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Neusser Wohnprojekte

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Neusser

Neusser Wohnprojekte Das Leben in den acht Städten und Gemeinden – hier Kaarst-Büttgen – ist attraktiv. FOTO: LOTHAR BERNS Gefragter Markt für Wohnimmobilien: Immer mehr Menschen wollen sich im Rhein-Kreis niederlassen. FOTO: WOITSCHÜTZKE Bernd Meier: „Insgesamt ist der Neusser Markt auch für uns sehr interessant.“ Dirk Reimann: „Es gibt auf dem Wohnungsmarkt mehr Herausforderungen als Lösungen.“ Thomas Schüttken: „ In Deutschland müssen neue Wohnformen erfunden und umgesetzt werden. Die Landesplanung müsste deutlich flexibler werden.“ Eckehard Wienstroer: „Planen ist so langsam wie eine Schnecke. In den Städten gibt das Baurecht keine Hilfe, Probleme zu lösen. Dörfliche Strukturen brauchen Veränderungen.“ Martin Wildtraut: „Bis vor einigen Jahren haben wir nur Bestandsimmobilien verkauft. Jetzt haben wir eine eigene Neubauabteilung.“ Stefan Zellnig: „ Man hat erkannt, dass Wohnungen fehlen. Die Lage ist noch einmal enger als im letzten Jahr.“ längst noch nicht „fertig gebaut“ Ein knappes Dutzend Fachleute aus verschiedenen Branchen diskutierte am Runden Tisch der NGZ über die Möglichkeiten und Herausforderungen des Wohnimmobilien-Marktes im Rhein-Kreis Neuss. FOTO: ALOIS MÜLLER len) aus Dormagen: Die Zahl der aus Köln oder Düsseldorf stammenden Besucher seiner Internetseite sei fünf Mal größer als die von Neussern. Auf lokaler Ebene bliebe Politik und Verwaltungen oft nur die von der Landesplanung empfohlene Innenstadtverdichtung, die sich vor Ort insbesondere im möglichst konsequenten Schließen von Baulücken manifestiert, Um steuernd eingreifen zu können, könnte ein Vorkaufsrecht für große Grundstücke möglicherweise ein geeignetes Instrument sein, diskutierte die Runde. Allerdings musste die Stadt Dormagen vor einigen Jahren die Erfahrung machen, dass viele Eigentümer großer Grundstücke in der Innenstadt hiervon zunächst keine Flächen für Bauprojekte abtraut (Peter-Busch-Immobilen) diese Zahl als „sportlichambitioniert“ ansieht und sich nicht vorstellen kann, wie dies umgesetzt werden könnte, dankte Ulrich Brombach Karl Heinz Baum dafür, „dass mandiesen schwierigen Weg geht“. Positiv sieht die Bestrebungen der Politik auch Stefan Zellnig GWG): „Man hat erkannt, dass Wohnungen fehlen.“ Dennoch hegt er keinen Zweifel daran, dass es ein unendlich weiter Weg werden wird, bis die Wohnungen übergeben werden können“. 1100 der 6750 anvisierten neuen Wohnungen sollen in Regie des Bauvereins errichtet werden. Auch die große Nachbarstadt ist längst nicht „fertig gebaut“, wie Thomas Schüttken Böcker-Wohnimmobilien) deutlich machte: „Der Bedarf in Düsseldorf ist extrem groß und kann auch nicht gesättigt werden. Die von Oberbürgermeister Thomas Geisel genannten 3000 Wohnungen sind zu wenig, die Zahl dürfte eher bei 4000 liegen.“ Aus Schüttkens Sicht „könnten die Märkte, die um Düsseldorf herum liegen, hiervon profitieren“. Gleichwohl: „Den Willen, den Düsseldorfer Markt zu decken, spüre ich zu wenig.“ Gewisse Hoffnungen verbinden die Immobilen-Experten mit der neuen Landesregierung. Eine offene Frage bleibt indes die künftige Landesplanung. Hier gebe es Probleme und die Verhandlungen mit der Bezirksregierung gestalteten sich oft „sehr zäh“, sagte Karl-Heinz Baum. Was neue Baugebiete angeht, sei Neuss „flächenmäßig nicht gesegnet.“ Mit der Landesplanung hadert vielfach nicht allein die Kommunalpolitik im Rhein- Kreis Neuss – und das auch nicht erst seit gestern. Unabhängig von der politischen Couleur fährt nämlich die Landesplanung bei der Ausweisung neuer Baugebiete im ländlichen Raum einen restriktiven Kurs, um den Trend zur „Stadtflucht“ zumindest einzudämmen. In Bezug auf neue Wohnformen mahnte Carsten Boell: „Die rasanten Veränderungen der Ansprüche an das Wohnen von Morgen dürfen uns nicht schneller begegnen, als wir in der Projektumsetzung planungsrechtliche Sicherheit haben.“ Ein Indiz dafür, dass das Interesse, aufs Land zu ziehen, ungebrochen groß ist, nannte Dr. Alfred Laufenberg (Laufenberg Immobi- treten wollten. Durchaus vergleichbare Probleme hat die Landeshauptstadt: „Unfassbar“ sei die Zahl der innerstädtischen Flächen, die von Kleingärten belegt seien, meinte Thomas Schüttken. Er ist überzeugt: „Innerstädtische Kleingärten können auch nach außen gelegt werden.“ Womit sich die Frage nach dem geeigneten Instrumentarium stellt: „Mit der Brechstange wäre dies eine Zwangsenteignung“, sagte Dirk Reimann vom Neusser Bauverein. Auch sonst scheinen sich manche Unterschiede abzuschleifen: Was Neusser monatlich für die Finanzierung neuen Wohneigentums ausgeben, mache keinen großen Unterschied mehr zu dem, was in Düsseldorf Usus sei, wie in der Diskussion von Bernd Meier zu erfahren war. „Ein kompetenter Finanzierungspartner ist nötig“, nannte er eine fast durchweg nötige Bedingung. Nicht ganz überraschend: Eher schmallippig zeigten sich die Immobilienexperten bei der Frage, was genau denn unter „bezahlbarem Wohnraum“ überhaupt zu verstehen sei. Für diejenigen, die gekauft hätten, sei es offensichtlich bezahlbar gewesen, lautete eine Antwort, „das Geld ist da“ gleich mehrere. Ulrich Brombach nannte mit einer für 800.000 Euro verkauften Penthouse-Wohnung, für die keine Finanzierung nötig gewesen sei, ein vielleicht nicht in jeder Hinsicht repräsentatives Beispiel. Andererseits gebe es auch Neubauten, bei denen die Mietpreise bei 8,50 bis 9,50 Euro lägen. Karl Heinz Baum verwies auf den Grundsatzbeschluss des Neusser Stadtrats, wonach beim Bau von mehr als 40 Wohneinheiten 25 bis 35 Prozent davon dem sozialen Wohnungsbau vorbehalten bleiben sollen. Offene Fragen, die das Zeug haben, als Dauerbrenner nicht so bald von der Tagesordnung zu verschwinden, listete Guido Lichius (Gert Lichius Bauträger, Neuss) auf. „Wir brauchen mehr Baufläche. Das Stadt-/ Landgefälle nimmt zu. Und die Landbevölkerung altert schneller als die in der Stadt.“ Lichius zufolge fehlten „Einsteiger-Immobilien“ wie etwa Reihenhaussiedlungen. „Dieses Produkt können wir nicht mehr herstellen“, sagte Lichius, nach dessen Worten es auch an Vier-Zimmer-Wohnungen mangelt.

7 Historie trifft Moderne – am Mühlenhof An der Kanzlei in Büderich macht derzeit ein ungewöhnliches Bauprojekt von sich reden: 33 hochwertige Eigentumswohnungen entstehen in einem Ensemble aus einer grundsanierten Kornmühle aus dem Jahr 1900 ergänzt durch moderne Neubauten. In der Mühle entstehen neun loftartige Wohnungen mit teils unverputzten Wänden und alten Laubengängen, romantischen Türmen und Winkeln und Durchgängen – für modernes Leben in historischer Kulisse. Auch die Wahl der Materialien verbindet das Alte mit dem Neuen: Vorhandene Werkstoffe werden bewahrt und mit aktuellen Baustoffen genutzt kombiniert – so ergibt sich ein spannendes Verhältnis zwischen den Zeiten. Über den gemeinsamen, malerischen Innenhof, der den Übergang zwischen Historie und Moderne markiert, ist die Mühle verbunden mit den Neubauten des „Neuen Mühlenhofs“. Die Zwei-, Drei- und Vier-Zimmerwohnungen hier sind klar und geradlinig gestaltet, modern und großzügig. Die Wohnungen im „Neuen Mühlenhof“ sind zwischen 66 und 93 m2 groß, im historischen „Büdericher Mühlenhof“ haben die Lofts zwischen 170 und 209 m2. www.gert-lichius.de

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