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Neues aus dem Zoo Duisburg

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20 / KOALA Zur

20 / KOALA Zur Begrüßung kräht der Hahn Buchhalter Erich Trelenberg ist schon frühmorgens an seinem Arbeitsplatz. Wer einen Zoobesuch plant, der denkt wahrscheinlich weniger daran, wie ein Tierpark organisiert werden muss, damit er funktionieren kann. Denn neben Tierpflegern und Biologen, Tierärzten und Handwerkern sind u. a. auch Buchhalter gefragt, die dafür sorgen, dass die Ein- und Ausgaben des Zoos festgehalten werden und die Bilanz stimmt. Schließlich werden in einem Zoo der Größenordnung des Zoo Duisburg Millionen von Euros umgesetzt, die für das Futter der Tiere, den Unterhalt der Anlagen, Strom, Gas und Wasser sowie die Löhne der etwa 100 Mitarbeiter erforderlich sind. Wenn Erich Trelenberg seinen Arbeitsplatz im Zoo betritt, dann geht es gewöhnlich in sein Büro und das tierische Leben im Tierpark sieht er in der Regel nicht. Und dennoch nimmt er schon akustisch wahr, wo er seinen Arbeitsplatz hat. Die Kattas und Varis auf der Lemureninsel neben dem Verwaltungsgebäude melden sich häufig lautstark zu Wort und auch laut trompetende Elefanten erinnern ihn daran, wo und für wen Erich Trelenberg arbeitet. „Langweilig wird es im Zoo nie“, sagt der 64-Jährige, der seit 2011 als Buchhalter im Zoo angestellt ist. Als das Unternehmen seines letzten Arbeitgebers 2010 verkauft worden ist, wurde der gelernte Industriekaufmann zufällig auf den Zoo Duisburg aufmerksam. Mit damals 57 Jahren wusste er, dass es schwer wird, einen Job in seinem ange- stammten Berufszweig zu erlangen. So war er dankbar, im Zoo eine neue und reizvolle Aufgabe in einem für ihn eher unbekannten und spannenden Umfeld gefunden zu haben. Heute besteht sein Tagesrhythmus aus der Abwicklung von Bankgeschäften, der Verbuchung von Eingangsrechnungen oder dem Schreiben von Rechnungen. Der Zahlungsverkehr läuft über seinen Schreibtisch, jeder Cent der Besucher wird registriert. Rechnungen über Futterkosten, Reparaturen von Anlagen und Maschinen sowie die Bestellung von Waren laufen durch die Hände des Zoobuchhalters. Seinem wachsamen Auge muss auffallen, wenn Lieferschein und Rechnung nicht übereinstimmen. Nur das Füttern der Tiere überlässt er lieber seinen tierpflegerischen Kollegen im Revier. Erstaunt ist Trelenberg über die Mengen, die die tierischen Bewohner monatlich konsumieren. Da kommen Tonnen zusammen. Erich Trelenberg genießt die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern, egal, ob sie in den Revieren oder in den Büros arbeiten. „Jedes Rad im Zoo“, so weiß er, „muss greifen. Da kann sich einer auf den anderen verlassen.“ Noch vor dem Hahnenkrähen sitzt der Frühaufsteher um 6.30 Uhr an seinem Arbeitsplatz. Den morgendlichen Weckruf kann er sich dann im Zoo anhören, denn auch das vielen vertraute heimische Federvieh mit dem morgendlichen Kikeriki ist im Zoo zuhause.“ Seine Tätigkeit vergleicht er gern mit den Cha-

KOALA / 21 Wenn früh der Hahn kräht, beginnt für Erich Trelenberg der Tag. rakteren der Erdmännchen. Sie seien ihm wesensähnlich. Auch die müssten wie er immer den Überblick behalten, weshalb bei denen immer ein Wächter gegeben ist, der, häufig auf den Hinterpfoten stehend, nach Feinden Ausschau hält. Die kleinen Raubtiere gehören zu den Tieren, die er besonders ins Herz geschlossen hat. Die Liebe teilt er mit seinen Enkelkindern, die Jahreskarten besitzen und regelmäßig den Zoo besuchen. „Von denen kann ich noch einiges lernen, die wissen alles über Lemuren, Delfine oder Riesenotter.“ So ist der 64-Jährige immer auf dem Laufenden und dank der Erzählungen durch seine Enkel auch nach Dienstschluss mit dem Zoo verbunden. Der Zoo als Erholungs- und Freizeiteinrichtung passt in sein Bild über die Bedeutung der Umwelt: „Ich bin Naturfreund, wandere gern in den Bergen, aber auch hier vor der Haustür.“ Dabei lässt ihn bei aller Wanderleidenschaft die Faszination des Fußballs nicht los. In Oberhausen hat er 1973 mal einen Vorvertrag unterschrieben. Der frühere Landesligaspieler des SV Duissern schnürt heute noch gelegentlich bei den Alten Herren die Fußballschuhe. Als Mitglied der Zoo- Mannschaft landete er bei einem Turnier in Köln auf dem zweiten Platz. Und wenn er Ende nächsten Jahres in den Ruhestand geht, weiß er schon heute, was nie enden wird: die Liebe zum Tier und auch zum Fußball. Klaus Johann Ki ke ri ki ! Ki ke ri ki !

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