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Hilfe im Trauerfall -18.10.2018-

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Hilfe im Trauerfall

KR-L5 C6 Krefelder Kultur RHEINISCHE POST DONNERSTAG, 18. OKTOBER 2018 INTERVIEW MAUGA MORALES MELDUNGEN Die Frau, die nur Frauen tanzen lässt Mauga Morales übt mit ihren Choreografien Kritik an der von Männern dominierten Gesellschaft. Choreografin Mauga Morales in einer Platane im Schönwasserpark. Ihr Stück „Anmut und Würde“ war hier zuerst open air zu sehen. FOTO: PED VON ISABEL MANKAS-FUEST Die Choreografin und Tänzerin Maura Morales hat mit „Anmut und Würde“ im Schönwasserpark im Juli die Zuschauer beeindruckt. Am Samstag, 20. Oktober, 20 Uhr, zeigt sie beim Festival „Move“ die Bühnenadaption in der Fabrik Heeder. Die Kulisse des Plantanenhains hatten die Tänzerinnen raumgreifend genutzt und durch ihre direkte Nähe zu Musiker, Publikum und zufälligen Passanten zum Erlebnis gemacht. Morales erzählt, was sie für den Innenraum verändert hat und warum ihre Stücke von und für Frauen getanzt werden. Vor wenigen Tagen hatte „Phobos“, das jüngste Stück von Cooperativa Maura Morales, Premiere im Ringlokschuppen/Ruhr. Nach „Sisyphus war eine Frau“ und „Anmut und Würde“ ist auch dieses ein „Frauen-Stück“, das ausschließlich von Tänzerinnen getanzt wird. Arbeiten Sie gerade an einer Art Trilogie zum Thema Gleichberechtigung, Befreiung und Selbstbestimmtheit der Frau? Maura Morales: Ich stelle mir seit langer Zeit Fragen zu diesen Themen und versuche, durch den Tanz Antworten zu finden. In Europa empfinde ich den Machismus nicht so stark, aber in meiner Heimat Kuba und in ganz Lateinamerika dominiert eine männerzentrierte Gesellschaft. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Es gibt Gesetze für Frauen, die vorschreiben, wie sie sich im öffentlichen Raum zu verhalten haben, damit ihnen nichts zustößt. Umgekehrt gibt es aber kein einziges Gesetz für Männer, das ihnen sagt, wie sie mit Frauen im öffentlichen Raum umgehen sollen. Das ist doch absurd und macht mich wütend. Frauen sollten sich nicht immer unterordnen, genau darüber wollte ich ein Stück machen und die Leute zum Nachdenken bringen. INFO „Anmut und Würde“ am Samstag in der Heeder Festival „Move - Tage für zeitgenössischen Tanz“ veranstaltet das Kulturbüro zum 17. Mal in Krefeld Aufführung „Anmut und Würde“ am Samstag, 20. Oktober, 20 Uhr, Fabrik Heeder, Studiobühne, Virchowstraße 130. Eintritt Karten kosten 13 Euro, ermäßigt 7,50 Euro. Kartentelefon: 02151 583611 Was hat sich Ihrer Meinung nach ein Jahr nach der Me-Too-Debatte verändert? Morales: Wir leben in einer von Männern dominierten Gesellschaft, und das ist nicht nur in der Kunst- und Kulturbranche so. Unterbewusst gibt es diese fixe Idee in den Köpfen der Menschen, Männer würden alles besser machen. Und das muss sich ändern. Aus diesem Grund habe ich meine zwei vergangenen Stücke für Frauen gemacht. Frauen haben eine unendliche Kraft, sie sind smart und sensibel und sprühen vor Energie. Wenn ich meine Tänzerinnen auf der Bühne sehe, denke ich: Wow, die tanzen besser als die Männer. Nur die Männer haben noch nicht kapiert, wie stark wir sind. Bei „Anmut und Würde“ im Schönwasserpark hatte der Betrachter zum Einen durch die Nähe zu den Tänzerinnen das Gefühl, in das Werk hineingesogen zu werden, und zum Anderen entstand der Eindruck, dass er es durch seine bloße Anwesenheit auch verändern konnte. Wie stark geht es in Ihren Werken auch um die Erfahrung, die das Publikum machen soll? Und wie gelingt es Ihnen, diese Erfahrung auch im Bühnenraum zu ermöglichen? Morales: Die Bühne ist immer ein magischer Ort, in dem man das Publikum glauben lässt, dass das, was man zeigt, wahr ist. Doch ohne die Zuschauer ist ein Stück nur zu 50 Prozent gemacht, die anderen 50 Prozent entstehen in der Beziehung zwischen den Tänzerinnen und Zuschauern. Die Energie, die die Zuschauer in ein Stück einbringen, ist uns sehr wichtig. Ich glaube, dass sich viele Zuschauer dessen gar nicht bewusst sind. Doch es ist jedes Mal wie ein Ritual: Beide bereiten sich den ganzen Tag auf den Abend vor und geben sich dann gegenseitig etwas. Das ist ein wunderschöner Moment. Es entsteht eine Magie, die so lebendig ist. So nah wie in „Anmut und Würde“ sind die Tänzerinnen den Zuschauern noch nie gekommen. Das Publikum soll wissen, dass es sehr wichtig für uns ist. „Anmut und Würde“ hat sein Potenzial im Freien entfaltet. Welche Herausforderungen bringt die Bühnenadaption? Morales: Wir gucken gerade, wie wir den Park auf die Bühne bringen. Doch auch ein vermeintlich geschützter Ort wie die eigene Wohnung oder die Arbeit kann zu etwas Bedrohlichem werden. Ich will nicht zu viel verraten..., aber die Bühne der Fabrik Heeder ist wunderbar, sie ist sehr wandelbar und immer nah am Publikum. Wie würden Sie Ihre künstlerische Vision beschreiben? Welchen Anspruch haben Sie an Ihre Arbeit? Morales: Ich weiß, dass ich die Welt nicht verändern kann. Doch ich spreche immer von Dingen, die mich ganz persönlich interessieren. Ich habe einen großen Gerechtigkeitssinn. Früher wollte ich Richterin werden, doch dazu habe ich kein Talent. Im Tanz teile ich meine Gedanken mit den Menschen und möchte, dass sie aus meinen Stücken anders herausgehen, als sie hineingekommen sind. Führungen in den Kunstmuseen (ped)Magdalena Holzhey leitet am Mittwoch, 17. Oktober, um 13.15 Uhr eine Kurzführung in der Sammlung zum Thema „Gustav Klimt und Emilie Flöge“ im Kaiser-Wilhelm-Museum. Der nächste Kunsttreff „Saturday Art Fever“ für Teens zwischen zehn und 14 Jahren findet am Samstag, 20. Oktober, von 14 bis 17 Uhr im Kaiser-Wilhelm-Museum statt. Die Veranstaltung unter der Leitung von Bettina Kohrs ist Teil des Kulturrucksacks NRW. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich unter Telefon 02151 97558137 oder per E-Mail servicekunstmuseen@krefeld.de. Julia Lemke führt am Sonntag, 21. Oktober, um 11.30 Uhr im Kaiser-Wilhelm-Museum durch die Ausstellung „Auf Freiheit zugeschnitten. Das Künstlerkleid um 1900 in Mode, Kunst und Gesellschaft“. Tanzfilm beim Move-Festival (ped) Die Reihe „Move!“ gewährt mit der NRW-Tanz-Filmrolle einen Einblick in die facettenreiche Tanzlandschaft Nordrhein-Westfalens. Die Vorführung erfolgt jeweils um 19 Uhr in der Fabrik Heeder, Virchowstraße 130: am 20. Oktober, 3. und 9. November. Der Eintritt ist frei. Der Filmemacher, Tänzer und Choreograf Michael Maurissens hat aktuelle Filmtrailer und kurze Clips von über 55 Compagnien und Choreografen zu einem Film zusammengestellt. Es werden jeweils Ausschnitte gezeigt. Offene Bühne für Musiker im Werkhaus (ped) Am Samstag, 20. Oktober, steht ab 20 Uhr im Werkhaus, Blücherstraße 13, die Bühne offen für Musiker, Sänger und Künstler. Unter der Leitung von Gerd Rieger werden die Teilnehmer in unterschiedlichen Formationen miteinander frei improvisieren. Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos. Anmeldung: info@werkhaus-krefeld.de. Hilfe im Trauerfall EXPERTEN HELFEN BEI DER BEARBEITUNG DES DIGITALEN NACHLASSES RHEINISCHE POST Im Internet geht das Leben weiter Für einen würdigen, pietätvollen und persönlichen Abschied... Nichts im Leben ist so einschneidend wie der Tod eines geliebten Menschen. Ein pietätvoller Abschied und eine persönliche Gestaltung der Trauerfeier sind von großer Bedeutung für die Bewältigung der Trauer. Das Krematorium Niederrhein Willich verfügt über Abschiedsräume, Zeremoniehallen und mehrere Kondolenzräume mit großzügiger Gastronomie. Wir zeigen Ihnen gerne die gesamte Anlage oder besuchen Sie unsere Website für mehr Informationen. Ausgangspunkt für eine Trauerfeier sind immer Ihre Wünsche. Kempener Straße 1, 47877 Willich ■ Tel. 02154 486 860 Fax 02154 486 861 ■ Email info@krematoriumniederrheinwillich.de www.krematoriumniederrheinwillich.de KREMATORIUM NIEDERRHEIN WILLICH IT-Experten und Bestattungsunternehmen helfen, Online-Konten von verstorbenen Angehörigen zu bearbeiten. Früher bestand der persönliche Nachlass überwiegend aus Briefen, Alben voller alter Erinnerungsfotos und vielleicht ein paar Super-8-Filmen. Das hat sich grundlegend geändert: Die Digitalisierung aller Lebensbereiche bringt es mit sich, dass alle möglichen Informationen über einen Menschen ohne entsprechende Nachverfolgung für Jahre und Jahrzehnte im Netz verbleiben. Der geliebte Angehörige ist vor Wochen verstorben und doch ist das Internet voll mit dessen Einträgen in sozialen Netzwerken, mit Blog-Texten, mit hunderten E-Mails und mit unzähligen Fotos. Dazu kommen Konten zum Beispiel bei Banken, Der digitale Nachlass ist heute ein wichtiges Thema nach dem Tod eines Menschen. FOTO: BUNDESVERBAND BESTATTUNGSBEDARF Versicherungen und weiteren Internet-Plattformen. „Je nach Art der digitalen Information möchten Angehörige diese gerne archivieren oder sie schlichtweg löschen. Darum wird es immer wichtiger, Daten auf Computern oder im Internet zu erfassen und diese zu bewahren oder eben auch zu entfernen“, erklärt der Vorsitzende des Bundesverbandes Bestattungsbedarf, Jürgen Stahl. Angehörige, die gerne wissen möchten, welche Informationen über den Verstorbenen im Internet zu finden sind und die keinen Zugriff auf dessen Konten haben, können professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, auch, um sich rechtlich abzusichern. Unternehmen, die Konten eines Verstorbenen finden und auflisten, können beispielsweise über ein Bestattungsunternehmen beauftragt werden. Damit sei bereits viel gewonnen, denn nun wisse man zumindest, wo der Verstorbene im Netz aktiv war und wo persönliche Informationen und Fotos, aber auch Zahlungsdaten zu finden sind. Nicht selten laufen Abonnements oder Accounts bei Online-Versendern einfach weiter, wenn sie nicht gekündigt werden. Zusätzlich kann man auch die gesamte Hardware analysieren lassen, es können Gutachten über diese Daten auf der Festplatte und über die Internetnutzung des Verstorbenen erstellt und im Auftrag von Angehörigen können Daten gesichert und Konten gelöscht werden. „Außerdem kann eine standardisierte, datenschutzkonforme Lösung zur Regelung des digitalen Nachlasses für Hinterbliebene direkt beim Bestatter bezogen werden. Mehr als 1500 Bestattungsinstitute in Deutschland arbeiten mit der dafür geeigneten Formalitäten-Software“, erklärt Stahl.

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