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Kultur findet Stadt -18.05.2018-

Kultur findet Stadt

Kaarst BÜTTGEN VORST HOLZBÜTTGEN DRIESCH C5 ngz FREITAG, 18. MAI 2018 „Breakdance“ bei den Kaarster Schützen Die Kaarster Schützen feiern am zweiten Wochenende im Juni wieder ihr Schützenfest – aber ausnahmsweise ohne junges Königshaus in diesem Jahr. Zum Abschluss am 12. Juni steht Schlagersänger Olaf Henning auf der Bühne. VON RUDOLF BARNHOLT KAARST Am zweiten Wochenende im Juni wird in Kaarst Schützenfest gefeiert. Schützenkönig Dirk Andreas und seine Königin Lucia Zingraf- Andreas haben schon viele tolle Momente erleben dürfen, aber das Schönste kommt noch. Sie wünschen sich, dass möglichst viele Menschen mit ihnen feiern. Die Kaarster Kirmes wird auch dieses Mal den Besuchern wieder einiges bieten. Und zum Glück findet während der Festtage bei der Fußball- Weltmeisterschaft kein Spiel mit deutscher Beteiligung statt. Ebenfalls erfreulich: Die Preise bleiben weitestgehend stabil. Achtung, bitte anschnallen: Rico Wallfass gelingt es als langjährigen Platzwart immer wieder, interessante Fahrgeschäfte nach Kaarst zu holen. Zum ersten Mal wird jetzt „Breakdance“ aufgebaut: „Das ist eine sehr wilde Sache“, verspricht Wallfass und beschreibt kurz, was auf die Fahrgäste zukommt: „Auf einer schräg angelegten rotierenden Plattform sind vier Ausleger montiert, auf denen 16 wiederum schräg zur Plattform angehängte Gondeln mit bis zu 24 Umdrehungen pro Minute rotieren.“ Auch die beiden Publikumsmagnete „Octopussy“ und „Nessy“ werden wieder da sein. Die Magennerven weitaus weniger strapazieren die Bälle und Paraden. Der erste Festzug mit Vorbeimarsch am König steht am Schützenfest-Samstag, 9. Juni, gegen 18.45 Uhr auf dem Programm. Ein Höhepunkt ist vorher um 18 Uhr der Auftritt aller Tambourcorps auf dem Rathausvorplatz. Nach alter Sitte wird es ein Platzkonzert vor dem Johanniter-Stift und vor dem Vinzenzhaus geben. Wie sehr Senioren am Sommerbrauchtum interessiert sind, hat das Königshaus in der vergangenen Woche erfahren: Rund 100 ältere Menschen hatten ihren Spaß, als Franz Weitz das Kaarster Heimatlied gesungen und Hubert Hambloch, der Onkel des Königs, zur Mundharmonika gegriffen hatten. „Über 6300 Jahre feierten bei uns im Zelt“, sagt die Königin und war total begeistert. Worüber sich Präsident Claus Schiffer freute: „Wir hatten im vergangenen Jahr einen neuen Zeltwirt und INFO Musik von den Bands Schroeder und Voices Zeit Das Schützenfest findet vom 9. bis zum 12. Juni statt. Preise Der Bierpreis im Festzelt liegt wie im Vorjahr bei 1,70 Euro. Der Eintritt beträgt acht Euro. Musik Am Samstag und Sonntag werden Schroeder und am Montag und Dienstag Voices spielen. die Resonanz war sehr positiv.“ Gepolsterte Stühle und eine Cocktailbar sowie gut gelaunte Servicekräfte trugen zur angenehmen Atmosphäre bei – und werden es auch diesmal wieder tun. Was den Schützen auch gut gefallen dürfte: „Vor sieben Jahren hatten wir rund 1180 Mitglieder, jetzt sind es 120 mehr, was für eine sehr intakte Schützenfamilie spricht“, sagt Geschäftsführer Stefan Stamm. Ebenfalls alles andere als selbstverständlich: Diesmal machen erstmals vier neue Züge mit. Drei davon bestehen aus jungen Schützen, der Platzwart Rico Wallfass, Königin Lucia Zingraf-Andreas, Präsident Claus Schiffer und Schützenkönig Dirk Andreas (von links) freuen sich auf das Schützenfest in Kaarst am zweiten Wochenende im Juni. NGZ-FOTO: WOI vierte, der Grenadierzug „MerSin- Dabei“, ist ein Ehrenzug für König Dirk Andreas I., den es nur ein Schützenfest lang geben soll. Einziger Wermutstropfen: Der Jungschützenkönig Philip Pospich musste im Laufe des Jahres erkennen, dass er aus beruflichen Gründen kaum Zeit hat, seinen Verpflichtungen nachzukommen. So wird ausnahmsweise ohne junges Königshaus gefeiert. Das Schützenfest endet am Dienstag, 12. Juni. Als Showact wurde Olaf Henning verpflichtet – der hatte vor zehn Jahren schon im Zelt für Stimmung gesorgt. MELDUNGEN Projekt Stadtradeln: Für ein besseres Klima in die Pedalen treten KAARST (NGZ) Seit 2008 gibt es das Projekt Stadtradeln. Bürger, Unternehmen, Verwaltungen und Politik treten seitdem jedes Jahr für ein besseres Klima in die Pedale. Im Aktionszeitraum vom 8. bis zum 28. Juni sind nun alle Kaarster wieder aufgefordert, möglichst viele Radkilometer zu sammeln. Interessierte können sich unter www.stadtradeln.de/ kaarst anmelden. Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus sagt: „Wir wollen auch einen Beitrag leisten, möglichst viele Menschen für das Umsteigen auf das Fahrrad im Alltag zu gewinnen.“ Neben Preisen für die Einzel- und Teamkategorie wird es einen Sonderpreis für das kreativste Bild zum Thema Radfahren geben. Die Fotos können vom 8. bis zum 28. Juni eingereicht werden. Anzeige Bitte beachten Sie die Bekanntmachung der Stadt Kaarst im Anzeigenteil der heutigen Ausgabe. Guido Otterbein (CDU) erklärt Rücktritt KAARST (NGZ) Der langjährige Kaarster Ratsherr Guido Otterbein (CDU) hat am Abend im Stadtrat aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt. Der 51-Jährige saß seit 2009 für die CDU im Stadtrat und engagierte sich dort insbesondere als Sportpolitiker. Seit 2014 fungierte er als Vorsitzender des Sportausschusses. Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus dankte Otterbein für seine politische Arbeit und äußerte Verständnis für seine Entscheidung. Steht der Seniorenbeirat vor dem Aus? Im Gremium sollen sich zwei Gruppen gebildet haben, dass ein Miteinander nicht mehr möglich war, KAARST (gaa) Der Vorsitzende Josef Johnen, Karin Neumann, Anna Pöggeler, Cornelia Schlabbers und Helmut Schmitz gehören ab sofort nicht mehr dem achtköpfigen Seniorenbeirat der Stadt an. Der Grund: Es sollen sich in dem Beirat zwei Gruppen gebildet haben, die nicht mehr miteinander gestaltet, sondern nur noch gegeneinander gearbeitet haben. Das Rathaus möchte die Rücktritte nicht bewerten. Wie Pressesprecher Peter Böttner jedoch bestätigte, habe es in den jüngsten Sitzungen Unstimmigkeiten gegeben und die „Regeln eines professionellen Miteinanders“ seien verlassen worden. „Wir haben die Unstimmigkeiten registriert, aber es ist nicht unsere Aufgabe, in dem Seniorenbeirat Auch der Vorsitzende Josef Johnen trat zurück. FOTO: PRIVAT für ein gutes Klima zu sorgen. Die Rücktritte sind das gute Recht eines jeden Einzelnen, sind aber sicherlich schade für das Gremium“, sagte Böttner. Die Stadtverwaltung hatte nach den Rücktritten, die in der vergangenen Woche eingegangen sind, den Auftrag, in den Wahlbezirken bei den Nachrückern anzufragen, ob sie nun die freien Posten übernehmen möchten. Böttner bestätigte, dass die Anschreiben bereits zugestellt worden sind. Sollten sich nicht ausreichend Nachrücker bereiterklären, Mitglied des Gremiums zu werden, muss die Verwaltung entscheiden, ob der Seniorenbereit aufgelöst werden muss oder es Neuwahlen gibt. Derzeit gehören noch Renate Dübbers, Gerda Linden und Heinrich Leßmann dem Gremium an. „Für mich waren die Rücktritte nicht absehbar“, kommentierte Renate Dübbers die Entscheidungen des Quintetts. Sie wolle sich jedenfalls weiterhin für die Belange des Seniorenbeirats einsetzen, der im September 2015 erstmalig in Kaarst gewählt wurde. Am 5. November 2015 erfolgte die konstituierende Sitzung, durch die der Seniorenbeirat in die Lage versetzt wurde, seine Arbeit ordnungsgemäß aufzunehmen. Das Gremium wurde seinerzeit ins Leben gerufen, um das Sprachrohr der Kaarster über 60 Jahre sein. Er setzt sich aktiv für die Interessen der steigenden Zahl älterer Menschen ein und weist die Verwaltung, politische Gremien und andere Institutionen auf spezifische Probleme von Senioren hin. Der Seniorenbeirat tagt mehrmals im Jahr im Bürgerhaus und beschäftigt sich mit Themen rund um das Leben im Alter. Kultur findet Stadt Zwei Tage Krefelds 8. Kulturfestival „Kultur findet Stadt“ heißt es am 08. und 09. Juni erneut in der Krefelder City. Die zweitägige Veranstaltung findet zum nunmehr achten Mal statt und wird trotzdem keine Wiederholung, denn sie setzt auch diesmal wieder auf eine Mischung aus Bewährtem und Neuem. Dabei kann sie aus der großen Vielfalt der Krefelder Kultur schöpfen. Die Szene ist so breit aufgestellt, dass stets nur ein Ausschnitt gezeigt werden kann. Das bedeutet in diesem Jahr in der Fußgängerzone wieder zwei Tage lang zum Beispiel viel Live-Musik aller möglichen Genres, Literatur, Tanztheater, Kleinkunst, Koffermarkt und eine Diskussion zum kommenden Bauhaus- Jahr 2019. Das Kulturfestival zeigt komprimiert einen Ausschnitt dessen, was rund ums Jahr an Kultur in Krefeld erlebbar ist. Straßen und Plätze werden zu Bühnen für Kreatives, Literatur, Kunst und urbanem Flair. Den Auftakt macht wie schon in den vergangenen beiden Jahren der Freitagabend auf dem Platz An der Alten Kirche. Schüler der Städtischen Musikschule machen um 18.00 Uhr den klassischen Auftakt, ehe dann gegen 19.00 Uhr auf den beiden Bühnen verschiedene Bands eine Mischung spielen von dem, was „Music made in Krefeld“ alles zu bieten hat, von Rock und Pop über Funk bis Independent und Elektronischer Musik. Am Samstag findet Krefelder Kultur den ganzen Tag über in der Innenstadt bis in den späten Abend hinein statt. Infos: www.krefeld.de/de/ stadtmarketing/kultur-findet-stadt-t MELDUNGEN VHS bietet für Senioren Computerkurse an KAARST (NGZ) Die Volkshochschule Kaarst-Korschenbroich bietet ab Dienstag, 29. Mai, fünf Mal (immer dienstags) von 13.30 bis 19.45 Uhr einen Kursus für computererfahrene Senioren an. Inhalte sind unter anderem der Umgang mit Ordnerstrukturen unter Windows 10 und das Sichern von Daten. Weitere Infos unter 02131 963947. Biologin spricht über Wildsträucher KAARST (NGZ) Am Mittwoch, 23. Mai, bietet die VHS von 16 bis 19 Uhr eine Exkursion zum Thema „Blühende Wildsträucher“ an. Die Biologin Regina Thebud-Lassak wird erklären, welche giftig sind und welche zum Kochen verwendet werden können. Wer dabei sein möchte, meldet sich unter 02131 963945. Kaarster kickt für den Kultklub FC St. Pauli Florian Cronen hat sein Leben lang für die SG Kaarst gespielt. Im Oktober wechselte er zu dem Kiezverein. VON STEPHAN SEEGER KAARST Florian Cronen spielt seit Februar 2018 für die fünfte Mannschaft des FC St. Pauli in der Kreisliga. „Das Niveau ist vergleichbar mit der Kreisliga A“, sagt der 27-Jährige. Und trotzdem: Die Werte, die der Kiezclub vertritt, werden auch schon in den unteren Ligen gelebt. „Das hört sich ein bisschen abgedroschen an, aber es stimmt: Hier wird niemand ausgegrenzt, wir sind gegen jede Art von Faschismus und Rassismus“, sagt Cronen. Seit seinem zehnten Lebensjahr trug Cronen das Trikot der SG Kaarst. Dann begann er zu studieren und macht gerade in Hamburg seinen Master in Bewegungs- und Sportwissenschaften. Eigentlich war Cronens Plan, das Studium in Köln zu beenden. „Ich hatte auch schon die Zusage für ein WG-Zimmer. Doch dann wurde mir wieder abgesagt“, schildert Cronen. Also setzte er seinen Plan B in die Tat um und ging nach Hamburg. Vorher aber sprach Cronen mit seinem Mitbewohner in Bochum, der zufälligerweise Christopher Sprick kannte. Und dieser war zufälligerweise Trainer der vierten Mannschaft des FC St. Pauli. „Mein damaliger Mitbewohner hat mir die Nummer gegeben, dann habe ich mit dem Trainer telefoniert. Und da er immer auf der Suche nach neuen Spielern ist, ging es eigentlich ganz schnell“, sagt Cronen. Zwar zog der Student bereits im Oktober 2017 in die Hansestadt, doch erst im Februar diesen Jahres trat er dem Kiez- Klub bei. „Ich musste mich erst einmal einleben und hatte keine Zeit“, sagt er. Florian Cronen blickt im Trikot des FC St. Pauli ins neue Stadion. FOTO: CRONEN Mittlerweile ist er aber fester Bestandteil des Teams, das zweimal in der Woche trainiert. In sieben Einsätzen erzielte Cronen sieben Tore, darunter zwei Hattricks. „Ich darf hier endlich auf meiner Lieblingsposition spielen, Rechtsaußen. Da kann ich meine Offensivqualitäten besser ausspielen als in Kaarst“, sagt Cronen. Bei der SG wurde der gelernte Mittelfeldspieler zum Rechtsverteidiger umgeschult. Seine Mitspieler haben den Dauerläufer sofort integriert. „Das sind alles super Jungs, die eigentlich nur Fußball spielen wollen. Ich habe mich von Beginn an sehr wohlgefühlt in der Truppe“, sagt Cronen. Trainiert und gespielt wird im Schatten des berühmten Millerntores. „Das ist schon eine große Ehre, hier auflaufen zu dürfen, auch wenn wir nicht direkt im Stadion spielen“, sagt Cronen: „Es ist etwas Besonderes, das Wappen dieses Vereins auf der Brust zu tragen.“ Wie lange Cronen in Hamburg bleibt, weiß er nicht. „Mir gefällt es hier eigentlich ganz gut“, sagt er. Allerdings weiß er, wo seine Wurzeln liegen. „In Kaarst leben meine Familie und meine Freunde. Die Stadt wird immer meine Heimat bleiben.“ Mindestens ein Jahr wird Cronen noch an seiner Abschlussarbeit in Hamburg arbeiten – und bekommt so in der kommenden Saison auch das Derby zwischen Bundesliga-Absteiger Hamburger SV und der ersten Mannschaft des FC St. Pauli mit. „Viele meiner Mannschaftskollegen sind glühende Pauli-Fans, das werden bestimmt zwei geile Spiele“, glaubt er – und weiß genau, wem er die Daumen drückt: „Natürlich den Kiezkickern, ist doch klar.“

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