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Leseprobe Hilden / Haan -16.09.2017-

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Leseprobe Hilden / Haan

SAMSTAG, 16. SEPTEMBER 2017 HILDEN • HAHN DENKMALTAG Hilden zeigte „Macht und Pracht“ für Architektur-Begeisterte. Seite 6 SERIE Rekordverdächtig: Werner Beecker ist 85 Jahre alt und hält neun deutsche Rekorde. Seite 5 Hilden reichen vier Verkaufssonntage Das sei ein guter Kompromiss von Shoppen und Arbeitnehmerschutz, sagt Volker Hillebrand vom Stadtmarketing. VON CHRISTOPH SCHMIDT HILDEN Die neue schwarz-gelbe Landesregierung will das Ladenöffnungsgesetz ändern. In einer Gemeinde dürfen künftig acht statt vier Sonntage zum Verkauf freigegeben werden. An Samstagen soll künftig ohne jede Begrenzung wie zwischen Montag und Freitag eingekauft werden können – also auch nach 22 Uhr, was bislang verboten ist. Wichtig: Auch die so genannte Anlassbezogenheit fällt weg. Der Stadtrat kann Einkaufssonntage mit der Begründung genehmigen, er wolle die Einkaufsstadt Hilden fördern. In Düsseldorf jubeln der Handelsverband HDE und die Industrie- und Handelskammer. Die Gewerkschaft Verdi ist empört. „Ich bin fassungslos“, so Verdi-Chefin Stephanie Peifer: „Das ist der Anfang der Sieben-Tage-Woche.“ Die Gewerkschaft werde das nicht hinnehmen und schließe eine Verfassungsbeschwerde nicht aus. Hilden braucht nicht mehr Verkaufssonntage, glaubt Volker Hillebrand: „Ich halte die vier verkaufsoffenen Sonntage in der Innenstadt für gut und gängig. Das ist ein guter Kompromiss zwischen Shoppen und Arbeitnehmerschutz.“ Hillebrand begrüßt, dass es künftig keinen Anlass (ein Fest, ein Event) mehr geben muss, der nachweislich mehr Besucher anzieht als der Sonntagsverkauf. Er betont aber zugleich, dass alle Anlässe für die vier Einkaufssonntage in Hilden (7. Mai mit Modenschau, Wein- und Frühlingsfest, 17. September mit Autoschau, 5. November mit Bücherund Antikmarkt, 3. Dezember mit Weihnachtsmarkt) „rechtskonform“ sind. Der Stadtmarketing-Geschäftsführer könnte sich vorstellen, den Weihnachtsmarkt und den Sonntagseinkauf im Advent Anfang Dezember künftig zu entkoppeln: „Die Erfahrung zeigt, das ist für beide Seiten nicht optimal. Das müsste man aber noch besprechen.“ Late- Night-Shoppen habe sich in Hilden nicht bewährt. „Wir haben das vor Jahren mal ausprobiert. Der Erfolg Für Ralf Gierten, Vorsitzender der Hildener Autohändler, muss die Autoschau nicht unbedingt mit einem verkaufsoffenen Sonntag kombiniert sein. Das Stadtmarketing sieht das anders. RP-ARCHIVFOTO: OLAF STASCHIK war überschaubar. In Hilden wollen die Leute abends ausgehen, nicht einkaufen.“ Die Autoschau am 16./17. September ist auch mit einem Sonntagsverkauf verbunden. Das ist für Ralf Gierten, Vorsitzender der veranstaltenden Interessengemeinschaft Hildener Autohäuser, kein Muss: „Durch die Gebrauchtwagen- Messe im Frühjahr und die Autoschau im September können wir vergleichen. Die Autos ziehen die Leute an. Sie bummeln auch am Sonntag gern durch die Innenstadt. Bei der Gebrauchtwagen-Messe (ohne Sonntagsverkauf) ist es für interessierte Besucher leichter, wahrgenommen zu werden. Die Verkäufer können dann auch besser beraten. Für uns Autohändler müsste die Kombination mit einem Einkaufssonntag nicht sein.“ Das sieht Volker Hillebrand vom Stadtmarketing etwas anders: „In 25 Jahren ist die Hildener Autoschau ein Erfolgsmodell geworden. Beide Seiten, Autohändler und Einzelhandel, tun gut daran, alles so zu lassen wie es ist. Das ist eine Symbiose, von der beide Seiten profitieren.“ Und was sagen die Kunden? Beim ersten Verkaufssonntag in diesem Jahr hatte das Stadtmarketing rund 380 Besucher der Innenstadt befragt. Ergebnis: Nur etwa 15 bis 20 Prozent waren sonntags zum Einkaufen in die Innenstadt gekommen. Rund 80 Prozent waren wegen des Blumenmarkts, des Weinfestes oder der Modenschau da. Oder einfach nur zum Bummeln. „Weil Hilden so schön ist“, brachte es eine Befragte auf den Punkt. Alte Lokalzeitungen kommen nach und nach ins Internet Die Stadtarchive von Hilden und Haan nehmen an einem Landesprojekt teil. Langenfeld und Monheim bleiben vorerst beim Papier. HILDEN/HAAN (cis/gut) Historische Zeitungen sind eine Fundgrube für die Erforschung der Orts- und Regionalgeschichte. „Allerdings sind sie oft schwer zugänglich und aufgrund des minderwertigen Trägermaterials stark vom Papierzerfall bedroht“, erläutert Heike Bartel- Heuwinkel, wissenschaftliche Referentin beim Archivberatungszentrum des Landschaftsverbands Rheinland. Deshalb stellt das Land jetzt rund 200.000 Euro bereit, um in einem ersten Schritt rund 100 verfilmte historische Zeitungen aus den Jahren 1862 bis 1944 zu digitalisieren. Ab Mitte 2018 soll Jedermann die Zeitungen im Internet kostenfrei zur Recherche nutzen können. Jetzt startete das Projekt im Rheinland: In Hilden nahm Bartel- Heuwinkel die älteren, mikroverfilmten Bestände von zehn regionalen Zeitungen aus Hilden, Haan und Velbert entgegen: „Im Rheinland sind die historischen Zeitungen dort gesammelt worden, wo sie erschienen sind – in den Stadtarchiven.“ In Hilden ist unter anderem das seit 1869 erschienene „Rheinische Volksblatt“ beinahe lückenlos erhalten. „Es sind die Zeitungen, die im Hildener Stadtarchiv am häufigsten genutzt werden“, erläutert Stadtarchivar Wolfgang Antweiler. Allerdings sei das Zeitungspapier „gruselig schlecht“ gewesen. Deshalb wurden die Bestände verfilmt. Der Archivbesucher kann sich einen Artikel ausdrucken lassen. Neben Hilden beteiligen sich auch Haan und Velbert an dem Digitalisierungsprojekt. In Haan hat Birgit Markley die ab 1891 erschienene Haaner Volkszeitung archiviert: „Bis auf die ersten fünf Jahrgänge ist der Bestand vollständig. 1941 übernahm das NSDAP-Organ ,Rheinische Landeszeitung’ die Lokalzeitung.“ Besonders interessant seien die (Geschäfts-)Anzeigen und amtlichen Verlautbarungen: „Im Jahrgang 1917 kann man sehr anschaulich sehen, wie der Erste Weltkrieg das tägliche Leben bestimmt hat.“ Bis Mitte 2019 sollen bereits über 100 historische Lokalzeitungen aus NRW im Internet verfügbar sein. Mit Suchfunktion, hofft LVR-Frau Heike Bartel-Heuwinkel: „Das wäre toll, da wollen wir hin.“ Das sei wegen der Frakturschrift aber noch nicht einfach.

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