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Niederrheinische Blätter -12.10.2017 Nord-

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Typisch Niederrhein

Typisch Niederrhein Horst Thoren kommentiert. Hüschs Erben Margit Leuchtenberg kommentiert. FKK im Mantel Der Rheinländer lacht gern und häufig auch laut. In der niederrheinischen Ausprägung ist der Humor nicht ganz so explosiv. Dafür besitzt der Niederrheiner – siehe Hanns Dieter Hüsch – auch im Wortwitz leisen Tiefsinn. Sein „Spass an der Freud“ ist (anders als bei Tünnes und Schäl) weniger derb und nicht selten politisch. Von dieser Grundfähigkeit, Wahrheiten und Einsichten anekdotenhaft und erzählend auszudrücken, profitieren Hüschs Erben. Die Kabarettisten des Niederrheins (mit plattdeutscher Sprachfärbung oder ohne) bevölkern die Bühnen. Sie geben scharfsinnig (wie Volker Pispers) ihren Senf dazu, inszenieren sich (wie die Krähen) oder sind (wie Nuhr) Meister der Zuspitzung. Selbst im Karneval verdrängen Niederrheiner/innen (wie Frau Kühne aus Xanten) die singende Kölsch-Fraktion mit Vorträgen, die abschweifen und dennoch auf den Punkt kommen. Nicht auf Kosten anderer Das große närrische Geschenk des Niederrheins sind seine Typen, die (wie Hastenraths Will) die Welt erklären, ohne sie zu verstehen. Für sie gilt: Nix wissen, macht nix! Lieber über sich selbst lachen als gar nicht. Wer gerne auf Kosten anderer lacht, ist am Niederrhein fehl am Platze. Trumpf ist hierzulande, sich selbst auf die Schüppe zu nehmen. Statue von Hanns Dieter Hüsch. Foto: Stadt Moers Eigentlich meine ich sie alle zu kennen: den mit der Berliner Schnauze, der ganze Fußballstadien füllt, und die, die im rosa Nicki- Anzug über die Bühne wackelt. Oder den mit den langen „kronken“ Haaren und dem Mannheimer Dialekt oder gar den vermeintlichen Herrn Doktor von und zu, der Witze über die menschlichen Innereien macht. Sie sind mir so nah, weil sie durch den Fernseher ins Wohnzimmer kommen. Aber sie kommen von weit her, aus dem Süddeutschen, dem Osten oder auch aus Hessen. Lustige Sprüche auf dem Shirt Warum denn in die Ferne schweifen: hier in der Heimat geht es doch so richtig lustig zu! Kennen Sie die mit den lustigen Sprüchen auf dem T-Shirt oder die Landfrau im Kittel und den Bauern, den Fantastischen oder den mit der Motte? Ganz besonders mag ich auch den mit der dicken Brille, den, der oben auf dem Berg im Turm residiert, und den fantasievollen aus der Mühle. Das sind alles Künstler, Comedians, Kleinkünstler, Kabarettisten aus unserer Region. Sie sind nicht nur am Niederrhein geboren, sondern treten hier auf und bringen uns zum Lachen. Sie können Witze reißen und singen, sie bringen Festzelte zu Schützenfesten und Säle im Karneval zum Beben, sind im Fernsehen zu Gast und schmeißen ganze Sendungen im Radio. Das Gute ist, wir können unsere Komiker hautnah bei uns in der Region erleben. Komik zum Anfassen so zusagen. Für ein Pläuschken danach ist auch meistens noch Zeit, und dann erfährt der Besucher, warum Krähen Arme und Beine haben und dass FKK auch angezogen Spaß macht. PATSCHEL – Geschichten vom Niederrhein-Otter von NIK EBERT 4 Niederrheinische Blätter — 4/2017

Wann darf über was herzhaft gelacht werden? Comedy, Clown und Cabaret „Unter Comedy versteht man im deutschsprachigen Raum unterhaltsame Kleinkunstprogramme und bestimmte Arten von Unterhaltungssendungen im Fernsehen, Hörfunk und Internet“, so lautet die Definition bei Wikipedia. Doch dürfen wir uns das mit dem Kabarett, der Comedy oder der Kleinkunst hier am Niederrhein so einfach machen? Dürfen wir Comedians, Kabarettisten und Humoristen alle in einen Topf werfen und einfach so, ohne jegliches Vorwissen über sie lachen? Cabaret kommt aus Frankreich Ich meine, nein. Denn wir müssen uns erst einmal mit der Begrifflichkeit auseinandersetzen: „Warum heißt Kabarett heute eigentlich Comedy und warum ist ein Komiker heute ein Comedian? Dabei ist das englische Wort Comedy die Übersetzung von Komödie. Aber spielen Stefan Verhasselt oder Heinz Gröning auf der Bühne eine Komödie? Nein, sie machen Comedy vom Feinsten. So müssen wir also noch tiefer in die geschichtliche Trickkiste greifen, denn das Wort Kabarett kommt aus dem Französischen. Otto Walkes mit seinen Fans. Foto: Archiv Bauer Hier heißt Cabaret Schänke oder Kneipe. Im Deutschen wurde aus Cabaret Kabarett. International versteht man unter Cabaret eine Revue. Und wo bleibt bitte schön unsere Comedy? Nicht vergessen sollten wir auch den Clown aus dem Zirkus. Er spricht zwar nicht, ist dafür aber irre komisch, ohne ein Kabarettist zu sein. Dieser wiederum hat sich bei seinen Witzen und Gags auf das politische Parkett begeben. So ist ein Kabarettist auch ein Komiker, ein Komiker aber noch lange kein Kabarettist. Denn der eine kann super tolle Witze erzählen, wohingegen der andere humorvolle Texte mit inhaltlicher Substanz auf die Lachmuskeln des Publikums loslässt. So jetzt fehlt uns noch die ganz moderne Form der Unterhaltung, die Stand-up-Comedy. Hierbei bleiben blanker Witz und Politik auf der Strecke. Die jungen Stand-up-Comedians bespaßen das Publikum mit Jokes aus ihrem eigenen Umfeld. Um die lustige Liste zu komplettieren, fehlen noch Sitcoms, Comedy- Zauberei, Trick-Comedy, Radio-Comedy, Sketch- Shows. Und natürlich die großen Vertreter der Sparten von Heinz Erhardt, Loriot, Otto Walkes ..... So, nun sollte die Verwirrung perfekt sein. Aber eigentlich ist es doch auch egal, wie sich die Künstler und ihre Programme nennen. Wichtig ist doch, was hinten raus kommt, und das muss lustig sein, bis der Bauch weh tut und die Tränen kullern. Margit Leuchtenberg Große Ausstellung lung Meisterbetrieb Kaminbau Metzner 50 Jahre Jetzt Jubiläumsangebote sichern Heizkamine Kachelöfen Kaminöfen Pelletöfen Grafschaer Str. 23 · 47495 Rheinberg-Eversael Tel. 0 28 43/29 81 www.kaminbau-metzner.com „Gepflegt“ im besten Sinne im Wohnstift St. Marien Wohnstift St. Marien in der Luxemburger Galerie Neustr. 3, 47623 Kevelaer Tel (0 28 32) 500 61-62 Fax (0 28 32) 79 95 87 www.deutscher-orden.de E-Mail: c.huels@deutscher-orden.de Mitten im bekannten Wallfahrtsort Kevelaer am Niederrhein bietet Ihnen das Senioren-Wohnstift St. Marien ein dreifach „gepflegtes“ Leben: ➜ mit einer hochwertigen schönen Wohnung ➜ mit Vollpension im angeschlossenen Hotel oder selbst Kochen nach Lust und Laune ➜ mit Pflege in Ihrer Wohnung Gepflegt ist auch das Ambiente in Kevelaer, das Einkaufen in der überdachten Galerie oder in der Fußgängerzone und das Angebot von Kunst, Konzerten und Vorträgen. Fordern Sie unseren Hausprospekt an. Frau Christiane Hüls freut sich auf Ihre Anfrage. 4/2017 — Niederrheinische Blätter 5

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