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Niederrheinische Blätter -ET 13.07.2017 Nord-

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Die Freunde und

Die Freunde und Förderer des Botanischen Gartens Hamborn haben einen Bauerngarten geschaffen, der Idylle pur bietet. Ilex statt Buchsbaum Angelika Hanisch, Heinz Prahl und Erica van Wesel (v.r.n.l.) gehören zu den aktiven Mitgliedern. Fotos (4): Treffer Am Staketenzaun winden sich die orangenfarbenen Blüten der Kapuzinerkresse vorwitzig durch die Freiräume der schmalen Holzlatten. An den beiden Heckenrosen, die das kleine Holztor einrahmen, brummen Hummeln. Auch in den beiden Lavendelbeeten am Eingang summt es kräftig. Wildbienen sind an den Blüten anzutreffen. Ein Taubenschwänzchen flattert vorbei, und in einem der Beete hüpft ein Rotkehlchen über die Ilexhecke. In der Mitte der Mispelbaum Auf den vier aufgestellten Bänken mit Blick auf das große Hildegard von Bingen Beet, dessen Mittelpunkt ein Mispelbaum ist, haben es sich Besucher bequem gemacht. Im Bauerngarten des Botanischen Gartens Hamborn ist Idylle pur angesagt. Dass dies so ist, verdankt die Stadt Duisburg dem Verein der Freunde und Förderer des Botanischen Gartens Hamborn, kurz F&F BGH genannt. Aus einer Bürgerinitiative für den Erhalt des Botanischen Gartens ist im Jahr 2011 der Verein geworden, und damit wurde der Grundstein für das Prachtstück von Bauerngarten gelegt. Wobei ein kleiner Maulwurf mit grüner Schürze, roter Brille sowie Spaten das Symbol des Vereins ist. Azubis und Gesellen der Wirtschaftsbetriebe Duisburg halfen mit, den nach einem Landschaftsarchitekten entworfenen Bauerngarten umzusetzen. In Sachen Bepflanzung und Pflege ist seitdem der Verein aktiv. Herausgekommen ist ein Bauerngarten, der zum Verweilen einlädt. Hinter den mit Ilex eingefassten Beeten geben sich Gemüsepflanzen, Kräuter und Blumen ein buntes Stelldichein. Im Hildegard von Bingen Beet, das mit einer Trockenmauer in Kreuzform angelegt ist, wachsen Ysop, Beinwell, Löffelkraut, Kleiner Alant, Hauswurz, Roter Menig und der Brennende Busch unter dem Mispelbaum. An den Rändern der Trockenmauer haben sich Sukkulenten breit gemacht. Ein weiterer Hingucker ist die große Kräuterspirale, ebenfalls aus Steinen gebaut. Fenchel, Salbei, Estragon, Scharfgarbe, Currykraut, Sauerampfer und Bohnenkraut stehen dicht an dicht. Und wie es sich für eine klassische Kräuterspirale gehört, befindet sich am Ende ein kleines Wasserbecken. Wasserlinsen bewegen sich an der Oberfläche, und selbst die Igeltreppe fehlt nicht, sollte ein stacheliger Geselle einmal ins Wasser fallen. Am Holzzaun leuchten die Himbeeren und in den Beeten die Erdbeeren. Kohl- und Artischockenpflanzen als auch der Mais stehen gut. „Es ist eine bunte Vielfalt, die wir hier anbauen, hegen, pflegen und auch ernten“, sagt Angelika Hanisch von den F&F BGH, die gerade die vorgezogenen Tomatenund Paprikapflanzen in den Bauerngarten hereinträgt, die noch in die einzelnen Parzellen gepflanzt werden sollen. Insgesamt sind es zwölf, mit Hecken eingefasste Beete, die die 550 Quadratmeter große Fläche ausmachen. Der blaue Rittersporn wetteifert farblich mit den gelb-weißen Blüten des Mutterkrautes, das für den Laien wie zu hoch geratene Kamille aussieht. Doch egal wohin der Blick auch fällt, jede Ecke des schönen Bauerngartens ist dank dem ehrenamtlichen Einsatz des Vereins ein Hingucker. Bianca Treffer INFO Bauerngarten im Botanischen Garten Hamborn, Hamborner Straße in Duisburg. Öffnungszeiten: Täglich ab 8 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit (spätestens 21 Uhr). Kontakt Verein Freunde und Förderer des Botanischen Gartens Hamborn: FundF.Bot.Garten.Hamborn@gmail.com. Entspannte Ruhe vor duftenden Beeten. Die Kapuzinerkresse windet sich durch den Holzzaun. Mittelpunkt ist das Hildegard von Bingen Beet. 14 Niederrheinische Blätter — 3/2017

Neue Züchtungen verlassen die Versuchslabore. Modernes Image Lavendel blüht nach dem Rückschnitt im Hochsommer ein zweites Mal. Foto: Archiv dpa Die Bauerngärten bekommen ein neues, modernes Image. Diese Beobachtung macht Peter Tiede- Arlt vom Versuchszentrum der Landwirtschaftskammer in Straelen. „Alte Gehöfte und Bauernkaten bekommen neue Bewohner, die nicht nur die Immobilie restaurieren, sondern aus den umliegenden Gärten schicke Anlagen gestalten.“ Besucher in Mustergärten über die „Offene Gartenpforte“ bekommen Ideen für zu Hause, man schaue über den Tellerrand hinaus: Wie wohnen die? Die neuen Züchtungen, denen oft eine Versuchsphase von mehreren Jahren vorausgehe, entsprechen dem Wunsch nach einem neuen Pflänzchen, obwohl manchmal der Platz nicht ausreicht. „In den letzten zehn Jahren entwickelten sich neue Sorten in kleineren Formaten, beispielsweise Rispenhortensien oder Ballhortensien, die teils maximal 50 Zentimeter Höhe erreichen. Lavendel nicht nur in den klassischen Farben, sondern auch in weiß, rosa oder in einem tiefen Violett. Ähnlich verhält es sich mit Rittersporn oder Stockrosen. Es sind Pflanzenmärkte in der Region entstanden, die wie Trödelmärkte von den Liebhabern besucht werden“, beschreibt Tiede- Arlt. Eine weitere Kultivierung von Rosen sieht der Versuchsingenieur für Zierpflanzen: „Duftrosen sind dafür bekannt, dass sie als Schnittblume nicht haltbar sind. Es gibt jetzt eine Verbesserung, dass sie auch als Schnittrose in der Vase nicht sofort die Blütenblätter verlieren.“ Pressesprecherin Sabrina Bossmann von der Landgard in Straelen-Herongen, darf zwar keine absoluten Zahlen preisgeben, gibt aber die statistische Erhebung des Vermarkters weiter: „Marktschätzungen zeigen für 2016 ein Wachstum des Staudenmarktes um rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei Gehölzen lag der Anstieg bei rund vier Prozent. In den vergangenen Jahren zeigte sich ein eher stabiler Markt für Schnittblumen, bei Topfpflanzen gab es insgesamt leichtes Wachstum.“ Monika Kriegel INFO Landgard Service GmbH, Veilingstr. A1 DE, 47638 Straelen-Herongen, Tel.: 02839 59-00. 3/2017 — Niederrheinische Blätter 15

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