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Niederrheinische Blätter

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Kaufläden Kunst der

Kaufläden Kunst der Bildhauer „Made in Erkelenz: Holz, Stein, Metall – Von Heinrich Jansen bis Ursula Klügel“ lautet der Titel einer Ausstellung, die der Heimatverein der Erkelenzer Lande zusammen mit der Kultur-GmbH der Stadt Erkelenz vom 17. März bis 9. April im Haus Spiess organisiert. Im Mittelpunkt stehen Bildhauer, die im 19. und 20. Jahrhundert in Erkelenz gewirkt haben. Es ist dem Verein ein Anliegen, Menschen, die für Erkelenz eine Bedeutung hatten, vor dem Vergessen zu bewahren. ie Kaufläden. Da denken wir gleich an den Spielzeug-Klassiker. Dessen Regale voller wunderbarer Überraschungen steckten. Der uns einst die Gesetze von Warentausch und Handel lehrte. Und uns doch stets König sein ließ. Zum Wiederentdecken alter Kaufläden fahren wir heute ins Museum. Aber es gibt immer noch echte Kaufläden – am „Die Zeit war reif für mich und für Kempen“, erinnert sich Claudia Pinkle (51) an die Eröffnung ihres Ladens „Schuhkolade“ vor zehn Jahren. Sie startete mit einem geschmackvollen Schuhund Modemix. Kundinnen von 15 bis 80 finden Mehr als nur ein Dorfladen Klein, aber fein präsentiert sich seit letztem Sommer das Griether Hanselädchen. „Wir stellen die Nahversorgung sicher“, sagt Christian Reintjes, der zusammen mit Birgit Mosler zum Vorstand des Griether Hanselädchens gehört. Niederrhein. Meinen wir jedenfalls, und stellen Ihnen hier Beispiele vor. Es sind Läden mit Produkten, die man gar nicht braucht im Alltag, die ihn aber schöner machen. Kaufläden, für die sich eine längere Anfahrt lohnt. Weil sie alte Erinnerungen wecken – und das Kaufen wieder zum Spiel werden lassen . . . Echt süß: „Schuhkolade“ in dem Lädchen schicke Taschen und neue Modetrends angesagter Marken. Die gelernte Betriebswirtin hat ein gutes Gespür dafür, was die modebewussten Kunden wünschten. Auch wer nur ein hübsches Accessoire, ein Tuch oder einen Gürtel sucht, wird bei Claudia Pinkle fündig. Denn sie und ihre Mitarbeiterinnen beraten kompetent und freundlich. Und dass hübsche Schuhe oft süßer sind als die feinste Schokolade, weiß eigentlich jede Frau. Deshalb passt der Name der Boutique „Schuhkolade“ perfekt in die Kempener Innenstadt. Text: Margit Leuchtenberg/Foto: Lothar Strücken INFO Claudia Pinkle, Schuhkolade, Petersstraße 29, Kempen, 02152 8080041, Mo - Fr 9.30 Uhr - 18.30 Uhr, Samstag 10 - 16 Uhr. Rund 1000 Artikel des täglichen Lebens wie Brot, Milchprodukte, aber auch weitere regionale Produkte an Obst, Gemüse, Fleisch und Wurst gehören ins Sortiment. Hinzu kommt eine DHL-Poststation. Bemerkenswert ist die genossenschaftliche Organisationsform, die die Akteure wählten. Neben der Einkaufsmöglichkeit lädt das Griether Hanselädchen zu hausgemachtem Kuchen, Kaffeespezialitäten mit Rheinblick oder zum Frühstück ins Hansecafé ein. Das Griether Hanselädchen ist auch ein idealer Zwischenstopp für Touristen. Text: Sabine Hannemann/Foto: Archiv Mosler INFO Griether Hanselädchen, Kalkar- Grieth, Griether Markt 28. Tel.: 02824 9399866. Dienstag ist Ruhetag, weitere Infos unter www.griether-hanselädchen.de. 10 Niederrheinische Blätter —1/2017

Buchtipp Markus Bullik aus Wegberg hat die illustre Gemeinschaft von Borussia Mönchengladbach porträtiert – im „Heimspiel“. Vom Flaschensammler bis zur Ministerpräsidentin Kraft Menschen und ihre Rituale faszinieren ihn. Ihr soziales Umfeld. Ihr Brauchtum. Ihre Hobbys. Ihre Heimat. Und dabei nähert er sich ihnen am liebsten mit der Kamera und porträtiert sie: Markus Bullik aus Wegberg-Moorshoven ist den Menschen auf diese Weise nicht nur in Indien, Bayern und der Eifel sehr nahe gekommen, sondern aktuell auch in einer ganz speziellen temporären Gemeinschaft – den Menschen im Nordpark-Stadion von Borussia Mönchengladbach. Mit Unterstützung von Werbefachmann Edgar Janzen ist so ein beeindruckendes Fotoprojekt entstanden, das nun als Buch erschienen ist: „Heimspiel – Menschen bei Borussia“. Der heute 53-Jährige hat schon früh die „Faszination Mensch“ entdeckt. Mit 21 Jahren machte er sich auf den Weg nach Indien und Nepal und hat dort in Ausstellungsprojekten für das Goethe-Institut Menschen in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt. Nachdem er Ethnologie und später Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie studiert hatte, begab sich Markus Bullik auf ein ungewöhnliches Forschungsfeld. Sechs Jahre lang recherchierte er für seine Dokumentation über in Vergessenheit geratenes Brauchtum in Deutschland. Eine viel beachtete Ausstellung entstand, die die Besucher staunen ließ. In Folge widmete das renommierte Geo-Magazin der Fotodokumentation eine 15-seitige Reportage. Dem Borussia-Fan – „wenn ich zu Hause in Moorshoven ganz hoch springe, sehe ich das Flutlicht vom Nordpark-Stadion“ – kam vor Jahren die Idee, diese Fußball-Gemeinschaft zu dokumentieren. Zwei Jahre lang besuchte er die Heimspiele in Mönchengladbach. „Dabei wurde mir bewusst, wie sehr mich das Ohhhh und das Ahhhh, das Seufzen und Jubeln beeindruckte und zu dieser Arbeit inspiriert hat“, sagt der Diplom-Fotograf, und dabei leuchten seine Augen. 1000 Menschen hat er in intensiven, respektvollen SW-Porträts fotografiert. Eine Auswahl von 124 Fotografien haben Eingang in das bemerkenswerte Buch gefunden: Eine illustre Gemeinschaft, die auch irgendwie ein Gefühl von Heimat verkörpert – vom berittenen Polizisten, dem Flaschensammler, Balljungen und Wurstverkäufer über den Unternehmensberater in der mit bunten Stickern überfrachteten Fan-Kutte, den durchgefrorenen Ordner, den VIP und Ex-Profi bis hin zur Klofrau, den Getränkekisten-Schlepper, die strahlende Fußballbraut und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Wie sie so sind alle porträtierten Menschen mit Namen und Funktion genannt. Und ergänzt werden die Fotos um Autoren-Texte zu verschiedenen Heimspiel-Situationen. Folkmar Pietsch INFO Markus Bullik „Heimspiel, Menschen bei Borussia“, 168 Seiten, Verlag Kettler, ISBN:978-3-86206-568-4, Preis 19,90 Euro; erhältlich im Buchhandel sowie unter rp-online im Shop. www.heimspiel-das-buch.de 1/2017 — Niederrheinische Blätter 11

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