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Hilfe im Trauerfall

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Hilfe im Trauerfall DER PALLIATIVPFLEGE LIEGT EIN AUFWENDIGES KONZEPT ZUGRUNDE Sozialer und psychologischer Beistand: Sterbebegleitung in der Pflege Die Begleitung von Schwerstkranken in der etzten Lebensphase ist eine hochindividuelle Angelegenheit, die besondere Kompetenzen erfordert. VON PATRICK PETERS Schwerstkranke in ihrer letzten Lebensphase begleiten und versorgen: Das ist die Aufgabe der Palliativpflege. „Im Mittelpunkt steht, dem Patienten trotz der begrenzten Lebenserwartung Würde und Lebensqualität zukommen zu lassen. Besonders wichtig ist es, angemessene Schmerzversorgung durch Palliativmedizin und Palliativpflege zu gewährleisten. Wir verstehen Palliativpflege als menschliche, individuelle Sterbebegleitung“, sagt Joseph Devadas, Geschäftsführer der Krefelder Margarethenhof Gruppe. Das Unternehmen betreibt in ganz Deutschland Seniorenresidenzen und Pflegeheime und bietet dabei auch Palliativpflege an. Devadas betont, dass dieses Konzept äußerst wichtig sei. „Wer sich in dieser Situation befindet, muss gänzlich anders versorgt werden als ein Mensch, der beispielsweise Das palliative Pflegekonzept verfolgt das Ziel, Betroffenen bis zu ihrem Tod bestmöglich zur Seite zu stehen. FOTO: KRUEPER aufgrund einer körperlichen Beeinträchtigung im Alter eine Seniorenresidenz bezieht.“ Während bei letzteren eine medizinische Basisversorgung und Unterstützung bei den alltäglichen Tätigkeiten entscheidend sei, benötigen Patienten, deren Erkrankung in absehbarer Zeit unweigerlich zum Tod führen wird, einen viel stärkeren sozialen, psychologischen und auch pflegerischen Beistand. „Wir müssen wesentlich mehr leisten als medizinischhygienische Betreuung, um die Würde des Einzelnen zu bewahren“, sagt Devadas. Der Aufwand sei dementsprechend wesentlich größer als in anderen Pflegestufen, sagt der Margarethenhof-Geschäftsführer, denn die Anforderungen seien extrem hoch. Das palliative Pflegekonzept diene schließlich dem Ziel, Betroffenen bis zu ihrem Tod bestmöglich zur Seite zu stehen und ihre Schmerzen zu lindern. Deshalb müssten Pflegeheime auch besondere Kompetenzen entwickeln, um palliative Pflege wirklich in dem Maße umzusetzen; „nur“ gute Pflege reiche bei weitem nicht aus, um Sterbende und deren Angehörige so zu begleiten, dass sie die letzte Lebensphase trotz Krankheit und Schmerzen nicht nur als Qual empfänden. „Im Mittelpunkt steht, dem Patienten trotz der begrenzten Lebenserwartung Würde und Lebensqualität zukommen zu lassen“ Joseph Devadas Es komme darauf an, so Devadas, dass die Kräfte im Palliative-Care-Konzept umfassend geschult seien. Dies beinhalte neben der Linderung von Schmerzen unter anderem auch die Behandlung und Versorgung bei Atemnot, Angst, Unruhe oder Übelkeit. „Das sind nur einige der typischen Beschwerden, mit denen Schwerstkranke an ihrem Lebensende zu kämpfen haben. Pflegekräfte sind deshalb gefordert, darauf dauerhaft und individuell einzugehen.“ Zudem gehöre zur Sterbebegleitung die Beratung, ob und wie Krankenhausaufenthalte vermieden werden könnten, wie die würdige Verabschiedung eines Bewohners gestaltet werde und wie man Angehörige unterstützen oder Bewohner im Rahmen von Ritualen zum Gedenken in den Abschied miteinbeziehen könne. „Das alles zeigt, dass Palliativpflege kein gewöhnliches Konzept ist, das sich mal eben so umsetzen lässt“, bekräftigt Devadas. Suchen Betroffene also ein Pflegeheim für die Sterbebegleitung, sollten sie darauf achten, dass die Einrichtung beziehungsweise der Betreiber wirklich auf die Palliativpflege spezialisiert sei. „Dann können Patienten und deren Angehörige sicher sein, dass die letzte Lebensphase so würdevoll wie möglich verläuft.“

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