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Niederrheinische Blätter -ET 13.07.2017 Süd-

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In dem 5200 Quadratmeter

In dem 5200 Quadratmeter großen Garten in Grefrath/Oedt fühlen sich Menschen und ganz viele Tiere wohl. Themen-Inseln stehen im Einklang mit der Natur Friedlich und entspannend – das fällt dem Besucher in diesem Garten in Grefrath/Oedt ein: Jan und Claudia Marek haben sich hier im Laufe der Jahre ein kleines Paradies geschaffen. Der insgesamt 5200 Quadratmeter große Garten ist derzeit in zwei Abschnitte geteilt. Der hintere Bereich, der bis an die Fahrradstrecke entlang der Kleinbahn mit ihrem mächtigen Bäumen reicht, ist noch offene Wiese, die bis vor kurzem ein Bekannter als Schafweide genutzt hat. Hier steht einzig ein großer Nussbaum. Die Fläche soll in den nächsten Jahren noch gestaltet werden, aber in Ruhe, meint das Ehepaar: „Das muss sich entwickeln“. Im vorderen Bereich haben die Mareks „Themen- Inseln“, umgeben von Rasenflächen, geschaffen. Bei allen Anpflanzungen haben sie sich an der Idee orientiert, einen „naturnahen Garten mit Niederrhein-Flair“ zu schaffen, „hier wächst nichts, was hier nicht hingehört“, erklärt Claudia Marek. „Wir sind vor 38 Jahren hierher gezogen – da war das alles nur eine Wiese“, erinnert sich Jan Marek. Lediglich der Teich war bereits vorhanden. Am Ufer stehen heute eindrucksvolle Kopfweiden, „ich wollte immer Kopfweiden haben und habe mir damals Routen geschnitten. Die habe ich an den Teichrand gesetzt und sie sind gewachsen“, beschreibt Claudia Marek. Der zweite Grundsatz: Im Jahresverlauf soll immer etwas Blühendes im Garten sein – wobei sie ruhige Von ihrer lauschigen Sitzbank aus hat Claudia Marek einen herrlichen Blick in ihren Garten mit den zahlreichen Themeninseln. Foto: Nadia Joppen Farbtöne bevorzugt. Die Terrasse ist eingefasst von einem großen Staudenbereich mit rosa Mohn, weißen und blauen Glockenblumen, rosa Malven, Allium (Zierlauch) oder blauer und weißer Agapanthus (Schmucklilien), Stockrosen, Lavendel und Rosenstücken in apricot, rosa und pink. Gelb gibt es in diesem Garten nur im Frühjahr – und nur an einer Stelle: Rund um den Teich ist Narzissen-Grün zu sehen: „Ich habe im Frühjahr 3000 Zwiebeln gesät. Im Frühjahr gelb finde ich in Ordnung, aber im Sommer ist das die Sonnenfarbe. Mein Farbkonzept soll harmonisch wirken“, so Claudia Marek. Fingerhut an der Kirsche Eine Insel besteht schlicht aus einem großen Birnenbaum, in den eine Rambler-Rose bis auf etwa sechs Meter Höhe gewachsen ist, die jetzt ebenfalls in dezenten Farben blüht. In einem anderen Bereich beschattet eine Kirsche eine Sitzbank, rechts und links davon wächst Fingerhut. Wer Sonne bevorzugt, findet in einem anderen Bereich des Gartens Stühle und einen Tisch auf einer offenen, gepflasterten Fläche. Auch Kunstobjekte finden sich – zwei Metall-Objekte in Fisch- oder Stuhlform haben die Mareks von Siggi Dämkes aus St. Peter bei Kempen gekauft. Dazu fallen Farbtupfer auf – Claudia Marek ist Lehrerin für Kunst und Englisch und stellt Mosaike verschiedenster Art und aus verschiedensten Materialien wie Holz, Stein oder auch auf Blumentöpfen her. Ein von Holz eingefasstes Hochbeet liefert Gemüse, an einer anderen Stelle hat Jan Marek mit einem einfachen Trick ebenfalls einen Mini- Nutzgarten angelegt: Er hat Strohballen mit etwa 15 cm Mutterboden bedeckt, hier entwickeln sich Brokkoli, Zuckererbsen und Gurken gerade prächtig, der Brokkoli ist fast erntereif. Der Niederrhein-Garten ist ein Paradies für Vögel, Insekten und Kleintiere, „die Vögel melden sich schon ab vier Uhr, der Kuckuck noch früher“, lächelt Jan Marek. Die Gartenarbeit ist für das Ehepaar entspannend, meint Claudia Marek, die an einer Schule unterrichtet – aber „wir lassen den Garten auch mal einige Wochen laufen“, sagt sie. „Wir leben in Einklang damit und stressen uns nicht.“ Nadia Joppen INFO Einmal im Jahr öffnen die Mareks ihren Garten für Besucher im Rahmen der „Offenen Gartenpforte“. 10 Niederrheinische Blätter — 3/2017

„Kleine Farm“ in Wegberg-Rickelrath von Martin und Christiane Schreder mit Obst und Gemüse von ganz alten Sorten. Selbstversorgung ist das Credo „Melrose“-Äpfel für den Saft Mmh, lecker: Muurejubbel – untereinander Möhren, Kartoffeln, Zwiebel. Alles aus dem eigenen Garten. Dazu zwei Spiegeleier – natürlich aus dem eigenen Hühnernest: Selbstversorgung, wie sie die „Kleine Farm“ in Wegberg-Rickelrath erzeugt. Übrigens dominieren in dem ungewöhnlichen Garten alte Sorten, die auf der Roten Liste stehen. Diese Selbstversorger- Erzeugnisse liebt Martin Schreder (52), der in Straelen seinen Gärtnermeister gemacht hat, besonders und freut sich, wenn „Rheinlands Ruhm“ eine ganz alte Tomatensorte, die er selbst zieht, gedeiht oder wenn er mit seiner Frau Christiane die „Melrose“-Äpfel erntet, um daraus Saft zu pressen. Das sind nur zwei Beispiele aus der Vielfalt an Erzeugnissen in der „Kleinen Farm“. Mit Begeisterung erzählt der Gärtnermeister, der trotz seiner Erblindung seit 2003 jede Ecke des 1400 Quadratmeter großen Grundstücks kennt, dass hier 250 verschiedene Pflanzen wachsen, dass die Hühner jährlich bis zu 200 Eier legen und dass auf 400 Quadratmeter des Gartens Nutzpflanzen stehen – eben zur Selbstversorgung. Das war auch der Grund, weshalb Christiane und Martin Schreder vor zehn Jahren das kleine Haus mit großem Grundstück in Rickelrath kauften und nach und nach zu einem Mini-Bauernhof entwickelten. Hier verarbeiten sie ihr eigenes Obst und Gemüse und stellen Brot (im kleinen Backhaus) und Milchprodukte selbst her. Wie es sich für eine „Kleine Farm“ gehört, gibt es nicht nur Pflanzen – auch Kaninchen, Ziegen, Enten und Hühner leben hier. Während Martin Schreder sich über Tag um Hege und Pflege der „Kleinen Farm“ kümmert, ergänzt ihn seine Frau Christiane nach Feierabend als Geschäftsleitungsassistentin in einem Metallverarbeitungsbetrieb. Doch mehr: Als Dipl.-Kräuterfachfrau zaubert sie in ihrem „Hexenhäuschen“ Salben, Tinkturen und was sonst noch der Gesundheit und Pflege gut tut. Sie bietet auch unterschiedlichste Seminare an, beispielsweise nach Hildegard von Bingen. „Wir wollen unsere Erfahrung in der Selbstversorgung und unser Wissen aus der Kräuterkunde weitergeben“, sagen Martin und Christiane Schreder übereinstimmend. Und dafür ist die „Kleine Farm“ in Rickelrath der passende Ort. Folkmar Pietsch Christiane und Martin Schreder. Foto: Jürgen Laaser INFO „Kleine Farm“ in Wegberg-Rickelrath, Am Telt 6, Tel. 02434-9269939, Mail: info@kleine-farm-rickelrath.de, Internet: www.kleine-farm-rickelrath.de . Offene Gartenpforte: Samstag, 22. Juli, 11-16 Uhr, Sonntag, 23. Juli, 10-16 Uhr. 3/2017 — Niederrheinische Blätter 11

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