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Mein Willich

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KK-K21

KK-K21 Mein Willich Fußballspielende Cowboys auf Tour RHEINISCHE POST SAMSTAG, 25. FEBRUAR 2017 C7 Das Wurfmaterial ist aufgeladen, die Kostüme hängen fertig genäht im Schrank und der Festwagen kann an den Traktor gekoppelt werden. Beim Sportclub Viktoria Anrath ist man für den morgigen Tulpensonntagszug in Anrath gerüstet. VON BIANCA TREFFER „Irgendwie müsste der Wagen unten bauchiger wirken“, sinniert Uli Jacobs und blickt auf die frisch gemalte Wüstenlandschaft im unteren Bereich des Karnevalswagens, während er zusammen mit seinem Sohn Florian eines der Wagenräder heranrollt, das auf eben dieser Präriefläche befestigt werden soll. Marco Schumacher schließt sich dem Gedanken an. Er greift zu zwei Holzlatten. „Wenn wir den Radius der Räder nachschneiden ...“, überlegt er und hält die Latten probeweise an das inzwischen am Wagen angelehnte Rad. Die beiden Männer fangen an zu tüfteln. Indes erinnert Thomas Heppner, der mit den Farben zugange ist, Marie und Carolin daran, dass die unteren Seiten frisch gestrichen sind. Ein Nicken der beiden und sie klettern über die Treppe in den Wagen, der noch einen ungehinderten Blick ins Hallendach ermöglicht. Doch damit ist bald Schluss. Der Stoff, der Beim Sportclub Viktoria Anrath wurde über Wochen fleißig am Planwagen gebaut. über die bereits montierten Bögen aus Eisenmatten und Isolierungsmaterial gezogen werden soll, liegt schon unter den Nähmaschinen. Denn während die Männer vom Sportclub Viktoria Anrath in der Scheune des landwirtschaftlichen Betriebes von Ludger Hügens am Karnevalswagen bauen, rattern nur ein paar Meter weiter die Nähmaschinen. „Die Frauen sitzen bei uns zuhause im Wohnzimmer und nähen unsere Kostüme sowie in diesem Fall die große Überdachung für den Planwagen“, sagt Jacobs. Bei den Mitgliedern von Viktoria Anrath sowie etlichen Freunden steht derzeit nicht allein der Ball im Mittelpunkt, sondern Karneval ist dazu gekommen. Seit 1999 ist eine große Gruppe närrisch aktiv. Die Idee, am Karnevalszug teilzunehmen, stammt dabei von Jacobs. Er stand nicht nur für Jahre an der Spitze von Viktoria und ist derzeit als Jugendobmann im Verein tätig, er ist auch der Kopf betreffend Karneval. „In diesem Jahr geht es dabei quasi an unsere Wurzeln zurück. Im allerersten Jahr sind wir als Cowboys und Indianer im Anrather Tulpensonntagszug mitgezogen. Jetzt starten wir erneut als Cowboys“, sagt der Anrather. Wobei der aktuelle Wagen mit dem von 1999 wenig gemeinsam hat. Damals war es ein Autoanhänger, auf dem die Fußballer einen Marterpfahl gesetzt hatten, an dem ein Cowboy hing. Jetzt hingegen geht es mit einem großen Planwagen los. Schon seit Jahren stellt Markus Berger den Sportlern einen landwirtschaftlichen Anhänger zur Verfügung, der in kompletter Eigenleistung zum Festwagen umgebaut wird. Rund sechs Wochen vor dem eigentlichen Zug beginnen die Umgestaltungsarbeiten. Wobei die gesamte Karnevalsgruppe schon weit im Voraus überlegt, in welcher Gestalt man am Zug teilnimmt und wie man den Wagen gestalten möchte. „Wir sammeln immer Ideen, schauen was realistisch umsetzbar ist und wo unsere Kosten liegen“, berichtet Jacobs. Denn auch wenn alle beim Wagenbau mit anpacken und die Kostüme selbstgenäht sind, so bleiben die Ausgaben für Wagen- und Kostümmaterial. Wurfmaterial muss eingekauft werden, Gema- als auch Zuggebühren sind zu zahlen – die Positionen umfassen einiges und trotz Sponsoren kommt immer eine gewisse Summe an Kosten auf die Teilnehmer zu. Allein in diesem Jahr schlugen die Stoffe für die Kostüme der 40 Zugteilnehmer mit fast 1000 Euro zu Buche. Auch wenn beim Wagenbau mit Palettenholz und anderen vorhandenen Materialien gebaut wird, so mussten Farben und weitere Baumstoffe in Höhe von rund 400 Euro angeschafft werden. Zum Glück greift in Sachen Kamelle ein Sponsor den Fußballern unter die Arme, aber Eigenkosten von 1000 Euro sind geblieben. Inzwischen hat die gewünschte bauchige Gestalt des Planwagens Formen angenommen und es geht an die weitere Dekoration. Ein großer, grün gestrichener Kaktus aus Styropor wartet auf seine Montage und in einem Pappkarton tummeln sich alte Töpfe, Reiben, Milchkannen und weitere urige Haushaltsgegenstände, die beim Zug fröhlich am Planwagen klappern werden. MELDUNGEN Zug startet am Sonntag um 13:11 Uhr Die Aufstellung für den Karnevalszug am Tulpensonntag erfolgt auf der Hausbroicher und der Fadheider Straße ab etwa 11.30 Uhr. Gestartet wird ab 13.11 Uhr über die üblichen Straßen, auch über Kirchplatz und Viersener Straße. Die Auflösung soll gegen 16.30 Uhr am Ende der Gietherstraße/Jakob- Krebs-Straße so stattfinden, dass die Wagen sich in den fließenden Verkehr einordnen und die Fußgruppen sich über die FGZ Jakob-Krebs-Straße entfernen können. Zum Sicherheitskonzept: Man könne davon ausgehen, so Martin Zinnel von der Stadt, „dass alles Notwenige getan wird, für die Besucher des Zuges ein größtmögliches Gefühl an Sicherheit zu gewährleisten.“ Anrather Innenstadt wird gesperrt Aufgrund der positiven Erfahrungen in den Vorjahren wird auch in diesem Jahr wieder eine Glasflaschenverbotszone um die Kirche herum eingerichtet, weshalb der komplette Innenstadtbereich von Anrath ab etwa 11 Uhr gesperrt werden wird. Zusätzlich wird die Neersener Straße in Höhe des Engerweg – ebenfalls ab 11Uhr - gesperrt. Auch die Brückenstraße zwischen Einmündung Süchtelner Straße und der Gietherstraße kann aufgrund einer Baumaßnahme nicht durchfahren werden. Ab Abmarsch des Zuges steht also nur eine Umleitung ab Neersener Straße über Lohrfeld, Hausbroicher und Fadheider Straße zur Schottelstraße (und umgekehrt) zur Verfügung, erklärt Petra Dirks vom Geschäftsbereich Landschaft und Straßen. ÖPNV muss ebenfalls Umleitungen nehmen Am Tulpensonntag gelten andere Routen. Die Sperrungen der Straßen am kommenden Tulpensonntag, wenn sich der Karnevalszug durch die Straßen und an den Narren vorbei schlängelt, gelten natürlich auch für den ÖPNV. Deshalb fährt die Linie 038 ab dem Zeitpunkt der Sperrung des Ortskerns von Neersen kommend über die L 29, Viersener Straße, Hindenburgstraße, Buschstraße, Mertensweg, Gietherstraße und Brückenstraße bis zum Bahnhof. Von Anrath nach Neersen verläuft die Umleitungsstrecke in umgekehrter Reihenfolge. Die anderen Linien (071, SB 87) fahren ab Beginn der Sperrungen ab L 29, Viersener Straße, Hindenburgstraße, Buschstraße, Lindenstraße, Jakob- Krebs-Straße und weiter in Fahrtrichtung Kempen oder Willich. Nach Abmarsch des Zuges wird die SB 87 über die K 17 und die L 475 (über Süchteln- Hagen und Vorst) fahren, während die Linie 071 von Viersen kommend über den Schwarzen Pfuhl, die Hauptstraße und L 26 in FR Münchheide fährt. Die Linie 054 (SWK) endet von 12 bis 19 Uhr am Bahnhof Anrath. Daneben werden seitens des Busverkehr Rheinland wieder Sonderbusse zwischen Willich, Parkstraße, und Anrath Bahnhof eingesetzt. Zwei Busse werden gegen 11.30 Uhr und 12.30 Uhr rechtzeitig vor Zugbeginn nach Anrath abfahren, ebenfalls zwei Busse werden am späteren Nachmittag nach Zugende gegen 16.30 Uhr und 17 Uhr wieder nach Willich zurückfahren (Nähere Informationen dazu gibt es im Fahrplan).

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