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Leseprobe Langenfeld-Monheim

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D-HI-02 12

D-HI-02 12 Leseprobe RHEINISCHE POST SAMSTAG, 17. JUNI 2017 Frei-Schwimmer! Ein Labsal nicht nur für Wassermänner. Im Langenfelder Freibad hat jeder Schwimmer morgens besonders viel Platz. RP-FOTOS (9): GUTMANN/RP-ARCHIVFOTO: MATZERATH Langfort, kurz vor sieben, sonnig, 5 Grad Celsius Luft, 24,4 Grad Wasser. Frühschwimmer stürmen das Freibad. Die RP war beim Saisonstart dabei. VON THOMAS GUTMANN LANGENFELD Der eine hopst, der andere schiebt sich auf dem Po ins Wasser, eine dritte nimmt die Leiter. Schwuppdiwupp sind alle im Wasser. Zwölf Frühschwimmer, die es gestern um kurz vor sieben kaum erwarten konnten, dass Bademeister Udo Janitschek (56) die Tür vom Hallen- zum Freibad aufschloss. Die Ungeduld ist jedes Mal groß“, sagt der dienstälteste aller Schwimmmeister im Stadtbad. Dieser Morgen gibt allen Anlass dazu: Schöner kann ein Tag im Mai kaum starten. „O die Sonne!“, schwärmt Leonore, der nach den ersten beiden Bahnen die Wonne ins Gesicht geschrieben steht. Die Laune unter den Frühschwimmern ist so gut, dass die 53-Jährige sich sogar eine Prise Ironie auf die Allüren mancher Stammgäste erlaubt: Diese Bahn gehört das nächste halbe Jahr mir!“ Die meisten hier kommen mehrmals pro Woche oder täglich. So wie Andreas (50), der jeden Morgen 1300 Meter krault, diesmal verteilt auf 825 Meter im Hallenbad (vor 7 Uhr) und 500 Meter draußen (nach 7). „Obwohl es danach zur Arbeit geht, fühlt sich das hier an einem Morgen wie diesem wie Urlaub an“, sagt der Richrather. Kritik gibt’s auch. „Schade, dass immer erst so spät im Mai und dann um sieben statt um halb sieben wie im Hallenbad geöffnet wird“, meint Günter (72). „Das ist doch schlecht für Berufstätige“. Zwei Verbesserungsvorschläge, gesäumt von lauter Lob. „Das Beste an Langenfeld“, hört man eine Rückenschwimmerin später zu ihrer Bahnnachbarin sagen, „ist das Bad“. Jährlich 1,2 bis 2,2 Millionen Euro – je nach Unterhaltungsaufwand – lässt sich die Stadt selbiges kosten. Jetzt steht es den Langenfeldern wieder komplett zur Verfügung. Ab nächster Woche gelten die Sommer-Öffnungszeiten (Montag ab 14 Uhr, Dienstag bis Freitag ab 6.30 Uhr, Wochenende ab 8 bis jeweils 20 Uhr). INFO So viel kostet das Schwimmen in Langfort Was Das Langenfelder Freibad liegt an der Langforter Straße 70. Wie das angrenzende Hallenbad wird es von der Sportgemeinschaft Langenfeld betrieben. Wie Das Freibad hat drei Becken für Schwimmer, Nichtschwimmer (mit 50-Meter-Rutsche) und Springer (ein 3-Meter- und zwei 1-Meter-Bretter) plus Planschbecken. Eintritt: Einzelkarte Erwachsene 3,60 Euro, ermäßigt (Kinder/Jugendliche/Azubis/Studenten) 1,80 Euro; Kinder unter sechs frei Zehnerkarte 30 Euro / 15 Euro Halbjahreskarte 120 Euro / 66 Euro Früh ins Wasser unter freiem Himmel – warum seid ihr Freibad-Fans? Andreas (50) Richrath „Draußen schwimmen ist wortwörtlich großartig. Das 50-Meter-Becken bietet genug Platz, alle können sich schön verteilen. Meine 1300 Meter täglich machen mir jetzt richtig Spaß.“ Ein Bademeister schließt die Freibad-Tür auf. Günter (72) Langenfeld-Mitte „Ich war gerade erst im Robinson-Club an der türkischen Ägäis. Mit dem Wetter dort kann das jetzt hier super mithalten. Das Wasser ist sogar wärmer als das vom Mittelmeer.“ Kurz vorm Start: Die Uhr auf der Liegewiese. Leonore (53) Langenfeld-Mitte „Wir Freiluftfrühschwimmer begegnen uns nur von Mai bis September. Heute sagen wir „Frohes Neues!“, im Herbst „Frohe Weihnachten!“. Frühschwimmen macht gute Laune.“ Rolf (63) Langenfeld-Mitte „Man klettert zerknittert aus dem Bett, aber fröhlich aus dem Wasser! Und an der frischen Luft statt in der Chlorluft des Hallenbad zu schwimmen, das bringt einen erst recht in Schwung.“ Still ruht das Bad: Das Schwimmerbecken, Minuten vor dem Ansturm. Thomas (46) RP Langenfeld „Wow! Die Frühschwimmer haben recht. Habe mich gefragt, wie man um 6.55 Uhr schon so gut drauf sein kann. Jetzt weiß ich’s. Einmal im Wasser – und man will nicht mehr raus!“ Passt! Joshua Schumacher misst die Wassertemperatur

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