Aufrufe
vor 6 Monaten

Handwerk und Wohnen

  • Text
  • Dachdecker
  • Luczak
  • Kaktus
  • Vauth
  • Strafkammer
  • Prozess
  • Richter
  • Ausbildung
  • Parkettboden
  • Handwerk
  • Wohnen

KEM-K1

KEM-K1 Handwerk & Wohnen HAUPTSCHÜLER HABEN IM DACHDECKERBERUF GUTE CHANCEN AUF EINE LEHRSTELLE RHEINISCHE POST MITTWOCH, 17. MAI 2017 C4 Werkeln vom Keller bis zum Dach: Dachdecker müssen zupacken Ziegel, Schindeln und ausnahmsweise auch mal Reet: Dachdecker sorgen dafür, dass man im Haus im Trockenen steht. Die Vergütung kann sich sehen lassen. VON CETIN DEMIRCI Wenn sie einem aufs Dach steigen, muss das keiner fürchten. Dachdecker bringen Ziegel oder Schindeln an, montieren Solaranlagen und Blitzableiter. Ab und an beginnt ihr Job aber auch ganz unten. „Die Arbeiten reichen vom Keller bis zur Dachspitz“, sagt Claudia Büttner, Sprecherin des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckergewerbes. Im unteren Teil des Gebäudes dichten Dachdecker das Bauwerk gegen Feuchtigkeit und Grundwasser ab. An den Wänden bringen sie Wärmedämmungen und Fassadenbekleidungen an. Diese warten, inspizieren und reparieren sie auch. „Der Dachdecker ist ein Fachmann für die Gebäudehülle“, sagt Artur Wierschem, Geschäftsführer des Bundesbildungszentrums. Ein bestimmter Schulabschluss ist für die Ausbildung nicht vorgeschrieben. Er spiele bei der Bewerberauswahl auch eine nachgeordnete Rolle, sagt Monika Hackel vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). 2015 haben rund 3200 Lehrlinge ihre Ausbildung zum Dachdecker begonnen, davon waren rund zwei Drittel (64 Prozent) Hauptschulabsolventen. Bundesweit gibt es etwa 12.500 Betriebe mit mehr als 60.000 Beschäftigten. Die duale Dachdecker-Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Jugendliche haben die Wahl zwischen zwei Fachrichtungen. Wirschem: „Der größte Teil entscheidet sich für die Fachrichtung Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik. Ein kleiner Teil spezialisiere sich auf Reetdächer. Handwerkliches Geschick ist für diesen Beruf eine wichtige Voraussetzung. Außerdem müssen Jugendliche die Baustoffe gut kennen. Wie leicht entflammbar ist ein Material? Wie beständig? Wofür kann es eingesetzt werden? „Gefragt sind auch technische Affinität und mathematisches Verständnis“, erläutert Artur Wierschem. Sie müssen Flächen richtig messen und das dafür notwendige Material planen können. Angehende Dachdecker sollten die frische Luft mögen und Im letzten Lehrjahr der Ausbildung zum Dachdecker ist eine Spezialisierung auf Reetdächer möglich. FOTO: JENS BÜTTNER Wer Dachdecker werden will, muss Mathe können. Zu den Aufgaben der Fachkräfte gehört es zum Beispiel, auszurechnen, wie viel Dachpappe es braucht, um ein Flachdach auszulegen. FOTO: NESTOR BACHMANN ordentlich zupacken können. „Der Beruf erfordert körperliche Fitness“, sagt Büttner. Zudem müssen sich Dachdecker auf ihre Kollegen, die sie sichern, verlassen können. „Teamfähigkeit ist gerade hinsichtlich des Arbeitsschutzes besonders wichtig“, sagt Wierschem. Das tarifliche Ausbildungsgehalt liegt im ersten Jahr bundesweit bei 650 Euro brutto im Monat. Im zweiten Jahr sind es 800 und im dritten 1050 Euro brutto. Die Ausbildungsvergütung zählt damit zu den höchsten im gesamten Handwerk. Je nach Betrieb kann die Vergütung aber auch deutlich geringer sein, allerdings darf in der Ausbildung nicht weniger als 20 Prozent unter Tarif gezahlt werden. Nach der bestandenen Gesellenprüfung liegt der tarifliche Bruttostundenlohn im ersten Jahr bei 16,04 Euro (Tarifzeitraum 1. Oktober 2016 bis 30. April 2017). Der Mindestlohn beträgt seit Anfang dieses Jahres 12,25 Euro. Der Gesamtumsatz des Dachdeckerhandwerks lag 2015 bei neun Milliarden Euro. Nach erfolgreicher Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung bieten sich dem Gesellen verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Perspektiven reichen vom Gruppenführer oder Vorarbeiter über den Meister bis hin zu einem weiterführenden Studium. „Wenn man einen Beruf sucht, der Aufstiegschancen bietet, sollte man Dachdecker werden“, empfiehlt Artur Wierschem vom Bundesbildungszentrum. Der Beruf sei krisenfest. „Jeder braucht ein Dach über dem Kopf.“ Drohnen – auch für Dachdecker (tmn) Roboter mit künstlicher Intelligenz, vernetzte Fabriken und jede Menge Daten: Dass die Digitalisierung Leben und Wirtschaft gründlich verändern wird, ist eine Binsenweisheit. Auch in der Arbeitswelt wird kaum ein Stein auf dem anderen bleiben, sagen Experten. Für Softwareentwickler und Maschinenbauer ist das nachvollziehbar. Aber auch beim Dachdeckergewerbe könnte die Digitalisierung Einzug halten. Im Kleinen ist diese in vielen Dachdeckerbetrieben schon angekommen. GPS-Systeme für den Weg zum Einsatzort, Apps zur Zeiterfassung oder als Lernspiel für Azubis sind weit verbreitet, sagt Karl-Heinz Schneider, Dachdeckermeister und Präsident des Branchenverbands ZVDH. Die Digitalisierung gibt den Dachdeckern aber noch weitaus mehr Möglichkeiten: Bevor sie wirklich auf ein Dach steigen, können sie zum Beispiel erst eine Drohne fliegen lassen. „Drohnen reduzieren bei der Inspektion der Dächer den Aufwand erheblich“, erklärt Schneider. Denn die sogenannten Multikopter sind mit einer Kamera ausgestattet, die hochauflösende Bilder auf Notebook oder Tablet sendet. Eine Drohne reduziert den Aufwand für eine Dachinspektion erheblich. FOTO: WEIHRAUCH So sieht der Dachdecker selbst kleinste Risse und andere Probleme, ganz ohne teuren Gerüstbau.

KEM-K2 Handwerk & Wohnen DIE STACHELIGE PFLANZE ALS WITZIGER DEKO-TREND Das Comeback des Kaktus Derzeit ein angesagtes Motiv: Ein kuscheliges Kissen mit Kakteen-Aufdruck – so täuschend echt, dass man zunächst davor zurückschreckt, sich an das vermeintlich stachelige Teil anzulehnen. RHEINISCHE POST MITTWOCH, 17. MAI 2017 C5 Kakteen zieren auch Kissenbezüge, wie hier die von Pad home design concept. FOTO: RUMPENHORST Es gibt mittlerweile auch Fußmatten, die mit Kakteen-Motiven geschmückt sind. FOTO: RUMPENHORST VON SIMONE ANDREA MAYER Asa Selection stellte auf der Messe Ambiente die neue Vasenserie namens Cactus vor. FOTO: TMN Es klingt zunächst nicht neu: Der Kaktus ist wieder mal im Trend. Zwar war er als Pflanze vermutlich nie ganz weg vom Fenster, sondern gerade in Haushalten ohne grünen Daumen das eine Grün, das man auch als unaufmerksamster Gärtner am Leben erhalten kann. Immer wieder wurde er auch mal als Trend-Zimmerpflanze verkauft. Doch jetzt gibt es wirklich etwas Neues vom Kaktus zu berichten. Und das in so einer großen Zahl, dass man behaupten darf: Der Kaktus ist jetzt tatsächlich ein Wohntrend. Aber dabei handelt es sich nicht unbedingt um den stacheligen Wüstenbewohner als Pflanze fürs Zuhause. Nein, man stellt Porzellanfiguren in Kakteenform als Dekoration auf Kommoden und in Regale. Oft ziert der Kaktus auch als Muster oder fotorealistischer Druck Kissen auf der Couch – was im ersten Moment bei wirklich guten Drucken eher zum Zurückschrecken denn zum Anlehnen führt. Denn der Kopf ist auf Vorsicht programmiert, wenn man Stacheln erblickt. Und dann ist da noch der Kaktus als Formgeber für einen Blumentopf, in den andere Pflanzen gesetzt werden. Zwar mag der Kaktus das eine wirklich auffallende Motiv sein, aber dahinter steckt ein übergeordneter Trend, berichtet Nicolette Naumann, Bereichsleiterin der Konsumgütermesse Ambiente: „Insgesamt sind Grünpflanzen in der Tat im Trend.“ Und auch das mag zunächst nicht neu klingen: Also Pflanzen sind – im Haus – ein Trend. Aber hat nicht eh jeder mindestens eine auf der Fensterbank? Und wenn es eben der eine robuste Kaktus ist, den man schon vor vielen Jahren zum Auszug aus dem Elternhaus geschenkt bekommen hat? Was bitte ist daran neu? Laut Definition des Dudens ist ein Trend eine „über einen gewissen Zeitraum bereits zu beobachtende, statistisch erfassbare Entwicklung“. Es muss also nichts Neues sein, Schönheitskur für die Parketthaut (rps) Ein Parkettboden sollte in regelmäßigen Abständen mit einer passenden Schönheitskur wiederbelebt werden. „Je nach ursprünglicher Beschaffenheit der Parkettoberfläche kann jeder noch so alte Parkettboden mit einer neuen Lack- oder Ölschicht in einen nahezu neuwertigen Zustand versetzt werden“, erklärt der Vorsitzende des Verbandes der deutschen Parkettindustrie, Michael Schmid. Um die Oberfläche möglichst gut vor Beschädigungen zu schützen, sollten das Saugen mit entsprechendem Aufsatz und das vorsichtige Wischen mit einem nebelfeuchten, feinen Wischmop zum regelmäßigen Reinigungsalltag zählen. Denn: Jedes noch so kleine Steinchen kann wie Schmirgelpapier auf die Fußbodenoberfläche einwirken, und es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Parkettdielen Schäden davontragen. Dann kommt es auf die Frage an, ob der Parkettboden werk- oder bauseitig mit einer Lack- oder Ölschicht versehen ist. In ersterem Fall wird die abgenutzte Lackschicht angeschliffen und mit neuem Lack versiegelt. Hierbei gehen nur ein paar Zehntelmillimeter der Holzschicht verloren. Der Vorteil: Ein mit Lack versiegelter Parkettboden ist dauerhaft vor eindringender Feuchtigkeit und Abrieb geschützt. „Das ist vor allem in Bereichen mit Spritzwasser wie im Badezimmer oder in der Küche von Vorteil“, erklärt Michael Schmid. Der Lack bildet eine geschlossene und widerstandsfähige Schicht, jedoch kann das Holz auch durch die Lackschicht noch atmen. Das Versiegeln der Parkettoberfläche mit einem hierfür geeigneten Parkettlack sollte möglichst von einem Fachmann ausgeführt werden. „Für die Versiegelung ist der bei Parkett beliebte Wasserlack empfehlenswert. Er enthält wenig oder keine Lösemittel und ist leicht zu verarbeiten“, so der Parkettexperte. was sich nun erst auf den Messeständen und bald auch schon in den Läden breit macht. Aber es muss auffallend viel sein, damit man es Trend nennen kann. Und mehr Grün fällt tatsächlich schon seit einigen Jahren auf. Natürlich gibt es auch Produkte für das Grün im Zimmer. Sie werden ausgefeilter, weil die Firmen und ihre Designer sich immer mehr Gedanken darum machen. Es werden zum Beispiel selbstbewässernde Töpfe, Mini-Gewächshäuser fürs Haus und durchsichtige Pflanzgefäße vorgestellt, in denen das, was uns stets verborgen bleibt, besonders in den Fokus rückt: Die Wurzeln werden sichtbar. Wer einen geölten Parkettboden besitzt, kann auch einzelne Stellen selbst nachölen. So können relativ einfach stark benutzte Abschnitte, wie etwa der Flur, der Durchgangsbereich im Wohnzimmer oder der Bereich rund um den Schreibtischstuhl im Büro separat erneuert werden, ohne die gesamte Bodenfläche behandeln zu müssen. „Das Ölen verhindert, dass andere Flüssigkeiten in die Holzoberfläche einsickern können, bildet darauf aber keinen Film wie das Versiegeln“, erklärt Schmid. Die offenen Poren des Holzes können Luftfeuchtigkeit ungehindert aufnehmen und abgeben.

Sonderveröffentlichungen