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Japan im Rheinland

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I N H A L T Liebe

I N H A L T Liebe Leserinnen, liebe Leser Konnichiwa in Japans großer deutscher Enklave! Nirgendwo in Deutschland geht es japanischer zu als bei uns am Rhein, in Düsseldorf. 14.000 Japaner leben im Rheinland, alleine 7000 davon in der Landeshauptstadt. Düsseldorf gilt als einzige authentische „Japantown“ in Europa. Wer durch die Stadt geht, spürt den fernöstlichen Einfluss. Japanische Geschäfte, Banken, Bars, Restaurants, Buchhandlungen, dazu eine japanische Schule und der beliebte japanische Garten im Nordpark sind nur einige der Orte, die Düsseldorf zu Little Tokyo machen. Seit rund 60 Jahren gehören die Japaner zur Stadt wie Killepitsch und Kö. Was viele nicht wissen: Schon im 19. Jahrhundert kamen die Japaner mit der rheinischen Mentalität in Berührung. 1859 gründete der Düsseldorfer Louis Kniffler in Nagasaki ein Handelshaus. Es war ein gutes Omen: Die Partnerschaft zwischen Japan und Düsseldorf ist heute so intensiv, so breit wie nie. In ganz Nordrhein-Westfalen sind 600 japanische Firmen ansässig, die 32.000 Mitarbeiter beschäftigen. Und mit den Arbeitern und Managern kamen auch deren Familien. Schon 1970 wurde die Internationale Japanische Schule gegründet, sie ist die größte japanische Schule außerhalb Japans. In unserer Sonderausgabe widmen wir uns den sichtbaren wie versteckten Einflüssen Japans. Unser Autor Matthias Beermann beschreibt, welche Rolle Samurai und Altbier bei der Freundschaft spielten, wir stellen die Düsseldorfer Wissenschaftlerin Katharina Hülsmann vor, die über ihre Liebe zur Manga-Kultur zur Japan-Expertin wurde. Wir schauen auf japanische Unternehmen, und wir gehen auf eine kulinarische Reise durch das Epizentrum der japanischen Küche in Düsseldorf. Außerdem erzählen wir, warum in Japan die Frauen unverzichtbar für die Wirtschaft werden und was Christen im Rheinland mit Japan verbindet. Und noch vieles mehr. Viel Vergnügen bei der Lektüre! Michael Bröcker (Chefredakteur) IMPRESSUM Herausgeber Dr. Karl Hans Arnold, Dr. Manfred Droste, Florian Merz-Betz, Irene Wenderoth-Alt Geschäftsführung Dr. Karl Hans Arnold, Patrick Ludwig, Hans Peter Bork, Johannes Werle, Tom Bender (verantwortl. Anzeigen), Stephan Marzen Chefredakteur Michael Bröcker Stellv. Chefredakteure Horst Thoren, Stefan Weigel Redaktion Dr. Matthias Beermann (verantwortlich), Lutger Baten, Helga Bittner, Sonja Blaschke, Thorsten Breitkopf, Petra Diederichs, Tanja Karrasch, Ludwig Krause, Andreas Krebs, Maximilian Lonn, Sabine Maguire, Semiha Ünlü Anzeigen Melanie von Hehl Layout Hannah Benkel, Pre-Press-Services GmbH, Düsseldorf Grafik Anna Zörner Verlag Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Pressehaus, Zülpicher Straße 10, 40196 Düsseldorf Telefon 0211/5050 | Telefax 0211/5052575 Druck Rheinisch-Bergische Druckerei GmbH & Co. KG Zülpicher Straße 10, 40196 Düsseldorf JAPAN − EIN LAND MIT CHARME UND VIELFALT ERLEBEN MIT SAMURAI UND ALTBIER FING ALLES AN Nirgendwo in Deutschland geht es so japanisch zu wie im Rheinland. JAPANS JÜNGSTER BÜRGERMEISTER Shuhei Azuma regiert seit Januar Shijonawate, die japanische Partnerstadt von Meerbusch. KATHOLISCHER BRÜCKENSCHLAG VON KÖLN NACH TOKIO JAPAN BRAUCHT DIE JAPANERINNEN OLYMPIA SOLL HOFFNUNG NACH FUKUSHIMA BRINGEN IM SCHUSS LIEGT DIE RUHE KAWAI LÄSST KREFELD GUT KLINGEN Der japanische Spezialist für Musikinstrumente holt junge Top-Pianisten an den Niederrhein. DIE ZUKUNFT DER BRILLE IST JAPANISCH TEMPEL DER KOSTBARKEITEN DAS MEKKA FÜR MANGAFANS 03 06 08 11 12 15 16 18 19 21 22 Die deutsche Cosplay-Szene hat sich rasant entwickelt. Mit der Dokomi hat sie ihre eigene Messe – natürlich in Düsseldorf. 04 SPORT-IMPORT AUS JAPAN Der 21-jährige Shunya Hashimoto träumt von einer Profi-Karriere als Fußballer in Düsseldorf. JAPAN-STANDORT DÜSSELDORF PROFITIERT VOM BREXIT VOM JAPAN-FAN ZUR JAPANOLOGIN JAPANS KÜCHE: MEHR ALS SUSHI 14 20 23

Der japanische Außenminister Fumio Kishida betont die Rolle von Nordrhein-Westfalen als Zentrum für japanische Kultur und Wirtschaft in Deutschland und in Europa. Japan und Deutschland teilen die grundlegenden Werte Freiheit, Demokratie und Rechtstaatlichkeit. Als Partner tauschen wir uns – wenn auch geografisch weit voneinander entfernt – auf Regierungsebene stets intensiv aus. Wir arbeiten eng zusammen, um die vielfältigen Herausforderungen der Welt gemeinsam zu bewältigen. Seit 2012 habe ich als Außenminister viermal Deutschland besucht. Im März stand Japan als Partnerland im Mittelpunkt der Cebit in Hannover. 118 japanische Firmen waren vor Ort vertreten – eine Rekordzahl und ein Beweis für die zunehmende Verbundenheit beider Länder in den wirtschaftlichen Beziehungen von heute. Nordrhein-Westfalen stellt seit mehr als 60 Jahren die Basis für das japanisch-deutsche Zusammenwirken dar. Das Land ist einer der größten Standorte in Europa für japanische Unternehmen und das Zentrum der japanischen Kultur in ganz Deutschland. NRW fungiert ferner als Brücke im japanisch-deutschen Austausch in den Bereichen Kultur und Wirtschaft und bietet so den japanischen und deutschen Mitbürgern eine sichere Heimat und ein harmonisches Miteinander. Als ich im vergangenen Februar Nordrhein-Westfalen einen Besuch abstattete, konnte ich mich selbst davon überzeugen, welch wichtige Rolle NRW für Japan spielt. Der aktive japanisch-deutsche Austausch beschränkt sich nicht nur auf die wirtschaftliche Ebene, er erstreckt sich ein Land mit Charme Japan und Vielfalt erleben auch auf Sport, Kunst und Kultur, und darüber hinaus in ganz Deutschland auf viele weitere Bereiche. Shinji Kagawa (Borussia Dortmund), Atsuto Uchida (Schalke 04) und andere japanische Fußballer sind mittlerweile fester Bestandteil der Bundesliga. Sushi, Teppanyaki & Co. fanden den Einzug in die deutsche Esskultur. Japanische Restaurants sind sehr beliebt. Einst waren Teezeremonie und Ikebana Ausdruck des alten japanischen Geistes. Und das Ukiyo-e (japanischer Farbholzschnitt) beeinflusste den Japonismus im Europa des 19. Jahrhunderts. Heute begeistert die traditionelle japanische Trommelkunst viele Musikfreunde, und die klassische Kultur Japans findet bei fast allen Deutschen großen Anklang. Manga, J-Pop und andere japanische Popkultur erfreuen sich besonders bei jungen Deutschen zunehmender Beliebtheit. Sie zeigen sich auch an Robotern und sonstigem High-Tech „made in Japan“ interessiert. Man erklärte mir, dass Japan-Studien an deutschen Universitäten auch deswegen an Popularität gewonnen haben. Es freut mich sehr, dass der Japan-Tag jedes Jahr rund 750.000 Besucher nach Düsseldorf lockt. Dies ist ein schönes Beispiel dafür, dass vielen Deutschen die japanische Kultur bereits sehr vertraut ist. Doch eine andere Kultur kann man erst dann richtig kennenlernen, wenn man sie vor Ort erlebt. Japan bietet viele Attraktionen, darunter manche, die den Deutschen noch nicht so bekannt sind. 20 Stätten in Japan sind gegenwärtig als Unesco-Weltkulturerbe eingetragen. Das Meer, das Japan umgibt, oder die Wälder und Berge, die rund 70 Prozent der Landesoberfläche Japans ausmachen, sprechen für den Reichtum an Natur und atemberaubenden Landschaften. Im Jahr 2020 ist Tokio Austragungsstätte der Olympischen und Paralympischen Spiele. Aus diesem Anlass wird zurzeit tatkräftig daran gearbeitet, eine innovative Ein- und Ausreisekontrolle mit den neuesten Technologien einzuführen, die Infrastruktur im Bereich der Kommunikation deutlich zu verbessern oder die Kapazitäten für ausländische Patienten in Krankenhäusern wesentlich zu erhöhen. Ich würde mich glücklich schätzen, wenn auch Sie Japan besuchen und seinen Charme entdecken würden. Bei meinem letzten Besuch in Nord rhein-Westfalen im vergangenen Fumio Kishida (59) ist seit Ende 2012 Außenminister Japans. Februar habe ich, gemeinsam mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, der Japanischen Internationalen Schule Düsseldorf zwei Kirschbäume geschenkt. Genauso wie die Japanische Gemeinde in Düsseldorf werden diese Bäume sicher prächtig wachsen und einmal in voller Blüte stehen. Ich hoffe, dass sich auch die japanisch-deutschen Beziehungen kontinuierlich weiterentwickeln und der Austausch auf Bürgerebene gedeihen möge. Foto: MOFA G A S T B E I T R A G

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