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Niederrheinische Blätter -ET 13.07.2017 Nord-

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Die Mitarbeiter des

Die Mitarbeiter des Naturparkzentrums Wachtendonk Haus Püllen wollen die Besucher des Bauerngartens überraschen. Schnuppern ist erlaubt Die Eingangspforte zum Bauerngarten Haus Püllen. Sonnenblumen. Fotos: (4): Naturparkzentrum Die Weberkarde scheint richtig süß zu sein. Wie beruhigend: Baldrian in Wachtendonk. Für neugierige Nasen ist dieser Bauerngarten eine echte Wundertüte. Wer sich etwa im Kräutergarten den Spaß macht, an den Blättern einiger Pflanzen zu reiben, riecht nicht nur Salbei, Estragon, Ysop, Zitronenmelisse oder Basilikum. Sondern auch den Duft von Kaugummi und Cola. „Die marrokanische Minze und das Colakraut sind wirklich besonders“, betont Walter Dobbek, Mitarbeiter im Naturparkzentrum Wachtendonk Haus Püllen. „Wir möchten unsere Besucher überraschen - und Schnuppern ist ausdrücklich erlaubt!“ Vor 20 Jahren – genau: am 24. Oktober 1997 – wurde das Naturparkzentrum im denkmalgeschützten Haus Püllen eröffnet. Besucher können sich dort beispielsweise über die Geschichte und Kultur des Naturparks Schwalm-Nette informieren, anschließend den dazugehörigen Bauerngarten besuchen und dort die Natur hautnah erleben. Das rund 800 Quadratmeter große Grundstück ist direkt an der Niers gelegen und wurde dem Naturparkzentrum damals von der Gemeinde Wachtendonk überlassen. Zivildienstleistende, die gleichzeitig Landschaftsgärtner waren, legten dort mit viel Liebe zum Detail den Bauerngarten an. „Wir wünschen uns, dass die Besucher sich in unserem Garten erholen und die Natur mit allen Sinnen genießen“, sagt Dobbek. „Interessierte Gartenbesitzer bekommen zusätzlich Tipps und jede Menge Anregungen, etwa bei unserer zweimal im Jahr stattfindenden Pflanzentauschbörse oder einer Führung.“ Gelb leuchtender Topinambur Im vorderen Teil des Gartens gibt es fünf mit Buchsbaum eingefasste Staudenbeete und eine Pergola, die als schattiger Rastplatz zwischen all den bunten Blüten dient. Aktuell etwa blüht der gelb leuchtende Topinambur, aber auch Rosen und Baldrian zeigen sich in voller Pracht. Durch das Tor in der Buchenhecke gelangt der Besucher in den hinteren Bereich. Dort sind zwei Kräuter-Hochbeete sowie zwei Nutzpflanzenbeete, in denen unter anderem Walderdbeeren, Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln wachsen. „So ein Bauerngarten hatte früher gleich mehrere Funktionen“, erklärt Pflanzenexperte Walter Dobbek. „Mit seinen blühenden Pflanzen war er eine Zierde und diente der Erholung. Die Menschen ernährten sich aber auch von dem, was im eigenen Garten wuchs.“ Zum Bauerngarten in Haus Püllen gehört natürlich auch eine Obstwiese. Dort wachsen rund 20 rheinische Obstbäume, zum Beispiel Birnen, Mirabellen, alte Apfelsorten wie Sternrenette, Schöner von Elmpt und Bellefleur, aber auch Mispeln. Walter Dobbek erzählt: „Die Blüte der Mispel ist übrigens im Viersener und Gelderner Stadtwappen abgebildet. Und deren braune, süßliche Früchte, die im Oktober reif sind, waren schon bei den alten Römern sehr beliebt. Die Mispel war damals das, was heute der Schokoriegel ist.“ Der Biologielehrer weiß allerhand über den Nutzen, die Geschichte und die Pflege der Pflanzen. „Ich bin täglich im Garten unterwegs und schaue, welche Tiere da sind und wo etwas gemacht werden muss.“ Walter Dobbek genießt seinen Job: „Ich habe einen ebenso schönen wie arbeitsreichen Arbeitsplatz und darf den Menschen die Natur nahe bringen!“ Im Bauerngarten erfahren die Besucher auch, wie sich die Menschen am Niederrhein früher durch einen eigenen Garten selbst versorgt haben. „Zu uns kommen viele Schulklassen und Kindergartengruppen. Die Jungen und Mädchen lernen hier den Kreislauf der Natur kennen, dürfen an verschiedenen Kräutern riechen.“ Der Bauerngarten im Naturparkzentrum ist nicht nur eine beliebte Zwischenstation für Wanderer, Radfahrer und andere Naturliebhaber. Auch tierische Besucher wie Vögel, Bienen oder Schmetterlinge tummeln sich dort. Und wenn die reifen Äpfel auf der Obstwiese liegen, schaut hin und wieder sogar die Nutria vorbei. Sie wurde auch schon dabei beobachtet, wie sie direkt aus der benachbarten Niers kam, um sich am Abend ihr Fallobst zu holen. Verena Bretz INFO Bauerngarten im Naturparkzentrum Wachtendonk, Haus Püllen, Feldstraße 35, 47669 Wachtendonk, Tel. 02162 81 70 94 30, Ansprechpartner: Walter Dobbek, www.npsn.de. Der Bauerngarten ist von März bis Oktober auf Anfrage geöffnet; Besucher melden sich im Foyer des Naturparkzentrums: dienstags bis freitags, 9-12 und 14-17 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen 9.30-12.30 und 13-17 Uhr. Wer an einer Führung durch den Bauerngarten teilnehmen möchte, sollte einen Termin vereinbaren. Aktionen: Die nächste Pflanzentauschbörse im Bauerngarten ist am Samstag, 14. Oktober 2017, 15-16 Uhr. Regelmäßig gibt Anita Ficht Kräuterkurse (siehe Veranstaltungskalender). Im Oktober feiert das Naturparkzentrum sein 20-jähriges Bestehen. 12 Niederrheinische Blätter — 3/2017

Liebe auf den ersten Blick in Bislich. Blütenträume im alten Pfarrgarten Als Andrea und Georg Stefanowski im Jahr 2004 das alte evangelische Pfarrhaus in Bislich erwarben, hatten sie sich gleich in den Garten verliebt. Auf 4500 Quadratmetern präsentierte sich ihnen ein „Gelände mit Struktur“, wie Andrea Stefanowski rückblickend sagt. In jahrelanger Arbeit hat das Ehepaar seinen Garten in ein Paradies verwandelt. Gerade Wege und eckige Beete Der ehemalige Pfarrgarten des evangelischen Pfarrers mit seinen geraden Wegen und rechteckigen Gartenbereichen wurde bis 1970 als solcher genutzt. Danach zog eine Familie ein, die nebenerwerblich Schafe und Ziegen züchtete. „Entsprechend war auch der Garten angelegt. Er bestand aus viel Wiese, etwas Staudenbepflanzung und vielen Obstbäumen; es gab Pflaumen, Reineclauden, Kirschen, Pfirsiche und vieles mehr“, erinnert sich Andrea Stefanowski. Ab dem Jahr 2005 gestaltete das Ehepaar Stefanowski den Garten ganz nach seinen Vorstellungen um und erlebte dabei Höhen und Tiefen. „In jedem Jahr gibt es Gartenräume, in denen wir uns besonders wohl fühlen, weil sie gelungen erscheinen, Gartenräume, die wir mit Erstaunen betrachten, weil sie sich ohne unser Zutun besonders schön und spannend entwickelt haben, und es gibt solche, um die wir gerne einen Bogen machen,“, sagt Andrea Stefanowski. Inzwischen hat der Garten die Form angenommen, mit der sich die Stefanowskis richtig wohlfühlen. Wege und Beete wechseln sich mit kleinen Rasenflächen ab. In einem kleineren Bereich stehen niedrige, alte Apfelbäume. Es gibt einen Gemüsegarten und klassische Blumenbeete, ein Rondell mit Rosen. „Mein Mann liebt Buchenbögen. Die finden sich an verschiedenen Stellen in Garten. Die älteste, über der 50 Meter langen Auffahrt, stammt aus dem Jahr 1948“, sagt Andrea Stefanowski. Ein Blickfang ist der 15 mal sechs Meter große, von Kopfweiden und einem Ufer umsäumte Teich. Nahezu täglich sind die beiden Gartenliebhaber in ihrem kleinen Reich zu finden; die Arbeit machen sie mit Freude. Die Zeit dafür haben sie inzwischen sogar mehr als früher – die vier Kinder sind aus dem Haus. Wer sich selbst ein Bild vom wunderschönen „Garten Bislich“ machen will, kann das üblicherweise alle vier Wochen tun. Dann laden die Stefanowskis alle Interessierten im Rahmen der „Offenen Gartenpforte“ ein. Der nächste Termin ist am Sonntag, 23. Juli, von 11 bis 18 Uhr, dann wieder am 17. September. „Da wir der Meinung sind, dass der Garten im Herbst einen ganz eigenen Charme hat, öffnen wir unsere Gartenpforte zusätzlich am 15. Oktober“, sagt Andrea Stefanowski. Marc Cattelaens INFO Ein besonderes Erlebnis verspricht zudem die „Vollmond-Lesung“ im Garten am 5. August zu werden. Anmeldungen hierzu unter kontakt@garten-bislich.de. 3/2017 — Niederrheinische Blätter 13

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