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Mönchengladbacher Wohnprojekte -28.09.2017-

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Mönchengladbacher Wohnprojekte

MÖNCHENGLADBACHER WOHNPROJEKTE FACHLEUTE DISKUTIEREN AM RUNDEN TISCH DER RHEINISCHEN POST Fachkundige Runde: Über den Wohnimmobilienmarkt in Mönchengladbach und die Entwicklung der Stadt diskutierten (hinten, von links) Yannick Sieben, Engel & Völkers; Frank Mund, Frank Mund Immobilienberatung; Jörg Schufen, Schotes Bauträger; Ralph Dominick, Dornieden Generalbau; Bastian Hesse, RP-Key Account Immobilienmarkt; Jörg Mehl, Co-Moderator, Rheinland Presse Service; (vorne, von links): Norbert Bienen, Bienen und Partner; Denisa Richters, Leiterin Lokalredaktion Mönchengladbach der Rheinischen Post; Bernd Meier, Hüttig & Rompf, Gregor Bonin, Beigeordneter für Planen, Bauen, Mobilität und Umwelt der Stadt Mönchengladbach; Marcus Esch, Marcus Esch Immobilien; Jochen Morjan, Immobiliencenter Stadtsparkasse; Michael Deussen, Michael Deussen Immobilien; Sebastian Obrock, G. Obrock Immobilien- und Finanzierungsvermittlung; Bastian Brusinski, Vivawest Wohnen, und Sven Olaf Retz, Verkaufsleiter RP Immobilien und Stellen. FOTO: ALOIS MÜLLER Ein Markt im Aufschwung Makler, Planer und Finanzierungsexperten trafen sich im Konferenzzentrum des Verlagshauses Rheinische Post in Düsseldorf am Runden Tisch, um zum inzwischen vierten Mal über Mönchengladbacher Wohnprojekte zu berichten. Und um über die Situation der Stadt zu diskutieren, die weiter wächst und attraktiver wird – für potenzielle Neubürger und Alteingesessene gleichermaßen. VON HOLGER LODAHL UND JÖRG MEHL Der Immobilienmarkt in Mönchengladbach erlebt einen kräftigen Aufschwung. Die Projekte sind attraktiv, die Preise steigen, die Einwohnerzahl wächst. Über diese Faktoren waren sich am Runden Tisch der Rheinischen Post zum Thema „Mönchengladbacher Wohnimmobilien“ alle Fachleute einig. Es war eine illustre Runde, die unter der Moderation von RP-Lokalchefin Denisa Richters im Konferenzzentrum der Rheinischen Post in Düsseldorf-Heerdt diskutierte: Mönchengladbachs Technischer Beigeordneter Dr.-Ing. Gregor Bonin diskutierte ebenso mit wie Norbert Bienen (Bienen und Partner), Bastian Brusinski (Vivawest Wohnen), die Immobilienmakler Michael Deussen (Michael Deussen Immobilien), Marcus Esch, Esch Immobilien), Frank Mund (Frank Mund Immobilienberatung), Sebastian Obrock (G. Obrock Immobilien- und Finanzierungsvermittlung) und Yannick Sieben Engel & Völkers) sowie Ralph Dominick (Dornieden Generalbau), Bernd Meier (Hüttig & Rompf), Jochen Morjan (Immobiliencenter Stadtsparkasse) und Jörg Schufen (Schotes Bauträger). Die Fachleute sprachen nicht nur über den Aufschwung, sondern auch über die Herausforderungen, die er mit sich bringt, will man Eines der zahlreichen Bauprojekte in der Stadt, die Roermonder Höfe, feierte Ende August Richtfest. FOTO/ANIMATION: SCHRAMMEN die Aufgaben der Zukunft meistern. „Wie ist denn die Bevölkerungsentwicklung? Für wen muss gebaut werden?“, stellte Denisa Richters die grundlegende Frage gleich zu Beginn. Gregor Bonin nahm das Wohnprojekt Roermonder Höfe als Beispiel. Norbert Bienen, dessen Unternehmen für dieVermietung der Wohnungen zuständig ist, informiert: „Im mittleren und anspruchsvollen Segment gibt es dort 128 Mietwohnungen. Wir haben schon mehr als 100 Anfragen. Und dieser Ansturm ist nur ein kleines Segment am Markt. Wir haben dringenden Nachholbedarf.“ Die Roermonder Höfe sind das erste Großprojekt vom Masterplan MG 3.0. Die Roermonder Höfe setzen mit moderner Charakter-Architektur einen städtebaulichen Akzent und erweisen dem einstigen Gladbachtal mit einer eigenen grünen Handschrift ihre Referenz. „Die wirtschaftliche Entwicklung Mönchengladbachs bringt uns alle voran“, betonte Bonin. Gute 3000 Einwohner sind in den vergangenen Jahren nach Mönchengladbach gezogen, sagte Denisa Richters. Andere Bürger, stellte Bonin fest, sind allerdings auch ins Umfeld abgewandert, weil in der City der Raum knapp sei. Michael Auch das „Maria Hilf“ gilt als Wohnprojekt mit quartiersgerechter Entwicklung. FOTO: ILGNER Deussen sagte angesichts von Angebot und Nachfrage auf dem Immobilienmarkt: „Die Schubladen sind nahezu leer. Wir können die Nachfrage kaum noch bedienen. Die Marktsituation und die Planung für Neubauprojekte klaffen auseinander.“ Marcus Esch weiß aus seinem Arbeitsalltag, dass zum einen gerade Häuser im mittleren Preissegment gefragt, aber rar sind, zum anderen auch die Preise im Gebrauchtsegment stark anziehen. „Die Preise gehen zusehends nach oben.“ Bonin wies auf den differenzierten Markt hin: „Manche Preise sind so weit weg vom Markt – in eine Kategorie gerutscht, die weder seriös noch nachhaltig ist. Aber eine gewisse Nachhaltigkeit und eine solide Preisentwicklung sind wichtig.“ Steffen Schmidt merkte an, dass ein Preis bekanntlich aus Angebot und Nachfrage resultiere und somit auf der Hand liege, dass die höheren Preise für gebrauchte Immobilien das Ergebnis aus zu wenig Angebot seien. Denisa Richters nannte einen möglichen Grund, warum so wenige Bestandsimmobilien auf den Markt kommen. „Privatleute werden zu Spekulanten. Sie halten ihre Objekte zurück und verkaufen nicht. Sie warten ab und beobachten die Preise.“ Und sie fragte in die Runde: „Wie können die Preisspiralen gesteuert werden?“ Norbert Bienen hat ähnliches beobachtet. Die Angebote kämen zu überhöhten Preisen erst einmal auf den Markt, wenngleich der beurkundete Preis später dann doch wesentlich niedriger sei. „Aber an den anfangs hohen Preisen orientieren sich weitere Verkäufer. Damit kriegen wir einen Drive nach oben, der nicht gesund ist und mit Realitäten wenig zu tun hat.“ Jochen Morjan forderte, dass schnell auf den Markt soll, was vorhanden oder im Moment in der Projektierung ist. „Dann würde sich der Markt beruhigen, der Preisschub nach oben würde aufhören.“ Denisa Richters zitierte eine Untersuchung, nach der die Zahl der Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zu 2016 um 20,4 Prozent gesunken sei. „Wie kann das sein?“ Bonin zweifelte diese Zahl an. „Sie beruht auf falschen Berechnungen.“ Im Gegenteil: die Zahl der Bauanträge sei deutlich gestiegen. „Eine stetige Kurve weist nach oben.“ Das Manko aber liege an der Zahl der Genehmigungen. In den Verwaltungen fehle Personal. „Wir finden keine Fachkräfte. Vor kurzem haben wir sechs neue Stellen ausgeschrieben für die Bauaufsicht. Das war dramatisch. Nicht einmal Bewerbungen haben wir bekommen. Mit Mühe und Not haben wir eine Stelle besetzen können. Nun müssen wir mit dem vorhandenen Personal arbeiten.“ Zu den weiteren Bremsen gehöre der Preisanstieg beim Bau. „Manchmal nützt es nicht mehr viel, ein Grundstück preiswert einzukaufen, weil durch viele Gesetze das Bauen anschließend extrem teuer und umständlich wird.“ Wie bezahlbar aber ist der Wohnraum in Mönchengladbach? Finanzberater Bernd Meier meinte aus seiner Erfahrung heraus: „Die Menschen sind bereit, bis zu 40 Prozent ihres Nettogehalts für Wohnen auszugeben. Mehr geht eben nicht. Entsprechend müssen wir schauen, wie die Einkommenssituation in der Stadt ist.“ Überdurchschnittlich teure Projekte würden Interessenten aus dem Umland anlocken, aus Köln und Düsseldorf etwa. „Das geht aber am Mönchengladbacher vorbei.“ Die Runde der Fachleute diskutierte die Entwicklung des Stadtzentrums genauso wie die Chancen der Peripherie, ging der Frage nach, ob es genügend Angebote im mittelund hochpreisigen Wohnungsbau gibt – und wie die Zukunft der Stadt, wie die Entwicklung Mönchengladbachs in den kommenden fünf bis zehn Jahren aussehen wird. Eine Dokumentation des Gesprächs am Runden Tisch der RP finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf den folgenden Seiten dieser Sonderausgabe.

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