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Niederrheinische Blätter -13.06.2018-

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Die Stoffmärkte im

Die Stoffmärkte im Frühjahr und Herbst versorgen die nähbegeisterten Viersener mit Rohstoffen in allen Materialien. Standplätze sind heiß begehrt Nähbegeisterte haben ihn fest im Kalender verankert. Der Viersener Stoffmarkt, einmal im Frühjahr und einmal im Herbst, zieht die Besucher scharenweise an. Als vor nunmehr sechs Jahren die Anfrage von der Expo Event Marketing GmbH aus Essen an die Stadt Viersen kam, ob man sich vorstellen könnte, einen Stoffmarkt in der Kreisstadt zu veranstalten, signalisierte das städtische Citymanagement sofort grünes Licht. Citymanagerin Mareike Backhausen hatte den richtigen Riecher und nahm den Markt mit offenen Armen auf. „Mich hat seinerzeit die schöne Innenstadt von Viersen angesprochen. Die breite Fußgängerzone mit ihren Platanen, die gute Infrastruktur der Stadt an sich. Es schien mir alles passend, um einen solchen Markt hierhin zu holen“, erinnert sich Marko Krstic, Geschäftsführer der Event-Agentur. Sowohl die Agentur als auch das Citymanagement erwarteten den ersten Stoffmarkt mit Spannung. Am 23. Juni 2012 ging es mit sommerlichen Stoffen los. Knapp 18.000 Besucher nutzten das Angebot, wobei die Frauen eindeutig in der Mehrheit waren. Allerdings musste so mancher Mann als Träger der Einkäufe mit. Und eingekauft wurde mehr als nur reichlich. Die gute Annahme des Versuchsballons mit rund 70 Ständen ließ bei Agentur und Stadt den Entschluss reifen, einen weiteren Stoffmarkt im Herbst anzubieten. Am 6. Oktober 2012 lockte die Variante mit winterlichen Stoffen, wobei die Besucherzahl nicht minder groß war. Aber nicht nur bei den Besuchern kommt Bei den vielen tollen Farben fällt die Qual der Wahl schwer. Doch die fachkundigen Händler in Viersen beraten die Nähfans gerne. Foto: Archiv Siemes der Markt gut an. Die Aussteller sind ebenfalls begeistert. „Ich bekomme viel Lob von den Ausstellern zu hören. Sie sprechen von einer angenehmen Atmosphäre und nettem Publikum. Immer wenn ein Markt gelaufen ist, kommen bei uns schon die Anfragen für den nächsten Stoffmarkt herein. Rund 80 Prozent der Aussteller bilden eine Kerngruppe“, sagt Krstic. Nahezu alle Stammaussteller wollen dabei ihren festen Stammplatz haben. Etliche Kunden fahren den Stoffmarkt in Viersen nämlich für einen gezielten Einkauf an und haben ihre Aussteller, die sie immer wieder zwecks Einkauf aufsuchen. Die Palette deckt den gesamten Faktor Nähen ab. Angefangen von den unterschiedlichsten Stoffen, wobei hochwertige Seide genauso anzutreffen ist wie der einfache Baumwollstoff, über den Sektor Nähmaschinen und Nähzubehör bis hin zu Knöpfen, Reißverschlüssen und Co. reicht die Angebotspalette. Neuste Trends und Stoffmuster sind immer vertreten. Wer in Viersen einkauft ist up-to-Date. Der örtliche Einzelhandel ist zudem mit in den Markt eingebunden und mit Ständen vor Ort anzutreffen. 85 Stände mit buntem Tuch Die anfänglichen 70 Stände sind heute längst getoppt. Durchschnittlich treffen die Besucher auf 85 Stände, die alles anbieten, was der Markt hergibt. Krstic lobt die gute Zusammenarbeit mit dem Citymanagement durch all die Jahre. „Es ist eine angenehme Zusammenarbeit, die gut läuft“, sagt er. War der Markt am Anfang auf samstags terminiert, weil man dadurch eine Belebung der Innenstadt anstrebte, so kam im Herbst 2016 erstmalig ein Schwenk auf den Freitag. Frequenz an einem Samstag in eine Stadt zu bringen, sei nicht schwer, bemerkt Krstic. Nun gelte es, einen Impuls an einem Freitag zu setzen. Wobei der erste Stoffmarkt an einem Freitag eine positive Resonanz hervorrief. „Für Viersen ist der Stoffmarkt eine weitere Attraktion. Nähen liegt nach wie vor voll im Trend, und der Markt zieht andere Menschen an, die sonst nicht den Weg in die Kreisstadt finden. Wir verzeichnen auch viele niederländische Besucher“, sagt Backhausen. Die Citymanagerin bezeichnet den Markt als Magneten für Viersen. Für den nächsten Markt hat sie zudem eine neue Idee. Backhausen könnte sich ein Zelt vorstellen, in dem Einsteiger-Workshops zum Nähen angeboten werden. „Einfach eine kurze Anleitung, um Lust aufs Nähen zu machen“, sagt sie. Bianca Treffer INFO t Stoffmarkt Viersen, im Frühjahr und im Herbst in der Fußgängerzone. 16 Niederrheinische Blätter — 2/2018

Der Krefelder Flachsmarkt zieht jedes Jahr an Pfingsten etliche Besucher aus nah und fern an. Mit Rittern ins Mittelalter Der traditionsreichste Markt in Krefeld ist der Flachsmarkt. Seit 1974 wird er jedes Jahr im Stadtteil Linn eröffnet und zieht an den drei Tagen fast 50.000 Besucher aus allen Himmelsrichtungen an. Mehr als 300 Stände von Handwerkern und Künstlern, ein Ritterlager, Musikgruppen, Gaukler, Spielleute und Geschichtenerzähler in traditioneller Kostümierung gibt es auf den Wiesen rund um die Linner Burg zu bewundern. Vor allem alte Handwerksberufe, die beinahe ausgestorben sind, werden gezeigt: Lehmbauer, Waffenschmiede, Scherenschleifer, Seifenmacher, Sattler, Perückenmacher und natürlich Flachsspinner können bei der Arbeit beobachtet werden. Und die Besucher dürfen auch selber Hand anlegen. Es wird gedrechselt, getöpfert, gefilzt und geschmiedet – was besonders bei den kleinen Gästen gut ankommt. Im Mittelpunkt aber stehen die Ritterspiele. Auf der großen Wiese vor der Burg messen sich die Edelmänner hoch zu Ross im Ringstechen, Helmschlagen, Rolandsreiten, Lanzenstechen und bei der Sauhatz. Der Krefelder Flachsmarkt ist einer der größten, historischen Handwerkermärkte in Deutschland. Zurück geht er auf die Zeit um 1315, als Linn zur Stadt erhoben wurde. „Mittelpunkt des damaligen Linn war der Andreasmarkt. Hierhin brachten die Bauern ihren Flachs und tauschten ihn gegen Dinge des Alltages ein“, weiß Dirk Dratsdrummer von der Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt. Der Markt entwickelte sich schnell zu einem Jahrmarkt, der außer regen Tauschgeschäften auch der Volksbelustigung diente. Bald war er so populär, dass er viermal im Jahr stattfand. Als die Linner Bauern keinen Flachs mehr anbauten, schien das Schicksal besiegelt: Der letzte Flachsmarkt fand 1903 statt. Rund 70 Jahre später aber kamen einige Linner Bürger auf die Idee, den Markt wiederzubeleben. Der erste Markt neuer Zeit wurde wie das historische Vorbild am Andreastag Ende November abgehalten. Doch schon im darauf folgenden Jahr verlegte man den Termin auf Pfingsten. Der Marktplatz wurde bald zu klein, weshalb die Organisatoren das Fest auf die Burgwiesen ausdehnten. 1978 wurde der Verein „Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt“ gegründet, der sich seitdem um Organisation und Abwicklung kümmert. Fast 20 Vereine stellen sich jedes Jahr in den Dienst des Marktes; 750 Helfer sind im Einsatz, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Marktrechte vom Kurfürsten Der stolze Vogel Miguel auf der Hand von Falknerin Klaudia Brommund. Foto: Achiv Mocnik Auf dem Flachsmarkt wird gesponnen. Foto: Archiv T.L. Eine besondere Rolle kommt stets dem Kurfürsten zu. In Anspielung auf Kurfürst Clemens August von Bayern, seinerzeit Herr über Linn, schlüpft Horst Isbert seit ein paar Jahren in ein historisches Gewand. Als Kurfürst Clemens August eröffnet er an der Linner Vorburg den Flachsmarkt mit einer Begrüßung. Anschließend bringt er sein Siegel an, um die Legitimität des Marktes zu bekunden. Dann wird das Richtschwert öffentlich ausgestellt, um alle Besucher und Marktteilnehmer daran zu erinnern, dass auf diesem Markt Recht gesprochen und notfalls mit dem Schwert durchgesetzt wird. Mit seinem Gefolge, den Landknechten, der Gräfin von Kleve und ihren Hofdamen, zieht der Horst Isbert als Kurfürst Clemens. Foto: Archiv Königs Kurfürst über den Flachsmarkt und macht den Besuchern seine Aufwartung. Stephanie Wickerath INFO Flachsmarkt an der Burg Linn in Krefeld, jedes Jahr zu Pfingsten. Fenster Haustüren Rollläden Markisen Kunststoff Brandenburg GmbH & Co. KG Telefon 0 21 62/95 69 90 www.kunststoff-brandenburg.de Ausstellung & Verkauf: Eintrachtstraße 40 41751 Viersen-Dülken 2/2018 — Niederrheinische Blätter 17

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