Geismann Trendanalystin das auf alt gemacht ist“, sagt Geismann. Auch hätten diese Dinge im Gegensatz zu echten Antiquitäten nichts mit Recycling und der Schonung von Ressourcen zu tun. „Das Ganze steht im krassen Gegensatz zur Intention des Shabby-Look: der Sehnsucht nach Authentizität, echten Materialien und einer eigenen Geschichte“, resümiert die Trendanalystin. Wer sich stil- FOTO: VDM sicher im Shabby-Stil einrichten will, sollte daher keine Möbel und Accessoires vom Fließband kaufen. Neben persönlichen Erbstücken lassen sich auf dem Dachboden und bei Haushaltsauflösungen, in Antiquitätengeschäften und auf dem Flohmarkt so manche Schätze heben, die nicht nur nach Geschichte aussehen, sondern in der Regel auch eine haben. Ob Küchenbuffets, Kommoden und Schränke aus Weichholz, gepolsterte Ohrensessel und Chaiselongues, Badewannen mit Löwenfüßen und hängende Spülkästen mit Kette oder Sammeltassen, Einmachgläsern und Kristallvasen: Erlaubt ist, was gefällt. „Shabby- Look passt in jeden Raum“, sagt Trendanalystin Geismann. Die Farbe ist dabei das verbindende Element im Shabby- Chic. Weiß, Beige und Creme gelten als Grundfarben. Akzente setzen mattes Grau und blasse Pastelltöne wie Mint oder Rosé. Wer seine Möbel selbst im Shabby-Stil gestalten will, sollte zu Farben greifen, bei denen die Grundierung schon enthalten ist, rät Wohnberaterin Semling. „Sie sind zwar teurer, aber das Geld lohnt sich. Man muss nur die Farbe auftragen und abwischen – und ist in einem Nachmittag fertig.“ Damit der Shabby-Chic das Wohnzimmer aber nicht in eine Zuckerbäckerei voller Pastellwolken verwandelt, empfiehlt die Wohnexpertin, die Zimmer nicht zu überfrachten. Freiraum, klare Formen und Strukturen helfen dabei ebenso wie einzelne moderne Stücke. „Ein Tisch mit glatter, weißer Oberfläche oder eine neongelbe Vase können hier erfrischend wirken.“ Umgekehrt können aber auch schon wenige dekorative Elemente wie alte Dosen in der Küche, getrocknete Blumen in einer Kristallschale im Esszimmer, ein zum Koffer umfunktionierter Beistelltisch oder handgestickte Kissenbezüge aus Großmutters Zeiten auf dem Sofa einer modern eingerichteten Wohnung ein Gefühl von Behaglichkeit verleihen. „Der Kontrast zum modernen Wohnbereich macht solche Einzelstücke zu echten Hinguckern“, sagt Trendforscherin Gabriela Kaiser.

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