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Niederrheinische Blätter -ET 13.07.2017 Nord-

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Inge und Dieter Gores

Inge und Dieter Gores haben auf 2200 Quadratmetern in Hamminkeln eine Gartenvielfalt geschaffen. Moni und Paul wohnen neben den Eseln Tom und Floh Auf 2200 Quadratmetern hat Inge Gores mit ihrem Mann Dieter ihren Traumgarten mit gleich mehreren verschiedenen Gärten geschaffen: Küchen- und Steingarten, Nutz- und Familiengarten mit altem Baumbestand, alten Fuchsienbäumen und einer angrenzenden Wiese mit zwei Zwergeseln. Vom Kräutergarten, in dem es auch einen Feigen- und einen kleinen Pflaumenbaum gibt, gelangt man durch eine Tür in den Hof des ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebes und von dort aus zu einem Streifen, den die Hobbygärtnerin ihre „Gießkannengalerie“ nennt. Auf einer Rasenfläche hat das Ehepaar altes landwirtschaftliches Gerät ausgestellt, dazu Topfpflanzen in Gießkannen dekoriert und an die Wand gehängt. Obstbäume und ein Walnussbaum schaffen eine besondere Atmosphäre. Am Steingarten gibt es eine gemütliche Grillecke, gestaltet mit allerlei Schätzen vom Trödelmarkt. Hübsche Sitzecken und eine Hollywoodschaukel inmitten der grünen Landschaft sorgen für das passende Ambiente. „Es ist wie ein eigenes kleines Paradies“, sagt Inge Gores, die alle typischen Gartenarbeiten wie Rasenmähen, Unkraut jäten, Gießen, Pflanzen, Formschnitt, Ernten, Laub einsammeln, Hecke schneiden und anstreichen gemeinsam mit ihrem Ehemann erledigt. Hinzu kommt dann noch die „Lieblingsaufgabe“: neue Ideen umsetzen. Gerne öffnen die Gores ihren Garten auch für Besucher. „Der Austausch mit anderen Gartenfreunden ist einfach toll“, findet Inge Gores. Sie sei immer sehr gespannt darauf, wie ihre ganz persönliche Gestaltung bei anderen ankomme. Der Besucher bemerkt sofort, dass sehr viel Liebe und Leidenschaft in der Gestaltung der gesamten Anlage steckt. Kornblumen und Mohn Die 49-jährige Technische Zeichnerin hat als Kind schon ein besonderes Verhältnis zur Natur gehabt. Für ihre Oma pflückte sie Kornblumen, Mohn und Gänseblümchen, die damals noch am Wegesrand blühten. Den ersten eigenen Garten mit Rasenfläche, Blumenbeeten und einem Beet für Salat und Kräuter hatte sie mit 21 Jahren, als sie in ihre erste eigene Wohnung zog. „Als ich dann vor fünf Jahren nach Dingden zu meinen Mann zog, wünschte ich mir wieder einen eigenen Garten. Hinter dem Garten der Schwiegereltern lag eine ehemalige Schafswiese und mein Mann meinte schmunzelnd: Hier kannst du deinen Garten haben. Das ist nun unser Familiengarten geworden mit viel Platz für die Tiere. Vor zwei Jahren sind wir dann ins Hinterhaus gezogen, und hier ist unser Küchengarten mit vielen Kräutern entstanden“, erzählt Inge Gores. Letztes Jahr kam der Steingarten dazu. „Ich hatte meinen Mann zur Hochzeit eine Feuersäule geschenkt, und wir hatten keinen richtigen Platz zum Aufstellen. Sie ist nun Mittelpunkt des Steingartens.“ Auch Tiere fühlen sich auf dem wunderschönen Terrain wohl. Der Hund Max hat neben der Hundehütte einen kleinen Hundegarten bekommen. Als vor drei Jahren die Esel Tom und Floh einzogen, wurde für sie ein Teil im hinteren Garten eingezäunt. Und im Sommer kamen die Laufenten Moni und Paul dazu, sie wohnen neben den Eseln. „Ein Tag im Garten ist wie ein kleiner Urlaub, bedeutet Entspannung und Erdung“, sagt Inge Gores, die neben der Gartenarbeit noch weitere Hobbys hat. Sie treibt Sport, kocht gerne, gehört dem Club „Eselfreunde Niederrhein“ an, mag das Werkeln in der Werkstatt mit Holz und Metall und ist gerne mit ihrem Mann auf dem Motorrad unterwegs. Zur Entspannung nach der Arbeit genießt sie natürlich die Ruhe im eigenen Garten. „Im Garten vergessen wir die Zeit. Manchmal sitzen mein Mann, unser Hund Max und ich abends im Strandkorb und schauen den Eseln beim Heu fressen und den Enten beim Baden im Teich zu.“ Monika Hartjes INFO Inge Gores, Weller Berg 3a, 46499 Hamminkeln, Ortsteil Dingden. Offenen Gartenpforte: Samstag, 16.9.2017, 11 bis 18 Uhr, Sonntag, 17.9.2017, 11 bis 18 Uhr. Für die Gummistiefel gibt es ein zweites Leben. Ruhepause für Dieter und Inge Gores. Farbenpracht. Fotos (4): Markus van Offern Tom und Floh sind sehr neugierig hinter dem Zaun. 22 Niederrheinische Blätter — 3/2017

Antje van Dyck vom Gartencenter Schlößer in Moers ist Expertin für Stauden und Bauerngärten. Sie gibt Tipps: Ein zweites Wohnzimmer In ein Meer von blühenden Stauden taucht Antje van Dyck an ihrem Arbeitsplatz immer wieder ein. Sie ist Expertin im Moerser Gartencenter Schlößer und Ansprechpartnerin für Kunden, wenn es um die Anlage von Bauerngärten geht. „Wir erleben gerade einen Trend, der in einem Bauerngarten ein bisschen wild und strubbelig sein darf. Die Strenge der Beete wird eher vernachlässigt. Kunden fragen oft nach, wie sie ihren Garten naturnah gestalten können. Ich spüre einfach, die Lust auf Garten als zweites Wohnzimmer ist da. Garten gilt als Wohlfühlort“, so Antje van Dyck. Die Größe spielt dabei nicht so eine entscheidende Rolle, denn selbst auf einer kleinen Gartenfläche ist die Kombination von Nutz- und Ziergarten für ihren Besitzer eine tolle Bereicherung. Nach wie vor darf der Bauerngarten bunt sein, „weil ein Garten immer vom eigenen Geschmack bestimmt wird“, sagt die 41-Jährige. Sie kombiniert verschiedene traditionelle Stauden wie Frauenmantel und Katzenminze. „Heutige Beeteinfassungen liefern Polsterstauden. Man kann Schnittlauch mit pflanzen oder im Bauerngarten Lavendel mit Kräutern wie Bohnenkraut, Majoran und Thymian kombinieren. Hingucker sind beispielsweise Bronze-Fenchel wie auch Rosen“, weiß die Gartenexpertin. Wichtig bleibt einfach die Kombination von Nutzund Ziergarten, der an freien Beetstellen sogar eine Reihe von Pflücksalaten erlaubt. Auch Sämereien aus der Tüte mit einoder zweijährigen Sommerblumen gehören ins Rasend schnell zum grünen Garten: Der Frauenmantel sieht gut aus und breitet sich rasch aus. Foto: Archiv dpa Bunte Sommerblumen dürfen in keinem Bauerngarten fehlen. Foto: Archiv Raupold Beet. Optimaler Zeitpunkt für eine Gartenneugestaltung bleibt das Frühjahr. „Meist machen sich unsere Kunden in den Wintermonaten Gedanken dazu und kommen mit ersten Überlegungen zu uns. Mit dem Frühjahr beginnt die Vegetationszeit, und wir haben die meiste Auswahl an Pflanzen. Aber auch der Herbst eignet sich gut“, so Antje van Dyck. Sie rät, den Boden zunächst vorzubereiten. Sie empfiehlt für die Bodendurchlässigkeit torffreie Gartenerde mit Sand und Naturdünger zu mischen. „Wir haben oft schweren Boden. Da haben es die Stauden anfangs bei der Verwurzelung schwerer“, so van Dyck. „Aber schon im zweiten Jahr sind die Pflanzen meist eingewurzelt.“ Ein Pflanzplan ist empfehlenswert, damit Farbe, Höhe und Blühzeiträume nach Jahreszeit verteilt bis in den Herbst passen. „Wichtig ist, auf den Abstand zu üppig wachsenden Stauden zu achten, wie beispielsweise bei Sorten vom Storchenschnabel. Oftmals reicht eine Pflanze schon aus. Wächst eine Staude zu dicht, lässt sie sich gut mit dem Spaten teilen“, so ihr Rat. Im Herbst schneidet sie frostsichere Stauden zurück, manches Ziergras oder andere verblühte Blühstände bleiben stehen und sorgen im Winter bei Frost für bizarre Formen. Sollte sich Schädlingsbefall einstellen, rät sie, aufgrund der Beerenfrüchte, Salate und Kräuter kein giftiges Pflanzenschutzmittel zu verwenden. „Je nach Befall einfach die Pflanze rausschmeißen“, sagt Antje van Dyck. Bei der Neuanlage eines Bauerngartens kann auch der Gartenneuling wenig verkehrt machen. Hat sich der mal gewählte Standort als ungünstig erwiesen, versetzt man die Staude kurzerhand. Muss jeder Bauerngarten eine Abgrenzung wie den angesagten Staketenzaun haben? „Auch das ist reine Geschmackssache“, so Antje an Dyck. Sabine Hannemann INFO Gartencenter Schlößer, Moers-Schwafheim, Römerstraße 19, Öffnungszeiten: 9 bis 19 Uhr, Tel.: 02841 93230. 3/2017 — Niederrheinische Blätter 23

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