Aufrufe
vor 6 Monaten

Niederrheinische Blätter -13.06.2018-

  • Text
  • Markt
  • Viersen
  • Niederrheinische
  • Stadt
  • Archiv
  • Zeit
  • Krefelder
  • Fest
  • Stoffmarkt
  • Krefeld

Typisch Niederrhein

Typisch Niederrhein Horst Thoren kommentiert. Reichlich Auswahl Margit Leuchtenberg kommentiert. Zeit satt Wer beim Einkaufen ein Stück Heimat mit nach Hause nehmen will, ist hier richtig: Die Märkte in Stadt und Land prägen den Niederrhein. Dabei gibt es neben der wöchentlichen Möglichkeit, heimische Produkte – von Kappes bis Kartoffeln, von Honig bis Hausmacherwurst – unter freiem Himmel einzukaufen, auch die vielen besonderen Anlässe: Bei traditionellen Terminen und Festen gehört der Markt zur Erlebniswelt, bei der nicht selten Marktfrau oder Bauersmann Urwüchsigkeit vermitteln. Plausch mit Marktleuten Was dort mit Liebe zum Detail feilgeboten wird, ist oft typisch für die heimische (Land-)Wirtschaft. Die Märkte – oft der Tradition verpflichtet von den jahreszeitlichen Bedürfnissen bestimmt – geben etwas von dem wieder, was einstmals das Lebensgefühl allerorten ausmachte: Sie sind ein Miteinander des gemeinschaftlichen Austauschs – von Waren, von Geschichten, von Meinungen. Denn noch wichtiger als der Einkauf ist das Plauschen mit den Marktleuten, der Tratsch über Land und Leute. So sind die Marktstände kommunikative, soziale Treffpunkte: „Tach, wie jeht et?“ – so lautet der Standardeinstieg in einen niederrheinischen Dialog, der Nähe vermittelt und Gelegenheit bietet, dem Gegenüber in die Augen und in die Einkaufstasche zu schauen. „Wat hasse denn Schönes jeholt?“, heißt es dann. Und es beginnt die mit heimatlicher Sprachfärbung geführte Debatte über das, was man zum Leben braucht: „Net völl“. Wer sich die Zeit nimmt, das Marktgeschehen zu genießen, erfährt mehr – über die Heimat, über die Menschen, über seine eigenen Vorlieben. Märkte brauchen Zeit. Zum einen den rechten Zeitpunkt und Wochentag für den Bauernmarkt oder die Jahreszeit, meist im Frühsommer für den Themenmarkt. Die Händler, Bauern und Aussteller brauchen Zeit zum Aufund Abbau, und wir, die Käufer, brauchen Zeit zum Schlendern, Flanieren, Aussuchen, Begutachten. Mit dem Einkaufswagen bewaffnet schießen wir normalerweise in Windeseile durch den Discounter. Meist gibt es eh nur eine Apfelsorte, in Folie verpacktes Gemüse und Zwiebeln im Netz. Auf dem Wochenmarkt werden herrliche alte Apfelsorten angeboten, Mandarinen oder Kirschen zum Probieren stehen bereit, und die Zwiebeln gibt es auch einzeln. Hier ist Zeit gefragt, was koche ich, welche Zutaten brauche ich, war der Käse am hinten liegenden Stand nicht doch gelber als hier vorne? Nicht selten fragen Marktbeschicker nach der Familie und dem Wohlbefinden, und ein Pläuschchen mit der Nachbarin und der Verwandten ist auch immer drin. Hier hechtet keiner von Stand zu Stand, hier hilft der Gärtner beim Beladen des Autos mit Paletten voll mit frischen Pflänzchen. Ach ja, und der Backfisch, der braucht ja auch Zeit, bis die Panade schön kross ist. Zeit haben auch die Berufstätigen, die sich auf den Abendmärkten in der Region mit Frischem eindecken. Und Zeit haben dort die Besucher zum Genuss von kleinen Köstlichkeiten und einem Glas Wein. Nur noch einmal schlafen Nicht ganz so beschaulich geht es auf großen Themenmärkten zu. Denn hier steht auch der Unterhaltungsfaktor an erster Stelle. Und ich muss nur noch bis morgen warten, dann habe ich Zeit satt, auf unseren Markt zu gehen. PATSCHEL – Geschichten vom Niederrhein-Otter von NIK EBERT 4 Niederrheinische Blätter —2/2018

45 Händler bieten auf dem Rheydter Marktplatz ihre saisonalen und meist regionalen Produkte an. Eine Oase der Entschleunigung Entspannt. Fast mediterran. Müßiggänger schieben ihr Fahrrad vorbei. Eine junge Mutter hält eine Topfpflanze im Arm. Mit der anderen Hand schiebt sie den Kinderwagen. Am Stand nebenan wechseln Erdbeeren und Spargel den Besitzer. Die Tische vor den Cafés am Markt sind dicht besetzt. Flaneure unter getupftem Frühlingshimmel. Rund 45 Händler haben an diesem Samstag auf dem Rheydter Wochenmarkt ihren Stand aufgebaut. Die üblichen mit Obst und Gemüse, Käse wird angeboten, Kuchen, ein Stand mit Oliven, einer mit Wurst und Fleisch – die verschiedenen Gerüche mischen sich zu einem besonderen Duft. An einer Stelle mischt sich Lavendel dazu. Den verkauft Gerhard Gaudian. Der 69- Jährige kommt seit 30 Jahren nach Rheydt: „Die Menschen sind nett und freundlich. Ich habe etliche Stammkunden.“ Sabine Lenz schlendert gerne über den Wochenmarkt. Diesmal hat sie neue Kartoffeln, Spargel und Kräuter eingekauft. Frisches und eine große Auswahl gibt es mittwochs und samstags auf dem Rheydter Wochenmarkt. Foto: Archiv Raupold Die Chefsekretärin kommt seit acht oder neun Jahren recht regelmäßig. Sie verrät: „Zum Bummel gehört auch der Einkauf bei Esser: Madelwaffelblätter und Walnusspralinen.“ Sie genießt es, Bekannte und Freunde zu treffen. Wie Ida und Peter Knörr. Sie haben mal zusammen gekegelt. Das Ehepaar ist auf dem Markt unterwegs, „um Pflanzen für den Garten und frisches Gemüse zu kaufen.“ Sie erfreuen sich an dem reichhaltigen Angebot, das dazu noch „appetitlich fürs Auge arrangiert ist.“ Auch Rüdiger Bittner, er ist pensionierter Polizeibeamter, schätzt die Frische der Produkte: „Vor allem beim Fleisch. Man zahlt hier vielleicht ein wenig mehr als im Supermarkt, aber man hat eine andere Qualität.“ Peter Weifels hat mit 20 Metern einen der größten Stände auf dem Wochenmarkt. Seit 1995 kommt er regelmäßig aus dem nahen Damm nach Rheydt: „Damals war es ein Glückstreffer, dass ich acht Meter angeboten bekommen habe.“ Heute ist er im „Marktvorstand“ aktiv, somit Ansprechpartner für die verschiedenen städtischen Ämter: „Der Markt ist alteingesessen und gehört einfach zu Rheydt.“ Schon die Familie seiner Frau hat einen Stand gehabt. Entscheidend für den Erfolg des Wochenmarktes sind für ihn „die Vielfalt und die kurzen Wege vom Erzeuger zum Kunden. Eine ganze Reihe der Marktbeschicker sind noch Selbsterzeuger.“ Der Umgang mit den Menschen, die Zufriedenheit der Kunden, vor allem die Wertschätzung, die seine Produkte erfahren, sind die Zutaten für seinen Enthusiasmus. Hinzu kommt das Herzblut, „ohne geht es nicht. Bauen sie mal bei Regen, Kälte und Wind den Stand auf.“ Peter Weifels steht an Markttagen um vier Uhr früh auf. Gegen 16.30 Uhr hat er die letzten Waren wieder daheim ins Kühlhaus gebracht. Der 54-Jährige kann sich keine schönere Arbeit vorstellen: „Ich möchte das noch lange machen.“ Arnold Küsters INFO Wochenmarkt Rheydt, Marktplatz, mittwochs und samstags. Möbel + Strandkörbe Strandkörbe beidseitig durchgeflochten Große Auswahl an: •Teak-, Geflecht-, Edelstahlmöbeln •Auflagen •Strandkörbe HEYMES GARTENMÖBEL Öffnungszeiten: Mo.–Fr.: 14.00–18.30 Uhr Sa.: 11.00–15.00 Uhr o. n. Terminvereinbarung Lieferung &Montageservice Kanalstraße 120 •41747 Viersen •Mobil: 0172/9551988•www.teak-heymes.de ab 999,– € inkl. Lieferung und Montage

Sonderveröffentlichungen