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Leseprobe Hilden-Haan

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D-HI-02 2

D-HI-02 2 Leseprobe RHEINISCHE POST SAMSTAG, 17. JUNI 2017 Stadtwerke Hilden planen Glasfasernetz Zunächst soll das Gewerbegebiet West erschlossen werden. Noch in diesem Jahr könnten erste Kunden profitieren. VON CHRISTOPH SCHMIDT INFO Glasfaser ist die Technologie der Zukunft Die Stadtwerke Hilden haben bereits für knapp 1,5 Millionen Euro eine Glasfaser-Schlüsselleitung („Backbone“=Rückgrat) im Stadtgebiet verlegt. An sie sind der städtischen Bildungscampus Holterhöfchen, das Rathaus und die Feuerwehr bereits angeschlossen. HILDEN Die Stadtwerke Hilden wollen Millionen Euro in ein eigenes Glasfasernetz stecken. „Es ist eine Investition in die Zukunft“, sagt Geschäftsführer Hans-Ullrich Schneider: „Damit tut sich für uns auch ein ganz neues Geschäftsfeld auf.“ Das Projekt sei kein Schnellschuss, sondern intensiv diskutiert und lange vorbereitet worden. Der Kommunale Versorger hat sich beraten lassen, den Bedarf analysiert und mit potenziellen Kunden gesprochen. „Wir werden damit Geld verdienen“, ist sich Schneider sicher: „Aber es wird einige Jahre dauern.“ „Es ist auch klarer politischer Wille, den Wirtschaftsstandort Hilden durch den Glasfaserausbau zu stärken“, betont Bürgermeisterin Birgit Alkenings. Zunächst soll das Gewerbegebiet West erschlossen werden. Mit fast 600 Unternehmen und 1300 Privathaushalten ist es das mit Abstand größte Industrie-Areal in Hilden. Später sollen die Gewerbegebiete Mitte, Ost und Nord folgen. Auf der Internetseite der Stadtwerke können sich Gewerbe- und Privatkunden bereits jetzt vormerken lassen. Dort gibt es auch ausführliche Antworten auf viele mögliche Fragen. Die Interessenbekundung ist wichtig für die Planung, wo und wann die Glasfaserkabel verlegt werden. Mindestens 40 Prozent der Straßenanlieger müssen interessiert sein: Erst dann rollen die Bagger an. Noch im Juni sollen auch die Preise für Internet, Telefonie und TV via „hilden- Media“ feststehen. „Wir haben bereits den ersten Kunden, obwohl er das Produkt noch gar nicht kennt“, freut sich der Stadtwerke-Chef. Es handele sich um eine Gewerbeeinheit mit mehreren Betrieben: „Das hat uns Mut gemacht. Der Bedarf ist tatsächlich da.“ Für alle Kunden, die einen Vertrag mit hildenMedia während der Nachfragebündelung abschließen, ist der Anschluss an das neue Glasfasernetz kostenfrei – bis zu einer Länge von zehn Metern auf die Grundstücke. Wer noch einen Vertrag bei einem anderen Provider hat, zahlt erst bei seinem Wechsel zu hildenMedia. Glaserfaser ist enorm leistungsfähig, beständiger und störunempfindlicher als die alten Kupferkabel oder die Funknetze, erläutert Schneider: „Der Kunde muss seine Glasfaser mit niemandem teilen, die Leistung ist garantiert. Das ist der größte Vorteil der Lichtwellenleitertechnologie.“ Die alten Kupfernetze stoßen längst an ihre technologischen Leistungsgrenzen. Und auch die Funktechnologie wird immer langsamer, je mehr Nutzer sich in einer „Funkzelle“ aufhalten. Glasfaser-Nutzer dagegen können auf der Datenautobahn alle Spuren gleichzeitig nutzen. Bei der Breitbandversorgung der Haushalte (gleich oder größer 50 Mbits/s) steht Ziehen beim Glasfasernetz an einem Strang: Bürgermeisterin Birgit Alkenings, Stadtwerke-Chef Hans-Ullrich Schneider und Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Scholz. RP-FOTO: STEPHAN KÖHLEN Hilden bereits gut da, hat sogar eine Spitzenposition im Kreis, so Wirtschaftsförderer Peter Heinze. In 89,6 Prozent des Stadtgebiets sei das schnelle Internet verfügbar. Das treffe aber nicht auf die Gewerbegebiete zu. Ohne Glasfasernetz wird „Industrie 4.0“, die Digitalisierung und Vernetzung von Produktionsprozessen, nicht funktionieren. Donaldson ist Vorreiter für Digitalisierung NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin sagt ab und schickt seinen Abteilungsleiter nach Haan. VON CHRISTOPH SCHMIDT HAAN „Industrie 4.0“ steht für die Digitalisierung und Vernetzung von Produktionsprozessen. Für viele Betriebe ist sie noch Neuland. Fest steht aber schon: Sie wird den Alltag in den Unternehmen genau so radikal verändern wie Smartphone, Internet, What‘s App und Google unser aller Leben. Zu den Firmen, die hier Pionierarbeit leisten, gehört Donaldson Filtration Deutschland in Haan. Deshalb wollte sich NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin gestern dort informieren. Er sagte kurzfristig ab – weil in Düsseldorf das Kabinett der abgewählten rot-grünen Landesregierung zusammenkam, entschuldigte ihn Karl-Uwe Bütof, Abteilungsleiter für Standortpolitik. Duin hat etwas verpasst. Er hätte lernen können, dass die digitale Revolution Arbeitsplätze nicht überflüssig, sondern im Gegenteil sicherer macht – wenn man es richtig anfängt. Neben Strom ist Druckluft die Energie, die die meisten Maschinen in den Fabriken antreibt. Deshalb werden die Druckluft- und Prozessfilter von Donaldson überall gebraucht, vor allem in der Lebensmittel- und Getränke-Industrie. Filter müssen absolut zuverlässig, langlebig und effizient sein. „Deshalb werden wir so häufig nachgemacht“, erzählt Geschäftsführer Heiner Carstensen. So gesehen ist das Plagiat das höchste Lob der Konkurrenz. Jüngste Innovation aus Haan ist der intelligente Absorptionstrockner „Ultrapac Smart“. Er hat ein Touch-Screen-Display, kann über eine App von außen gesteuert werden und steckt voller pfiffiger Ideen. „Er ermöglicht es unseren Kunden, ihre Prozesse jederzeit unter Kontrolle zu haben“, erläutert Engineering Manager Wolfgang Bongartz. Wim Vermeersch, Vize-Präsident Werksleiter Peter Schaaf (r.) erklärt Karl-Uwe Bütof (l.) , Abteilungsleiter im NRW- Wirtschaftsministerium, einen Donaldson-Filter. FOTO: OLAF STASCHIK von Donaldson Europa, Mittlerer Osten und Afrika, lobt die Mitarbeiter in Haan: „Unsere Kunden erwarten höchste Qualität. Sie haben bewiesen, dass Sie so etwas in Haan entwickeln können.“ Werksleiter Peter Schaaf skizziert, wie Produktion mit digitaler Unterstützung heute bereits aussehen kann: Jeder Schritt wird automatisch dokumentiert und ist nachvollziehbar. Der Mitarbeiter bekommt Hilfe bei der Montage. Sein Akkuschrauber weiß, welche Schrauben bei welchem Modell verwendet werden müssen und meldet, wenn noch eine fehlt. Das fertige Produkt wird automatisch geprüft, bevor es das Werk verlässt. Donaldson entwickelt und produziert nicht nur in Haan, sondern bietet auch einen Kundendienst. „Wenn es mal Probleme mit einem unserer Filter in Australien gibt, können unsere Mitarbeiter von Haan aus eine Diagnose stellen“, beschreibt Geschäftsführer Heiner Carstensen die nahe Zukunft. Die Firma Donaldson beschäftigt in Haan 230 Mitarbeiter (weltweit 12.000 an 40 Standorten). Die Firma hat kräftig eingestellt – und will das auch weiter tun. In den vergangenen Jahren wurden mehrere Millionen Euro in Haan investiert – etwa für eine Reinraum-Produktionslinie. „Wir planen Erweiterungen“, kündigt Geschäftsführer Heiner Carstensen an. „Dafür haben wir auch die Möglichkeiten in der Nähe.“ Politik will Bauland in der Stadt Haan managen Bürgermeisterin Bettina Warnecke soll prüfen, ob sich dafür auch eine Stadtentwicklungsgesellschaft eignet. HAAN Die Region Düsseldorf boomt. Die Wirtschaft bietet viele Arbeitsplätze. Das zieht Menschen an. Sie brauchen Wohnungen. Bestand und Neubau halten mit der Nachfrage nicht mit. Folge: Die Immobilienpreise und Mieten steigen – nicht nur in Düsseldorf, auch im Umland. Günstige Wohnungen werden Mangelware. Die Gewinne des Baubooms teilen sich Grundstückseigentümer und Investoren. Die Kommunen bleiben auf den Infrastrukturkosten für Kitas, Spielplätze, Schulerweiterungen oder Alteneinrichtungen sitzen. Das muss sich ändern, ist sich die Politik in Haan einig. Gestritten wird über das Wie. Die beiden großen Fraktionen CDU und SPD haben sich jetzt zu einem gemeinsamen Antrag zusammengerauft – und ihn auch mit ihrer Mehrheit durchgebracht. Bürgermeisterin Bettina Warnecke soll aufzeigen, welche Möglichkeiten es für ein kommunales Baulandmanagement in Haan gibt und welche Erfahrungen andere Kommunen gemacht haben. Untersucht werden soll auch, ob eine Stadtentwicklungsgesellschaft dabei hilfreich wäre. Trotz des gemeinsamen Antrags verfolgen SPD und CDU unterschiedliche Ansätze. Die Sozialdemokraten tendieren zu NRW Urban. Das ist eine landeseigene Entwicklungsgesellschaft. Die Gartenstadt könnte sich ihrer für eine gewisse Zeit bedienen, um bezahlbare Wohnungen für geringe und mittlere Einkommen zu schaffen. Wie das funktionieren soll, erläuterte Dr. Franz-Josef Lemmen von NRW Urban im Wirtschaftsausschuss. NRW Urban kauft und bebaut Grundstücke im Auftrag der Gartenstadt. Das nötige Geld stellt die NRW-Bank zur Verfügung, das Land bürgt für das Darlehen. Den Gewinn streicht Haan ein, allerdings muss die Stadt auch für Verluste geradestehen. Voraussetzung: Haan wird für 1000 Euro Anteilseigner an NRW Urban. Das NRW-Bauministerium muss das Projekt genehmigen. Es müssen rund 30 Prozent öffentlich geförderte Wohnungen im Innenbereich mit guter Bus-/Bahnanbindung entstehen. Die Skepsis vieler Ausschussmitglieder war mit Händen greifbar. Die FDP hat Zweifel, ob diese Konstruktion rechtssicher ist. Das belege ein Gutachten, sagte Lemmen. Die CDU will vorrangig Haaner mit Wohnungen versorgen, machte Harald Giebels deutlich. Die Stadt soll sich einen 25-Prozent-Anteil an der Wertschöpfung sichern. RHEINISCHE POST Redaktion Hilden: Schulstraße 13, 40721 Hilden; Redaktionsleitung: Gökcen Stenzel; Vertretung: Ralf Geraedts; Sport: Birgit Sicker. Für unverlangte Einsendungen wird keine Gewähr übernommen. Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Die Abonnementgebühren sind im Voraus fällig. Abonnementkündigungen werden nur schriftlich beim Verlag oder einem Service Punkt mit einer Frist von 6 Wochen zum Quartalsende entgegengenommen. Freitags mit prisma - Wochenendmagazin zur Zeitung. Zur Herstellung der Rheinischen Post wird Recycling-Papier verwendet.

RHEINISCHE POST SAMSTAG, 17. JUNI 2017 D-HI-03 Leseprobe 3 Hildener gewinnt Hollywood-Oscar Der 33-jährige Jacob Frey hat für Disney „Zoomania“ animiert. Sein Film „The Present“ begeistert 250 Millionen Menschen. VON CHRISTOPH SCHMIDT HILDEN Jacob Frey kommt sein Leben manchmal wie ein Film vor. Von Hilden nach Hollywood: Das ist aber kein Movie, sondern Wirklichkeit. „Vieles wirkt sehr absurd und verrückt, wenn man bedenkt, wie alles zustande kam“, sagt 33-Jährige. Für „Zootopia“ (Deutsch „Zoomania“) ist der „Character Animator“ gerade mit einem „Oscar“ ausgezeichnet worden – für den besten Animationsfilm. Das ist die höchste Auszeichnung der wichtigsten Filmindustrie der Welt. Sein Diplomfilm „The Present“ ist auf mehr als 300 Festivals weltweit gezeigt worden, hat über 75 Preise gewonnen, ist von mehr als 250 Millionen Menschen im Internet angeschaut worden – und hat viele zu Tränen gerührt. Dabei begann Jacobs unglaubliche Karriere mit einem Scheitern: Nachdem er zweimal sitzengeblieben war, musste er das Helmholtz- Gymnasium verlassen. Der Oscar- Preisträger spricht ganz offen über diese schweren Zeiten. „Ich galt als einer der schlechtesten Schüler in der Klasse.“ Seine Eltern und sein Klassenlehrer Anton Kolb hätten jedoch immer an ihn geglaubt. „Ich hatte damals den Glauben an mich selbst verloren und war tatsächlich überzeugt, ein hoffnungsloser Fall zu sein.“ Jacob wechselte auf das Elly-Heuss-Knapp-Berufskolleg nach Düsseldorf mit dem Schwerpunkt Kunst. Das veränderte alles. Schule macht plötzlich Spaß. Vom Klassenclown und Looser wurde ich zum Klassenbesten.“ Und genau zu diesem Zeitpunkt entdeckte der junge Hildener auch seine wahre Leidenschaft: Pixar Filme. Nachdem er „Findet Nemo“ gesehen hatte, stand für ihn fest: Er wollte auch Animationsfilme machen. Die staatliche Filmakademie Ludwigsburg ist eine der besten Schulen dafür – weltweit. Sie verlangt das Abitur. Jacob hatte aber nur das Fachabi. Obwohl er für seinen Geschmack schon viel zu lange zur Schule ging, biss der junge Hildener die Zähne zusammen und holte in zwei Jahren an der Lore-Lorentz- Schule in Eller sein Abi nach. Nächste Hürde: Die Akademie wollte als Bewerbung einen Kurzfilm sehen. Jacob Frey mit seiner Trophäe. FOTO: PRIVAT „Mit Hilfe meines Vaters habe ich an einem Nachtschichtwochenende einen Puppentrickfilm gemacht“, erinnert sich Jacob. „Wir mussten extrem improvisieren. Die Qualität ließ sehr zu wünschen übrig.“ In der Nacht, als die Bewerbungsfrist ablief, fuhr er mit seinem Vater nach Ludwigsburg bei Stuttgart und warf seine Bewerbung in den Briefkasten der Akademie. Ein paar Wochen später wurde er zu einem Interview eingeladen. Sein Kurzfilm konnte nicht überzeugen, seine Zeichnungen konnten es schon. Ob er nicht lieber Concept Design studieren wolle, wurde der junge Hildener gefragt. Nein, es musste unbedingt „Animierter Kurzfilm“ sein. Jacob stellte sich einer zweiten Auswahlrunde. Aufgabe: Binnen 72 Stunden einen Kurzfilm nach zwei vorgegebenen Bildern drehen. „Weil ich keine Erfahrung mit Animationsprogrammen hatte, musste ich improvisieren.“ Jacob filmte Eltern und Freunde, die seine Szenen schauspielerten. Dann pauste er das Videomaterial auf hunderte Seiten Papier. Aneinandergereiht wurde ein Animationsfilm daraus. Wahnsinn – aber mit Happy End. „Den Professoren gefiel mein Ansatz. Nach einigen Debatten wurde ich an der Filmakademie aufgenommen.“ Die Dozenten sind bestens vernetzt. So knüpfte der Student bereits erste Kontakte in die Branche. Über Paris und Berlin fand er seinen Weg nach Los Angeles und arbeitete in Hollywood schon mit Disney-Legenden wie John Musker und Ron Clements zusammen („Arielle die Meerjungfrau“, „Aladdin“). Jacob findet das immer noch „absolut unglaublich“. „Animation benötigt unglaublich viel Zeit. Wenige Minuten im Film können mehrere Monate dauern. Ich bin mir bewusst, dass ich nur ein Teil von einer unglaublichen Menge an bewundernswerten Artists bin. Und der Oscar gehört jedem, der an diesem Film mitgearbeitet hat.“ Sein alter Klassenlehrer Anton Kolb freut sich sehr über Jacobs Erfolg. „Er war ein ganz Lieber“, erinnert sich der 66-jährige Pädagoge. „Sein Problem war die Motivation für die Schule. Seine Eltern haben immer zu ihm gehalten. Das fand ich stark. Bei Problemen ist ganz wichtig: Man muss immer im Gespräch bleiben.“ Jacob und seine Eltern hätten sich damals bei ihm persönlich bedankt. Das habe er nicht vergessen – weil es so selten vorkomme. Claudia und Wolfgang Frey sind sehr stolz auf ihren Sohn. „Er hat so viel Resonanz weltweit.“ Und Jacob hat nicht vergessen, was er seinen Eltern verdankt: „Vieles wäre ohne sie nicht möglich gewesen. Unterstützung ist für junge Leute sehr wichtig.“ Möglicherweise kommt Jacob Frey im Juni zu Besuch nach Hilden. Seit zweieinhalb Jahren lebt er jetzt in Los Angeles – „eine Riesenstadt mit schrecklichem Verkehr“. „Am meisten vermisse ich die Jahreszeiten, meine Familie und unseren Hund.“ Jacob hatte „Biene“ aus einem Tierheim in der Slowakei geholt. Sie hat ihn zu seinem ersten großen Film-Erfolg „The Present“ (Das Geschenk) inspiriert. Als er sie mit ins Studio nach Ludwigsburg nahm, warf der Hausmeister „Biene“ raus. Jacob ging ins Sekretariat und meldete „Biene“ offiziell als „Actor“ an. Der Hausmeister war platt – und seine Kommilitonen hatten einen Riesenspaß. Waldwege: Stadt lässt den chotterbelag ausbessern Nach vielen Beschwerden sichert die Verwaltung zu, den grobkörnigen Schotter durch feineres Material aufzufüllen. VON ALEXANDRA RÜTTGEN HILDEN Auf den Waldwegen im Hildener Stadtwald hat sich noch nicht viel getan. Gut vier Wochen, nachdem sich RP-Leserin Christiane Linden über den neuen Schotter auf der Strecke beschwert hat, bietet sich noch das gleiche Bild: Der grobe Belag ist großflächig verteilt und für viele Fußgänger, Jogger und Radfahrer ein Ärgernis. „Wir kommen extra aus Wuppertal hierher, um gemeinsam hier spazieren zu gehen“, sagen die Freundinnen Brigitte Harms und Rita Bernardelli. Die Strecke sei reizvoll, die Wege sind angenehm beschattet. Daher sind sie gern im Hildener Stadtwald. Doch auch sie stört nun der neue Belag: „Die reinen Waldwege sind schöner, weicher“, sagen sie. Der neue Schotter sei hingegen zu grobkörnig und zu hart. Auch ein Jogger, der seinen Namen nicht genannt wissen will, hat keine guten Erfahrungen mit dem neuen Belag gemacufstrecken etwas festgetreten“, berht. „Er hat sich zwar auf den Laichtet er von seinen Erfahrungen. Doch die besonders großen Steine tun nach wie vor an den Fußsohlen weh. Und auch Nordic-Walkerin Sabine Porsch findet den Belag „nicht so toll, weil er so uneben ist.“ Eine Vielzahl von RP-Lesern gab Christiane Linden seinerzeit Rückendeckung, und auch der Hildener Behindertenbeirat schaltete sich ein. „Wir wollen mit der Stadtverwaltung diesbezüglich Kontakt aufnehmen und hier eine Lösung fordern, damit dieses Hindernis beseitigt wird“, kündigte Vorsitzender Klaus Dupke am 13. April an. Er forderte die Stadt Hilden auf, „unbedingt und möglichst schnell eine Lösung“ zu finden, so dass die Wege wieder von allen Besuchern des Stadtwaldes problemlos genutzt werden können, „auch von Rollstuhlfahrern und Menschen mit Rollatoren“, betonte Dupke. hat die Stadt Hilden gehandelt. Achim Henrichs, Sachgebietsleiter Grünflächen und Forst, sandte am 19. April eine Antwort an den Behindertenbeirat, nachdem er sich selbst vor Ort ein Bild gemacht hatte. Am 11. Mai begutachteten außerdem die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt- und Klimaschutz die Situation. Ergebnis: „Der neue Wegebelag erfüllt grundsätzlich die Anforderungen, die an einen – auch mit Forstfahrzeugen – zu befahrenden Waldwirtschaftsweg zu stellen sind“, erläutert Henrichs. Darüber hinaus beseitige der Belag auch die Verschlammung, die in diesen Wegeabschnitten vorlag. Da jedoch in Rita Bernardelli (l.) und Brigitte Harms gehen gern im Hildener Stadtwald spazieren. Doch der Schotter ist auch für sie ein Ärgernis. RP-FOTO: A. RÜTTGEN größeren Bereichen durch Entmischung des Materials ein zu geringer Feinanteil vorhanden ist, komme es derzeit in Teilbereichen zu „Komforteinbußen“. Achim Henrichs: „Durch den permanenten Laubeintrag wird sich die Situation bereits bis zum nächsten Frühjahr deutlich verbessern. Um bereits jetzt eine Verbesserung der Begehbarkeit zu erzielen, wird die Verwaltung in den betroffenen Wegeabschnitten zusätzliches Feinmaterial einbauen lassen.“ Das soll geschehen, sobald das Vergabeverfahren abgeschlossen ist, sagt der Sachgebietsleiter. „Die Arbeiten sollen aber im Sommer dieses Jahres fertig gestellt werden.“

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