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Leseprobe Hilden-Haan

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D-HI-02 6

D-HI-02 6 Leseprobe RHEINISCHE POST SAMSTAG, 17. JUNI 2017 Kalstert verteidigt seinen Stadtmeistertitel Die Stimmung ist prächtig in der Halle am Bandsbusch. Ganze Familien und die Klassenkameraden feuern die Grundschul-Teams an. Klatschen, Pfeifen und mehr – die Zuschauer feuerten ihre Mannschaften begeistert an. RP-FOTOS (3): OLAF STASCHIK Kampf um den Ball: Auch das Team der Schulen an der Beethovenstraße kann der Kalstert-Truppe kein Bein stellen. VON CRISTINA SEGOVIA-BUENDÍA HILDEN Über 60 junge Fußballerinnen kickten sich am Samstag, 20. Mai, in der Bezirkssportanlage Am Bandsbusch durch die achte Fußball-Stadtmeisterschaft der Hildener Grundschülerinnen. Vorjahressieger Grundschulverbund Kalstert setzte sich erneut gegen die Konkurrenz durch. Fünf Teams, hunderte Fans, Stimmung wie bei einem WM-Finale: In der Bandbusch-Halle ist das Fußballfieber ausgebrochen. Die Zuschauerränge sind nahezu komplett besetzt. Jubelnde Fans feuern mit lauten Zurufen, heiter klappernden Rasseln und wilden Trommelschlägen ihre Mannschaft an und schwingen zum Gruß riesige Schaumstoffhände in die Luft, mit denen sie ihren Spielerinnen beim Einlauf euphorisch zuwinken. Die Mannschaften sammeln sich um ihre Trainer. Abschließende Anweisungen werden erteilt, letzte motivierende Worte ausgesprochen. Nach der offiziellen Eröffnung durch Bürgermeisterin Birgit Alkenings startet das Turnier zur achten Stadtmeisterschaft der Grundschülerinnen. Über 60 Mädels, zwischen sieben und zehn Jahren, kämpfen um Stadtpokal und Preisgeld. Neben Vorjahressieger und Titelfavorit Kalstert treten auch die Grundschulen Wilhelm-Hüls und Am Elbsee, der Grundschulverbund Schulstraße, sowie die Schulen an der Beethovenstraße an. Die Mädels sind angespannt, voller Adrenalin und hoch motiviert. Vor solch einer Kulisse zu spielen, spornt sie noch mehr an. „Ich bin total aufgeregt und auch ein bisschen nervös, aber ich freue mich auch“, gesteht die neunjährige Nisanur. Ihr Team von der Schulstraße steht kurz vor der Partie gegen Titelverteidiger Kalstert. Nisanur wird dabei als Torhüterin den Kasten ihrer Mannschaft sauber halten müssen. Keine leichte Aufgabe, doch die Neunjährige hält sich wacker, wehrt mit einigen starken Paraden ab, spornt ihr Team von hinten an. „Los jetzt, angreifen“, ruft nun auch ihr Trainer hinter der Torlinie. Ähnliche Zurufe auf der Gegenseite, wo die Kalstert-Schülerinnen zeigen, was in ihnen steckt: steile Pässe, schnelles Dribbling – Pass, Schuss und Tor. Kalstert jubelt, Schulstraße rappelt sich auf. Die Fans auf den Rängen springen von ihren Sitzen auf und ab. Weiter geht’s. Zehn Minuten liefern sich die beiden Teams ein heißes Gefecht auf dem Spielfeld. Dann ist Abpfiff. Kalstert gewinnt die Partie. Die Zuschauer rasten aus: Jubelrufe, Chorgesänge, alle machen mit. Nach drei Partien ist Kalstert noch unbesiegt und ohne Gegentor. „Ich hoffe, das bleibt so, dann haben wir gute Chancen auf den Titel“, sagt Teamkapitänin Gina (9) völlig abgeklärt. Ihre Torhüterin Amelie (10) hat gute Arbeit geleistet und die Spielerinnen haben viele Tore erzielt. Einmal die Woche trainieren die elf Spielerinnen für eineinhalb Stunden. Andere Teams kommen dagegen nur kurz vor diesem Turnier zusammen, trainieren nur wenige Wochen vorher. Kalstert führt eine Fußball-AG und Sportlehrer und Trainer Holger Melchior hat seine Mädels gut aufgestellt. Aber zu siegessicher ist das Team zwischendurch auch nicht. Sie haben die anderen Partien mitverfolgt und einen beinharten Konkurrenten entdeckt. „Wilhelm-Hüls spielt sehr gut“, sagt Alessia (8). „Ich hoffe, dass wir gegen die gewinnen können.“ Auch „Die Wilden Willis“, wie sich das Team der Schule Wilhelm-Hüls nennt, hat Respekt vor den starken Gegnern. „Kalstert ist schon sehr stark, aber wir werden unser Bestes geben“, sagt Sharleen (8). „Wenn sie kein Tor mehr schießen, könnten wir noch Erster werden.“ Maryline (9) grätscht dazwischen: „Hauptsache ist doch, dass wir uns bemühen und Spaß haben.“ Nach rund vier Stunden und einer heißen Hin- und noch aufregenderen Rückrunde stehen die diesjährigen Stadtmeisterinnen fest: Der Grundschulverbund Kalstert hat sich erneut den Titel erspielt und nimmt, neben Pokal und Anerkennung der Teams und Zuschauer, auch ein Preisgeld von 100 Euro mit. Ihre Freude können die Fußballerinnen kaum beschreiben. Claudia Ledzbor, Leiterin des Sportbüros, ist zufrieden mit dem Verlauf: „Alles hat wunderbar geklappt. Wir lagen gut in der Zeit und die Stimmung war großartig.“ Jannik Weber verlässt den VfB 03 Hilden Der Stürmer wechselt zum Oberliga-Rivalen Sportfreunde Baumberg. Externe Neuzugänge stehen noch nicht fest, aber aus der zweiten Mannschaft rücken drei Fußballer in die Erstvertretung. VON BIRGIT SICKER HILDEN Die Saison neigt sich dem Ende zu. Nur noch zwei Spieltage sind in der Oberliga zu absolvieren. Interessant sind für die Fußballer des VfB 03 durchaus beide Kontrahenten. Zunächst empfangen sie am Sonntag den Lokalrivalen Ratingen 04/19 auf der Anlage an der Hoffeldstraße.Eine Woche später geht es dann gegen den Meister und Regionalliga-Aufsteiger KFC Uerdingen. Eigentlich haben die Hildener auch in dieser Partie Heimrecht, würden es aber offenbar allzu gerne an den Spitzenreiter abtreten. Mit dem Bandbusch-Stadion steht zwar eine adäquate Spielstätte zur Verfügung, doch der organisatorische Aufwand ist hoch und ein finanzieller Ertrag scheint angesichts der enormen Kosten nicht sicher. Noch ist der Tausch nicht offiziell, aber Vorsitzender Robert Wagner spricht in der aktuellen Vereinszeitung bereits vom Auswärtsspiel am 28. Mai. Weil auch die zweite Mannschaft am letzten Spieltag auf fremdem Geläuf antritt, steigt bereits an diesem Sonntag die traditionelle Saisonabschlussfeier am Hoffeld. Derweil die aktuelle Spielzeit auf die Zielgerade geht, laufen die Planungen für die neue Saison auf Hochtouren. „Neuzugänge sind noch nicht zu vermelden“, berichtet Michael Kulm. Zwar gibt es etliche Gespräche, doch die Anforderungen des VfB 03 sind besonders. „Wir brauchen Spieler, die eine hohe Bereitschaft haben, viel zu leisten für wenig Geld“, bringt es Kulm auf den Punkt. Und ergänzt: „Es muss auch menschlich stimmen, deswegen werden mehrere Gespräche mit möglichen Kandidaten geführt.“ Fest steht, dass es Bedarf in allen Bereichen gibt, also Abwehr, Mittelfeld und Sturm. Jannik Weber (l.) spielte die letzten fünf Jahre für den VfB 03 RP-FOTO: JANICK Gerade in der Offensive sind die Hildener Verantwortlichen gefordert, denn hier gibt es den bislang einzigen Abgang. Jannik Weber, aktuell in der Oberliga mit zehn Treffern auf Rang 16 der Torjägerliste geführt, verlässt den VfB 03 und kehrt zurück zu den Sportfreunden Baumberg. Dort spielte der 25-Jährige bereits zwei Jahre, wechselte seinerzeit aus der Hildener A-Jugend zum SFB. „Es war eine schwere Entscheidung, lag weder an den Trainern noch an der Mannschaft“, erklärt Jannik Weber. Der Angreifer betont: Ich habe lange überlegen müssen, den VfB nach fünf Jahren zur verlassen und noch einmal in Baumberg mein Glück zu versuchen. Es hat in Hilden immer Spaß gemacht, aber jetzt suche ich noch einmal eine neue Herausforderung.“ Seine neue Mannschaft schätzt Weber als spielstarke Truppe ein, „die unter die ersten fünf oder sechs kommen kann. Ich will meinen Teil dazu beitragen, dass es klappt.“ Eine herzliche Verabschiedung ist Weber am Sonntag gewiss, denn die Lücke, die er reißt ist groß. Seine beste Torquote erreichte er in Hilden im zweiten Oberliga-Jahr, als er auf 20 Treffer kam. Doch nicht nur im Sturm drückt den VfB 03 der Schuh. Immerhin fallen etliche wichtige Kräfte noch länger verletzt aus. Dazu gehören Mittelfeldmann Florian Grün (Knorpelschaden im Sprunggelenk) und Rechtsverteidiger Robin Müller (Knorpelschaden im Knie). Mit beiden Spielern rechnet Kulm erst im November. Noch länger muss Park Ilkwon pausieren. Der Südkoreaner unterzog sich in seiner Heimat einer Operation seines lädierten Kreuzbandes, will aber spätestens im Juni wieder in Hilden sein und hier seine Reha-Maßnahmen durchführen. „Er wird bestimmt erst im Februar 2018 wieder auf dem Platz stehen“, kündigt Kulm an. Bedarf sieht der Teammanager auch auf der Innenverteidigerposition. „Immerhin haben wir in der Winterpause auch Maurice Fiolka verloren.“ Der Defensivmann wechselte zum SC Hauenstein. Mit Fabio di Gaetano hat ein Akteur aus der zweiten Mannschaft den Sprung in die Erste bereits geschafft. „Er hat sich zu einer echten Verstärkung entwickelt“, lobt Kulm. Und hofft, dass das auch für Kai Stanzick, Timo Kunzl und Emil Vincazovic gilt, die in der nächsten Saison fest im Oberliga-Kader stehen. Stanzick zählt als Perspektivspieler zur Defensive, Vincazovic durfte sein Können bereits auf der rechten Abwehrseite unter Beweis stellen. „Er hat bei der U 19 von Bayer Leverkusen eine gute defensive Schulung erhalten“, erläutert Kulm. Und Kunzl gilt als Offensivmann „mit viel Potential“. So sieht es zumindest der Teammanager: „Er muss sich noch an das Tempo gewöhnen und sich technisch noch besser durchsetzen, wird aber mit der richtigen Trainingsintensität für Konkurrenzkampf sorgen.“ Nicht mehr im Oberliga-Kader stehen dagegen Eremias Ghebremedhin und Ibrahim Dogan. Nina Orth (beim Wurf) erzielte in der vergangenen Spielzeit die meisten Haaner Tore. RP-FOTO: OLAF STASCHIK Handball: Unitas-Frauen leisten einen Kraftakt VON KLAUS MÜLLER HAAN Mit einigen Ambitionen starteten die Unitas-Handballerinnen in die kürzlich abgelaufene Spielzeit. Da vier Teams von der Verbandsliga in die Oberliga aufsteigen konnten, hatten sich die Verantwortlichen und die Spielerinnen einiges ausgerechnet. Auch der damals neu verpflichtete Coach Matthias Wacker traute dem Team einiges zu. Nach einer doch eher enttäuschenden Saison sprang letztlich ein siebter Tabellenplatz heraus. Die Stimmung im Unitas-Lager kippte nach einigen Misserfolgen. „Das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer war zerrüttet. Matthias Wacker zog die Reißleine und stellte kurz vor Weihnachten sein Amt zur Verfügung“, fasst Unitas Mannschaftssprecherin Nina Orth diese schwierige Zeit zusammen. Der Unitas-Vorstand reagierte schnell und übertrug dem erfahrenen Trainerfuchs Jurek Tomasik, der auch das Herren-Oberliga-Team trainiert, die Aufgabe als Frauen- Coach. Das war eine kluge Entscheidung, denn bereits im ersten Spiel unter seiner fachlichen Leitung verbuchte das Team den ersten Punkt nach gut zwei Monaten auf der Haben-Seite. Es war aber schwieriger, als die Verantwortlichen dachten, bis das Unitas-Schiff wieder auf geradem Kurs segelte. Es musste hart trainiert, einige weitere Niederlagen verdaut und viele Gespräche geführt werden, ehe das Selbstbewusstsein des Teams wieder vorhanden war.Tomasik glaubt, dass in der Haaner Frauen-Mannschaft einiges an spielerischem Potenzial steckt. „Der Grundstein für eine Weiterentwicklung des Teams ist gelegt. Jetzt hoffe ich, dass mein Nachfolger darauf aufbauen kann.“

RHEINISCHE POST SAMSTAG, 17. JUNI 2017 D-HI-03 Leseprobe 7 Kühle Verlockungen – selbst gemacht Mit der Eismaschine, im Thermomix oder im Gefrierfach: Leckeres Eis für heiße Tage ist schnell zubereitet. VON ISABEL KLAAS Gabi Gerten zaubert Basilikum- Eis in Sekundenschnelle. Es schmeckt cremig und aromatisch, ist für zwischendurch ebenso geeignet wie als anspruchsvolles Dessert. RP-FOTO: RALPH MAT- ZERATH LANGENFELD/MONHEIM/HILDEN Den kühlen Genuss in heißen Zeiten kann man schnell in der eigenen Küche zaubern. Unbedingtes Muss ist eigentlich nur ein Tiefkühlfach. Wer schneller löffeln will, braucht eine Eismaschine. Wie es sie beispielsweise zurzeit für 17,99 Euro bei Lidl in Langenfeld und Monheim gibt. „Die reicht völlig aus, um ein leckeres Eis zu machen, das von der Konsistenz oft besser ist als das aus teuren Profi-Maschinen“, sagt Sabine Schäfer, Kochlehrerin in Seele’s Küchenstudio in Monheim. Aus griechischem Joghurt, Früchten oder zwei starken abgekühlten Espressi und ein bisschen Zucker lässt sich in fünf Minuten ein Supereis zaubern“, sagt sie schwärmerisch. Der Fantasie sind da eigentlich keine Grenzen gesetzt. Sahne, Vollmilch, Buttermilch, Joghurt – alles lässt sich als Grundsubstanz verwenden. Aber auch Früchte und Fruchtsaft. Eis eignet sich durchaus auch als kreative Überraschung für Gäste, dann etwas aufwendiger. Als Walnuss-Parfait mit karamelisierten Walnüssen, einem Becher Sahne, 50 Gramm zerstoßenem Baiser, einem Esslöffel Zucker und einer Prise Zimt sowie ein bisschen Bourbon- Vanille beispielsweise. Ein Rezept aus den Kochkursen bei Küchen Seele. Die Sahne steif schlagen und alles nacheinander zufügen. Die Nüsse vorher in der Pfanne mit Zucker karamelisieren und abkühlen lassen. Auch zerbröselte Kekse wie Cantuccini eignen sich mit Sahne zum leckeren Gefrorenen, sagt Sabine Schäfer. Ein paar Früchte dazu – heiß oder kalt – und schon ist der Genuss perfekt. Und ganz exotisch: Eis aus 200 ml Milch und 200 ml Sahne aufkochen, mit 60 Gramm Zucker und Vanillezucker mischen und in die Masse vorsichtig zwei Eigelb geben und weiter aufschlagen. Einen Topf Basilikum mit ein bisschen Milch pürieren und unter die Masse heben. Ab in die Eismaschine. Schmeckt zu Erdbeeren toll. Wer einen Thermomix hat, kann ein beliebiges Fruchteis in Minuten herstellen. Wir baten Gabi Gerten, Thermomix-Repräsentantin aus Langenfeld und Virtuosin mit dem Zaubergerät, um ihr Lieblingsrezept. Sie empfiehlt ein Buttermilch- Zitronen-Eis – zubereitet aus 70 Gramm Zucker, 200 Gramm Sahne, 200 Gramm Buttermilch und 100 Gramm Zitronensaft. Zucker im Thermomix pulverisieren, dann Sahne schlagen, alle Zutaten zusammenfügen und 20 Sekunden auf Stufe 2 mit Rühraufsatz mischen. Danach in Eiswürfelbehälter füllen und ab ins Tiefkühlfach. Wer es besonders cremig mag, der kann das gefrorene Eis später wieder in den Thermomix geben und kurz aufschlagen. Natürlich kann man die Wie Grill-Wurst mit Fenchel entsteht Die Metzgerei Rauschmann ist Fleischerhandwerk in der fünften Generation. Masse auch in einen Eisbereiter füllen und dort gefrieren lassen. Blitzschnell geht es, wenn man gefrorene Früchte im Thermomix mit Zucker und Sahne püriert. Geräte, die bei der Eisherstellung helfen, gibt es in allen Preisklassen mit eigenem Kompressor oder mit Kühl-Akku. Eine Auswahl findet sich bei Electric Schaffrath (Schulstraße in Hilden). Allerdings nur auf Bestellung. Zum Beispiel ein Modell von Unold, das einen eingebauten Kompressor hat. Sie kosten je nach Fassungsvermögen von 240 bis etwa 400 Euro. Bestellmöglichkeiten im Internet gibt es zahlreiche. Auch bei Tchibo: Dort wird ein Profi-Gerät für 199 Euro angeboten, das bis auf minus 35 Grad kühlt und eine Eiscreme in 40 Minuten herstellt. Bei Medimax kann man im Internet die günstigste Eismaschine für 41,99 Euro bestellen. Sie hat einen Doppelbehälter, in dem sich zweimal 0,5 Liter Softeis, Fruchteis, Sorbet, Joghurt-Eis oder laktosefreies Eis in 30 Minuten herstellen lässt. Das einfachste Eis mit wenig Kalorien lässt sich übrigens aus zu Mus zerdrückten Bananen herstellen. Eine Zutat, sonst nichts, vielleicht etwas Zitrone und Vanillezucker und einfach gefrieren lassen. Wer diese Leckereien stilgerecht servieren oder essen will, wird im Haushaltswarengeschäft Schürg (Schulstraße Hilden) fündig: bunte Becher mit weißen Punkten, die an die klassischen Becher aus der italienischen Eisdiele erinnern. Auch der spatelförmige Löffel in vielen Farben machen Spaß aufs Schlemmen. Zu haben sind die witzigen Exemplare aus hartem Kunststoff – also wiederverwertbar – für 4,90 Euro. Eisportionierer aus Edelstahl gibt es natürlich auch. Sie zeigt Verkäuferin Luci Hasselbring. Für Eis am Stiel hält das Fachgeschäft knallgrüne und gelbe Eiswürfelbereiter in Übergröße parat (7,99 Euro). Die Stiele dazu gibt es extra für 3,90 Euro. Ein ähnliches Angebot an Löffeln und Bechern gibt es auch im Kochshop Solingen an der Hauptstraße in Langenfeld. Bauer Bossmann: Die Erdbeer-Saison hat begonnen MONHEIM Der Traktor ist unterwegs am Feld in Baumberg. Er bringt das Stroh, mit dem die Erntehelfer den Boden um die Pflanzen herum und die kleinen Wege zwischen den Erdbeerpflanzen bedecken. Soll das die Pflanzen warm halten? Erdbeerbauer Robert Bossmann schmunzelt. „Nee“, sagt er. „Das ist dafür da, dass bei Regen kein Matsch auf die Erdbeeren spritzt und es weniger staubt.“ Warm hält die Erdbeeren in eisigen Nächten etwas anderes. Wenn der Frost kommt, greift der Erdbeerbauer zum Wasser und sprenkelt seine Erdbeeren. Dann entsteht ein Eispanzer. „Der schützt Blüten und Früchte.“ Etwa 20 Erntehelfer sind derzeit bei Bauer Bossmann im Einsatz. Sie pflücken die Früchte der Früh-Sorten Clery (süß) und Lambada (supersüß). Im Laufe der Saison könnten dann bis zu 40 Erntehelfer gebraucht werden, sagt der Baumberger Bauer. Bewirtschaftet werden muss bei ihm eine Fläche, die ist etwa so groß wie 16 Fußballfelder. Zum Teil wachsen die Pflanzen in einem Folientunnel, in dem die Sonne schnell die Temperaturen steigen lässt, zum Teil auf freiem Feld. SABINE SCHMITT Robert Bossmann FOTO: MATZERATH VON DIRK NEUBAUER HAAN Metzgergeselle Christoph Schnee (28) hat die rote Kiste mit den Zutaten bereit gestellt. Etwa sieben Kilogramm Schweine- und Rindfleisch gemischt und in Stücke geschnitten. Dazu kommt die Gewürzschale mit schwarzem Pfeffer, grobkörnigem Meersalz und Fenchel, der betörend in die Nase steigt, sobald der Deckel auch nur ein bisschen geöffnet wird. „Daraus machen wir Salsiccia, eine grobe italienische Grillwurst, die bei unseren Kunden sehr beliebt ist“, erklärt Alexander Hennig. Zusammen mit Ehefrau Kathrin hat er Anfang des Monats die bergische Metzgerei Rauschmann an der Bahnstraße 36 in Gruiten von den Schwiegereltern übernommen. Die Gewürzmischung wird auf das Fleisch gegeben. RP-FOTOS: DIRK NEUBAUER Während viele Betriebe mangels Nachfolger aufgeben müssen, haben sich die Hennigs entschlossen, die Tradition fortzuführen. Zweimal pro Woche, montags und donnerstags, wird am Eingang zur Wurstküche selbst geschlachtet. Was in den Auslagen der Metzgerei liegt, stammt komplett aus eigener Produktion. Auch die Salsiccia. Das Rezept zur Wurst hat der Schwiegervater einst von einem italienischen Freund bekommen. Hennig greift das Fleisch mit beiden Händen, streut die Würzmischung darüber und vermengt alles miteinander. Es wird peinlich genau auf Sauberkeit geachtet: „Wir – die acht Leute aus der Produktion – waschen uns 20 Mal pro Tag die Hände, manchmal noch öfter. Danach wird desinfiziert.“ Die Mischung aus Fleisch Alexander Hennig achtet darauf, wie die Wurst aus dem Wolf kommt. und Gewürzen wird von oben in den Fleischwolf eingefüllt. Binnen weniger Minuten verwandeln sich Fleisch und Gewürze in eine grobe Masse, die sofort weiterverarbeitet wird. „Ich möchte heute den größten Teil unserer Theke mit Grillbarem füllen“, sagt Alexander Hennig. Bald liegen dort neun verschiedene Wurstsorten, die alle frisch am selben Tag entstanden sind. Dort liegt neben der fenchelhaltigen Salsiccia die Merguez, eine mit gewürztem Schweinehackfleisch gefüllte Wurst, die aufgrund ihres Kreuzkümmel-Gehalts nicht jedermanns Sache ist. Die Krakauer, die Käse- Krakauer, grobe und feine Bratwurst, die Gruitener Bratwurstschnecke und die Gruitener Rostbratwurst, die so schmeckt wie eine Nürnberger, aber nicht so heißen darf. Besonders beliebt ist die Standard-Bratwurst in den Varianten grob und fein, die Gruitener Rostbratwurst und die Salsiccia. Letztere kostet 16,99 Euro pro Kilo. Das ist teurer als beim Discounter, aber frisch gemacht – von Tieren aus der Region. „Mit unseren Produkten haben wir uns einen festen Kundenstamm erobert“, sagt Alexander Hennig, während er die Salsiccia-Masse in den Abfüll-Automaten umhebt. Der wird das Brät in einen Schafdarm mit einem Durchmesser von gut zwei Zentimetern drücken. Immer wieder die gleiche Menge, so werden aus sieben Kilo Fleisch rund 80 Würste. Hennig: „Wir sagen den Kunden, dass die frische Salsiccia in zwei Tagen verbraucht werden sollte. Meistens lachen sie und antworten: ‚So lange hält ihre Wurst nicht bei uns‘.“

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