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Leseprobe Hilden / Haan -16.09.2017-

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RHEINISCHE POST SAMSTAG,

RHEINISCHE POST SAMSTAG, 16. SEPTEMBER 2017 HI-SV06 Leseprobe 6 Denkmaltag zeigte „Macht und Pracht“ Am Sonntag, 10. September, gab es in Hilden für Architektur-Begeisterte viel zu entdecken. Christof Gemeiner (l.) erläutert die Sanierung der ehemaligen Walzengravieranstalt Waldeck & Nacke an der Walder Straße 24/24a. RP-FOTO: OLAF STASCHIK Das Kückeshaus, Eisengasse 2, ist von 11 bis 16 Uhr geöffnet. RP-FOTO: CIS Der Turm der Reformationskirche wird voraussichtlich noch bis Ende des Jahres saniert. RP-FOTO: CHRISTOPH SCHMIDT brikhalle wurde um 1850 erbaut, die Villa an der Straße um 1900. Architekt Christof Gemeiner hat die Villa gekauft und behutsam saniert. Die alte Fabrik baut er im Auftrag des Awo Bezirksverbandes Niederrhein zu einem Zentrum für Beratung, Freizeit und Arbeit um. Die Gottschalksmühle (Mühle 64) wurde bereits 1380 erwähnt. Gemeiner hat das eindrucksvolle Gebäude saniert. Reinhold Brüning stellte die Grabmale wichtiger Hildener auf dem Hauptfriedhof vor. Auch die Kornbrennerei/Fabry- Museum war geöffnet und ließ die Geschichte des Korns lebendig werden. In den 1980er Jahren war es der damalige Heimat- und Museumsverein, der die alte Brennerei rettete und sich für die Einrichtung des Museums engagierte. VON CHRISTOPH SCHMIDT HILDEN Architektur und Kunst waren immer auch Ausdruck von politischem, religiösem und sozialem Geltungsanspruch, Demonstration vom Macht, Einfluss und Wohlstand. Das war das Thema des Denkmaltages am 10. September. Und Hilden hatte zu „Macht und Pracht“ viel Interessantes zu bieten. Etwa das Alte Rathaus Bürgerhaus Mittelstraße 40). Erbaut 1899- 900, ist es der steingewordene Bürgerstolz auf die Erhebung zur Stadt. Stadtführerin Nicole Anfang zeigt um 10.30 Uhr, wie sich das im historischen Ratssaal widerspiegelt, wo früher auch der Bürgermeister residierte. Zum Denkmaltag gab die Post wieder einen Sonderstempel heraus. Er zeigt den Gedenkstein von Wilhelm Ferdinand Lieven (1839-1902). Er erbte als 27-Jähriger Haus Horst. Das machte ihn reich – und einflussreich. Mit seinem Vermögen tat Lieven als Stadtverordneter und Erster Beigeordneter viel Gutes und schenkte Hilden den Stadtwald, sagt Vorsitzender Lothar Müllenberg. Die Reformationskirche ist das Wahrzeichen der Stadt – „das eindrucksvollste Gebäude Hildens“, sagt Denkmalpflegerin Karin Herzfeld. 1210 wurde die Emporenkirche im romanischen Stil erbaut und zeugt vom Einfluss der Kirche in Hilden. Aktuell ist das Gotteshaus außen (Turm) und innen eine Baustelle. Das Kircheninnere kann ab 14 Uhr besichtigt werden (nicht der Turm). Pfarrer Ole Hergarten erläutert die Bauarbeiten. Die Wiedereröffnung ist für den 22. Oktober geplant. Parallel dazu feiert die Gemeinde auf dem alten Markt von 11 bis 18 Uhr. Das Fest beginnt mit einem Gottesdienst im Freien. An der Walder Straße 1 bis 50 gibt es einen Straßenzug mit villenartiger Bebauung im Stil des Historismus und des Jugendstil, erbaut um 1900. An der Walder Straße 24/24a hatte ehemals die Walzengravieranstalt Waldeck & Nacke ihren Sitz. Die Fa- INFO Sonst versperrte Türen öffneten sich In Hilden waren am 10. September acht Denkmale oder Bereiche von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Darunter auch einige, die sonst nicht zugänglich sind. Alle Führungen und Besichtigungen waren kostenfrei. Für die Führung über den Hauptfriedhof bat die Volkshochschule dennoch um Anmeldung. Alle Informationen zum Denkmaltag in Hilden unter www.hilden.de Für die Sanierung der Gottschalksmühle (Kosten; rund 2,5 Millionen Euro) ist Architekt Christof Gemeiner mit einem Preis ausgezeichnet worden. FOTO: GEMEINER

RHEINISCHE POST SAMSTAG, 16. SEPTEMBER 2017 HI-SV07 Leseprobe 7 Galerie der schönsten Äpfel Die Apfelsaison ist in vollem Gange. Zum Beispiel am Bio-Stand auf dem Markt und im Hofladen von Weeger. VON ISABEL KLAAS LANGENFELD Wer kennt ihn nicht, den Spruch über den einen Apfel am Tag, der den Doktor fernhält. Seit Anfang August sind die ersten Sorten aus der Region wieder zu haben – frisch vom Baum, knackig, saftig und süß und voller Inhaltsstoffe, die dem Körper guttun. Christina Weeger ist die einzige Landwirtin in Langenfeld, die Äpfel anbaut. Es sind sieben Sorten auf anderthalb Hektar Fläche in Richrath – ausschließlich zur eigenen Vermarktung, sagt sie. Derzeit verkauft sie in ihrem Bauernladen in Rietherbach Delbar, Alkmene und James Grieve. Bis November folgen noch Pinova, Elstar, Rubinette und Alkmene. Einige haben das Reifestadion nicht ganz abgeschlossen und hängen noch prächtig am Baum. Die letzten werden sogar erst Anfang November kurz vor dem ersten Frost gepflückt. Super war die Ernte in diesem Jahr allerdings nicht. Für Christina Weeger und viele andere Obstbauern hatte der Frühling eine böse Überraschung bereit gehalten: nämlich minus sieben Grad Nachttemperatur vom 19. auf den 20. April. So schnell vergisst die Landwirtin dieses Datum nicht, weil es der Apfelblüte sehr geschadet hat. Während Weeger versucht hat, die Blüten mit Wasserberieselung zu schützen, setzte der Lieferant von Bio-Bäuerin Dorrit Furthmann auf Sie heißen Elstar (1), Alkmene (2), Pinova (3) oder Rubinette (4) und sind nicht nur schmackhaft, sonder auch sehr gesund. Frische Äpfel gibt es auf dem Markt oder in den Hofläden der Bauernhöfe. Auch Supermärkte bieten heimische Äpfel an. RP-FOTOS (5): ISABEL KLAAS wärmende „Kerzen“ gegen die späten Nachtfröste. Das sieht nicht nur toll aus, wenn die Kerzen nachts unter den blühenden Bäumen brennen, sondern kann auch die Ernte retten. „Es hat geholfen“, sagt Furthmann, „aber die Kosten sind beträchtlich.“ Der Obst- und Gemüsestand von Dorrit Furthmann, der dienstags und freitags auf dem Wochenmarkt steht, bietet übers Jahr verteilt 15 Sorten biologisch angebauter Äpfel an. Darunter auch die Sorte Santana, die selbst Allergiker essen dürfen. Gerne gibt die Markthändlerin Tipps, welche Sorte sich für Kuchen, Mus oder als Baby-Nahrung eignet. Unter den aktuellen Sorten am Marktstand schmeckt der Rubinola mit am besten. Er ist saftig, fest und süß - aber er hat leider einen Schalenfehler am Stielansatz. „Deshalb nehmen manche Leute diese Sorte nicht, weil sie glauben, das sei Gammel“, sagt Furthmann. Der Makel ist aber in der Tat nur äußerlich. „Rubinola gehört mit zu den neueren Sorten, die einen sicheren Ertrag ohne Spritzaufwand liefern“, sagt Furthmann, „das ist gerade für den biologischen Anbau wichtig.“ Dorrit Furthmann bietet auf dem Wochenmarkt in Langenfeld Äpfel aus biologischem Anbau an, die – wie die Sorte Santana – auch für Allergiker genießbar sind. RP-FOTO: RALPH MATZERATH Äpfel, die anfällig sind für Mehltau und Kragenfäule machen dem Bio-Bauern das Leben schwer. Und dann wird auch noch fürs Auge gezüchtet: Rote Bäckchen machen was her und werden immer gerne genommen. Deljonka, Topaz, Lena, Elise, Boskop, später dann auch die alte Sorte Berlepsch und die seltene Ananas-Renette sind kleine Geschmacksexplosionen, erstaunlich unterschiedlich und facettenreich. Und sie sind gesund. Über 30 Vitamine und Spurenelemente, 100 bis 180 Milligramm Kalium und viele andere wertvolle Mineralien wie Phosphor, Kalzium, Magnesium oder Eisen trägt ein durchschnittlich großer Apfel in sich. Was bei Furthmann nicht aus eigenem Bioland-Anbau in Bornheim stammt, kommt vom Bio-Apfelbauer Aloysius Knein in Niedeggen und vom Bio-Hof Bölingen in Grafschaft. Dort gedeihen die Früchte im Landschaftsschutzgebiet. Egal, ob Bio oder integrierter Anbau – frisch schmeckt jeder Apfel am besten. Was im Frühjahr und Frühsommer aus der Region bei uns in den Obstkorb kommt, hat in der Regel im Kühlhaus gelagert und wurde per Smart-Fresh-Verfahren begast, um nicht zu altern. Oder mit weniger Sauerstoff und mehr Kohlenstoffdioxid an der Reifung im Lagerraum gehindert. Bei Weeger werden die Äpfel übrigens über den Winter nur kühl gelagert. Am besten also, man greift jetzt zu – so lange die Äpfel noch frisch gepflückt werden. INFO Echt französische Apfel-Tarte Zutaten 200 Gramm Mehl, eine Prise Salz und 140 Gramm Butter mit etwas Wasser zu einem Teig verkneten. Schritte Kalt stellen. Ofen auf 180 Grad vorheizen, Tartform mit dem Teig auslegen und mit einem Kilo in Spalten geschnittene Äpfel belegen. Den Teigrand darüber schlagen. 40 Gramm Butter schmelzen, die Äpfel damit bestreichen mit Zucker bestreuen, 45 Minuten backen. Urlaub auf der Zunge: Ein Hauch von Holland weht durch Hilden Nils und Luna (beide 10) kosten die holländischen Spezialitäten von „Micha’s Pause“ HILDEN (dani) Zu den Niederlanden gehören Tulpen, Käse und: Frikandel Spezial. Die holländische Imbisskultur hat auch bei uns viele Liebhaber. Einige der typischen Snacks bietet „Micha’s Pause“, eine Imbissbude an der Elberfelder Straße in Hilden. Aber – transportieren die Fastfood-Leckereien auch ein Stück Urlaubsgefühl nach Hilden? Luna und Nils sind beide zehn Jahre alt und waren in den Sommerfreien in Holland. „Wir haben jeden Tag Pommes gegessen“, erzählt Luna und lacht, Mama Stephi schaut ein wenig peinlich berührt zur Seite. „Naja, das gehört halt zum Hollandurlaub dazu“, sagt sie fast in wenig entschuldigend. Und damit hat sie Recht. Wer nach Holland reist, kommt an den fettigen, aber vor allem leckeren Snacks nicht vorbei: Fleischkroketten, Bamischeiben, Kaassoufleé, Kibbeling und na- RP-FOTO: STEPHAN KÖHLEN türlich „patat, frietjes, friets“.Nils beißt herzhaft in seine Frikandel Spezial, die er nicht an der Domburger Strandpromenade genießt, sondern an der Elberfelder Straße. „Schon lecker, genau wie in Holland“, sagt er und wischt sich mit dem Handrücken die Mayo-Ketchup-Zwiebelmischung vom Mund. Luna probiert „Kibbeling“ mit Remouladensauce und Pommes. „Ganz gut“, findet sie, „aber in Holland schmeckt der Kibbeling etwas anders und die Pommes sind viel dicker“. Imbissbudenbetreiber Micha Klauck hört den kleinen Kritikern aufmerksam zu, während er zwei weitere Schaufeln Pommes in die Friteuse packt. „Das stimmt, aber da unsere Pommes, die wir hier anbieten, bislang immer sehr gut angekommen sind, haben wir keine Notwendigkeit zum Wechsel gesehen.“Das Lob eines ganz besonderen Kunden habe ihn da zusätzlich bestärkt. „Wir haben hier einen Holländer, der kommt immer wieder zum Essen, weil er es lecker findet.“ Micha Klaucks Partnerin Silvia Emmel holt die Joppie-Sauce aus der Kühlung, eine absolute Spezialität in den Niederlanden, und gibt sie auf die Pommes. „Das ist auch ein Unterschied“, stellt Lunas Vater José fest, „in Holland wird die Sauce immer in kleinen Plastikschälchen separat serviert.“ Genauso lecker schmeckt sie trotzdem. „Man darf nicht den Anspruch haben, dass es genau wie im Urlaub schmeckt, denn jeder weiß, dass auch Umgebung und Ambiente eine große Rolle spielen“, sagt eine weitere Kundin. Warum sie trotzdem hier den Kibbeling bestellt? „Er ist sehr, sehr lecker und sehr gut gewürzt“, sagt sie.

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