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Niederrheinische Blätter -ET 13.07.2017 Nord-

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Ursula Adams liebt ihren

Ursula Adams liebt ihren 1400 Quadratmeter großen Bauerngarten in Kamp-Lintfort. Sie hegt und fotografiert ihn. Ein bisschen wild und ein bisschen unordentlich Ursula Adams in ihrem Garten. Foto: Archiv Marcus Zwei Leidenschaften treiben Ursula Adams in ihrem Gartenparadies in Saalhoff bei Kamp-Lintfort um: Die Liebe zu ihrem 1400 Quadratmeter großen Bauerngarten und die Passion, die Gartenschönheiten mit ihrem Fotoapparat zu verewigen. „Im Moment fotografiere ich Klatschmohn, der je nach Licht und Stand der Sonne in ganz verschiedenen Nuancen leuchtet“, erzählt die 61-Jährige. Für die Fotosession hat sie ihre alte Kamera hervorgekramt. Digital gemachte Aufnahmen geben nicht so brillant die Farben wieder, so ihre Erfahrung. Das Blütenmeer auf dem elterlichen Pauenhof wird im Verlauf des Sommers noch mehrfach die Farben wechseln. Wer ihren Bauerngarten betritt, kommt an den über hundert Jahre alten Magnolien nicht vorbei, die mit ihrer Der Klatschmohn erstrahlt je nach Licht in unterschiedlichen Nuancen. Foto: Archiv Busch Blüte schon zum Frühjahr begeisterten. Sie stehen im ersten Beet, im Hintergrund der elterliche Hof im Backsteinbau, erbaut 1789. Gepflanzt wurden die Exemplare aus Nordamerika bereits vom Urgroßvater Forthmann 1911 und prägen das Entree. Ihr großzügiger Garten hat sich im Laufe der Jahre zum Staudengarten entwickelt. „Früher hatten wir viel mehr Gemüse im Garten. Obst wurde eingekocht. Heute habe ich noch etwas Gemüse, wie Salat, Kohlrabi, Stangenbohnen Tomaten- und Zucchinipflanzen“, erzählt Ursula Adams mit Blick auf das kleine Tomatenhäuschen und das Topfquartier. Gartenarbeit bedeutet für sie Entspannung nach dem langen Arbeitstag, verbunden mit körperliche Betätigung. „Garten ist für mich Genuss bis spät in den Abend. Ich beobachte die Pflanzen und die Vögel. Wir haben hier regen Flugverkehr“, sagt sie. Momentan machen ihr die 200 Meter Buchsbaumeinfassung Arbeit, die so typisch für den Bauerngarten sind. Der gefürchtete Zünzler hat jetzt zugeschlagen, im Jahr davor ein Pilzbefall. Der radikale Rückschnitt war eine der Möglichkeiten. „Ich grabe jetzt den Buchbaum aus und setze kleinblättrigen Ilex, der dem Buchsblatt sehr ähnlich ist“, sagt die Gartenfreundin. Historische Rosen Historische wie moderne Rosen zeigen sich gerade in verschwenderischer Blüte. Vier große Beetbereiche hat sie nach klassischer Vorgabe gestaltet. In der Mitte befindet sich ein runder Sitzplatz, um den sich die verschieden gestalteten Beete gruppieren. Ein Farbverlauf geht von blau, weiß über rosa und ein anderer über rot, gelb, orange bis violett. Über das besondere Farbenspiel freut sie sich. Der Phlox sorgt für Farbe wie auch Astern und Iris. „Die verschiedenen Pflanzen kaufe ich oder ziehe sie selber. Manche säen sich einfach aus. Nur dann achte ich darauf, dass sie in die Farbpalette passen“, so Ursula Adams. Der dichte Pflanzenbewuchs sorgt auch dafür, dass Unkraut keine Chance hat. Dass sie ihren Garten so liebt, wie er ist, merkt der Besucher schnell. Sie zupft nicht jedes Unkraut, lässt Natur zu und spricht vom Wildcharakter. Sie schmunzelt. „Der Garten ist nicht wirklich wild. Manchem Besucher ist mein Garten mit dichtem Wuchs oft zu unordentlich. Meistens sitzt der nach 15 Minuten schon wieder im Auto“, sagt Ursula Adams, die als Beraterin für die Landwirtschaftskammer in den Kreisen Kleve und Wesel unterwegs ist. Die Landesgartenschau 2020 wirft bereits ihre Schatten voraus. „Wir überlegen in einer Arbeitsgruppe, uns mit unseren offenen Gärten zu beteiligen“, sagt sie zur derzeitigen Planung. Sabine Hannemann INFO Im Sommer lädt sie im Rahmen der „Offenen Gartenpforte“ in ihren Garten in Kamp-Lintfort/Saalhoff, Leuchtstraße 73, an folgenden Wochenenden ein: 22./23. Juli und 16./17. September, jeweils von 10 bis 18 Uhr. 20 Niederrheinische Blätter — 3/2017

Zum 100. Bestehens der Obstkelterei van Nahmen gibt es ein großes Streuobstwiesenfest am 2. September. Streuobst ist nicht Fallobst Apfelernte auf den Streuobstwiesen in Hamminkeln. Peter van Nahmen gibt Tipps für die Anlage. Foto: van Nahmen Wenn die Leute Streuobst hören, denken sie an Fallobst. Diese Erfahrung hat zumindest Peter van Nahmen gemacht. Der Geschäftsführer der gleichnamigen Obstkelterei aus Hamminkeln weiß es natürlich besser: „Streuobstwiesen sind verstreut in der Landschaft liegende Obstwiesen“, sagt van Nahmen. Ursprünglich hätten die Bauern das geerntete Obst für die Versorgung ihrer Familie verwendet, heute werde es aber auch auf Märkten verkauft oder zu Saft gepresst, erläutert der Experte. Typisch für die Obstbäume auf den Streuobstwiesen sei die Stammhöhe von 1,80 Meter. „So können noch Rinder unter den Bäumen herlaufen“, sagt van Nahmen. Der Vielfalt der Arten sei bei den Ostbäumen keine Grenzen gesetzt. „In Deutschland gibt es alleine 1500 alte Apfelsorten“, betont der promovierte Betriebswirtschaftler. Einige werden sehr früh reif, wie etwa der Klarapfel, aus dem sich prima Apfelmus machen lässt. Andere werden erst im November reif. „Diese späten Äpfel haben die Landwirte in den Keller gepackt, so hatten sie noch bis in den März hinein frisches Obst“, erläutert van Nahmen. Nicht nur Apfelbäume kommen in Streuobstwiesen vor, sondern etwa auch Kirschen, Zwetschgen, Quitten und Birnen. Wer sich näher mit dem Thema Streuobstwiesen beschäftigen oder vielleicht auch selbst eine solche anlegen möchte, für den hat van Nahmen einige Tipps parat. „Bevor man Bäume anpflanzt, sollte man gut darüber nachdenken, wie der zu erwartende Ertrag an Obst ist“, nennt er die wohl wichtigste Regel. Denn alleine ein Birnenbaum könne schon mal 300 Kilogramm Birnen liefern. „In den ersten Jahren freut man sich noch über jede Birne. Wenn der Baum später voll trägt, weiß man dann nicht, wohin mit all dem Obst.“ Er empfiehlt angehenden Hobby-Obstbauern, sich nicht nur auf eine Frucht zu beschränken, sondern auch ausreichend Apfelbäume hinzuzunehmen. „Bei uns kann man auch ein Pflanzheft anfordern, das ist sicher hilfreich“, sagt van Nahmen. Alte niederrheinische Sorte Dann sei es wichtig, Obstbäume nur von zertifizierten, seriösen Obstbaumschulen zu kaufen. „Obstbäume tragen nach acht Jahren die ersten Früchte. Es ist ärgerlich, wenn man erst dann merkt, dass man statt einer alten, niederrheinischen Apfelsorte eine Standardsorte aus dem Supermarkt hat“, betont der Experte. Der Stamm sollte möglichst gerade sein und die so genannte Veredelungsstelle etwa zehn Zentimeter über dem Boden liegen, gibt van Nahmen zwei weitere Tipps. Eingepflanzt werden sollte der Baum im Spätherbst, dann könne er im Winter die ersten Wurzeln bilden. Marc Cattelaens INFO Wer mehr über das Thema wissen möchte, kann gerne zum Streuobstwiesenfest anlässlich des 100. Bestehens der Obstkelterei van Nahmen kommen. Am 2. September gibt es an der Diersfordter Straße 27 von Hamminkeln in der Zeit von 12 bis 17 Uhr ein buntes Programm. Die Besucher können beim Saftpressen zuschauen oder sich von einem erfahrenen Obstkundler die Sorte ihrer mitgebrachten Äpfel bestimmen lassen. Es gibt eine Saftverkostung, und der neue Hofladen öffnet seine Pforten. 3/2017 — Niederrheinische Blätter 21

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