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Handwerk und Wohnen

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Handwerk und

ngz MITTWOCH, 21. JUNI 2017 Kultur in Neuss D3 NE-RF Macbeth – Zeremonienmeister des Todes Das Tang Shu-Wing Theatre Studio aus Hongkong lieferte beim Shakespeare-Festival eine „Macbeth“-Inszenierung als Wanderung zwischen den Zeiten ab. Ein Paar von heute träumt sich ins alte China. MELDUNGEN Jazzkonzert mit zwei Duos in der Alten Post NEUSS (NGZ) Ein Abend mit zwei Paaren präsentiert die Jazz-Reihe „Blue in Green“ in der Alten Post. Zunächst treten die beiden Musiker Inga Lühning (Stimme) und André Nendza (Bass) auf, wagen einen Spagat von Degenhardt zu Michael Jackson. Bei Filippa Gojo (Gesang, Shrutibox, Kalimba, Sansula) und Sven Decker (Klarinette, Bassklarinette, Melodica, Glockenspiel) bestimmen Klänge die Musik. Info Neustraße 28, morgen, 20 Uhr, Karten unter 02131 904122 Das Ende ist nah, die Soldaten des Feindes rücken heran: Die bereits tote Lady Macbeth erscheint schon ihrem Mann, noch bevor der in einem letzten Kampf von Malcolm getötet wird. VON HELGA BITTNER NEUSS Die Schlussszene ist es, die die vorangegangenen zwei Stunden erklärt. Das junge Paar erwacht aus seinem Traum, schaut ratlos und erschrocken um sich. Ganz still ist es, keiner sagt was, aber beide erkennen, dass sie im selben Traum gesteckt haben, der ihnen so viel über sich selber erzählte. Denn was haben sie gemacht – Menschen getötet, Rivalen, deren Frauen und Kinder. Die bloße Machtgier hat sie zu einem Mörderpaar gemacht. Wie Macbeth und seine Lady, in deren Rollen sie im Traum geschlüpft sind. Der chinesische Regisseur Tang Shu-Wing hat für seine Inszenierung des Dramas mit seinem eigenen Theater in Hongkong und in Kooperation mit dem Londoner Globe Theatre einen zeitgenössichen Rahmen geschaffen, deren Figuren auf die des asiatischen Theaters treffen. Schottland ist da ganz weit weg, auch wenn die englische Übertitelung anderes suggeriert. Wer die Handlung von „Macbeth“ allerdings nicht kennt, wurde ein bisschen alleingelassen, konnte nur raten, was den kantonesisch sprechende Macbeth gerade umtrieb oder welche Pein sein Widersacher Macduff durchmacht, als er von Macbeths Auftragsmord an seiner Frau und seinem Kind hört. Allein Mimik und Gestik bleiben als Mittel des Theaters, um die Feinheiten der Charaktere, ihre Wandlungen und Handlungen nachvollziehbar zu machen. INFO „Macbeth“ aus Portugal als Komödie Spielplan Das Drama „Macbeth“ steht am Wochenende erneut auf dem Spielplan des Festivals: als Komödie mit drei Schauspielern in der Inszenierung der Companhia do Chapitô aus Lissabon. Samstagabend wird auf Englisch gespielt, aber die Vorstellung ist schon ausverkauft. Sonntagabend (20 Uhr) ist die Bühnensprache Portugiesisch. In beiden Fällen gibt es Erläuterungen in deutscher Sprache an die Hand, am Sonntagabend zudem eine englische Untertitelung (Karten 02131 52699999). Daran aber hapert es. Macbeth und seine Lady sind kostümtechnisch und in ihrem Spiel deutlich im zeitgenössischen Rahmen verankert, aber Ng Wai Shek als Feldherr agiert zu puppenhaft-steif, Lai Yuk Ching als Lady hat dagegen sehr viel mehr Menschliches. Das wird vor allem beim Rollentausch sichtbar, als er nach der Pause in das Kleid der Lady schlüpft und sie in den Anzug des Mannes. Der Spielanteil der Lady ist da deutlich kleiner, so dass Ching ihr darstellerisches Gewicht als wütender, zweifelnder, überheblicher und schließlich resignierender Herrscher zeigen kann. Ob Duncan, Macduff, Banquo, die Söhne Malcolm, Fleance und die Bediensteten – das andere Personal des Dramas reduziert der Regisseur FOTO: CHRISTOPH KREY auf Figuren aus einer Zeit und einer Tradition, in der das Theater Zeremonie war und das Menschliche keine Rolle spielte. Das aber mit schlüssigen und ästhetischen Choreographien, wobei Shu-Wing diese zu einem Netz knüpft, das traditionelles und zeitgenössisches Theater geschickt einfängt. Eine ähnliche Funktion hat auch die Live-Musik von Billy Leong Wai Ngok, der mit Geräuschen, Tönen (etwa mit Klangschalen) und vor allem als Perkussionist die Handlung mal trägt, mal vorantreibt. Und dennoch bleibt der Eindruck zwiespältig: Eine sicherlich konsequente Inszenierung für eine chinesische Theatertruppe, aber für europäische Augen und Ohren schwer zu einem Ganzen zu verbinden. Neusser Brüder spielen in der Philharmonie NEUSS/KÖLN (NGZ) Die Neusser Brüder Erik und Jan Breer gehören zu jenen Erstplatzierten im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, die auch am Konzert der Bundespreisträger aus NRW in der Kölner Philharmonie teilnehmen. Der 16 Jahre alte Erik Breer, auch Kunstförderpreiträger der Stadt Neuss, ist Solist und spielt Klavier, sein zwei jüngerer Bruder Horn und hat bei „Jugend musiziert“ im Quintett wie auch im Duo gewonnen. Info Bischofsgartenstraße 1, Sonntag, 24. Juni, 11 Uhr Lesung mir Musik auf dem Hang NEUSS (NGZ) Der Neusser Autorenkreis liest erstmals im Kulturkeller. Bei der Veranstaltung drehen sich vielerlei Gedanken um die Frage „Können wir noch Glück?“ Fünf Neusser Autoren stellen sich vor, Harry Meschke wird die Lesung musikalisch auf dem Hang (ein Musikinstrument aus Stahlblech) begleiten. Info Oberstraße 17, Freitag, 23. Juni, 18 Uhr, Spende (drei Euro) erbeten Handwerk & Wohnen HEIMATGEFÜHL IM WINTER, FERNWEH IM SOMMER Kommende Wohndeko-Trends Auf Wohnmessen ist heute schon das zu sehen, was in einigen Monaten oder in einem Jahr im Trend liegen wird. Auf der Tendence Ende Juni geht es daher schon um den nächsten Sommer und um den Einzug von Palmen, Melonen und Papageien ins Haus. VON SIMONE A. MAYER Flamingos, Hasen und Papageien – Tiere sind oft Motive für Wohndekorationen. In dieser Reihenfolge werden sie Verbraucher in der aktuellen und den kommenden Saisons begleiten. So lautet die Einschätzung von Trend-Experte Philipp Ferger, Group Show Director der Konsumgütermesse Tendence in Frankfurt am Main, die vom 24. bis 27. Juni stattfindet. „Aktuell sind es gerne Motive wie Flamingos und Ananas, die eine Weiterentwicklung erfahren werden“, berichtet Ferger. Im Sommer 2018 werden dann eher Palmen, Melonen und Papageien als Motive für Kissen, Stoffe und Kleinmöbel im Handel zu finden sein. Das geht einher mit entsprechend exotisch anmutenden floralen Mustern und einer Palette von intensiven Grüntönen als Trendfarben. Flamingos, Kakteen und Ananas: Exotisches liegt derzeit bei Accessoires und Wohndekorationen im Trend. FOTO: PIETRO SUTERA Ferger erklärt sich das Thema mit einer Sehnsucht der Menschen nach Ferne und Exotik während der Urlaubszeiten. „Man verlegt das Wohnzimmer im Sommer gerne nach draußen, und natürlich möchte man sich dann auch das Urlaubsfeeling dazu holen.“ Dazwischen aber kommt ja noch der Herbst und Winter 2017/18. Im Trend liegen hier Dekorationen, die fast schon als Klassiker bezeichnet werden können. Seit einigen Jahren sind Motive und Materialien, die in der hiesigen Natur vorkommen, bei Designern und Kreativen wie auch den Käufern beliebt. „Man sieht für die kommende Saison wieder viel Holz, Wolle, Ton, Stein, Felle und Metall“, erklärt Ferger. Immer noch im Handel, aber nicht ganz so stark vertreten werden Ethno-Themen sein. Auch die- Farben sind entsprechend gegensätzlich zum Sommerthema für 2018, erklärt Ferger. „Für den molligen Herbst und Winter sind es eher erdige Naturtöne und ein Hummerrot als Kontrast.“

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