Aufrufe
vor 5 Monaten

Kunst, Antiquitäten und Ausstellungen -13.04.2018-

  • Text
  • Haas
  • Kunst
  • Telefonica
  • Kolumbus
  • April
  • Deutschland
  • Millionen
  • Schusser
  • Auktion
  • Entdeckung

Kunst, Antiquitäten und Ausstellungen

R-WI2 B2 Wirtschaft RHEINISCHE POST FREITAG, 13. APRIL 2018 INTERVIEW MARKUS HAAS „Ab 2020 keine Funklöcher mehr“ Der Chef von Telefonica Deutschland (O 2 ) möchte die Mobilfunknetze auf dem Land ausbauen – wenn die Politik ihm entgegenkommt. Mit der künftigen Handytechnik 5G will er superschnelle Webzugänge für Hunderttausende Häuser schalten. DÜSSELDORF Markus Haas führt Telefonica Deutschland seit Januar 2017 – wir sehen uns am Düsseldorfer Standort mit direktem Blick auf die sehr nahe Landebahn des Flughafens Düsseldorf. „Zweimal pro Monat bin ich hier“, sagt er. Herr Haas, die neue Koalition plant 10 bis 12 Milliarden Euro aus dem Erlös neuer Handyfrequenzen ein, damit massenhaft Haushalte Glasfaseranschlüsse erhalten. Gute Idee? HAAS Nein, so wird nur eine Zukunftstechnik zu Gunsten der anderen geschwächt. Wir brauchen schnell eine starke Infrastruktur für den Mobilfunkstandard 5G, um Kapazitäten und Qualität zu erhöhen und das Tor für neue Anwendungen aufzustoßen. Und wenn die Politik zusätzlich Glasfaseranschlüsse für fast jedes Haus will, ist das auch legitim. Aber das darf nicht über Quersubventionen auf Kosten der Mobilfunker geschehen. Mit 45 Millionen Mobilfunkkunden wissen wir als Marktführer, wovon wir reden. Was sollte geschehen? HAAS Erstens: Der Großteil der bald auslaufenden Mobilfunknutzungsrechte sollte umfassend verlängert bzw. den Netzbetreibern direkt zugeteilt werden. Als Gegenleistung könnte die Branche die Versorgung gerade auf dem Land deutlich verbessern – es sollte dann ab 2020 fast keine relevanten Funklöcher mehr geben. Zweitens brauchen wir eine zurückhaltende Regulierung. Und drittens sollten die Frequenzen für 5G nicht zu teuer werden. Das gibt Freiraum für die Investitionen. nen hin, damit autonomes Fahren mit Mobilfunkhilfe möglich wird? HAAS Keine Frage, Deutschland muss bei der Zukunftstechnik 5G vorne sein. Aber bevor wir eine extrem engmaschige Versorgung von Straßen erhalten, muss geklärt werden, wer das finanziert und später für die Nutzung zahlen wird: Es gibt bisher kein Geschäftsmodell, wie die hohen Milliardeninvestitionen für dieses sehr spezielle Anwendungsgebiet eines per 5G unterstützten autonomen Fahrens bezahlt werden. Braucht die Branche mehr Kooperationen für 5G? HAAS Ja, wohin die Reise geht, zeigt unser angekündigtes Abkommen mit Vodafone: Wir teilen uns zuerst an 100 gemeinsam genutzten Standorten das Legen von Glasfaseranschlüssen. Wenn das klappt, sollten wir das für alle gemeinsam genutzten Standorte angehen. Markus Haas ist Chef des Mobilfunkkonzerns Telefonica Deutschland. Seit 1998 ist er im Unternehmen. FOTO: TELEFONICA INFO Das ist Telefonica Deutschland Historie Das börsennotierte Unternehmen aus München ist Ableger von Spaniens Telefongigant Telefonica. Düsseldorf ist zweitwichtigster Standort, weil hier die 2014 übernommene E-Plus saß. 850 der 9500 Mitarbeiter von Telefonica Deutschland sind in Düsseldorf. Leiter Markus Haas wurde 1972 geboren und arbeitet seit 1998 bei Telefonica in Deutschland. Mit welchem Ziel? HAAS Die mobile Datennutzung in Deutschland legt jedes Jahr um über 50 Prozent zu. Um diesen Verkehr weiterzuleiten, wollen wir bis 2022 rund 70 Prozent unserer 26.000 Funkstationen mit Glasfaser anschließen. 5G kann uns dann erlauben, immer mehr Haushalten extrem schnelles Internet per Mobilfunk mit mehr als einem Gigabit/Sekunde anzubieten. Ich kann mir vorstellen, perspektivisch viele hunderttausend Kunden mit 5G zu Hause zu versorgen. Gegen die geplanten Glasfaseranschlüsse hat ein solches Ange- Und dann stellen die Mobilfunker an Straßen alle 100 Meter Funkstatiobot doch keine Chance. HAAS Warten wir es ab – dem Mobilfunk gehört die Zukunft. Ich halte es jedenfalls für eine Illusion, dass alle Haushalte direkt mit Glasfaser in die Wohnung versorgt werden können. Viele Vermieter würden solche Bauarbeiten nicht hinnehmen. Als Test mit Netzwerkausrüstern wollen wir dieses Jahr in München und Hamburg jeweils bis zu 50 Haushalte per 5G-Mobilfunk mit Internet im Pilotbetrieb versorgen. Dafür bauen wir in den Straßen entlang der vorhandenen Glasfasertrassen kleine Mobilfunkstationen, die dann W-Lan- Router in den Wohnungen versorgen. So ähnlich plant es der US-Mobilfunkgigant Verizon in mehreren Städten. Die Telekom möchte ein Glasfasernetz nur flächendeckend für alle Haushalte ausbauen, wenn sie bei deren Ausbau nicht reguliert wird. Wie sehen Sie das? HAAS Der Aufbau der neuen Glasfasernetze sollte nicht wie bisher reguliert werden, um Investitionen anzuregen. Wir setzen wie in der Vergangenheit im Mobilfunk auf freiwillige Vereinbarungen und nicht auf Regulierung. Das Interesse der Telekom und anderer regionaler Anbieter an einer hohen Auslastung und schnellen Refinanzierung des Netzes wird sehr groß sein. Wie das gehen kann, zeigt auch unser Bündnis mit der Telekom im Festnetz: Wir haben bereits über zwei Millionen DSL- Kunden, die die Telekom komplett für uns schaltet. REINHARD KOWALEWSKY FÜHRTE DAS INTERVIEW. PERSÖNLICH Ein Bayer fürs Silicon Valley Über Oliver Schussers Musikgeschmack ist bisher nichts bekannt. Falls es der Münchner Manager aber traditionell mögen sollte, braucht er sich keine Sorgen zu machen, dass an seinem neuen Arbeitsplatz die Heimat zu kurz kommt: Der Musik- Streamingdienst Apple Music, den Schusser künftig leiten wird, hat auch „Die größten Blasmusik-Hits aller Zeiten“ im Programm. Vermutlich weiß Schusser das längst, ist er doch kein Neuling im Apple-Universum. Seit 2004 arbeitet er für den US-Technologiekonzern. Bisher arbeitete der Bayer in London, war dort verantwortlich für die internationalen Geschäfte der iTunes-Software. Zuletzt soll er auch bei den Übernahmeverhandlungen mit der Musikerkennungsapp Shazam eine Schlüsselrolle gespielt haben. Nun zieht Schusser nach Kalifornien um. Im US-Bundesstaat wird er gleich zwei Arbeitsorte haben: am Apple-Stammsitz in Cupertino im Silicon Valley und in einem Büro in Culver City, Los Angeles. Apple Music ist mit 40 Millionen zahlenden Abokunden der zweitgrößte Musik-Streamingdienst der Welt. Führend auf dem Markt ist der schwedische Konkurrent Spotify, der Ende 2017 rund 71 Millionen zahlende Abo-Kunden und etwa 159 Millionen Nutzer insgesamt vorweisen konnte. Mit Musik kennt Schusser sich aus: Vor Apple soll er laut der US-Nachrichtenseite CNBC bei der Plattenfirma Universal und bei der ehemaligen Musiktauschbörse Napster gearbeitet haben. Schusser wird bei Apple nun offiziell „Vizepräsident für Apple Music und internationale Inhalte“. Sein Chef wird Apple-Vorstandsmitglied Eddy Cue sein, der die Bereiche Internet Software und Services betreut – laut CNBC ein Feld, dessen Umsatz Apple-Chef Tim Cook bis 2020 verdoppeln will. Milena Reimann Kunst, Antiquitäten und Ausstellungen ANZEIGE Wie Straßenschilder zu Möbeln werden „SITZart“ verbindet Kunst mit Wohnen – und präsentiert derzeit ungewöhnliche Möbel und Accessoires der Schülerfirma „Streetcycled“. Seit 2016 zeigt das Unternehmen SITZart an der Liesegangstraße in Düsseldorf die „Kunst des Wohnens“ – und das nehmen die beiden Brüder und Geschäftsführer Carsten und Kai Eschmeier durchaus wörtlich: Gestartet sind die beiden im Jahr 2004 in Münster am Hafen. In einer alten Feuerwache entstand ihr erster Store rund um das Thema Wohnen, mit Hauptaugenmerk auf Polstermöbel. „Wir setzten schon damals auf die Verbindung von Möbeln und Kunst“, erklärt Kai Eschmeier. Malereien von Künstlern aus der Region ließen den Raum mit den ausgestellten Sitz- und Wohnzimmermöbeln erst richtig wohnlich wirken. „Daher der Name SITZart“. Das Sortiment ist umfangreicher geworden, umfasst nun auch Tische, Bänke, Polsterbetten und immer mehr Accessoires. Der Kunst sind die Brüder aber immer verbunden geblieben. In Düsseldorf setzen sie besonders auf die Präsentation neuartiger und ausgefallener Produkte – wie beispielsweise einer schwebenden Glühbirne als Nachttischlampe. Und sie setzen auch auf Hersteller, die es sonst in der Nähe ihres Stores nicht zu finden gibt. Seit kurzem stellen Sie nun außergewöhnliche Produkte aus, „die perfekt in unsere Philosophie passen“, wie Carsten Eschmeier sagt: Die Möbel und Accessoires von Streetcycled. Das Besondere: Die Tische, Garderoben, Uhren, Regale und Tabletts sind allesamt gefertigt aus alten Verkehrsschildern. Und sie werden hergestellt und vermarktet von einer Schülerfirma: Der Sozialwissenschafts- Kunstvoll, praktisch und sehr dekorativ: SITZart-Geschäftsführer Kai Eschmeier serviert den Schülerinnen Amina Jäckel und Alina Schmolke auf einem Tablett, das einst ein ein Verkehrsschild war, ein Glas Wasser. Projektkurs des Max-Planck- Gymnasiums in Düsseldorf- Stockum nimmt regelmäßig am Schulprojekt „JUNIOR“ teil, das das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter anderem mit dem Institut der deutschen Wirtschaft aufgelegt hat und das sich für ökonomische Bildung an Schulen einsetzt. Auf der Suche nach einer Geschäftsidee fiel den Schülern die langweilige Uhr im Klassenraum auf – das sollte man doch schicker machen können! Beispielsweise, indem man das Zifferblatt durch ein Verkehrsschild ersetzt. Eine Idee, die zündete – und auch sofort ausgebaut wurde. Seither stellen die Schüler in handwerklich anspruchsvoller Heimarbeit in Hobbykellern und in der Werkstatt des Düsseldorfer Franz-Jürgens-Berufskollegs Regale aus ausgemusterten Parkverbotsschildern und Garderoben aus Einbahnstraßenschildern her oder auch Tische, die Rücksicht auf spielende Kinder fordern. Die Schüler zahlen sich fürs kreative Upcycling selbst einen symbolischen Stundenlohn von 50 Cent, alle Einnahmen darüber hinaus spenden sie an die Verkehrswacht. An die 250 Schilder haben die zwölf Schüler bereits in ausgefallene Möbel verwandelt, berichteten Amina Jäckel (17) und Alina Schmolke (16), als sie einige ihrer Objekte zu SITZart brachten. Wer sich für die kunstvollen Möbel interessiert, sollte sich beeilen: Zwar besteht die Möglichkeit, dass die Schüler-Firma in eine „richtige“ GmbH umgewandelt wird – aber derzeit gilt: Was weg ist, ist weg. SITZart, Liesegangstraße 17a, 40211 Düsseldorf www.sitzart.com www.streetcycled.de

Sonderveröffentlichungen