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Irmgardismarkt Süchteln -08.09.2017-

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Irmgardismarkt Süchteln

KK-L5 C6 Kreis Viersen Regional RHEINISCHE POST FREITAG, 8. SEPTEMBER 2017 Nutrias zerstören Deiche und Ufer Die Gewässerverbände fordern eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit, um die Schädlinge zu dezimieren. Niederländische Profi-Jäger sind deutlich erfolgreicher als die deutschen Fallensteller. VON JOACHIM BURGHARDT KREIS VIERSEN Sie sehen harmlos und possierlich aus, tatsächlich aber sind sie gefräßig und schädlich: „Nutrias bereiten uns große Probleme, weil sie an Gewässerufern wühlen, Böschungen zerstören und sogar Deiche untergraben“, klagt Thomas Schulz vom Schwalmverband in Brüggen. Die Wasser- und Bodenverbände in der Region sehen an Schwalm, Niers und Nette und ihren Zuflüssen den Hochwasserschutz ebenso gefährdet wie Renaturierungsmaßnahmen. Weil man der Plage kaum Herr wird, sollen professionelle Nutria-Jäger aus den Niederlanden helfen. „Die meisten Methoden zur Bekämpfung der Nutrias, das Aufstellen von Fallen beispielsweise, haben sich als nicht sonderlich erfolgreich erwiesen“, sagt Schulz. Dabei sei es dringend geboten, den Bestand der Nagetiere zu dezimieren: „Aktuell haben wir wieder eine Stelle an der Schwalm, wo die Böschung abgebrochen ist, weil Nutrias vom Wasser aus das Erdreich am Ufer ausgehöhlt haben.“ Ein Nutria-Bau reicht Nutrias werden auch Biberratten genannt. Nach Angaben des Naturschutzbundes Nabu wurden im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen mehr als 8000 Nutrias geschossen. FOTO (ARCHIV): HANS GLADER einige Meter tief und weit ins Ufer, Deiche können dadurch beim Endringen von Wasser unterspült werden. Nicht nur die Schwalm, sondern auch die Niers ist betroffen. „Wir haben immer wieder Probleme mit Schäden durch Nutrias, zuletzt im Bereich Wachtendonk“, erklärt Dr. Wilfried Manheller vom Niersverband. Nicht besser sieht es an der Nette aus: „Wir haben im Bereich Leuther Mühle Stahlplatten ins Erdreich am Ufer rammen lassen, damit Nutrias nicht mehr da bauen können“, sagt Marc Heußen vom Netteverband. Während sich die Wasserverbände um ihre Uferbefestigungen und Deiche sorgen, schlagen Biologen und Naturschützer Alarm, weil Nutrias die heimische Flora und Fauna gefährden: „Die Tiere fressen die Röhrichtbestände kahl, zerstören so auch Lebensräume für andere Arten“, sagt Dr. Ansgar Reichmann von der Biologischen Station Krickenbecker Seen. Neuanpflanzungen etwa am sogenannten Rohrdommelprojekt habe man deshalb mit Draht vor Nutrias schützen müssen. Und nicht nur das: „Wir beobachten seit Jahren, dass Nutrias zu Allesfressern werden, sich über Süßwassermuscheln hermachen und so die Nahrungskette unterbrechen“, sagt der Biologe und Geschäftsführer der Biologischen Station. Reichmann verschließt sich deshalb nicht einer Bejagung: „Ich sehe keine andere Möglichkeit.“ Das Problem dabei: Nutrias als Art, die ursprünglich nicht hier heimisch ist, unterliegen nicht dem Jagdrecht. Sondergenehmigungen für den Abschuss werden zwar in der Regel erteilt, bringen aber nicht viel: „Jeder Jäger schießt nur in seinem Revier, da ist eine gebündelte Strategie kaum möglich“, bedauert Schultz vom Schwalmverband. Immerhin, die Wasserverbände zahlen eine „Schwanzprämie“ für jede erlegte Nutria, der Schwalmverband zum Beispiel sechs Euro pro vorgelegtem Nutriaschwanz. Laut Schulz kommen da „jährlich so 300 bis 400 getötete Tiere zusammen“. Was sich als nicht nachhaltig erweist, denn weibliche Nutrias können dreimal im Jahr jeweils fünf bis acht Junge bekommen. Nach Angaben des Naturschutzbunds (Nabu) wurden in NRW im vergangenen Jahr über 8000 Nutrias geschossen. Erfolgreicher ist man mit der Bekämpfung in den Niederlanden, wo der Bestand von Deichen und Dämmen überlebensnotwendig ist, weil ein Großteil des Landes unter dem Meeresspiegel liegt: „Dort haben professionelle Nutria-Jäger die Tiere ziemlich dezimiert. Sie klagen aber, dass aus der deutschen Grenzregion immer welche in die Niederlande einwandern würden“, berichtet Schulz. Die deutschen Boden- und Wasserverbände und ihre niederländischen Pendants plädieren deshalb dafür, dass Profis aus dem Nachbarland im grenznahen deutschen Raum Nutrias bejagen dürfen, wovon beide Seiten profitieren würden. Dazu Manheller vom Niersverband: „Wir haben das Anliegen bei der Bezirksregierung vorgetragen“. Entscheiden müssten aber letztlich INFO Ausgesetzt und aus Pelztierfarmen entlaufen Biberratte Die Nutria ähnelt dem Biber, ist aber mit etwa 60 Zentimeter Länge kleiner. Nutrias haben einen runden Schwanz und gelborangefarbene Nagerzähne. Wie Biber leben sie in und an Gewässern. Die Tiere richten wie die kleineren Bisams vielerorts Schäden an, weil sie ihren Bau in Uferböschungen und Deiche graben. Verbreitung Nutrias lebten ursprünglich in Südamerika. Vor Jahrzehnten entwichen Exemplare aus osteuropäischen und ostdeutschen Pelztierfarmen oder wurden ausgesetzt. Sie breiteten sich in fast ganz Europa aus. Ihr Bestand hat sich in vom Deutschen Jagdverband untersuchten Gebieten seit 2016 etwa verdoppelt. die zuständigen Ministerien, sagt Manheller. Für einen Erfolg indes muss laut Schulz ein Umdenken in der Bevölkerung einsetzen. „Leider werden immer wieder Nutrias durch Fütterungen auch in Siedlungsbereiche gelockt, in denen eine Jagd schlecht möglich ist,“ sagt der Schwalmverband-Geschäftsführer. „Das Füttern der Tiere ist verboten und kann mit einem Bußgeld bestraft werden, aber manche Leute scheinen unbelehrbar.“ Fest im Zeichen der Stadtpatronin Zu Ehren der Heiligen Irmgardis gibt es in Süchteln ein Unterhaltungsangebot, das keine Wünsche offenlässt. Das kommende Wochenende steht in Süchteln ganz im Zeichen der Stadtpatronin, der Heiligen Irmgardis, als deren Todestag der 4. September 1085 gilt und der so zum Termin für die von der katholischen Pfarre gefeierten Irmgardis-Oktav wie zum Bürgerfest in Süchteln wurde. Während das kirchliche Fest – wie der Name sagt – acht Tage dauert, feiern die Bürger nur zwei Tage: mit Begegnung, Einkaufen, Musik, Heimat Shoppen am langen Samstag, verkaufsoffenem Sonntag, Sekt in the City, Apfeldeko und fünftägiger Kirmes. Organisiert wird das Irmgardisfest von der städtischen Wirtschaftsförderung und dem Werbering Viersen aktiv. Sie haben ein buntes Programm in Süchtelns Innenstadt vom Parkplatz Tönisvorster Straße über den Lindenplatz vorbei an der Pfarrkirche St. Clemens bis zum Weberbrunnen arrangiert, das viele Gäste anlocken soll. Dazu gehört an beiden Tagen auch ein Krammarkt mit vielen Ständen, an denen handgefertigter Schmuck, Kleidung und Dekoration, Dinge für den täglichen Gebrauch, Speisen und Getränke angeboten werden. An beiden Tagen Das Programm am Samstag 9.30 bis 18 Uhr: Einzelhandel geöffnet zum Heimat Shoppen 10 bis 18 Uhr: Krammarkt 11 bis 18 Uhr: Ausstellung im Weberhaus 14.30 Uhr: Bürgermeisterin Sabine Anemüller eröffnet das Fest, danach Tanz und Gesang bis Mitternacht ist eine Kunstausstellung zum Thema „Sehen“ im Weberhaus geöffnet jeweils von 11 bis 18 Uhr. Die katholische Pfarre St. Clemens lädt Samstag und Sonntag zur Turmbesteigung von St. Clemens mit Friedhelm Rath ein. Das Bühnenprogramm startet am Samstag um 14.30 Uhr, Bürgermeisterin Sabine Anemüller wird von der Bühne auf dem Lindenplatz herab die Gäste begrüßen und das Irmgardisfest offiziell eröffnen. Dann gibt es einen bunten Wechsel von Tanz und Musik, dabei sind die Städtische Kita Anne-Frank-Straße, das Familienzentrum St. Irmgardis, die Tanzschule Behneke und die Attraktive Marktstände, verkaufsoffener Sonntag und ein unterhaltsames Bühnenprogramm: Beim Festwochenende zu Ehren der Heiligen Irmgardis zeigt Süchteln sich wieder von seiner besten Seite. SG Dülken. Am Sonntag startet das Bühnenprogramm nach der Festmesse auf dem Heiligenberg bereits um 12 Uhr mit Tanz und Sketchen der St. Martinsschule, mit dabei ist das Erasmus-von-Rotterdam- Gymnasiums und der KV de Üüle Dülken. Dazu öffnen die Einzelhändler in der Innenstadt von 13 bis 18 Uhr ihre Geschäfte und begrüßen ihre Gäste mit einem Glas Sekt. Die Königsburg an der Hochstraße gegenüber dem Lindenplatz öffnet am Samstag um 17 Uhr zum Klönen im Vorderhaus und am Sonntag um 11 Uhr zu Führungen und einer Ausstellung. Am Sonntag ab 18 Uhr tritt dort eines der gefragtesten Tango-Orchester auf: Quinteto Beltango. Den Sponsoren Sparkassen- Stiftung, NEW, Süchtelner Baustoffe Schnäbler, VAB und Olaf Fander gilt der Dank der Organisatoren.

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