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Heimvorteil - Arbeiten in der Region -23.12.2017-

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Heimvorteil - Arbeiten in der Region

BERUF&KARRIERE EXTRA HEIMVORTEIL SAMSTAG, 23. DEZEMBER 2017 E9 rHEINISCHE POST INTERVIEW ROLAND SCHÜSSLER „Der Düsseldorfer Arbeitsmarkt ist stark“ Düsseldorf gilt als eines der größten Wirtschaftszentren Europas. Im Interview berichtet Roland Schüßler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Düsseldorf, welche Branchen stark sind und welche Möglichkeiten junge Leute auf dem Arbeitsmarkt haben. Herr Schüßler, wie entwickelt sich die aktuelle Arbeitslosenquote, wie viele Arbeitslose gibt es bzw. wie viele Menschen arbeiten in sozialversicherungspflichten Jobs? SCHÜSSLER Die Arbeitslosigkeit hat sich in Düsseldorf sehr positiv entwickelt. Derzeit liegt die Arbeitslosenquote bei 7,1 Prozent. Vor zwei Jahren lag sie noch bei 8,2 Prozent. Besonders bemerkenswert ist es, dass die Langzeitarbeitslosigkeit reduziert werden konnte. Als Langzeitarbeitslose werden die Menschen bezeichnet, die ein Jahr oder länger arbeitslos sind. Während es vor zwei Jahren noch mehr als 11.000 Menschen waren, sind es aktuell rund 8.500 Männer und Frauen. Die Beschäftigung steigt in Düsseldorf deutlich an. Derzeit gibt es in Düsseldorf rund 408.600 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (März 2017). Somit konnte in diesem Jahr die 400.000-Marke erstmalig überschritten werden. Welches sind in Düsseldorf die wichtigsten Branchen? SCHÜSSLER Düsseldorf profitiert von seinem ausgewogenen Branchenmix. Einzelhandel, Banken und Versicherungen, Öffentlicher Dienst, Logistik, Verkehr und Gastronomie prägen den Düsseldorfer Arbeitsmarkt. Düsseldorf ist Dienstleistungsstandort mit industriellem Kern. International agierende Großunternehmen ziehen viele Beschäftigte wie ein Magnet an. Welches ist die größte Herausforderung, mit der die Düsseldorfer Branchen zurzeit beschäftigt sind? SCHÜSSLER Wir wissen, dass wichtige Branchen in Düsseldorf von der Automatisierung und Digitalisierung betroffen sind. In den Bereichen Finanzen, Verwaltung, IT, Lager und Logistik spüren die Beschäftigten schon deutlich den Wandel der Arbeitswelt. Die Antwort unserer Agentur für Arbeit Düsseldorf auf das so genannte „Arbeiten 4.0“ ist die Lebensbegleitende Berufsberatung. Sie steht jedem zur Verfügung, der sich für die Zukunft im Beruf sicher aufstellen möchte. Lebenslanges Lernen ist dabei der beste Schutz, um sich auf die Arbeit der Zukunft einzustellen. Beratungen und Informationen zu beruflichen Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten erhalten Interessierte im Beratungscenter der Agentur für Arbeit Düsseldorf. Gibt es einen Fachkräftemangel, wenn ja - in welchen Berufen? SCHÜSSLER Wer beispielsweise ein Examen im Sozial- und Gesundheitswesen vorweisen kann, ist eine sehr gefragte Fachkraft. Der Bedarf an examinierten Fachkräften wird auch in Zukunft weiter wachsen, insbesondere in der Pflege. Aber auch in der Softwareentwicklung, bei Fahrzeugführer im Eisenbahnverkehr oder Roland Schüßler ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Düsseldorf. Düsseldorfs Arbeitsmarkt steht gut da, sagt er. FOTO: AGENTUR FÜR ARBEIT bei Physiotherapeuten bestehen Fachkräfteengpässe. In diesen Berufen gibt es in Düsseldorf und Umgebung Fachkräfteengpässe. Gesucht werden entsprechend Softwareentwickler, Software-Projektleiter, Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, Operationstechnischer Assistent, Rettungsassistent, Rettungssanitäter, Dialysefachkraft, Fachkinderkrankenpfleger, Fachkrankenschwester/-pfleger, Fahrzeugführer im Eisenbahnverkehr, Altenpfleger, Erzieher, Steuer- und Rechtsanwaltsfachangestellte, Physiotherapeut, Ergotherapeut und Sprachtherapeut. den noch Auszubildende gesucht? Wie viele freie Stellen stehen arbeitslosen Jugendlichen / jungen Erwachsenen gegenüber? SCHÜSSLER Düsseldorf ist für junge Bewerberinnen und Bewerber hochattraktiv. Es gibt mit 180 verschiedenen Ausbildungsberufen die größte Auswahl in der gesamten Region. Auf 100 Düsseldorfer Bewerber Zum Markt für junge Menschen: Für welche Berufe werkommen rein rechnerisch 125 Ausbildungsstellen. Das gesamte Umland, sei es der Kreis Mettmann, Krefeld oder Duisburg, interessiert sich für das Ausbildungsangebot in Düsseldorf. Der Wettbewerb um die beliebtesten Ausbildungsstellen ist daher für unsere Düsseldorfer Bewerber sehr hoch. Auch wenn es nicht immer gelingt, den Wunsch-Ausbildungsplatz zu ergattern, sollte jeder wissen, dass es immer attraktive und zukunftsträchtige Alternativen gibt. Viele dieser Alternativen sind weniger bekannt. Diese Berufe sind bei den Jugendlichen sehr beliebt: Tischler, KFZ-Mechatroniker, Kaufmann im Einzelhandel, Kaufmann/frau für Büromanagement und Medizinische Fachangestellter. DAS INTERVIEW FÜHRTE HOLGER LODAHL INFO Die Berufsberaterinnen und Berufsberater in der Agentur für Arbeit Düsseldorf helfen, sich ein Bild über die verschiedenen Möglichkeiten zu verschaffen und den passenden Beruf zu finden. Kontakt zur Berufsberatung unter Telefon 0800 4 555500. Begleitung auf dem Weg in den Beruf Die Handwerkskammer bietet Sprechstunden zur Berufswahl an. (lod) „Mit Holz arbeiten“, „kreativ sein“, „mit Menschen zu tun haben“: Die beruflichen Wünsche junger Leute sind groß. Wer sich über die Wege ins Handwerk informieren möchte, ist bei der Ausbildungsberatung der Handwerkskammer Düsseldorf gut aufgehoben. Die erfahrenen Berater bieten Sprechstunden an zur Berufswahl an. Eine erste Orientierung bieten die Seiten im Internet. Auf www.handwerk.de gibt es viele Tipps und aktuelle Infos zu den mehr als 130 Ausbildungsberufen im Handwerk. Im Internet unter www.hwk-duesseldorf.de/Ausbildung wird erklärt, wie die Duale Ausbildung funktioniert und wie viele unterschiedliche, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Angebote und Möglichkeiten es für Jugendliche gibt. Wird der Berufswunsch konkreter, ist ein Praktikum die beste Möglichkeit, Einblick in den künftigen Beruf zu bekommen. Die Handwerkskammer hilft, den passenden Betrieb zu finden. Über Praktikums- und Lehrstellenbörsen können Interessierte sich schnell und unkompliziert einen Überblick über freie Stellen verschaffen – von der Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bis zum Zweiradmechaniker. Die Aussichten auf eine Lehrstelle sind gut. Im laufenden Ausbildungsjahr war im Handwerk ein Zuwachs an neuen Ausbildungsverhältnissen zu verzeichnen. Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist im Handwerk hoch. In solchen Branchen, in denen der Arbeitsmarkt für Fachkräfte leer gefegt ist, sind die Chancen auf eine Lehrstelle hervorragend: in den Lebensmittelhandwerken, im Baugewerbe und hier vor allem Dachdeckerhandwerk, aber auch bei den Friseuren. Maler- und Lackiererhandwerker sowie Installateure und Heizungsbauer bieten gute Entwicklungsmöglichkeiten, ebenso wie die stark boomenden Elektro- und Informationstechnischen Handwerke. Die Leitbranchen der Digitalisierung sind vor allem für technikinteressierte junge Menschen das Richtige. Fortuna unterstützt den Nachwuchs im Handwerk (lod) Seit kurzem kooperiert die Handwerkskammer mit Düsseldorfs Traditionsverein Fortuna, um dem rot-weißen Spielernachwuchs eine Ausbildung im Handwerk zu ermöglichen. „Wir sind stolz, durch diese Kooperation den Leistungssport und die Berufsausbildung so hervorragend zu verzahnen“, sagen F95-Sportvorstand Erich Rutemöller und Handwerkskammer-Präsident Andreas Ehlert über das zukunftsträchtige Teilzeit-Ausbildungsprojekt. „Wir haben für unsere Nachwuchsspieler eine große Verantwortung und legen viel Wert auf die Entwicklung der Spieler außerhalb des Platzes.“ Ehlert machte darauf aufmerksam, dass Sport und berufliche Bildung darauf abzielten, „Leistungswillen und Können in einem Teamzusammenhang zu entwickeln und Persönlichkeiten auszubilden, die Verantwortung übernehmen können.“ Einer, der Fußballkarriere und Ausbildung im Handwerk schon vorbildlich verbindet, ist U 19-Spieler Alen Muharemi. Der erste Teilzeit-Azubi der Fortuna macht eine Ausbildung im SHK-Unternehmen von Mit-Initiator Sebastian Fuchs. „Ich will gerüstet sein auch für den Fall, dass es nicht klappen sollte mit einer Profikarriere.“ Die Ausbildungsberatung der Handwerkskammer hat inzwischen einen „Pool“ von Handwerksunternehmen, der Praktikums- und Ausbildungsplätze in rund 20 verschiedenen Berufen anbieten kann. „Mensch, so eine Chance hätten wir auch gerne gehabt!“ sagt dazu Fortuna-Profi Axel Bellinghausen.

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