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Niederrheinische Blätter -13.06.2018-

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20 Jahre KunstHandwerk

20 Jahre KunstHandwerk im Advent auf Schloss Rheydt. Markt ist frittierfettfreie Zone Ulrich Elsen, Claudia Katzner und Volkmar Hess (von links) begrüßen die Gäste auf Schloss Rheydt. Foto: Archiv Raupold Draußen im Gelände pflegen die prächtigen Pfauen gerade ihren Nachwuchs. Für Kontinuität ist also gesorgt. Das gilt im übertragenen Sinn auch für die Arbeiten, mit denen sich Dr. Klaus Möhlenkamp in der Verwaltung schon seit Ende Februar beschäftigt. Er verantwortet in erster Linie die Museumspädagogik für den Renaissancebau. Aber als Mitglied einer Jury hat er längst die 60 Plätze an die Aussteller vergeben, die den Markt „KunstHandwerk im Advent“ in diesem Jahr beschicken werden: „Wichtig ist uns der Mix. Und es dürfen ausschließlich Unikate angeboten werden.“ Seien es Glasobjekte, Buchbindearbeiten, Schmuck oder auch Arbeiten aus Filz. Der Markt feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Von Beginn an haben Möhlenkamp und seine Mitstreiter Wert darauf gelegt, dass es „kein Lifestyle-Markt ist. Der Mainstream interessiert uns eher weniger. Bei uns stehen die Kunst und das Kunsthandwerk im Vordergrund.“ Und im besten Sinn auch im Dialog miteinander: „Goldschmiede zeigen und verkaufen ihre Arbeiten neben Grabungsfunden. Zudem haben etwa Textiler und Gemälde Gemeinsamkeiten.“ Filigrane Lebkuchen Die angebotenen Unikate sollen auch innovativ sein, „wir hatten schon Lichtskulpturen aus Papier und Rohr, aber auch Kalligraphie, die Kunst an die Wand bringt.“ Die Preise der angebotenen Waren berücksichtigen den kleinen Geldbeutel, gehen aber auch deutlich höher. Von Beginn an dabei ist Maria Kremer. Von ihr spricht Möhlenkamp voller Hochachtung: „Sie verziert Lebkuchen derart filigran, dass sich jeder Marktmeister Poschmann sucht dringend Ersatz fragt, wie sie das so schön hinbekommt.“ Der Markt ist stets am 2. Adventwochenende und wird auch in diesem Jahr etwa 6.000 Besucher anziehen, schätzt Dr. Möhlenkamp: „Die meisten Aussteller bieten ihre Waren in unseren Ausstellungsräumen an. Einige wenige werden ihre Stände draußen haben.“ Anregungen holen sich die Marktbetreiber beim Bummel auf ähnlichen Märkten. Dort werden an die interessantesten Anbieter auch Flyer des Rheydter Marktes verteilt, mit der Aufforderung, sich doch einmal zu bewerben. Eines ist den Marktmachern ganz wichtig: „Unser Kunst- und Handwerksmarkt ist eine frittierfettreie Zone. Es gibt Glühwein und auch eine Wurst, aber mehr auch nicht.“ Arnold Küsters INFO Der Eintritt für Museum und Kunstund Handwerksmarkt beträgt fünf Euro. Die Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr. Werner Poschmann ist meist im Dauereinsatz. Dann nutzt er auch schon mal zwei Mobiltelefone gleichzeitig. Der gelernte Karosseriebauer ist 59 Jahre alt und seit sieben Jahren Marktmeister für die Stadt Mönchengladbach, zuständig für 16 Wochenmärkte und zwei Großveranstaltungen im Jahr: „Also: Standplätze zuweisen, die Infrastruktur, Wasser und Strom sicherstellen, Kassieren, und für die Vielfalt der Märkte sorgen.“ Zwischen sechs und acht verschiedene Produkte sollten kontinuierlich auf einem Wochenmarkt vertreten sein: „Und die Preisstruktur muss stimmen, von günstig bis hochpreisig.“ Poschmann hat ein ziemliches Problem: kaum einer der Beschicker hat einen Nachfolger: „Dadurch habe ich in den vergangenen Jahren viele Händler verloren. Das sieht man besonders auf dem Markt in Gladbach.“ Derzeit schlagen dort samstags noch knapp 20 ihre Stände auf, vor drei Jahren seien es noch 30 gewesen. Derzeit fehle ihm ein Händler für Fisch und einer für Oliven: „Wenn die Mischung stimmt, ist der Markt für die Kunden umso attraktiver.“ Der Wochenmarkt in Mönchengladbach laufe schlecht, erklärt Werner Poschmann, „das liegt vor allem auch an der Lage. Der Kapuzinerplatz liegt für viele einfach zu versteckt.“ Das soll sich ändern, Werner Poschmann kassiert Standgebühr. Foto: Detlef Ilgner wenn Anfang 2019 die geplante Markthalle gebaut wird. Viele frühere Kunden des Gladbacher Wochenmarktes seien nach Rheydt abgewandert. Das wissen auch die interessierten Bewerber um einen Standplatz. Werner Poschmann kann es nicht ändern: „Wenn ich ihnen einen Platz in Gladbach anbiete, winken sie direkt ab. Wenn, dann wollen sie nur `einen guten Markt´. Das kann ich ihnen nicht einmal verdenken. Denn die Händler gehen dahin, wo sie glauben, die besten Geschäfte machen zu können.“ In Mönchengladbach wird an drei Tagen ein Wochenmarkt angeboten. Der Marktmeister hat durchaus Ideen, wie das Wochenmarktgeschäft belebt werden könnte: „Es gibt hervorragende Beispiele aus Köln oder Gelsenkirchen. Dort haben sich sogenannte Feierabendmärkte etabliert.“ Arnold Küsters 10 Niederrheinische Blätter — 2/2018

Der St. Martin kommt in Viersen ganz groß raus. Er reitet nicht nur zum Martinstag. In der Stadt gehört ihm ein ganzer Markt. Teilen gehört zu St. Martin Wenn das Stichwort St. Martin fällt, dann denkt nahezu ein jeder ans Teilen. Was aber hat ein Martinsmarkt mit dem bekannten Heiligen Mann und seiner guten Tat des Mantelteilens zu tun? In Viersen ganz viel. Der Martinsmarkt, der immer auf das erste Wochenende im November terminiert ist, ist nämlich mehr als nur ein vorweihnachtlicher Markt. In Viersen wird auch geteilt und das auf mehrere Arten. Zwar gibt es den Markt schon über 25 Jahre, aber seinen besonderen Touch hat er seit dem Jahr 2014. Zu diesem Zeitpunkt übernahmen das städtische Citymanagement und der Werbering Viersen aktiv die Organisation in Eigenregie. Der Aspekt des Teilens wird beim Martinsmarkt unter anderem am Remigiusplatz ganz deutlich. Hier ist das „Viersener Clubzimmer“ zu finden. Die Viersener Service-Clubs Lions, Inner Wheel, Rotary und Zonta sind in einem großen, geschmackvoll gestalteten Pagodenzelt anzutreffen. Für den guten Zweck verkaufen die Mitglieder Getränke und kulinarische Köstlichkeiten. Dazu kommt eine hochwertige Tombola, deren Erlös ebenfalls gespendet wird. Weckmann, Obst und Süßes Die Stadt Viersen teilt ebenfalls. Jahr für Jahr stellt sie 500 Martinstüten mit Weckmann, Obst und Süßem zusammen, die der Heilige Mann an die Kinder verteilt. Wobei St. Martin ohne Pferd und Herolde kommt. „Wir haben zudem den Gedanken, zukünftig mit der Tafel zusammenzuarbeiten. Es könnte einen Stand geben, wo Besucher Lebensmittel- und Geldspenden für die Tafel abgeben können“, blickt Citymanagerin Mareike Backhausen in die Zukunft. Ganz wichtig ist den Veranstaltern, dass es sich um keinen vorgezogenen Weihnachtsmarkt handelt. „Wir stimmen auf den Advent und die kommende vorweihnachtliche Zeit ein“, betont Hubert Rettler vom Werberingvorstand. Der Markt präsentiert Adventliches und Vorweihnachtliches. Die Besucher treffen unter anderem auf handgefertigten Schmuck, Honigprodukte, Holzspielzeug, Selbstgenähtes, Aachener Printen, Lübecker Marzipan und Kunsthandwerk. Auf lecker Essen und Trinken in den verschiedenen Bereichen wird sehr geachtet. Ob deftig oder süß, alles kommt anspruchsvoll daher. Der Martinsmarkt ist für Viersen ein Stück Brauchtum. Hier kann man sich sogar mit dem Heiligen Mann fotografieren zu lassen. Bianca Treffer INFO Martinsmarkt Viersen, 3. und 4. November 2018. Anzeige 27. Niederrheinischer Radwandertag: Die kulinarische Rundreise startet am 1. Juli 2018 ab 10 Uhr. Süße Belohnung für Radler Bis zu 30.000 Teilnehmer zählt der Niederrheinische Radwandertag – er ist damit das größte Radevent Deutschlands und findet in diesem Jahr zum 27. Mal statt. 64 Städte und Gemeinden von Alpen bis Xanten machen diesmal mit: Sie sind die Startorte für eine der insgesamt 82 Radtouren, die am Sonntag, 1. Juli, angeboten werden. In vielen Orten gibt es Unterhaltungsprogramme an den Startpunkten, Tipps rund ums Fahrrad sowie Imbiss- und Getränkestände. Denn beim Niederrheinischen Radwandertag geht es um Gemütlichkeit und Geselligkeit, nicht um Tempo, Sprintoder Bergwertung. Freizeitspaß für die ganze Familie ist angesagt. Gestartet wird ab 10 Uhr, jeder bestimmt selbst seine Startzeit. In diesem Jahr steht der Niederrheinische Radwandertag unter dem Motto „Kulinarik“. Dafür wurden einige Routen speziell entwickelt. Ein regelrechtes Bonbon liefert die Stadt Kempen. Dort wird vom Café Peerbooms an alle Starter eine Praline ausgegeben. Überall entlang der einzelnen Strecken gibt es zahlreiche Bauernhofcafés oder Restaurants, die zu einem „Boxenstopp“ einladen. Bei der zentralen Tombola warten attraktive Preise. Die Teilnahme an der Verlosung ist einfach: Man muss dazu nur die am Start ausgegebene Stempelkarte an zwei Punkten abstempeln lassen. Alle Routen unter www.niederrhein-tourismus.de/radwandertag. INFO Niederrhein Tourismus GmbH, Willy- Brandt-Ring 13, 41747 Viersen, info@niederrhein-tourismus.de, www.niederrhein-tourismus.de/radwandertag. 2/2018 — Niederrheinische Blätter 11

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