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Neues aus dem Zoo Duisburg

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26 / KOALA DAS

26 / KOALA DAS GÄNSEGEIERPAAR AUF DER Seit 1958 werden im Zoo Duisburg Gänsegeier gehalten, über viele Jahre zusammen mit bis zu drei weiteren Geierarten auf der Außenanlage des Afrikanums und dessen Vorläuferanlage. Zu dieser Zeit waren Geier und Stelzvögel reiner Beibesatz auf Huftieranlagen. Die Zusammenstellung von Paa- STACHELSCHWEIN- ANLAGE Im Zoo kommt mt es immer mer wieder er zu außergewöhnlichen ewöh hen Partnerschaften. rsch aften. Gänsegeier leben in einem ausgedehnten Verbreitungsgebiet von der iberischen Halbinsel und Nordafrika über den Alpenraum, Südosteuropa und den Nahen Osten bis nach Zentralasien und Arabien. Weltweit gesehen gilt die Art als nicht gefährdet, aber im westlichen Teil ihres Verbreitungsgebiets ist sie lokal stark zurückgegangen oder ganz verschwunden. Einzig in Spanien hat sich eine große Population halten können. Hauptgründe waren und sind direkte Verfolgung durch den Menschen, mangelnde Verfügbarkeit von Futter durch das Entfernen von Viehkadavern sowie Vergiftung durch Köder. Zudem wird eine zunehmende Anzahl von Unfällen an Windkraftanlagen und Hochspannungsleitungen beobachtet. In mehreren Ländern Europas werden Schutzprogramme durchgeführt, in deren Zuge auch Nachzuchten aus Zoos wiederausgewildert wurden, um die Bestände wieder zu stabilisieren. Ein Erfolg der Auswilderung: un Gänsegeier eier er in Südfrankreich reic

KOALA / 27 Das Geiernest besteht aus Reisig und Zweigen. ren war in Zeiten ohne DNA-basierte Geschlechtsbestimmung sowieso nicht einfach, aber das Hauptaugenmerk lag auf einer bunten Szenerie und nicht auf bestmöglichen Zuchtbedingungen. Auch aufgrund von Störungen durch Gehegegenossen und mangels geeigneter Brutmöglichkeiten blieben Zuchterfolge in dieser Haltungsform aus. Erst viele Jahre später gerieten Zuchtbestrebungen auch bei den Geiern in den Vordergrund. Im Jahr 2006 bot sich dem Zoo eine ungewöhnliche Möglichkeit, dem letzten verbliebenen Geiermännchen wieder Artgenossen zur Seite zu stellen. Für drei „Invaliden“ aus Spanien wurde nach einer neuen Heimat gesucht. Sie waren durch Unfälle im Freiland fl ugunfähig geworden und in der Wildbahn nicht mehr überlebensfähig. Die Auffangstation dort gelangte an ihre Kapazitätsgrenzen und so war man froh, andernorts für diese Tiere ein gutes Zuhause zu finden. der Stallpfl icht in Folge der Gefl ügelpest in Nordrhein- Westfalen mehrere Monate aufgestallt werden mussten, rechnete im Zoo 2017 keiner mehr mit einer neuerlichen Nachzucht. Daneben sinkt mit dem zunehmenden Alter des Geiermannes, der mittlerweile an die 50 Jahre alt ist, auch die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung des Eies. Aber das ungleiche Paar ließ sich davon nicht beirren und am 6. Mai 2017 schlüpfte der siebte Jungvogel dieses Paares. Seither wird er von den Eltern bestens umsorgt und ist schon deutlich gewachsen. Das zweite Geierpaar hat sich ebenfalls gefunden und ist vor einigen Jahren in die ehemalige Anlage der Kanadakraniche am oberen Ende der Fasanerie umgezogen. Im Jahr 2016 hat es seinen ersten Jungvogel großgezogen. Somit hat sich die Geierhaltung im Zoo Duisburg von einer reinen Schauhaltung zu einer erfolgreichen Zucht gewandelt, aus der schon sechs junge Gänsegeier in eine neue Heimat umziehen konnten. Johannes Pfleiderer Zunächst wurden die drei neuen Geier – ein männlicher und zwei weibliche Tiere – allesamt auf die große Außenanlage gesetzt, so dass sich Paare finden konnten. Der alte Duisburger Geiermann verpaarte sich mit einem der Weibchen und 2009 wurde das erste unbefruchtete Ei gelegt. Ein Jahr später schlüpfte erstmals ein Jungvogel. In fast jedem der Folgejahre zog das Paar erneut Jungvögel groß. Nachdem im Winter 2016/2017 die Geier aufgrund Gesundheitspolizei: Als reine Aasfresser verhindern Gänsegeier die Ausbreitung von Krankheiten.

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