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Niederrheinische Blätter -12.10.2017 Nord-

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Moderatorin und Comedian

Moderatorin und Comedian Steffi Neu aus Keppeln ist die Stimme von WDR 2. Wer lax wird, macht Fehler Millionen Menschen begleitet Steffi Neu durch den Tag. Die WDR-Moderatorin mit ihrer unverwechselbaren Stimme holt die weite und die kleine Welt ihren Zuhörern direkt nach Hause. Interviewpartner berichten direkt von Ereignissen. Sie fragt nach, hakt nach, so dass aktuelle Ereignisse des Tages mit Hintergrundinformationen hinterlegt sind. Seit 2000 hat sie beim Sender abwechselnde Sendezeiten. „Die Kunst ist, schweren Themen eine Form der Leichtigkeit zu geben, ohne ihnen die Ernsthaftigkeit zu nehmen“, sagt Steffi Neu. Das Morgenmagazin hat sie moderiert, aktuell ist sie im Vormittag bei WDR 2 zu hören. Zu erinnern ist an die WDR-Partys oder die WDR-Stadtduelle. Am Samstag läuft aktuell noch die Steffi Neu-Show über den Äther. Da sollen unter anderem Promis anhand von schmalen Infos erraten werden. Gut gelaunt philosophiert sie über das Wetter und andere Aktivitäten. Die kleinen gesprächswertigen Geschichten, Nachrichten und Unterhaltung, der Samstagvormittag mit Infotainment bekommt draußen Struktur. „So bin ich. Ich lege im Radio keinen Schalter um“, erklärt sie. Was immer so leicht und locker rüberkommt, ist Arbeit. Auch nach Jahren. Steffi Neu bereitet sich akribisch vor, schreibt die Moderationen selber. Sie ist für die Sendungen und den reibungslosen Ablauf verantwortlich. Die Vielfalt des schnellen Mediums liebt sie. Vom Traumjob spricht sie. Lampenfieber? „Hohe Konzentration. Wer lax wird, macht Fehler.“ Das Handwerkszeug hat sie nach dem Studium von der Pike auf gelernt. „Das war Pflichtprogramm. Heute bin ich bei der Kür und dankbar für diese Gabe, mit Menschen gut ins Gespräch zu kommen. Offenheit und Zugewandtheit sind ein Geschenk. Ich liebe es total“, sagt sie. Fragen aus dem Bauch heraus Spontane Fragen aus dem Bauch sind eines ihrer Markenzeichen. Neu: „Manchmal ist so ein Blitz im Kopf – der kommt schnell aus‘m Mund.Meistens geht’s gut.“ Schlagfertig sei sie, frech, humorvoll und überaus witzig, heißt es draußen. Aufmerksamkeit schenkt sie beim Interview den Menschen und ihren Geschichten. Für das Gottschalk-Interview heimste sie den Deutschen Radiopreis ein. „Ich kann mir einfach gut Dinge merken, Kleinigkeiten, die mir Menschen von sich erzählen. Wenn ich sie wiedertreffe, fällt mir das wieder ein, dann frage ich danach“, sagt Steffi Neu. Zuhause ist sie am Niederrhein, in Keppeln, wo sie mit Mann, Kindern, Tieren und Eltern auf dem landwirtschaftlichen Betrieb lebt, den ihr Bruder bewirtschaftet. Sie ist bekennendes Landei, liebt die Weite des Niederrheins, mit der sie der geistigen Enge anderswo den Kampf ansagt. Ihr Arbeitsplatz ist der WDR in Köln. Während der Sendewochen übernachtet sie öfter in der Großstadt, danach geht es zurück zu Heim, Familie und anderen Herausforderungen. Als Präsidentin des 400 Mitglieder starken Keppelner Karnevalsvereins „Queekespiere“ steigt sie in die Bütt. „Wir feiern richtig guten Karneval bei uns im Dorf. Karneval bedeutet für mich auch, Heimatwurzeln spüren“, so Neu über die Sitzungen mit Lokalkolorit, den Umzug und jede Menge Helau und Frohsinn. Ihre Liebe gilt den großen Veranstaltungen, für die die Freiberuflerin als Moderatorin gebucht wird. „Talkrunden machen mir richtig Spaß“, erzählt Steffi Neu. Momentan hat sie ein neues Format in der Mache, eine zweieinhalb stündige Mischung aus Comedy, Talk, Rätsel und Musik, die der WDR präsentiert. „Wir sind ab März in kleinen Dorfkneipen zu finden, in die maximal 200 Gäste passen“, erzählt sie. Die Touren führen quer durchs Land, ins Sauerland, ins Münsterland und in das Ruhrgebiet wie an den Niederrhein. Luft holen, neue Energie tanken, das ist für sie wichtig. „Ich achte auf mich und unsere Familie, dass wir nicht zu kurz kommen“, sagt sie. Sie läuft, trainiert Ausdauer und Kraft, lässt sich dabei erden. „Ich bin aber kein Balltyp“, sagt die Neu lachend über ihre sportlichen Aktivitäten. Sabine Hannemann INFO Karten für das neue Comedy-Format gibt es ab Januar. Start der Tour quer durch das Land ist der März. Steffi Neu an ihrem Lieblingsplatz. Foto: Archiv Evers Beim Karneval der Queekespiere. Foto: Archiv Dieker Die Moderatorin Steffi Neu beim WDR. Foto: Archiv Steffi Neu auf der Gala-Bühne. Foto: Archiv Dieker 22 Niederrheinische Blätter —4/2017

Christian Ehring hat mit der heute-show den Deutschen Comedy-Preis gewonnen. Der Krefelder mag es bitterböse „In Sachen Humor ist das Rheinland ein Entwicklungsland.“ Der Mann, der das in einem Interview gesagt hat, ist selbst ein echter Rheinländer – und hat den Humor sogar zu seinem Beruf gemacht. Der Kabarettist, Autor und Musiker Christian Ehring wurde in Duisburg geboren, wuchs in Krefeld auf, war langjähriges Ensemblemitglied im Düsseldorfer Kom(m)ödchen und lebt mit seiner Familie in der Landeshauptstadt. „Ich liebe das Rheinland, und ich mag auch die Rheinländer“, betont der 45-Jährige. „Aber der Rheinländer mag es gern versöhnlich. Humor ist da, wenn alle Spaß haben miteinander und keiner dem anderen wehtut. Witz und Harmonie gehören im Rheinland zusammen. Sobald es verletzend wird, sind die Rheinländer enttäuscht und sagen: Das hat aber jetzt mit Frohsinn nichts mehr zu tun.“ Der Künstler Christian Ehring ist kein Spaßvogel. Er mag es böse – am liebsten bitterböse. Das Spießbürgertum ist sein Lieblingsopfer, Gesellschaft und Politik sind sein Terrain. Als Moderator der NDR-Satireshow „extra3“ beispielsweise sorgte er im März 2016 mit seinem Spottlied „Erdowie, Erdowo, Erdowahn“ für so viel Wirbel, dass der türkische Präsident den deutschen Botschafter einbestellte. Und auch in seinem Solo- Programm „Keine weiteren Fragen“, mit dem der Kabarettist aktuell durch Deutschland tourt, geht es schwarzhumorig und hintergründig zur Sache. Christian Ehring, der sich privat als „wenig lustig“ beschreibt, liebt die Bühne, denn die sei für ihn „ein großer Spielplatz“. Christian Ehring posiert im neuen Studio der Sendung „extra 3“ mit einem goldgerahmten Bild von Angela Merkel. Foto: Archiv dpa Dort fühle er sich sicher; in Alltagssituationen sei er hingegen weniger schlagfertig. „Als Kind war ich sogar eher still und schüchtern“, erzählte der ehemalige Messdiener in einem Interview. Er habe wenig gesprochen und viel beobachtet. Auch war er nie der Klassenclown. Das alles hat ihn allerdings nicht davon abgehalten, bereits zu Schulzeiten gemeinsam mit seinem Freund Volker Diefes ein Kabarett zu gründen. Obwohl die Kritiken anfangs schlecht und die Zahl an Zuschauern im Saal sehr überschaubar waren, hatten die Freunde Spaß. Über mangelndes Interesse und leere Säle kann der Künstler heute nicht mehr klagen: Längst ist Christian Ehring eine feste Größe im politischen Kabarett. Und spätestens seit er regelmäßig im Fernsehen in der „heute-show“ und als „extra3“-Moderator zu sehen ist, kennen ihn noch mehr Menschen. Dennoch ist Ehring ein unbekannter Fernsehstar: „Ich bin kein Thomas Gottschalk“, sagt er. „Ich gehöre eher zu den Leuten, bei denen man denkt: Irgendwo habe ich das Gesicht schon mal gesehen.“ Verena Bretz INFO Großer Salatteller mit gebratener Hähnchenbrust und Brötchen 11,90 € Medallions aus dem Schweinefilet in Champignonrahm, Kroketten und Salatteller 17,50 € Lachsfilet gebraten in Weißweinsauce, Butterkartoffeln und Blattspinat 17,90 € Küchenzeiten: Di.–Sa. 12.00–14.00 Uhr und 17.30–21.00 Uhr Sonn- und feiertags durchgehend Küche von 11.30 bis 20.30 Uhr,Mo. Ruhetag Sonn- und feiertags 1Stück selbstgebackenen Kuchen mit 1KännchenKaffee 5,50 € Räumlichkeiten für 10–120 Personen. Christian Ehring, geboren am 18. September 1972 in Duisburg, aufgewachsen in Krefeld, Abitur am Ricarda- Huch-Gymnsaium. Verschiedene Preise, u.a.: Deutscher Comedypreis 2016 („extra3“), Adolf-Grimme-Preis 2010 („heute-show“), Deutscher Comedypreis 2009 („heute-show“). Hochstraße 137 47665 Sonsbeck Telefon: (0 28 38) 20 65 www.vanhuet-weber.de 4/2017 — Niederrheinische Blätter 23

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