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Leseprobe Langenfeld-Monheim

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D-HI-02 6

D-HI-02 6 Leseprobe RHEINISCHE POST SAMSTAG, 17. JUNI 2017 Das Fußball-Wunder: Monheim ist Oberligist Beim Stande von 0:2 war in Rhede fast alles aus. Dann traf Philipp Hombach zum 1:2 – und Karim Afkir in der Nachspielzeit spät zum 2:2. VON MICHAEL DEUTZMANN Völlig losgelöst: Monheims Mannschaft war gut ausgerüstet – unter anderem mit Aufstiegs-T-Shirts und verschiedenen Kaltgetränken. MONHEIM Für den winzigen Bruchteil einer Sekunde stand plötzlich die Welt still. Unten auf dem Platz hatte gerade Karim Afkir das 2:2 erzielt. Es war der späte Ausgleich im Qualifikations-Rückspiel beim VfL Rhede. Und es war ein Treffer für die Vereins-Geschichtsbücher, denn er katapultierte den FC Monheim (FCM) aus der Landesliga in die Fußball-Oberliga. Trainer Dennis Ruess handelte sofort und schickte die Fans, die auf den Platz laufen und feiern wollten, wieder energisch hinter die Absperrung. Schiedsrichter Florian Heien (Lüttingen) pfiff tatsächlich noch einmal an. Eine halbe Minute später war Feierabend und jetzt endgültig kein Monheimer mehr zu halten. Spieler kugelten wie Kinder auf dem Rasen herum, ziemlich jeder umarmte jeden. Mancher musste sich kneifen lassen, um in die Wirklichkeit zurückzukehren. Die sah schließlich bis kurz vor Schluss ernüchternd aus – 0:2. Der folgende Ablauf war mit normalen Maßstäben nicht zu erklären. Philipp Hombach erzielte das 1:2 (87.), ehe Karim Afkir den FCM in der sechsten Minute der Nachspielzeit mit dem 2:2 in den Fußball-Himmel beförderte. Nach dem 0:0 aus dem Qualifikations-Hinspiel reichte das Unentschieden wegen der auswärts erzielten Treffer zum Aufstieg. Die Gegensätze konnten krasser kaum sein: Hier schienen die Monheimer vor Begeisterung abzuheben, dort sackten die Rheder in sich zusammen. Keiner beim VfL begriff, wie den Gastgebern der Sieg noch entglitten war. Monheims Trainer Dennis Ruess bekam mit, wie es den Rhedern ging. Deshalb gratulierte er in einem Kreis zuerst kurz seiner eigenen Mannschaft. Wenig später war der FCM-Coach verschwunden, um ein paar Minuten bei den Hausherren und deren Trainer Javier Garcia Dinis zu verbringen. „Das tut mir echt ein bisschen weh für ihn“, sagte Ruess, „er ist ein super Typ und ein toller Kollege. Ich weiß, wie brutal das für die sein muss.“ Die Geste passte zum großen Rahmen des Spiels, das rund 1000 Zuschauer sahen. Gut 200 davon waren die rund 105 Kilometer aus Monheim mit nach Rhede gekommen. Der FCM wirkte zunächst seltsam gehemmt. Die 60-Tore-Offensive mit den drei Stürmern Dejan Lekic (22 Landesliga-Treffer), Karim Afkir (21) und Eray Bastas (12) sowie Regisseur Philipp Hombach (15) produzierte null Gefahr. Dass Monheim über die größeren spielerischen Mittel verfügen könnte, ließ sich bestenfalls erahnen. Die erste Chance für den VfL (24./Kopfball Marvin Bölting) ergab sich nach einem weit hereingeschlagenen Freistoß. Bezeichnend: Der FCM wirkte am Rückstand mit, denn er verlor im Mittelfeld unnötig den Ball – 0:1 (30./Martin Schüring). Der Versuch des Monheimer Kapitäns Patrick Becker in den Nachmittags-Himmel (32.) und der falsche Einwurf von Dejan Lekic (45.) belegten ebenfalls, dass der FCM sein Potenzial nicht annähernd ausschöpfte. Monheim wirkte in der zweiten Hälfte wacher. Der Kopfball von Becker (52.) fiel trotzdem zu harmlos aus, Afkir (55.) traf den Ball nicht richtig und der Versuch von Hombach (56.) ging hoch drüber. Noch bitterer für die Gäste: Ein weiterer Ballverlust leitete das 0:2 ein (63./ Schüring) und niemand hätte in dieser Phase einen Cent auf den FCM gesetzt. Die Partie wäre gelaufen gewesen, wenn der freie Martin Schüring in der 75. Minute nicht am glänzend RP-FOTOS (3): RALPH MATZERATH reagierenden Monheimer Keeper Pascal Scheler gescheitert wäre. Gleichzeitig wollte Rhede nun jede sich bietende Gelegenheit zur Spielverzögerung nutzen – was sich am Ende nicht wirklich auszahlte. Als Philipp Hombach, bester Monheimer an diesem Nachmittag, drei Minuten vor dem Ende auf 1:2 (87.) verkürzte, begann auf einmal eine ganz andere Partie. Der FCM war plötzlich voll im Endspiel-Modus. Hoch auf dem grünen Wagen: Die Torschützen Karim Afkir (hinten, links) und Philipp Hombach (hinten, rechts) hatten auch später alles im Blick. Die Siegerehrung: Trainer Dennis Ruess genoss den größten Triumph des FC Monheim zusammen mit seiner Frau Jennifer in vollen Zügen. Der Unparteiische hatte gerade fünf Minuten Nachspielzeit angezeigt, als der VfL-Torhüter gegen Ayhan Atar rettete (90.). Kurz darauf (90.+1) begann Dejan Lekic zu humpeln – biss jedoch auf die Zähne und warf sich wieder ins Getümmel. In der angezeigten Nachspielzeit übertrieb es Rhede erneut mit seiner Verzögerungs-Taktik – und Spielleiter Heien, der hier korrekt handelte, gab etwas weitere Zeit hinzu. Da schlug die große Stunde von Karim Afkir, der bis dahin nicht seinen besten Tag hatte. Nun brachte er den Ball jedoch in der sechsten Minute der Nachspielzeit wie ein echter Torjäger mit Wucht unter. Dann stand für den winzigen Bruchteil einer Sekunde die Welt still. Es war einer jener Treffer, die immer besonders bleiben werden. Der FC Monheim spielt in der kommenden Saison in der Fußball-Oberliga. Langenfeld Longhorns dürfen sich endlich ausruhen Nach sieben Spielen am Stück leckt der Football-Zweitligist aktuell seine Wunden und analysiert die Lage. Müde: Carlo Zimmermann und die Langenfelder können die aktuelle Pause gut gebrauchen. RP-FOTO: MATZERATH VON MARTIN RÖMER LANGENFELD Für die Langenfeld Longhorns waren die ersten sieben Spiele in der German Football League 2 (GFL2) ein echter Kraftakt. Pünktlich nach der ersten Hälfte der Saison kommt der Aufsteiger an diesem Wochenende erstmals in den Genuss eines spielfreien Wochenendes, zuvor mussten die personell durch zahlreiche Verletzungen angezählten Longhorns jedes Wochenende über die Schmerzgrenze hinaus gehen. Zum Vergleich: Der Konkurrent Essen Assindia Cardinals absolvierte im selben Zeitraum nur vier Partien. „Es hat sich schon bemerkbar gemacht, dass wir mit einem relativ kleinen Kader in die Saison gegangen sind, teilweise war es echt hart. Aber egal in welcher Konstellation, haben wir auch mit den Ergänzungsspielern guten Football gespielt“, findet Longhorns-Headcoach Michael Hap, der mit der ersten Saisonhälfte durchaus zufrieden ist. Nach dem in Haps Augen „bombastischen“ Start gegen die Paderborn Dolphins (57:27) gingen die Langenfelder zwar viermal in Folge als Verlierer vom Platz, schafften es zuletzt aber mit zwei Auswärtserfolgen bei den Rostock Griffins (35:31) und den Lübeck Cougars (28:16), das Ruder herumzureißen. „Durch die beiden Siege können wir mit der bisherigen Saison zufrieden sein und optimistisch nach vorne schauen“, sagt Hap. Zurzeit sind die Langenfelder in der Tabelle Vierter, allerdings haben alle Konkurrenten bislang auch weniger Spiele absolviert. Ein größtenteils positives Zwischenfazit zieht auch Daniel Berg. Der Mannschaftskapitän bei den Longhorns stellt fest: „Nach dem Sieg im ersten Spiel sah es kurz so aus, als hätte es für uns noch besser laufen können als jetzt. Aber dafür, dass wir Aufsteiger sind, viel mit Verletzungen zu kämpfen hatten und sieben Spiele am Stück spielen mussten, kann man schon zufrieden sein.“ Aus der Not der vielen Verletzungsausfälle machten die Langenfelder Longhorns in dieser Saison bislang eine Tugend und rückten auch in schwierigen Situationen enger zusammen. „Wir haben in den letzten Wochen wirklich Kämpferherz bewiesen. Wir haben immer bis zum Schluss durchgezogen und das hat dann auch am Ende den Ausschlag gegeben“, sagt Runningback Berg. Gerade beim Last-Minute-Sieg in Rostock, als Darnell Evans die Partie drei Sekunden vor Schluss zugunsten der Longhorns entschied, war die von Berg gepriesene Willenskraft der Langenfelder Gold wert, schließlich könnte dieser Erfolg nach der Negativserie der entscheidende Augenblick in der Saison gewesen sein. In der zurückliegenden Woche, in der Hap mit seinem Trainerteam auch auf Trainingseinheiten verzichtete, durften die Longhorns jetzt endlich einmal die Füße hochlegen. Und auch wenn von den zahlreichen Langzeitverletzten bis zum nächsten Wochenende wohl höchstens Linebacker Patrick Gerwers wiederkehren könnte, wird die Pause den Langenfeldern richtig guttun. „Es geht auch einfach darum, die ganzen kleinen Wehwehchen auszukurieren und dann topfit in die nächste Partie gehen zu können“, sagt Berg. Nächstes Wochenende empfangen die Longhorns dann am Sonntag die Bonn Gamecocks im Langenfelder Jahnstadion an der Jahnstraße (16 Uhr).

RHEINISCHE POST SAMSTAG, 17. JUNI 2017 D-HI-03 Leseprobe 7 Kühle Verlockungen – selbst gemacht Mit der Eismaschine, im Thermomix oder im Gefrierfach: Leckeres Eis für heiße Tage ist schnell zubereitet. VON ISABEL KLAAS LANGENFELD/MONHEIM/HILDEN Den kühlen Genuss in heißen Zeiten kann man schnell in der eigenen Küche zaubern. Unbedingtes Muss ist eigentlich nur ein Tiefkühlfach. Wer schneller löffeln will, braucht eine Eismaschine. Wie es sie beispielsweise zurzeit für 17,99 Euro bei Lidl in Langenfeld und Monheim gibt. „Die reicht völlig aus, um ein leckeres Eis zu machen, das von der Konsistenz oft besser ist als das aus teuren Profi-Maschinen“, sagt Sabine Schäfer, Kochlehrerin in Seele’s Küchenstudio in Monheim. Aus griechischem Joghurt, Früchten oder zwei starken abgekühlten Espressi und ein bisschen Zucker lässt sich in fünf Minuten ein Supereis zaubern“, sagt sie schwärmerisch. Der Fantasie sind da eigentlich keine Grenzen gesetzt. Sahne, Vollmilch, Buttermilch, Joghurt – alles lässt sich als Grundsubstanz verwenden. Aber auch Früchte und Fruchtsaft. Eis eignet sich durchaus auch als kreative Überraschung für Gäste, dann etwas aufwendiger. Als Walnuss-Parfait mit karamelisierten Walnüssen, einem Becher Sahne, 50 Gramm zerstoßenem Baiser, einem Esslöffel Zucker und einer Prise Zimt sowie ein bisschen Bourbon- Vanille beispielsweise. Ein Rezept aus den Kochkursen bei Küchen Seele. Die Sahne steif schlagen und alles nacheinander zufügen. Die Nüsse vorher in der Pfanne mit Zucker karamelisieren und abkühlen lassen. Auch zerbröselte Kekse wie Cantuccini eignen sich mit Sahne zum leckeren Gefrorenen, sagt Sabine Schäfer. Ein paar Früchte dazu – heiß oder kalt – und schon ist der Genuss perfekt. Und ganz exotisch: Gabi Gerten zaubert Basilikum- Eis in Sekundenschnelle. Es schmeckt cremig, aromatisch und ist für zwischendurch ebenso geeignet wie als anspruchsvolles Dessert. RP-FOTO: RALPH MAT- ZERATH Eis aus 200 ml Milch und 200 ml Sahne aufkochen, mit 60 Gramm Zucker und Vanillezucker mischen und in die Masse vorsichtig zwei Eigelb geben und weiter aufschlagen. Einen Topf Basilikum mit ein bisschen Milch pürieren und unter die Masse heben. Ab in die Eismaschine. Schmeckt zu Erdbeeren toll. Wer einen Thermomix hat, kann ein beliebiges Fruchteis in Minuten herstellen. Wir baten Gabi Gerten, Thermomix-Repräsentantin aus Langenfeld und Virtuosin mit dem Zaubergerät, um ihr Lieblingsrezept. Sie empfiehlt ein Buttermilch- Zitronen-Eis – zubereitet aus 70 Gramm Zucker, 200 Gramm Sahne, 200 Gramm Buttermilch und 100 Gramm Zitronensaft. Zucker im Thermomix pulverisieren, dann Sahne schlagen, alle Zutaten zusammenfügen und 20 Sekunden auf Stufe 2 mit Rühraufsatz mischen. Danach in Eiswürfelbehälter füllen und ab ins Tiefkühlfach. Wer es besonders cremig mag, der kann das gefrorene Eis später wieder in den Thermomix geben und kurz aufschlagen. Natürlich kann man die Masse auch in einen Eisbereiter füllen und dort gefrieren lassen. Blitzschnell geht es, wenn man gefrorene Früchte im Thermomix mit Zucker und Sahne püriert. Geräte, die bei der Eisherstellung helfen, gibt es in allen Preisklassen mit eigenem Kompressor oder mit Kühl-Akku. Eine Auswahl findet sich bei Electric Schaffrath (Schulstraße in Hilden). Allerdings nur auf Bestellung. Zum Beispiel ein Modell von Unold, das einen eingebauten Kompressor hat. Sie kosten je nach Fassungsvermögen von 240 bis etwa 400 Euro. Bestellmöglichkeiten im Internet gibt es zahlreiche. Auch bei Tchibo: Dort wird ein Profi-Gerät für 199 Euro angeboten, das bis auf minus 35 Grad kühlt und eine Eiscreme in 40 Minuten herstellt. Bei Medimax kann man im Internet die günstigste Eismaschine für 41,99 Euro bestellen. Sie hat einen Doppelbehälter, in dem sich zweimal 0,5 Liter Softeis, Fruchteis, Sorbet, Joghurt-Eis oder laktosefreies Eis in 30 Minuten herstellen lässt. Das einfachste Eis mit wenig Kalorien lässt sich übrigens aus zu Mus zerdrückten Bananen herstellen. Eine Zutat, sonst nichts, vielleicht etwas Zitrone und Vanillezucker und einfach gefrieren lassen. Wer diese Leckereien stilgerecht servieren oder essen will, wird im Haushaltswarengeschäft Schürg (Schulstraße Hilden) fündig: bunte Becher mit weißen Punkten, die an die klassischen Becher aus der italienischen Eisdiele erinnern. Auch der spatelförmige Löffel in vielen Farben machen Spaß aufs Schlemmen. Zu haben sind die witzigen Exemplare aus hartem Kunststoff – also wiederverwertbar – für 4,90 Euro. Eisportionierer aus Edelstahl gibt es natürlich auch. Sie zeigt Verkäuferin Luci Hasselbring. Für Eis am Stiel hält das Fachgeschäft knallgrüne und gelbe Eiswürfelbereiter in Übergröße parat (7,99 Euro). Die Stiele dazu gibt es extra für 3,90 Euro. Ein ähnliches Angebot an Löffeln und Bechern gibt es auch im Kochshop Solingen an der Hauptstraße in Langenfeld. Bauer Bossmann: Die Erdbeer-Saison hat begonnen MONHEIM Der Traktor ist unterwegs am Feld in Baumberg. Er bringt das Stroh, mit dem die Erntehelfer den Boden um die Pflanzen herum und die kleinen Wege zwischen den Erdbeerpflanzen bedecken. Soll das die Pflanzen warm halten? Erdbeerbauer Robert Bossmann schmunzelt. „Nee“, sagt er. „Das ist dafür da, dass bei Regen kein Matsch auf die Erdbeeren spritzt und es weniger staubt.“ Warm hält die Erdbeeren in eisigen Nächten etwas anderes. Wenn der Frost kommt, greift der Erdbeerbauer zum Wasser und sprenkelt seine Erdbeeren. Dann entsteht ein Eispanzer. „Der schützt Blüten und Früchte.“ Etwa 20 Erntehelfer sind derzeit bei Bauer Bossmann im Einsatz. Sie pflücken die Früchte der Früh-Sorten Clery (süß) und Lambada (supersüß). Im Laufe der Saison könnten dann bis zu 40 Erntehelfer gebraucht werden, sagt der Baumberger Bauer. Bewirtschaftet werden muss bei ihm eine Fläche, die ist etwa so groß wie 16 Fußballfelder. Zum Teil wachsen die Pflanzen in einem Folientunnel, in dem die Sonne schnell die Temperaturen steigen lässt, zum Teil auf freiem Feld. 16 Fußballfelder mit Erdbeerpflanzen bei Bossmann, das ist auch etwas weniger als in den Jahren zuvor. Im Baumberger Osten zum Beispiel gibt es jetzt ein Neubaugebiet statt Erdbeerpflanzen. SABINE SCHMITT Robert Bossmann FOTO: MATZERATH Wie Grill-Wurst mit Fenchel entsteht Die Metzgerei Rauschmann pflegt das Fleischerhandwerk in der fünften Generation. VON DIRK NEUBAUER HAAN Metzgergeselle Christoph Schnee (28) hat die rote Kiste mit den Zutaten bereit gestellt. Etwa sieben Kilogramm Schweine- und Rindfleisch gemischt und in Stücke geschnitten. Dazu kommt die Gewürzschale mit schwarzem Pfeffer, grobkörnigem Meersalz und Fenchel, der betörend in die Nase steigt, sobald der Deckel auch nur ein bisschen geöffnet wird. „Daraus machen wir Salsiccia, eine grobe italienische Grillwurst, die bei unseren Kunden sehr beliebt ist“, erklärt Alexander Hennig. Zusammen mit Ehefrau Kathrin hat er Anfang des Monats die bergische Metzgerei Rauschmann an der Bahnstraße 36 in Gruiten von den Schwiegereltern übernommen. Während viele Betriebe mangels Nachfolger aufgeben müssen, haben sich die Hennigs entschlossen, die Tradition fortzuführen. Zweimal pro Woche, montags und donnerstags, wird am Eingang zur Wurstküche selbst geschlachtet. Was in den Auslagen der Metzgerei liegt, stammt komplett aus eigener Produktion. Auch die Salsiccia. Das Rezept zur Wurst hat der Schwiegervater einst von einem italienischen Freund bekommen. Hennig greift das Fleisch mit beiden Händen, streut die Würzmischung darüber und vermengt alles miteinander. Es wird peinlich genau auf Sauberkeit geachtet: „Wir – die acht Leute aus der Produktion – waschen uns 20 Mal pro Tag die Hände, manchmal noch öfter. Danach wird desinfiziert.“ Die Mischung aus Fleisch und Gewürzen wird von oben in den Fleischwolf eingefüllt. Binnen weniger Minuten verwandeln sich Fleisch und Gewürze in eine grobe Masse, die sofort weiterverarbeitet wird. „Ich möchte heute den größten Teil unserer Theke mit Grillbarem füllen“, sagt Alexander Hennig. Bald liegen dort neun verschiedene Wurstsorten, die alle frisch am selben Tag entstanden sind. Dort liegt neben der fenchelhaltigen Salsiccia die Merguez, eine mit gewürztem Schweinehackfleisch gefüllte Wurst, die aufgrund ihres Kreuzkümmel-Gehalts nicht jedermanns Sache ist. Die Krakauer, die Käse- Krakauer, grobe und feine Bratwurst, die Gruitener Bratwurstschnecke und die Gruitener Rostbratwurst, die so schmeckt wie eine Nürnberger, aber nicht so heißen darf. Besonders beliebt ist die Standard-Bratwurst in den Varianten grob und fein, die Gruitener Rostbratwurst und die Salsiccia. Letztere kostet 16,99 Euro pro Kilo. Das ist teurer als beim Discounter, aber frisch gemacht – von Tieren aus der Region. „Mit unseren Produkten haben wir uns einen festen Kundenstamm erobert“, sagt Alexander Hennig, während er die Salsiccia-Masse in den Abfüll-Automaten umhebt. Der wird das Brät in einen Schafdarm mit einem Durchmesser von gut zwei Zentimetern drücken. Immer wieder die gleiche Menge, so werden aus sieben Kilo Fleisch rund 80 Würste. Hennig: „Wir sagen den Kunden, dass die frische Salsiccia in zwei Tagen verbraucht werden sollte. Meistens lachen sie und antworten: ‚So lange hält ihre Wurst nicht bei uns‘.“ Metzgergeselle Christoph Schnee (rechts) hilft Hennig schließlich, die Waren in den Schalen für den Verkauf herzurichten. RP-FOTOS (3): NEUBAUER Die Gewürzmischung wird auf das Fleisch gegeben. Alexander Hennig achtet darauf, wie die Wurst aus dem Wolf kommt.

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