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Leseprobe Hilden-Haan

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D-HI-02 12

D-HI-02 12 Leseprobe RHEINISCHE POST SAMSTAG, 17. JUNI 2017 Ackerdemie begeistert kleine Landwirte Die private Kindergruppe Haan an der Guttentag-Loben-Straße setzt auf gesunde und bewusste Ernährung. VON DANIELE FUNKE HAAN Die große blaue Gießkanne ist so schwer, dass Noah und seine beiden Freunde sie zu dritt halten müssen, um das Wasser in das kleine gebuddelte Loch zu schütten. „Jetzt hab ich aber Hunger“, sagt Noah und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Für eine Pause aber ist es noch zu früh: Erst müssen nun noch die Gurken- und Maissetzlinge gepflanzt werden. David vom Ackerteam reicht dem Fünfjährigen ein zartes Pflänzchen an, Noah nimmt es vorsichtig entgegen, stellt es in die Vertiefung und beginnt mit dem Zubuddeln. „Halt, stop“, ruft David lachend, „du musst es erst aus dem Töpfchen nehmen, sonst können die Wurzeln nicht wachsen“. Die private Kindergruppe Haan an der Guttentag-Loben-Straße setzt auf gesunde und bewusste Ernährung. Aus diesem Grund nimmt die Kita nun an dem bundesweiten Projekt „GemüseAckerdemie“ für Kinder und Jugendliche teil. Das Projekt wurde 2014 vom Potsdamer Verein Ackerdemia ins Leben gerufen. Sein Ziel es ist, die Wertschätzung für Lebensmittel in der Gesellschaft zu steigern. Mit der Gemüseackerdemie soll das Problem bei der Wurzel gepackt und bereits den Kleinsten ein umfangreiches Bewusstsein im Umgang mit Nahrungsmitteln vermittelt werden. „Rund 30 Prozent der Lebensmittel werden in Deutschland weggeworfen und immer weniger Kinder wissen eigentlich, woher das Essen kommt“, erklärt Merle vom Ackerteam, dann widmet sie sich wieder den kleinen Landwirten. „Schaut mal, dies ist eine keimende Kartoffel, wenn wir die einpflanzen, muss der Keimling unbedingt nach oben zeigen“. Leonard staunt, seine großen Augen schauen unter der blauweißen Schirmmütze neugierig hervor. Mit der Schüppe gräbt er eine tiefe Furche, genau wie Anne. Kinder der Privaten Kindergruppe Haan pflanzen Gemüse an. RP-FOTO: OLAF STASCHIK Es war die Idee von Anne Selders, das Projekt an der Kita umzusetzen, die auch ihre beiden Söhne besuchen. „Ich bin im Internet darauf gestoßen und war sofort total begeistert“, erzählt die Juniorchefin der Baumschule Selders: „Es passt einfach auch wunderbar in das Konzept unserer Kita, die sehr auf Ernährung und Bewegung achtet.“ Das kleine Ackerfeld, rund 150 Quadratmeter, wurde von der Baumschule Selders zur Verfügung gestellt, die Finanzierung der auf drei Jahre angelegte Gemüseackerdemie über die Bürgerstiftung und das Stifterehepaar Karin und Gerhard Schmitz gesichert. „Ich bin ganz begeistert, wie liebevoll das Ackerteam diese Aktion durchführt“, schwärmt Norbert Julius von der Bürgerstiftung, der das Geschehen interessiert verfolgt: „Wie wichtig ist es doch, dass Kinder einen Bezug zu Nahrungsmitteln haben.“ Gut zwei Stunden später sind die ersten Gemüsesorten gepflanzt, bunte Schilder zeigen, was wo in welcher Furche nun wachsen wird: Kohlrabi, Tomaten, Zucchini, Salate. Die Kinder sind geschafft, stärken sich mit frischem Obst und Gemüse vom Teller. „Wir hoffen doch sehr, dass wir bald unsere ersten eigenen Anbauten ernten und natürlich auch essen, beziehungsweise bei Überproduktion verkaufen können“, sagt Kitaleiterin Erika La Ramée. Die Pfarrgemeinde St. Jacobus baut den Besuchsdienst aus Ältere Menschen sollen zu Hause nicht alleine sein. Ehrenamtliche Mitarbeiter der Gemeinde kümmern sich um sie. SANDRA GRÜNWALD HILDEN Den Besuchsdienst der katholischen Gemeinde St. Jacobus gibt es schon über sechs Jahre. Aber in kleinerem Rahmen“, sagt Johanna Klietsch, die schon viele Jahre ehrenamtlich ältere Menschen besucht. „Ich habe früher viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun gehabt. Als ich dann ehrenamtlich tätig werden wollte, war mir klar, dass ich auf keinen Fall etwas mit Kindern und Jugendlichen machen wollte“, erzählt sie. Da erfuhr sie von einer Fortbildung und stieg in den Besuchsdienst ein – dabei ist sie geblieben. „Das Schöne ist, dass man mit den Leuten in Kontakt kommt“, erzählt sie. Inzwischen wurde der Besuchsdienst neu konzipiert. Dazu wurde zunächst ein Arbeitskreis gegründet. Im September vergangenen Jahres konnte während einer Informationsveranstaltung nicht nur auf den Besuchsdienst aufmerksam gemacht werden, es wurden auch Ideen für das neue Konzept gesammelt und es konnten neue Ehrenamtliche gewonnen werden. „Drei Ehrenamtliche sind neu dazugekommen. So konnten wir unseren Besuchsdienst weiter ausbauen“, freut sich Annette Knelange- Marx. Bei dem neuen Konzept sollte Bewährtes mit Neuem kombiniert werden. „Es wird sehr viel Seniorenarbeit in Hilden gemacht“, erzählt Sabine Kussel-Schmitz, Gesamtleitung Seniorenarbeit. „Aber wie erreicht man Menschen, die nicht mehr ihre Wohnung verlassen?“ Gerade diese Menschen zu erreichen, hat es sich der Besuchsdienst von St. Jacobus zur Aufgabe gemacht. „Soziale Kontakte sind wichtig“, weiß Kussel-Schmitz. „sie sind wichtiger als die chronische Krankheit. So ist der Besuchsdienst ein Baustein, um im Alter zuhause bleiben zu können.“ Gerade soziale Teilhabe ist ein bedeutender Beitrag zur Lebensqualität. So versuchen die Ehrenamtlichen auch, die Senioren zu motivieren, das Haus zu verlassen. „Wenn mir das gelingt, das macht einfach Spaß“, erklärt Johanna Klietsch. Damit die Besuche regelmäßig stattfinden können, braucht es natürlich genügend Ehrenamtliche. Durch die Besuche entsteht ein Vertrauensverhältnis, ja, es entstehen Freundschaften. Mit Ingeborg Malzkorn, die Johanna Klietsch seit vier Jahren besucht, ist sie sogar schon einmal in den Urlaub gefahren. „Senioren haben ein hohes Sicherheitsbedürf- Sabine Kussel-Schmitz, Johanna Klitsch und Annette Knelange- Marx besuchen Ingeborg Malzkorn (v.l.). RP-FOTO: OLAF STASCHIK nis“, weiß Sabine Kussel-Schmitz. Deshalb werden Erstbesuche von den Hauptamtlichen durchgeführt, die dann die Senioren mit den Ehrenamtlichen zusammenbringen. Natürlich werden die Ehrenamtlichen geschult. „Damit sie ein Handwerkszeug an die Hand bekommen“, so Kussel-Schmitz. Erst vor Kurzem fand eine Schulung über „Nähe und Distanz“ statt. Auch regelmäßige Treffen werden organisiert, bei welchen sich die Ehrenamtlichen austauschen und die Hauptamtlichen fragen können. „Überhaupt haben die Ehrenamtlichen immer einen Ansprechpartner“, versichert Kussel-Schmitz, denn: „Man kann schon mal in Situationen geraten, in welchen man selbst nicht weiß, was man tun soll.“ So reicht ein Telefonat, um Klarheit zu schaffen. Wer gerne besucht werden möchte oder Interesse daran hat, sich ehrenamtlich im Besuchsdienst zu engagieren, kann sich ans Nachbarschaftszentrum wenden (Telefon Sabine Kussel-Schmitz: 02103 46543).

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