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Hilfe im Trauerfall

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RHEINISCHE POST DIENSTAG, 6. JUNI 2017 Brüggen Niederkrüchten Schwalmtal C5 VIE-L5 Valensina und der „faulste Job der Welt“ Der Fruchtsafthersteller sorgt derzeit mit einer Marketing-Aktion für Aufsehen: Gesucht wird ein geübter Faulenzer, der für 20.000 Euro Orangen beim Wachsen zuschaut. Das dient der „Aktualisierung“ der Marke VON JAN SCHNETTLER SCHWALMTAL/MÖNCHENGLADBACH Onkel Dittmeyer war einmal. Das gilt für den Fruchtsaftproduzenten Rolf H. Dittmeyer, der seit mittlerweile acht Jahren tot ist. Aber auch für die gleichnamige Werbefigur mit Strohhut, die er in den 80ern und 90ern verkörperte, was seine Marke Valensina 1993 auf Platz drei auf der Markenbeliebtheitsskala hinter RTL und Coca-Cola katapultierte. „Entweder frisch gepresst oder Valensina“ – diesen Spruch kannte damals jedes Kind. Heute aber eben nicht mehr. Onkel Dittmeyer ist, wie der Melitta-Mann oder Herr Kaiser von der Hamburg-Mannheimer, im Orkus der deutschen Werbefernsehgeschichte verschwunden. Bei allen, die nicht mehr mit Onkel Dittmeyer aufgewachsen sind, konstatierte das Unternehmen Valensina, das seit 2007 in Mönchengladbach beheimatet ist, folglich zuletzt eine Art Wahrnehmungsproblem. Vergangenen Sommer kehrte man, nach über 20 Jahren, bereits in die Fernsehwerbung zurück, mit dem neuen Claim „Zeit kann man schmecken“. „Die Zeit ist reif, unsere Top-Marke Valensina wieder ins TV zu holen“, sagte Geschäftsführer Tino Mocken aus Schwalmtal seinerzeit. Doch reicht das, um die jungen Leute zu erreichen? Wohl kaum. Zwar kennen laut eigener Aussage 91 Prozent der Verbraucher in Deutschland die Marke, „aber es wurde ein Anlass gesucht, die Marke bei der jüngeren Zielgruppe zu positionieren“, sagt Sprecherin Simo- ne Hanzsch. Und der scheint nun gefunden, mit einer durchaus als pfiffig zu bezeichnenden Marketingaktion. Der Fruchtsafthersteller hat nämlich eine Stellenausschreibung für den „faulsten Job der Welt“ gestartet und bewirbt diesen auf allen denkbaren Kanälen, von den sozialen Medien bis hin zu den Etiketten auf den Flaschen. So lautet die Stellenbeschreibung: Der Kandidat schaut Orangen von zuhause aus beim Wachsen zu. Dafür bekommt er eigens eine Hängematte gestellt sowie eine digitale Verbindung zur Plantage in der Nähe von Valencia (Spanien). Die Reise- und Nebenkosten für einen Besuch der Orangen werden ebenfalls übernommen (dort hängt auch wieder eine Hängematte). Ansonsten beschränkt sich die Aufgabe darauf, ab und zu etwas über gemachte Beobachtungen, den Lauf der Zeit in der Natur und die eigenen faulen Tage in den sozialen Medien zu posten. Geboten wird der Job mit „befristetem Faulenzen“ für die Dauer von 13 Monaten. „Das ist die Zeit, die von der Blüte der Orangen bis zur Ernte vergeht“, erläutert Hanzsch. Das Bruttogehalt beträgt 20.000 Euro. Alle Bewerber – bisher gibt es bereits 150 Einsendungen – sollten sich mit „gepflegtem Nichtstun auskennen und Freude am professionellen Faulenzen haben“, schreibt Valensina. „Der Job erfordert Grundkenntnisse in Selbstbeschäftigung und eine Affinität zu sozialen Am Computer Orangen beim Wachsen zusehen – dafür zahlt Valensina Geld. Medien mit Spaß am Posten.“ Bewerben kann man sich bis 13. August unter www.valensina.de/faulsterjob erfolgen, die Eignung soll per Foto oder kurzem Video dokumentiert werden. Im Anschluss finden Gespräche mit den geeignetsten Bewerbern statt. Der Job, der laut Hanzsch „vielleicht eine Stunde Zeit pro Woche erfordert“, startet voraussichtlich im September. FOTOS: VALENSINA, FREEIMAGES.COM Angesichts so viel geforderter Trägheit im Zuge der Aktualisierung der Marke ist die Unternehmensgeschichte von Valensina erstaunlich bewegt. Mitte der 1960er von besagtem Rolf Dittmeyer gegründet, steuerte seine Frau Hannelore den Markennamen bei – das Kunstwort aus „Valencia“ und „Apfelsine“ feiert dieses Jahr 50. Geburtstag, das Unternehmen feierte dieses Jubiläum bereits 2016. Von 1972 bis 1984 war Dittmeyer mit seinen Marken Exklusivlieferant der Olympischen Spiele, ab 1976 baute er an der spanischen Atlantikküste Europas größte Orangenplantage auf. 1984 verkaufte er seine Firmengruppe an einen US-Konzern, um sie später, mit 77 Jahren, zurückzukaufen. 2001 meldete Dittmeyer Insolvenz an, verstarb schließlich 2009 mit 88 Jahren. Der Unternehmenssitz war mal in Bremen, mal in Rheinberg, dort kam Valensina unter das Dach der Underberg-Gruppe. Ende 2015 stieg eine thailändische Brauerei als Investor mit ein. Rückwirkend zum 1. Januar 2007 schließlich übernahm Valensina die Mehrheit der Anteile am Giesenkirchener Direktsaft- Spezialisten FSP Frische, der seinerseits 1993 von einem britischen Fruchtsafthersteller gegründet worden war. Dort, am Ruckes, sitzt Valensina bis heute. Eine weitere Produktionsstätte ist in Vechta, zur Gruppe gehört zudem die Wolfra-Kelterei im bayrischen Erding. Die zweite bekannte Fruchtsaftmarke im Konzern neben Valensina ist Hitchcock. 360 Mitarbeiter verteilen sich über die Gruppe, 140 davon in Mönchengladbach; dort sind auch vier der insgesamt elf Auszubildenden angestellt. Der Gesamtjahresumsatz liegt bei 227 Millionen Euro. Von den 200 Millionen Litern, die pro Jahr produziert werden, stammen 80 Millionen aus Giesenkirchen. Spiegel abgefahren: Frau verletzt SCHWALMTAL (busch-) Ein Unfall, bei dem ein Beteiligter fehlt – das beschäftigt die Polizei. Jetzt sucht sie Zeugen, die am Sonntag, 4. Juni, um 11 Uhr einen Verkehrsunfall in Amern beobachtet haben (Ruf: 02162 377-0). Eine Frau (25) aus Mönchengladbach war auf der Polmansstraße aus Richtung Hauptstraße in Richtung Waldniel unterwegs. In Höhe der Hausnummer 36 kam ihr ein blauer Wagen entgegen, der nach ihren Angaben mittig auf der Straße fuhr. Im Gegenverkehr prallten beide Autospiegel aneinander: Durch die umher fliegenden Glassplitter wurde die Frau im Gesicht verletzt – ihr Fenster war offen. MELDUNGEN Wanderung führt rund um den Hariksee NIEDERKRÜCHTEN (biro) Der Naturpark Schwalm-Nette lädt für Samstag, 10. Juni, zu einer Wanderung am Hariksee ein. Gisela Kebeck und Bernd Seifert von den Wanderfreunden Niederkrüchten begleiten die Gruppe auf der elf Kilometer langen Strecke. Die Teilnahme kostet drei Euro. Start ist um 10.15 Uhr am Café Kännchen, Kahrstraße 103 in Brempt. Zum Abschluss ist dort eine Einkehr geplant, Gentränke und Proviant sollten eingepackt werden. Anmeldung unter Ruf 02163 4858. Kontakt Ihre Ansprechpartnerin in der Redaktion für die Berichterstattung über Brüggen, Schwalmtal und Niederkrüchten: Birgitta Ronge Telefon 02162 9343-28 viersen@rheinische-post.de Hilfe im Trauerfall DAS OBERLANDESGERICHT DÜSSELDORF HAT EINEN INTERESSANTEN FALL ENTSCHIEDEN Keine Zeitvorgabe für Unterschriften unter das Ehegattentestament Ehegatten errichten oft gemeinsam ein Testament. Was aber, wenn das Dokument zunächst nur von einem der Partner unterschrieben wurde? Ist das Testament dann ungültig? Nicht unbedingt, entschied jetzt ein Gericht. (tmn) Bei Ehegattentestamenten gibt es keine Vorschrift darüber, wann der letzte Ehepartner das Dokument unterzeichnen muss. Das heißt: Ein Testament, das nicht sofort von beiden Eheleuten unterschrieben wird, ist nicht automatisch unwirksam. Das ergibt sich aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf (Az.: i-3 Wx 55/16). In dem verhandelten Fall hatte ein Ehepaar sich in einem gemeinschaftlichen Testament zu gegenseitigen Alleinerben eingesetzt. Nach dem Tode des Mannes war das Dokument aber zunächst nicht gefunden worden. Daher wurden die Ehefrau und die beiden Kinder des Mannes zu Erben erklärt. Einer der Söhne Entscheidend ist, ob Ehepartner bei der Testamentserrichtung vom Willen getragen wurden, zusammen letztwillig zu verfügen. FOTO: GUIDO VROLA leitete ein Versteigerungsverfahren über einen Teil der vererbten Immobilien ein. In diesem Zusammenhang ordnete die Witwe die Unterlagen ihres Mannes noch einmal und entdeckte das Testament. Der Erbschein wurde daraufhin eingezogen und die Witwe zur Alleinerbin erklärt. Die Beschwerde des Sohnes dagegen hatte keinen Erfolg: Das gemeinschaftliche Testament sei wirksam. Dass es offenbar vom Erblasser und seiner Frau nicht zum selben Zeitpunkt unterschrieben worden war, sei unerheblich. Entscheidend sei, ob die Ehepartner bei der Testamentserrichtung vom Willen getragen wurden, zusammen mit dem anderen Ehegatten letztwillig zu verfügen. Da in diesem Fall der letzte Wille ausdrücklich als „gemeinschaftliches Testament“ bezeichnet wurde und sich die Eheleute „gegenseitig zu Alleinerben“ eingesetzt haben, könne davon ausgegangen werden.

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