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Leseprobe Hilden / Haan -16.09.2017-

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HI-SV02 2

HI-SV02 2 Leseprobe RHEINISCHE POST SAMSTAG, 16. SEPTEMBER 2017 Hausanschluss noch eine Woche gratis „Viele wollen Glasfaser haben, wir liegen aber noch unter der benötigten Anzahl“, sagt Stadtwerke-Vertriebsleiter Oliver Schläbitz. VON CHRISTOPH SCHMIDT HILDEN Die Stadtwerke Hilden wollen Millionen in ein eigenes Glasfasernetz stecken. Zunächst soll der Hildener Westen angeschlossen werden. Hier gibt es fast 600 Unternehmen und 1300 Privathaushalte als potenzielle Kunden. Mindestens 40 Prozent müssen einen Glasfaseranschluss bei hildenMedia bestellen, damit der Ausbau wirtschaftlich ist. „Mehr als 65 Verträge sind bereits unterschrieben“, berichtet Vertriebsleiter Oliver Schläbitz: „Viele Kunden überlegen noch, andere waren in den Ferien. Es läuft gut, aber wir liegen noch unter der benötigten Anzahl.“ Wer bis zum 23. September einen Vertrag unterschreibt, erhält den Anschluss bis zum Haus kostenfrei – bis zu einer Länge von zehn Metern auf die Grundstücke. Wer noch einen Vertrag bei einem anderen Provider hat, zahlt erst bei seinem Wechsel zu hildenMedia. Schläbitz ruft die Bewohner im Hildener Westen dazu auf, auch mit den Nachbarn zu sprechen und sich zusammenzu- tun. Hier und da hätten sich fast ganze Straßenzüge geschlossen für Glasfaser entschieden. Interessierte Mieter sprechen ihre Hauseigentümer an, denn auch die müssen mit dem Anschluss einverstanden sein. Mit einem Glasfaseranschluss sind Unternehmen und Bürger für die digitale Zukunft gerüstet, betont Stadtwerke-Chef Hans-Ullrich Schreiber. Damit erhöhe sich auch der Wert der Gebäude. Internet, Telefon und Fernsehen: Mit Glasfaser geht alles gleichzeitig. „Stabile Bandbreiten und auch noch superschnell“, sagt Schreiber: „Da kommt kein Kupferkabel hinterher. Der Kunde muss seine Glasfaser mit niemandem teilen, die Leistung ist garantiert. Das ist der größte Vorteil der Lichtwellenleitertechnologie.“ In den nächsten Tagen sind weitere Beratungstermine von den Stadtwerken und der städtischen Wirtschaftsförderung geplant. Kürzlich hat die Wirtschaftsförderung Betriebe in die neue Geschäftsstelle des Kfz-Verbandes Nordrhein-Westfalen (Bahnhofsallee 11) eingeladen. Interessierte Unternehmen wurden von den Kooperationspartnern Backens und Frings intensiv beraten, um für sie ideale, individuelle Lösungen hinter dem Glasfaseranschluss zu finden. „Mit Backens und Frings unterstützen zwei Hildener Spezialisten den Glasfaserausbau tatkräftig“, freut sich der Stadtwerke-Chef. „Das war uns sehr wichtig und wir wissen es zu schätzen.“ Auch Rat und Verwaltung stehen hinter dem ambitionierten Projekt. „Es ist auch klarer politischer Wille, den Wirtschaftsstandort Hilden durch den Glasfaserausbau zu stärken“, betont Bürgermeisterin Birgit Alkenings: „Deshalb unterstützt die Politik die Stadtwerke vollkommen dabei, dieses Großprojekt zu stemmen.“ Auf der Internetseite der Stadtwerke finden Interessierte auch ausführliche Antworten auf viele mögliche Fragen. Für Privatkunden bieten die Stadtwerke folgende Beratungstermine im Sportpark Hilden (Kleinhülsen 17) an: Donnerstag, 14. September, von 18 bis 20 Uhr. Dienstag, 19. September von 17 bis 19 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Superschnelle Übertragung, stabile Bandbreiten: Dem Glasfasernetz gehört die Zukunft. ARCHIVFOTO: THINKSTOCK Dreiste Reklame: Schlüsseldienst heftet sich an viele Türen Die Aufkleber sind kaum als Werbung zu erkennen. Schweißroboter holt Aufträge zurück Auch beim SKFM in Hilden klebt die Werbung. FOTO: CIS? HILDEN (cis) Plötzlich war er da – ein kleiner Aufkleber unter dem Schlüsselloch zur Haustür der RP-Redaktion an der Schulstraße 13: „Schlüsseldienst 24 Stunden 0170 7050960“. Da hat der Hauswirt wohl Vorsorge getroffen, dachten wir uns. „Der ist nicht von uns“, hieß es beim Eigentümer erstaunt. Dabei klebt er vielen Haustüren von Mehrfamilienhäusern in Hilden, stellte die RP fest: etwa an der Kirchhofstraße 4, 6-8, 16, an der Mittelstraße 11, 24, 26 und 27 oder Am Kronengarten 17. Man muss schon genau hinschauen, um die kleinen Aufkleber zu entdecken. Sie sind so angebracht, dass sie wie ein Teil der Klingelanlage (oder des Eingangs) erscheinen. Auch an der Tür zu den Seniorenwohnungen der katholischen Gemeinde neben St. Jacobus (Mittelstraße 12) klebt ein Aufkleber: „Hausschlüsseldienst 0174/2742690“ steht darauf. Dadurch wird der Eindruck erweckt, dass es sich um eine Information handelt, die dort hingehört. Tatsächlich handelt es sich aber um Werbung. Ob die betagten Bewohner das auch verstehen? Wer die Nummer 0170 7050960 wählt, landet in einem Callcenter. Dort meldet sich der Mitarbeiter mit „Schlüsseldienst“ – ohne seinen Namen oder den seiner Firma zu nennen. In 30 Minuten könne ein Monteur da sein. Was kostet das? Antwort: Das entscheide der Monteur vor Ort. Erst durch hartnäckiges Nachfragen erfahren wir schließlich: Für jede angefangene 15 Minuten werden 19,90 Euro berechnet. Dazu kommt noch eine Pauschale von 43 Euro. Im Internet gibt es Kommentar zu der Mobilfunknummer. Positive – „Seriöser Schlüsseldienst“, „Zu empfehlen“ und ebenso viele negative: „verrufene Firma“, „Bewertungen sind nicht echt“, „schlimme Abzocke“. „Unseriöse Schlüsseldienste sind ein Dauerbrenner“, sagt Carolin Semmler, Rechtsanwältin der Verbraucherszentrale NRW: „Häufig werden überhöhte Rechnungen gestellt und die Kunden an der Haustür überrumpelt. Der Monteur öffnet etwa die Tür und tauscht dann das Schloss aus, obwohl das gar nicht nötig wäre.“ Sie rät: in Ruhe einen seriösen Schlüsseldienst am Wohnort aussuchen, die Preise checken und dann die Nnummer für den Notfall zur Hand zu haben. Die Aufkleber an den Haustüren seien nichts anderes als Werbung: „Die ist grundsätzlich nicht verboten. Man kann ein Schild (keine Werbung) anbringen. Wenn dagegen verstoßen wird, sollen Verbraucher das Unternehmen auffordern, die Werbung künftig zu unterlassen. Rechtlich steht ihnen ein Unterlassungsanspruch zu.“ Auch auf dem Klingelschild des katholischen Sozialdienstes an der Kirchhofstraße klebt auch ein Schlüsseldienst. „Das habe ich noch gar nicht mitbekommen“, sagt SKFM-Geschäftsführer Hubert Bader: „Im Notfall würden wir einen bestimmten Schlüsseldienst rufen. Aber ich weiß nicht, ob alle unsere Mitarbeiter das wissen.“ Auch die städtische Wohnungsbaugesellschaft WGH hat einen seriösen Schlüsseldienst engagiert. „Unsere 202 Mieter wissen das“, sagt Geschäftsführer Manteuffel. Christian Schwenger (l.) und Peter Heinze (3.v.l.) von der Wirtschaftsförderung lassen sich von Cornelia Hornemann und Bernd von der Bank die Funktion des in Hilden entwickelten Schweißroboters erläutern. FOTO: STADT HILDEN VON CHRISTOPH SCHMIDT HILDEN Industrie 4.0 passiert – und zwar mitten in Hilden. Das Familienunternehmen „Paul von der Bank GmbH“ bietet seit fast 60 Jahren das Rundum-Sorglos-Paket fürs Schweißen, Schneiden und Löten. Neben dem Handel mit über 1000 Produkten setzt der Mittelständler auf Eigenentwicklungen und -fertigungen. Die Paul von der Bank GmbH macht vor, wie digitaler Wandel im Mittelstand funktioniert – vor allem im und für das Handwerk“, erklärt Christian Schwenger von der Wirtschaftsförderung der Stadt Hilden. Ein sehr gutes Beispiel dafür sei die „neueste Flamme“ der Firma: die „Mini-Roboterzelle Welding To Go 1200, kurz WTG. In dieser Zelle schweißt der „KR 6 R 700 Sixx“-Roboter von Kuka zuverlässig alle Metalle, die in dem Raum mit Größe einer Euro-Palette, 1200 mm x 800 mm, Platz finden. „Dass sich Tradition und Innovation nicht ausschließen, haben inzwischen drei ,von der Bank’-Generationen bewiesen“, macht Christian Schwenger deutlich. Mit der WTG 1200 sei dem Hildener Unternehmen aber ein besonderer Coup geglückt. „Die WTG 1200 ist sozusagen das Smartphone der Schweißtechnik“, veranschaulicht Produktmanager Peter Bongartz. „Sie kann alles, vorausgesetzt jemand installiert die richtige App.“ Sie ist die kleinste Roboterzelle für Schutzgas-Schweißen auf dem Markt, arbeitet wiederholgenau und zeigt auch nach einer 24/ 7-Woche keine Ermüdungserscheinungen. „Mit der WTG können kleine und mittlere Unternehmen Aufträge zurückholen, die sie zuvor an Unternehmen im Ausland verloren haben“, erklärt Bongartz. „Konsequenterweise produziert die Paul von der Bank GmbH ihre Roboter- Zelle regional vor Ort. Ein Grund sind die hohen Qualitätsstandards.“ Dennoch bleibe die Zelle bezahlbar. „Die WTG 1200 ist schon ab 65.000 Euro zu haben“, berichtet Maschinenbau-Ingenieurin Cornelia Hornemann. „Die niedrigen Investitionskosten rechnen sich bei 5,42 Euro pro Stunde im Einschichtbetrieb schon nach kürzester Zeit.“ Angst vor Nachahmern hat die langjährige Mitarbeiterin nicht: „Kopien öffnen den Markt“, weiß Hornemann. „Und wir sind klar im Vorteil. Neben dem nötigen Know-how verfügen wir über Branchen-Kontakte aus fast 60 Jahren Schweißtechnik und eine große Akzeptanz bei der Zielgruppe.“ Die Paul von der Bank GmbH hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Mittelstand die Angst vor der Automation zu nehmen. „Das Berufsbild des Schweißers ändert sich“, erläutert Cornelia Hornemann. „Automatisierung sollte auch in Deutschland auf den Ausbildungs-Lehrplan gehören.“ In den Niederlanden sei das längst der Fall. An die dortigen Berufsschulen verleiht das Familienunternehmen regelmäßig die WTG zu Schulungszwecken. „Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das A und O, auch für uns“, betont die Ingenieurin. Aktuell sucht das 30-köpfige Team Verstärkung. Gefragt sind Vertriebsmitarbeiter/innen, Anwendungstechniker/ innen, Buchhalter/innen und Industrieelektroniker/innen. „Die technische Entwicklung hört nie auf und wir haben noch viele Ideen für die Zukunft, die wir in Hilden umsetzen möchten“, freut sich Hornemann. Video WeldingToGo 1200: „youtube/ VOVws_Oqwm8“ RHEINISCHE POST Redaktion Hilden: Schulstraße 13, 40721 Hilden; Redaktionsleitung: Gökcen Stenzel; Vertretung: Ralf Geraedts; Sport: Birgit Sicker. Für unverlangte Einsendungen wird keine Gewähr übernommen. Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Die Abonnementgebühren sind im Voraus fällig. Abonnementkündigungen werden nur schriftlich beim Verlag oder einem Service Punkt mit einer Frist von 6 Wochen zum Quartalsende entgegengenommen. Freitags mit prisma - Wochenendmagazin zur Zeitung. Zur Herstellung der Rheinischen Post wird Recycling-Papier verwendet.

RHEINISCHE POST SAMSTAG, 16. SEPTEMBER 2017 HI-SV03 Leseprobe 3 Mit dem Rollator durch den Stadtwald Ist die Gehhilfe auch für Wege in der Natur geeignet? Ja. Das erfuhren jetzt Teilnehmer eines ganz besonderen Kurses. VON SANDRA GRÜNWALD HILDEN/HAAN Ein warmer Hochsommertag mit blauem Himmel und Vogelgesang ist genau der richtige Zeitpunkt, um auf eine Entdeckungstour durch den schattigen Stadtwald zu gehen. Doch die Erkundungstour, die am Dienstagvormittag ihren Anfang am Restaurant Zwölf Apostel“ nahm und unter dem Motto „Mach mit und bleib fit!“ stand, war eine ganz besondere, denn sie war für Menschen mit Rollator ausgelegt. „Oder für jene, die nicht so schnell durch den Wald hetzen möchten“, wie es Marie Luise Barkhoff, Leiterin des Josef-Kremer- Hauses der Awo, formulierte. In der Tat hatten sich nicht nur fünf Damen mit Rollator eingefunden, sondern auch einige Damen und Herren, die bislang noch ohne dieses Hilfsgerät auskommen. Ihnen allen ging es darum, gemeinsam die Wege des Hildener Stadtwaldes zu erkunden. Organisiert wurde diese Rollator-Tour von Marie Luise Barkhoff im Rahmen des Projektes „Erkundungen im Quartier“. Für diesen Waldspaziergang konnte der Awo-Ortsverein Hilden nicht nur den Stadtsportverband Hilden, sondern auch die Stadt als Kooperationspartner gewinnen. So wurde die Tour angeführt von Förster Dennis Anders und der Sport- und Gesundheitstherapeutin Heidrun Weibrecht, die gleich das allerneuste Modell mitgebracht hatte – den in Finnland entwickelten „Wheellator“, der sich mit wenigen Handgriffen vom Rollator zum Rollstuhl umbauen lässt. Zunächst gab sie ein paar Tipps für den richtigen Rollator-Gebrauch. „Die Knie und die Ellenbogen müssen locker sein“, betont Weibrecht. „Ansonsten überträgt sich der Druck auf den Rücken oder auf die Schultern.“ Dann ging es los, zunächst auf gut befestigten Wegen. „Es gibt dreißig Kilometer ausgebaute Wege im Stadtwald“, erzählt Förster Dennis Anders. Alle sind freilich nicht für die Rollatoren geeignet. „Wir haben von geteerten Wegen über Schotterwege bis hin zu weichem Untergrund, der bei Regen schon mal schlammig sein kann, alles hier“, sagt Anders. Die Erfahrung hat auch eine Teilnehmerin schon gemacht. „Ich hab schon versucht, allein hier im Stadtwald spazieren zu gehen, aber dann kam plötzlich Schotter“, erzählt sie. Und auf Schotter sei es mit dem Rollator ganz schwierig. Nun freut sie sich, auf der geführten Tour Rollator-freundliche Wege kennenzulernen. Drei Rundwege kann der Förster auch gleich empfehlen. Sie sind durch Tierzeichen gut ausgeschildert. „Eine Schnecke für die Drei-Kilometer-Route, ein Kaninchen für die Fünf-Kilometer- Route und ein Hirsch für die Zehn- Auch Förster Dennis Anders (r.) war mit einem Rollator unterwegs, um den Teilnehmern des Kurses zu erläutern, wie sie sich am besten auf Waldwegen verhalten. RP-FOTO: OLAF STASCHIK Kilometer-Route.“ Auch über die Wege kann er einiges erzählen, denn der Wald ist nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern auch sehr gut von Rettungsfahrzeugen zu befahren. So können sich auch die Senioren im Stadtwald sicher fühlen bei ihrem Spaziergang. Stadtsportverband-Geschäftsführer Harald Noubours betont: „Bewegung ist eine Lebenseinstellung. Egal, wie alt wir sind, es ist wichtig sich zu bewegen.“ In Planung ist nun eine Straßen- Erkundungstour für Rollatoren. Larissa Wolter war in Australien. FOTO: TEPH Bankerin pflückt Mandarinen in Australien VON SANDRA GRÜNWALD HILDEN Im Jahr 2014 schloss Larissa Wolter ihre Ausbildung bei der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert (hrv) ab. Danach nutzte sie das Angebot ihres Arbeitgebers, der es seinen Mitarbeitern ermöglicht, sich ein Sabbatjahr zu nehmen, um ins Ausland zu gehen. So beantragte Larissa Wolter ein Jahr unbezahlten Urlaub und flog nach Australien. „Ich wollte schon immer meinen Erfahrungshorizont erweitern“, erklärt die 24-Jährige, „neue Menschen und neue Kulturen kennenlernen.“ Australien schien ihr genau das richtige Ziel zu sein, denn dort konnte sie gleich auch ihre Sprachkenntnisse aufbessern. „Mein Englisch wurde perfektioniert“, erzählt sie lächelnd. Zunächst kaufte sie ein Auto, das so umgebaut wurde, dass sie darin schlafen konnte. Mit diesem fahrbaren Untersatz ging es los auf einen großen „Roadtrip“ rund um den Kontinent. Und gearbeitet wurde ebenfalls. „Auf einer Mandarinenfarm“, erzählt Larissa, „aber auch freiwillige Arbeit und in Sidney hatte ich die Möglichkeit, ein Praktikum zu machen, das mich dazu inspiriert hat, hier nebenberuflich mein Bachelor-Studium zu machen.“ Die Sparkasse unterstützt solche Pläne gerne: „Unsere Personalarbeit ist auf die Menschen fokussiert“, sagt Personal-Direktor Ralf Wienold. Durch intensive Umfragen und persönliche Gespräche konnten Mitarbeiterwünsche und -bedürfnisse ermittelt werden, verschiedene Arbeitszeitmodelle wurden entwickelt. „So ein Sabbatjahr bietet sich direkt nach der Ausbildung an, wenn man noch nicht fest eingeplant ist“, sagt Wienold. Dazu reicht es, den Wunsch rechtzeitig mit dem Vorgesetzten und der Personalabteilung abzusprechen. Neben dem Sabbatical haben die Sparkassenmitarbeiter auch die Möglichkeit, Urlaubstage dazuzukaufen. Im Jahr 2016 wurden 262 Tage dazugekauft. Im Jahr 2017 sind es schon weit über 700 Tage. Das flexible Arbeitskonzept sieht Wienold als „Win-Win“ an. „Wenn die Leute sich wohlfühlen, arbeiten sie auch gerne.“ Larissa kann das bestätigen. Sie ist seit ihrer Rückkehr aus Australien als Serviceberaterin und Ausbildungsbeauftragte tätig und hat ein Abendstudium begonnen. WEINLESE Gruitener Trauben gären jetzt hilden@ rheinischepost.de Heiner Wolfsperger, Hans-Josef Herring und Hans-Joachim Friebe bei der ersten Weinlese an der Gruitener Welschenmauer. Die Trauben ergaben fünf Liter Saft. RP-FOTO: OLAF STASCHIK Die Straße, an die die „Welschenmauer“ in Gruiten grenzt, heißt treffend „Am Weinberg“. Die Lage hat zwar noch keinen Namen. Aber erstmals konnten Hans-Joachim Friebe, Hans- Josef Herring und Heiner Wolfsperger zur Weinlese schreiten. In ihrem zweiten Jahr trugen die Weinstöcke erstmals etwas Frucht. „Rund fünf Liter Traubensaft konnten wir auspressen“, berichtete Heiner Wolfsperger. Der Ertrag an der Rebsorte Regent sei der größte gewesen. An der Friedhofsmauer stehen noch Rebstö- cke der Sorte Solaris – ebenfalls aus dem Breisgau. Aber auch einige Riesling-Reben und Stöcke der Sorte Sauvignon gedeihen oberhalb des historischen Dorfes. Es sind pilzresistente Reben, berichtete Wolfsperger. Bei der Lese habe sich gezeigt, dass die Triebe alle sehr gesund und frei von Krankheiten waren. Der Traubensaft gärt inzwischen in einem privaten Weinkeller. Aber nicht mehr lange. Denn am nächsten Wochenende wollen die Gruitener Winzer den jungen Wein genießen. „Mit Zwiebelkuchen“, verrät Hans-Joachim Friebe, der sich wie seine Mitstreiter schon sehr auf den Genuss freut. Wenn der Ertrag einmal größer wird, gibt es dann einen Gruitener Wein? „Ich werde die Trauben mitnehmen und bei einem Winzer professionell verarbeiten lassen“, kündigte Heiner Wolfsperger an. Die Flaschen würden dann ein eigenes Gruitener Etikett erhalten. Denkbar sei es, den Gruitener Wein im Rahmen eines Festes für einen guten Zweck zu verkaufen. „Genauere Gedanken haben wir uns dazu noch nicht gemacht“, meint Wolfsperger. Erst einmal muss der Erstling die Geschmacksprobe bestehen. -dts

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