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Neues aus dem Zoo Duisburg

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6 / KOALA Auf eine

6 / KOALA Auf eine durchwachte Nacht folgt ein Mittagsschlaf in der Sonne. Die großzügige Anlage der Beutelteufel im Zoo Duisburg aufnehmen und langfristig züchten sollen. Als Zoo mit der früheren Erfahrung in der Haltung und Zucht von Beutelteufeln, sowie als ein Zoo mit herausragenden Erfolgen bei Koalas und anderen Beuteltieren sowie engen Kontakten nach Australien, war der Zoo Duisburg als erster weiterer Halter für Beutelteufel auserkoren. Darüber hinaus erhielten die belgischen Zoos in Pairi Daiza und Planckendael, die ebenfalls auf die Haltung australischer Beuteltiere spezialisiert sind, Nachzuchttiere aus dem Bestand von Kopenhagen. Wie gemeinhin in der Zoowelt üblich, wenn eine neue Tierart in einem Zoo etabliert wird, erhielten alle drei auserkorenen Zoos erst einmal ein gleichgeschlechtliches Paar, damit sich die zuständigen Pfleger mit den grundlegenden Haltungsansprüchen der Beutelteufel vertraut machen können, bevor man sich dann der Zucht widmen kann. Für den Zoo Duisburg wurden zwei Männchen aus der Zucht des Zoo Kopenhagen ausgewählt, die 4-jährigen Männchen CAM und CURRLE. Beide Tiere wurden von den Duisburger Pflegern Mario Chindemi, Janet Scheiblich und Anna-Lena Homann persönlich in Kopenhagen abgeholt, auch um dort vor Ort von den mittlerweile Beutelteufelerfahrenen Pflegern wertvolle Kniffe zu erlernen, wie z.B. das fachgerechte Fangen und Fixieren der Beutelteufel, was bei einem Raubtier mit spitzen Zähnen und kräftigem Gebiss nicht ungefährlich ist, mit einem geübten (und beherzten) Griff jedoch kinderleicht aussieht. In Duisburg konnten die beiden Tiere ihr funkelnagelneues Gehege beziehen. Auf der Fläche der alten Uhu-Voliere zwischen Afrikanum und Seehundanlage, nördlich vom Koalahaus, entstand mit Finanzmitteln der Sparkasse Duisburg eine moderne Anlage für Beutelteufel nach genauen Vorgaben australischer Experten. Zwei über Sichtscheiben einsehbare Außenanlagen wurden geschaffen, die über zwei kleine Torvorrichtungen miteinander zu verbinden sind. Neben den brusthohen Besuchersichtscheiben dienen insbesondere als Kunstfelsen modellierte Wände als natürlich wirkende Abtrennungen zwischen den Gehegen und zu den Besuchern. Beide Außengehege bieten zudem aufgrund ihrer üppigen Begrünung einen naturnahen Eindruckt, weisen verschiedene Aussichtspunkte auf, welche die Tiere gerne nutzen, und haben mehrere schützende Nischen und Höhlen, in die sich die Tiere bei unpassender Witterung zurückziehen können. Daneben zieht ein Bachlauf durch beide Gehege, da Beutelteufel speziell in den Sommermonaten gerne baden. Ein angrenzendes Innengehege mit zwei Stallungen ist gegeben, obschon Beutelteufel absolut winterhart sind und ganzjährig auf den Außenanlagen gehalten werden können. Um Tiere bei Bedarf jedoch trennen zu können, z.B. bei Erkrankungen, Quarantänemaßnahmen sowie vor oder nach Transporten, sind Abtrennbereiche bei einer Zootierhaltung grundsätzlich angeraten. Zudem können im Vorraum der Stallungen die Gerätschaften der Tierpfleger sowie die Futterportionen der Beutelteufel gelagert werden. Als reine Fleischfresser erhalten die Beutelteufel allerlei tierische Kost. Hierbei sind die Tiere nicht wählerisch, zumal sie ihre Beute, ebenso wie im Freiland, vollständig, zumeist auch einschließlich der Knochen, fressen. Nach den ersten Monaten der Haltung der Beutelteufel im Zoo Duisburg ist ein sehr positives Fazit zu ziehen. Die Beutelteufel haben sich bestens eingelebt und erweisen sich als wahre Publikumsmagnete, die große Besucherscharen vor ihren Gehegen anlocken. Erfreulicherweise sind die Beutelteufel zumeist ganztägig aktiv oder ruhen unmittelbar an den Sichtscheiben, so dass die Tiere für jedermann nahezu jederzeit zu sehen sind. Wenn die Tiere tatsächlich einmal nicht auszumachen sind, dann bieten mehrere großformatige Informationstafeln interessante Fakten zur Biologie und zum Natur- und Artenschutz der Beutelteufel. Nach dem erfolgreichen Start der Beutelteufelhaltung ist nunmehr der nächste Schritt, eine potenzielle Zuchtsituation zu etablieren und ein Weibchen nach Duisburg zu holen. Sollte dieses noch in 2017 erfolgen, kann auf eine hoffentlich erfolgreiche Zucht zur Paarungszeit im Frühjahr 2018 gehofft werden. Achim Winkler

KOALA / 7 Die wechselnden tierischen Pensionsgäste im Zoo Wer die über 6.000 Individuen, die im Zoo Duisburg leben, alle zählen wollte, müsste neben einem wachsamen Auge auch viel Geduld mitbringen. Ständig wechseln Bewohner ihr Quartier, neue ziehen ein, andere verlassen den Zoo. Die Fluktuation unter den tierischen Bewohnern ist groß. Das liegt vor allem an der Familienplanung in vielen Revieren, am natürlichen Lebenszyklus, aber auch an Tieren, die zum ersten Mal im Zoo Duisburg zu sehen sind und neu in den Bestand aufgenommen werden. Täglich verändern sich die Bestandszahlen. Besonders fasziniert sind Besucher von den Quallen, die sich im Quallenkreisel des Aquariums im Strom des Wassers bewegen. Immer wieder sind unterschiedliche Quallenarten aus der Familie der Nesseltiere im Zoo zu entdecken. Aus eigener Nachzucht ist jetzt die Spiegeleiqualle zu beobachten. Wer von oben herab auf den Schirm dieser Qualle sieht, entdeckt Ähnlichkeiten mit einem Spiegelei. Erfolgreich war die Zucht auch bei den Pantherschildkröten. Die insgesamt fünf, kaum handtellergroßen Jungtiere sind vorerst im Terrarium der Chamäleons in der neuen Terrarienwand zu sehen. Ihre Zeichnung auf dem Panzer gleicht den Flecken auf dem Fellkleid eines Leoparden oder Panthers, daher der Name der Schildkröte. Sie können im Alter bis zu 50 Kilogramm schwer und über 80 Jahre alt werden. Die erwachsenen Pantherschildkröten teilen sich ihr Gehege mit den Rüsselspringern sowie den grau-braun gefärbten Madagaskar-Leguanen und dem schwarz-orange gezeichneten Flammengürtelschweif. Apropos Chamäleons. Die neu im Bestand des Zoos aufgenommenen Jemen-Chamäleons beschäftigen sich bereits mit der Nachwuchsplanung. Die ersten Eier wurden abgelegt, so dass Hoffnung auf junge Chamäleons gegeben ist. Dauerhaft in der Terrarienwand haben auch zwei aus dem Zoo in Stuttgart übernommene Kragenechsen ein neues Heim gefunden. Nach kurzer Quarantänezeit teilen sie sich jetzt ein Terrarium mit den Bartagamen. Neu hergerichtet wurde das Terrarium in der Tropenhalle Rio Negro für Honduras-Königsnattern, die sich auf eine eigenwillige Art und Weise gegen mögliche Feinde zur Wehr setzt. Sie imitieren durch eine Warnfärbung die giftige Korallenschlange, deren geringelte Farben in rot, schwarz und Passender hätte man die Spiegeleiqualle nicht benennen können.

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