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Herzaktionstag -24.10.2018-

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Herzaktionstag

Herzaktionstag RHEINISCHE POST ERSTE HILFE KANN LEBEN RETTEN MITTWOCH, 24. OKTOBER 2018 Aktionstag soll Helfer mobilisieren Am Samstag informiert der Herzaktionstag mit vielen Aktionen zum Mitmachen in der Rheinterrasse zum Thema Erste Hilfe. Bei plötzlichem Herztod ist schnelle Hilfe gefragt. Dafür muss man kein Mediziner sein – gefragt ist jeder, der vor Ort ist. FOTO: DPA Plötzlicher Herztod: Jedes Jahr erleiden in Deutschland über 70.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Dies passiert überall, zu Hause, auf der Arbeit, beim Sport und auf der Straße. Sofortige Herzdruckmassage, gerade auch durch medizinische Laien, kann in einer solchen Situation Leben retten. Denn pro Minute, die bis zum Beginn der Reanimation verstreicht, verringert sich die Überlebenswahrscheinlichkeit des Betroffenen um zehn Prozent. Der Herzaktionstag am Samstag, 27. Oktober, in der Rheinterrasse will umfassend darüber informieren, wie Ersthelfer vor Ort zum Lebensretter werden können. Das Düsseldorfer Kompetenznetz Herz e.V. hat in Zusammenarbeit mit der Deutschen Herzstiftung für den Aktionstag ein vielseitiges Aufklärungs-, Ausbildungs- und Schulungsprogramm vorbereitet. Vorträge, ein Experten-Talk und zahlreiche Infostände zählen dazu. Ein überdimensionales Herz- und Gefäßmodell und eine Herz-Lungen-Maschine sorgen für beeindruckendes Anschauungsmaterial. Aktiv werden können die Besucher beim Mitmachtraining. Der Herzaktionstag hat zum Ziel, die Besucher für den akuten Notfall „Plötzlicher Herztod“ zu sensibilisieren, über Wiederbelebungsmaßnahmen zu informieren und die praktische Anwendung der gelernten Maßnahmen auch zu üben. Somit soll die Ersthelferquote durch kompetentes Handeln erhöht werden. Wer wissen will, wie es ist, mit Herzerkrankungen zu tun zu haben, kann das Gespräch mit Betroffenen suchen. Erfahrene Ersthelfer stehen ebenfalls vor Ort für Fragen bereit. Und wer seine Kenntnisse im Bereich Erste Hilfe auffrischen will, kann an Übungspuppen die Herzdruckmassage ausprobieren oder sich erklären lassen, wie ein Defibirillator funktioniert. Besucher, die sich am Ersthilfetraining beteiligen, erhalten ein Teilnahme-Zertifikat, das am Aktionstag zu einer Freifahrt mit dem Riesenrad am Burgplatz berechtigt. Das Düsseldorfer Kompetenznetz Herz e.V. besteht aus kardiologischen Kliniken, kardiologischen und hausärztlichen Praxen, dem Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf, Einrichtungen zur Rehabilitation, Vertretern der Kostenträger des Gesundheitswesens und Patientenorganisationen, insbesondere der Deutschen Herzstiftung e.V.. Gemeinsames Ziel ist die Optimierung der Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Kompetenznetz will bundesweit beispielhafte Qualitätsstandards im Versorgungsgebiet der Herz-Kreislauf-Medizin setzen. Optimierung der akuten Behandlung im Krankheitsfall, Öffentlichkeitsarbeit und präventive Maßnahmen sollen dies gewährleisten. Tatsache ist: Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand wird das Gehirn schon nach wenigen Minuten ohne Blutfluss unwiderruflich geschädigt. Deshalb ist rasches Handeln unabdingbar. Prof. Dr. Rolf Michael Klein (Augusta-Krankenhaus), Hauptorganisator des diesjährigen Düsseldorfer Herzaktionstags: „Wir wollen vermitteln, wie wichtig es ist, dass Ersthelfer überhaupt handeln – alles ist besser, als nichts zu tun.“ Mit einer Ersthelferquote von 70 Prozent konnte in den Niederlanden und in Schweden die Überlebensrate verdoppelt bis vervierfacht werden. In Deutschland beginnen nur 37 Prozent vor Eintreffen des Rettungsdienstes mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Anschaulich: Das begehbare Herzmodell vor Ort zeigt, wie das Organ funktioniert. FOTO: AUGUSTA-KRANKENHAUS TALKRUNDE UND MEHR „Dr. Heart“ befragt Experten „Dr. Heart“ moderiert vier Impulsvorträge. Das MVZ DaVita Cardio Centrum und das Augusta-Krankenhaus informieren zum Thema „Außerklinische Wiederbelebung bei Herz-Kreislauf-Stillstand – Wie verhalte ich mich richtig?“. Die Düsseldorfer Feuerwehr hat sich das Thema „Was passiert, wenn ich um Hilfe rufe und die Leitstelle der Feuerwehr 112 kontaktiere? – Wie funktioniert eine Telefonreanimation?“ ausgesucht. Das Evangelische Krankenhaus Düsseldorf und das Sana Krankenhaus Benrath referieren zu „Was ist Kammerflimmern und wie gehe ich mit einem automatischen, externen Defibrillator (AED) um?“. Und schließlich werfen die Uniklinik Düsseldorf und die Schön Klinik mit „Was passiert nach Erstversorgung im Krankenhaus?“ einen Blick hinter die Kulissen. Begonnen wird um 10.15 Uhr mit einer Begrüßung. Die Vorträge dauern bis 12 Uhr und werden von 14 bis 16 Uhr wiederholt. Um 12 Uhr moderiert „Dr. Heart“ eine Experten-Talkrunde rund um die Ersthilfe. Spitzenmedizin. Seit 1907 in der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie: • Interventionelle Therapie von Koronaren Herzerkrankungen und Myokardinfarkten • Strukturelle Herzerkrankungen • Herzinsuffizienz • Rhythmologie, Neurokardiologie und Devicetherapie • Kardiovaskuläre Notfall-, Rettungsund Intensivmedizin • Allgemeine, interventionelle und hybride Bildgebung • Pneumologie • Diagnostische, interventionelle und molekulare Angiologie weitere Informationen: www.uniklinik-duesseldorf.de/kardiologie UKD Universitätsklinikum Düsseldorf Das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) ist eines der wichtigsten medizinischen Zentren in Nordrhein-Westfalen. Unsere 28 Fachkliniken und 32 Institute bieten interdisziplinäre Behandlung von Patienten in bester medizinischer und wissenschaftlicher Qualität. Die Herzmedizin im UKD ist Medizin auf höchstem Niveau. Zu den Behandlungsschwerpunkten gehören in der Klinik für Kardiovaskuläre Chirurgie: • Koronarchirurgie • Herzklappenchirurgie in minimalinvasiver Technik • thorakale Aortenchirurgie • Herzinsuffizienzchirurgie • Chirurgie der Lunge und des Mediastinums • jegliche chirurgische Versorgung von Patienten mit Indikation zur Herzschrittmacher- bzw. Kardioverter-Defibrillator-Therapie weitere Informationen: www.uniklinik-duesseldorf.de/herzchirurgie INTERVIEW PROF. DR. ROLF MICHAEL KLEIN „Ohne Scheu handeln“ Der Arzt am Augusta- Krankenhaus hat den Herzaktionstag in der Rheinterasse ins Leben gerufen. So funktioniert die Herzdruckmassage Die an sich einfache Maßnahme kann Leben retten. Prof. Dr. Rolf Michael Klein. FOTO: AUGUSTA-KRANKENHAUS Was ist das vorrangigste Ziel des Herzaktionstags am kommenden Samstag? PROF. KLEIN Das Düsseldorfer Kompetenznetz Herz e.V. will möglichst vielen Menschen vermitteln, dass jeder zum Lebensretter werden kann, wenn er Zeuge eines akuten Herz-Kreislauf-Stillstands wird. Unter fachkundiger Anleitung können die Besucher in einfachen Übungen die notwendigen Maßnahmen, wie zum Beispiel die Herzdruckmassage, erlernen. Auch der Umgang mit dem automatischen externen Defibrillator (AED) wird geschult. Wie muss denn der medizinische Laie reagieren, wenn sich in seiner Nähe ein solcher Notfall ergibt? KLEIN Wir bringen die erforderliche Hilfe auf die einpräg- Der Rhythmus, in dem gedrückt werden sollte, entspricht vielen gängigen Liedern. same Kurzformel: Prüfen – Rufen – Drücken! Prüfen heißt: Erkennen der Gefahrensituation anhand der Symptome. Die häufigsten Warnsymptome dabei sind Brustschmerz, Krampfanfall, Bewusstlosigkeit und anormale Atmung bis hin zum Atemstillstand. Mit Rufen meinen wir: Umgehend die 112 wählen und den Telefonanweisungen der Helfer bei der Feuerwehr Folge leisten. Wiederbelebungsmaßnahmen werden so durch eine kontinuierliche Anleitung per Handy unterstützt. Drücken bedeutet: Mit der Herzdruckmassage beginnen und diese fortsetzen, bis professionelle Hilfe vor Ort ist. Wichtig ist die Schnelligkeit des Handelns, denn mit jeder Minute sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit Eine Herzdruckmassage überbrückt die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und hat schon viele Leben gerettet. Mit jeder Minute, in der nichts passiert, sinkt die Überlebenschance des Patienten. Dabei ist die Herzdruckmassage im Grunde simpel. Wer sich eine Atemspende nicht zutraut, kann allein mit dem Drücken Leben retten. Die meisten Kreislaufstillstände treten nicht auf der Straße auf, sondern zu Hause. Somit ist es meist sogar ein Familienangehöriger, dem man hilft. Die Herzdruckmassage ist angebracht, wenn jemand bewusstlos ist, weder auf Ansprache noch auf Berührung reagiert und nicht oder nicht normal atmet. Um das zu prüfen, kann man den Kopf desjenigen nach hinten beugen, auf die Atmung horchen und schauen, ob sich der Brustkorb hebt und senkt. Im Zweifel geht man besser davon aus, dass keine Atmung vorhanden ist. Der Rettungsdienst wird dann sofort per 112 verständigt. Bis zum Eintreffen der Sanitäter soll die Massage den fehlenden Herzschlag ersetzen und den Kreislauf in Gang halten. Gedrückt wird beim auf dem Rücken Liegenden in der Mitte des Brustkorbs. Der Hilfeleistende kniet sich des Erkrankten um zehn Prozent. Es ist bekannt, dass viele Menschen sich scheuen, bei akuten Notfällen aktiv einzugreifen, aus Unkenntnis oder aus Angst, das Falsche zu tun. Wie nimmt man dem medizinischen Laien diese Scheu? KLEIN Einen schlichten Satz sollte sich jeder einprägen: Alles ist besser als nichts zu tun! Ersthelfer müssen rasch handeln. Wir hoffen, dass der Herz-Aktionstag mit seinen praktischen Übungen, den Vorträgen und Informationsangeboten dazu beiträgt, diese einfache Erkenntnis zu verbreiten und zu vertiefen. Denn jeder kann in diese Situation geraten, und dann sollte man wissen, was zu tun ist. dafür neben den Körper des Bewusstlosen und drückt mit übereinandergelegten Händen kräftig und rhythmisch. Gedrückt werden sollte etwa 100 Mal pro Minute. Das entspricht dem Rhythmus bekannter Lieder wie „Staying Alive“ von den Bee Gees oder Helene Fischers „Atemlos durch die Nacht“. Dass der Betroffene zu sich kommt, passiert in der Regel nicht. Insofern wird gedrückt, bis der Rettungsdienst kommt, auch wenn es länger dauert als erwartet. Geht einem Helfer die Kraft aus, sollte wenn möglich ein anderer übernehmen. Je mehr die Maßnahme beherrscht wird, umso besser – aber Mediziner weisen darauf hin, dass eine schlechte Herzdruckmassage besser ist als gar keine.

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