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Niederrheinische Blätter -12.10.2017 Nord-

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Der Duisburger Markus

Der Duisburger Markus Krebs bedient alle Klischees des typischen Ruhrpottlers und entfacht dabei ein Witzegewitter. Ein Rocker für die Lachmuskeln Im rheinischen Karneval hat Markus Krebs ein festes Standbein gefunden. Foto: Archiv Orthen Wenn man ihn sieht, vermutet man ihn eigentlich ganz woanders. In der Kneipe. Im Stadion. Aber nicht auf einer Bühne. Vielleicht liegt das an seinem Äußeren. Denn Markus Krebs ist alles andere als angepasst. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein Rocker. Ein Störenfried, dem man lieber aus dem Weg geht. Doch das täuscht. Krebs ist gut im Geschäft: eigene Tour, Privatfernsehen, Karneval. Die Leute mögen ihn und seine Art. In seiner Heimat Duisburg tritt der 47-Jährige auch mal für Bekannte bei runden Geburtstagen im kleinen Kreis auf. Im Kern sind seine Auftritte immer gleich: Wollmütze, schwarze Sonnenbrille, breites Grinsen, und ab geht die wilde Fahrt durch das Witzegewitter. Wo andere mit feiner Klinge fechten, nimmt Krebs das Breitschwert. Er ist kein Gelsenkirchener Barock in Duisburg. Foto: Archiv Krebs kann auch open air in Moers. Fotos (2): Archiv Reichwein Ohne Mütze und Brille sieht man Markus Krebs selten. Schöngeist. War er noch nie, da ist er sich treu. Ehemaliger MSV Hooligan Und ohne diese Biografie, die allen Klischees entspricht, die man sich ein paar Kilometer den Rhein hinab von Duisburg so gerne erzählt, wäre Krebs auch nicht da, wo er jetzt ist. RTL habe ihn nur zum Comedy-Grand-Prix eingeladen, weil sie seine Geschichte erzählen wollten, hat Krebs mal über seinen Durchbruch gesagt. Das war, nachdem der ehemalige Hooligan des MSV Duisburg, der gescheiterte Filialleiter eines Baumarkts und Zufalls-Kneipier, ziemlich unverhofft auf der Bühne gelandet war. Weil beim Niederdeutschen Comedypreis ein Comedian kurzfristig erkrankt war, schubste sein Bruder den privat ziemlich talentierten Witzeerzähler Krebs von der Kasse auf die Bühne. Krebs rockte den Laden, gewann den Preis und eine neue Chance. In Duisburg ist Krebs zu Hause, Bühnenfigur und Privatmensch sind diesbezüglich identisch. Klar hat die Karriere einiges verändert, vieles erleichtert. Doch beim MSV sieht man Krebs noch immer (sieben Jahre Stadionverbot sind längst abgesessen), das KöPi bleibt sein Bier, und der Bruder betreibt die gemeinsame Kneipe „Anne Tränke“. Ende August war er im Theater im Marientor, ein Heimspiel, und hat das aktuelle Tour-Programm „Permanent Panne“ fürs Fernsehen aufgezeichnet. Die Hütte war voll, das Publikum zufrieden. Man muss schon lange buddeln, um ähnliche Happy- Ends in Duisburg zu finden. Markus Krebs hat es geschafft. Der sanfte Rocker ist angekommen in seinem Leben und labt sich nun an den Lachern seines Publikums. Christina Böttner INFO Ab 19.12.17 bis zum Jahresende ist Markus Krebs in der Flic-Flac-X-mas Show im Landschaftspark Duisburg Nord zu sehen. 24 Niederrheinische Blätter — 4/2017

Für den Humoristen Christian Pape hat die Heimat einen ganz besonderen Stellenwert - im Frühjahr macht er Zirkus. In rheinischen Sälen gefragt - doch in Beeck ist sein Paradies Christian Pape ist im rheinischen Karneval ein gern gesehener Gast und ein Stimmungsgarant. Foto: Archiv Rüdel „Wenn ich den Kirchturm von St. Vincentius Beeck sehe, fühle ich mich zu Hause“. Das ist nicht nur so dahingesagt, mit diesen Worten unterstreicht Humorist Christian Pape aus Wegberg-Beeck seine Liebe zur Heimat – und fügt hinzu: „Ich bin stolz, hier zu wohnen – wie in einem Paradies.“ Wenn er das sagt, hat das Gewicht, denn als gefragter Comedian spielt der 44-Jährige, der mit seiner Silvia verheiratet und Vater der elfjährigen Amelie ist, seit Jahren auf den großen Bühnen im Rheinland. Vor allem in der „fünften Jahreszeit“ ist Christian Pape eine „Karnevalsgröße“, wurde er doch bereits mit seiner ersten Bühnenschau 2003 in den „Stammtisch Kölner Karnevalisten“ aufgenommen – eine besondere Auszeichnung für den Nicht- Kölner. Und längst hat er die Zuschauer der närrischen Fernsehsitzungen von ARD und ZDF erobert. Doch Karneval ist nicht alles. Auch außerhalb der jecken Zeit unterstreicht Christian Pape seine Vielseitigkeit – sportlich als erfolgreicher Teilnehmer am Köln-Marathon und komödiantisch mit seinen abendfüllenden Solo-Programmen: Es begann 2008 mit „Schief gewickelt“, wobei er sich als junger Papa Pape in die Herzen seines Publikums spielte. Danach steigerte er sich mit „Nur der Liebe zählt“ und „Das riecht nach Heimat“. Und am Erfolg hat sein Freund „Dr. Bimmermann, der Mann im Pullunder“, großen Anteil: Die Beiden ergänzen sich auf der Bühne in unnachahmlicher Art. Gerade mit seinen Soloprogrammen zeigt der Beecker Comedian seine Liebe zur Heimat, denn er tritt nicht nur auf angesagten Bühnen in Düsseldorf, Köln oder Bonn auf, er begeistert sein Publikum auch in heimischen Pfarrsälen oder beim Kulturring in Wegberg. In der Heimat hat Christian Pape auch begonnen: Schon als Messdiener sorgte er für Stimmung, und aus den Beecker Jungschützen heraus bildete sich 1992 die Boygroup „Na sowas“ (Christian und Simon Pape, Stefan Bimmermann, Wolfgang Hülsen, Reiner Schmitz), die zehn Jahre lang die Säle im Rheinland stürmte. Dann war Schluss, Ausbildung und Studium standen im Vordergrund – und Christian wurde Jurist. Jetzt macht er Zirkus Dennoch blieb er seiner Berufung als Humorist treu. Und der Heimat. Legendär sind die Grill- Abende im Pape-Innenhof von Haus Beeck. Da erlebten bis zu 2000 Besucher u. a. die „Bläck Föss“, „Höhner“, „Brings“, „Räuber“ und erst jüngst die Pop- Ikone Nena. Und im nächsten Frühjahr heißt es „Pape macht Zirkus“: Dahei, und nicht irgendwo lädt er prominente Künstler aus Varieté, Comedy und Karneval ein. Auch in dem Metier hat Christian Pape Erfahrung, war er doch an 24 Abenden Gastgeber der Dinner-Show im Zirkus Roncalli in Essen. Folkmar Pietsch INFO Christian Pape, An Haus Beeck 1, 41844 Wegberg, Kontakt: pape@jeckjoot.de; Internet: www.christian-pape.com. Die Räuber und Brings waren bei Pape zu Gast. Im Sommer hat Pape mit Nena gegrillt. Foto: Archiv Jansen Die Höhner gastierten 2015 in Wegberg. Christian Pape vor Haus Beeck. Fotos (3): Archiv Laaser 4/2017 — Niederrheinische Blätter 25

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