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Hilfe im Trauerfall -05.09.2017-

Hilfe im Trauerfall

Hilfe im Trauerfall BESTATTUNGSVERMITTLUNG IM INTERNET HAT IHRE TÜCKEN Begleitung in Trauerzeiten erfordert Fachwissen und Einfühlungsvermögen Die Digitalisierung macht auch vor dem sensiblen Bereich einer Bestattung nicht halt. (rps) So geschieht die Suche nach qualifizierten Bestattern in der akuten Notsituation eines Todesfalles heute auch über das Smartphone oder das Internet, nicht mehr nur über Telefonbücher. So selbstverständlich für die Deutschen die Suche nach einem Bestatter im Netz mittlerweile also ist, so eindeutig ist aber auch das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Forschungsinstituts Dimap: 92 Prozent der Befragten würden niemals eine Bestattung für ihren verstorbenen Angehörigen über das Internet beauftragen und bezahlen, ohne den Bestatter und sein Unternehmen vorher persönlich gesehen zu haben. Hier zählt der persönliche Eindruck und das tiefe Vertrauen, den Verstorbenen bei einem Bestatter in guten Händen zu wissen. Stephan Neuser, der Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Bestatter, betont: „Der Bestatter lebt in ganz besonderer Weise von seinem guten Ruf, Die Kosten für eine würdevolle Bestattung kann ein Bestatter nicht pauschal angeben, betont der Bundesverband Deutscher Bestatter. FOTO: BDB und für einen würdigen Abschied gibt es keine zweite Chance.“ Immer mehr sogenannte In- ternet-Vergleichsportale für Bestattungen haben sich in letzter Zeit zu etablieren versucht. Sie suggerieren den Suchenden, dass Preise oftmals viel zu hoch seien und enorme Sparpotenziale möglich wären, wenn man über sie eine Bestattung beauftragen würde, so Neuser weiter. Wenige wissen hingegen, dass es sich dabei häufig nicht um uneigennützige Serviceleistungen von Verbraucherschützern handelt, sondern um provisionsbasierte Makler und Vermittler. Knapp 80 Prozent der Befragten der Dimap- Umfrage gaben an, solche Portale nicht nutzen zu wollen. 77 Prozent aller Befragten wussten auch nicht, dass im Falle einer Beauftragung Provisionen zwischen zwölf und 20 Prozent für die vermittelte Dienstleistung an das Vergleichsportal fällig werden. Oliver Wirthmann, Geschäftsführer des Kuratorium Deutsche Bestattungskultur, rät zu Preisvergleichen, jedoch nicht auf Basis einiger weniger Klicks, bei denen nur Rahmenparameter abgefragt werden können, sondern vielmehr zu einem Vergleich in der eigenen Region auf Basis klar umrissener Leistungswünsche. Neuser ergänzt, dass es stets auf transparente Kostenvoranschläge ankomme, bei denen jedoch gleiche Leistungen miteinander ins Verhältnis gesetzt werden müssen: „Problematisch ist insbesondere die Tatsache, dass im Bereich der Bestattung Menschen oftmals kein realistisches Preisgefühl haben und daher anfällig sind für Lockvogelangebote und scheinbare Verheißungen von (tmn) Trauernde dürfen eine Urne nicht immer selbst zum Friedhof transportieren. Das ist in sechs Bundesländern verboten: Hamburg, Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Saarland. Darauf macht die Verbraucherinitiative Aeternitas aufmerksam. Dann übernehmen Angestellte des Friedhofs oder des Krematoriums oder der Bestatter selbst diese Aufgabe. Auch in den anderen Bundesländern, also auch in Nordrhein-Westfalen, muss eine ordnungsgemäße Beisetzung Preisen, die bei näherer Betrachtung niemals realistisch sein können.“ So kennen Bestatter die stereotype Frage von Kunden: „Was kostet bei Ihnen eine Bestattung?“ Die Frage sei zwar verständlich, lasse sich aber mit einer schnellen Zahl nicht beantworten. Die ehrliche Antwort laute stets: „Es kommt darauf an.“ Die Beauftragung einer Bestattung sei stets ein sehr persönlicher Vertrauensbeweis, merkt Neuser an und unterstreicht, dass man sich beim Gespräch mit einem Bestatter und in dessen Geschäftsräumen angenommen wissen möchte. Auch bei geringen finanziellen Spielräumen können Bestatter einen persönlichen Abschied ermöglichen. Zu Vorsicht sei stets dann geraten, so Neuser, wenn intransparente Pauschalpreise aufgerufen werden, bei denen nicht ersichtlich sei, welche Leistungen der Bestatter selbst erbringt und welche er in Form von weitergereichten Kosten über die Rechnung einfordert. INFO Suchportal Patientenverfügung nicht vorschnell ausfüllen Der Bundesverband Deutscher Bestatter hat auf seiner Internetseite ein eigenes Suchportal geschaffen. Das lockt nicht mit dem vermeintlich günstigsten Preis, sondern hilft bei der Suche nach einem ortsnahen und vertrauenswürdigen Bestatter. Über das Portal können direkt beim Bestatter auch unverbindliche seriöse Angebote eingeholt werden. www.bestatter.de Das Dokument muss eine eindeutige Willensäußerung enthalten. Die Verbraucherzentrale rät, sich vor dem Verfassen einer Patientenverfügung intensiv mit dem Thema zu beschäftigen. FOTO: JENS BÜTTNER (tmn) Bei einer Patientenverfügung sollten die Betroffenen sich nicht blind auf schnell angekreuzte Vordrucke verlassen. Hier besteht die Gefahr, dass sie nicht als eindeutige Willensäußerung anerkannt werden, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in einem Ratgeberbuch. Um seinen Willen wirkungsvoll in einer Patientenverfügung zu regeln, sollte sich der Patient erst einmal intensiv mit dem Thema beschäftigen. Dazu sollte er sich zum Beispiel Gedanken darüber machen, ob er von einem Arzt über die Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit aufgeklärt werden wolle. Auch die Frage, ob und wann lebensverlängernde Maßnahmen genutzt werden können, spielt eine wichtige Rolle. Die Fragen müssten nicht sofort abschließend beantwortet werden. Steht ein medizinischer Eingriff bevor, kann die Verfügung unter Umständen auch noch einmal angepasst werden. Angehörige dürfen Urnen nicht überall selbst transportieren sichergestellt sein, damit Angehörige die versiegelte Urne ausgehändigt bekommen. Wer die Überreste eines Verstorbenen also in einer Urne persönlich zur Grabstätte bringen möchte, muss auf jeden Fall einen Grabplatz auf einem Friedhof nachweisen können.

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