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Niederrheinische Blätter

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Tierärztin Dr.

Tierärztin Dr. Katharina Kalla wurde aus Leidenschaft Kinderdorfmutter im Kinderdorf Bethanien in Schwalmtal-Waldniel. Fünf Kinder im Lindenhaus Die blonde Frau im „Lindenhaus“ in Schwalmtal, die bald Mutter von fünf Kindern sein wird, ist eigentlich von Beruf Tierärztin, hat in der Forschung gearbeitet und entschloss sich dann, ihr Leben völlig zu ändern. Sie musste dafür eine erneute Ausbildung völlig anderer Art machen. Heute ist sie eine engagierte Kinderdorfmutter, die alles dafür tut, Kindern aus sozial schwierigen Verhältnissen eine heimelige familienähnliche Situation zu schaffen: Dr. Katharina Kalla heißt diese bemerkenswerte Frau, die im Moment im schon etwas in die Jahre gekommenen Haus des Kinderdorfs Bethanien zwei Kinder betreut: Nelson und Juan heißen die Zwillinge. Bis zu fünf Kinder können in dem Haus aufgenommen werden. Das wird schon bald der Fall sein. Für sie ist dann Katharina Kalla die Mutter. Kleintiere und kleine Kinder Ihr Lebensweg ist bemerkenswert: Die in Bonn geborene und in Kaarst aufgewachsene Kinderdorfmutter studierte an der Tierärztlichen Hochschule von Hannover, machte Staatsexamen und arbeitete danach in der Pharmaindustrie der Stadt an der Leine. Sie schrieb ihre Doktorarbeit und machte anderthalb Jahre lang ihre praktischen Erfahrungen in einer Kleintierklinik in Regensburg. Danach ging sie zurück nach Hannover und arbeitete zwei Jahre in der Humanmedizin im Bereich der Orthopädie. Als der befristete Arbeitsvertrag auslief, siedelte Katharina Kinderdorfmutter Katharina Kalla mit ihren Zwillingen Juan und Nelson im „Lindenhaus“. Foto: Jürgen Karsten Kalla nach Willich um. Ein völliger Neustart schien nötig. Bereits während ihres Studiums reifte in den Jahren 2004/5 der Gedanke, eventuell eines Tages Kinderdorfmutter zu werden. Auf vielen Reisen durch afrikanische Länder machte sie zudem Erfahrungen, die die Gedanken an eine persönliche Karriere entscheidend veränderten. Plötzlich wurden ihr ganz andere Dinge viel wichtiger: die Arbeit an und mit Menschen in erster Linie. Sie hörte sich bei den deutschlandweit zweitgrößten Kinderdörfern Bethanien um. Ein Gespräch mit dem Leiter des Kinderdorfs in Schwalmtal-Waldniel, Dr. Klaus Esser, brachte dann die Entscheidung. Kalla bewarb sich um eine Stelle als Kinderdorfmutter. Um dies aber werden zu können, war vorab eine Ausbildung als Staatlich Anerkannte Erzieherin nötig. Drei Jahre machte sie diese Ausbildung. In Mönchengladbach lief im Berufskolleg Hephata eine berufsbegleitende Maßnahme, die sie dafür nutzen konnte. Im Jahre 2013 begann ihre Ausbildung, seit November 2016 ist sie Kinderdorfmutter. Die Dominikanerinnen von Bethanien entwickelten das Modell der Kinderdorffamilien, das zum Beispiel besonders sinnvoll ist, damit nicht Geschwister getrennt werden müssen. Hier wird den Kindern mit ebenso viel Herzenswärme wie mit hoher pädagogischer Kompetenz begegnet. Einfach ist die Aufgabe der Kinderdorfmütter nicht, denn auch Kinder mit körperlichen oder Lernbehinderungen, mit emotionalen und psychischen Störungen sowie Entwicklungsverzögerungen werden hier betreut. Allen Kinderdorfmüttern ist eines gemeinsam: Sie haben sich nach einer Zeit der Hospitanz im Kinderdorf dafür entschieden, mit den ihnen anvertrauten Kindern ihr Leben gemeinsam zu gestalten. So wird ein völlig normaler Familienalltag gelebt, wobei selbstverständlich auch alle gesetzlichen Anforderungen und Auflagen beachtet werden müssen. Die Arbeit läuft in Abstimmung mit dem Jugendamt. Kontakte zu den leiblichen Eltern werden gepflegt. Dr. Katharina Kalla, die ledig ist und keine eigenen Kinder hat, hat es keine Sekunde bereut, einen völlig neuen Berufsweg eingeschlagen zu haben. Auch mit 31 Jahren Kinderdorfmutter zu werden, hält sie für genau richtig. „Zu jung sein sollte man nicht“, sagt sie. Und Ann- Katrin Roscheck, im Kinderdorf für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, ergänzt: „Zwischen 30 und 40 Jahren sollten die Kinderdorfmütter schon sein, das ist ideal“. Im Übrigen würden Kinderdorfmütter dringend gesucht, betont sie. Jürgen Karsten INFO Wer sich bewerben möchte, kann dies unter www.bethanien-kinderdoerfer.de tun. 14 Niederrheinische Blätter — 1/2017

Katrin Daamen ist rheinisch-westfälische Brotkönigin. Eine Majestät ohne große Krone Bescheiden wirkt sie, die amtierende Brotkönigin Katrin Daamen aus Krefeld. Ein rauschendes Ballkleid trägt die 24-Jährige nicht und auch keine große Krone. Aber in dem dunkelgrünen, schlichten Kleid mit der weißen Schärpe wirkt sie dennoch königlich. Seit ein paar Monaten ist die Studentin, deren Eltern einen Bäckereibetrieb mit sechs Filialen führen, im Amt. Management und Marketing hat sie studiert, mit dem Bachelor ist sie fertig, nun will sie noch einen Masterabschluss machen. Auf die königliche Stellenausschreibung des Verbandes hat sie sich beworben, weil sie sich dem Bäckerhandwerk verbunden fühlt. Gute Aufstiegschancen Katrin Daamen isst sehr gerne Brot. Foto: Wickerath „Ich habe immer in der Bäckerei meiner Eltern mitgearbeitet und finde es wichtig, Werbung für das Handwerk zu machen“, sagt die Krefelderin. Seit Jahren blieben viele Ausbildungsstellen in der Branche unbesetzt, weil den Jugendlichen nicht bewusst sei, dass eine Ausbildung zum Bäcker einige Aufstiegschancen biete. „Vom Filialleiter über den Außendienstvertreter, hin zum Mitarbeiter des Gesundheitsamts bis zum Brot-Sommelier reichen die Möglichkeiten“, zählt Katrin Daamen auf. Und noch einen anderen Schwerpunkt setzt die Brotkönigin bei ihrer Werbung für das Bäckerhandwerk. „Es gibt große Unterschiede zwischen dem traditionellen Handwerk und der industriellen Herstellung von Brot und Teigwaren“, sagt die 24- Jährige. So komme die traditionelle Brotherstellung ohne Treibmittel und Konservierungsstoffe aus, was nicht nur gesünder sei, sondern auch besser schmecke, findet die Krefelderin. Außerdem könne ein Bäckermeister ganz anders auf Kundenwünsche eingehen. „Für eine Kommilitonin aus Norwegen haben wir kürzlich einen süßen Stollen mit Ahornsirup gebacken, der sie an Zuhause erinnerte“, nennt Katrin Daamen eine ausgefallene Kreation. Drei Jahre lang hat Katrin Daamen nun die Möglichkeit, für das Bäckerhandwerk zu werben. Solange hat sie das Amt der Brotkönigin inne. In dieser Zeit möchte die junge Frau möglichst viele Menschen für das traditionelle Bäckerhandwerk und seine Produkte begeistern. Stephanie Wickerath INFO In Deutschland gibt es rund 300 Brotsorten und 1200 verschiedene Kleingebäcke. Das Bäckerhandwerk will gemeinsam mit der UNESCO eine Dokumentation erstellen. Das langfristige Ziel ist der Schutz der weltweit einmaligen Brotvielfalt als immaterielles Kulturerbe. 1/2017 — Niederrheinische Blätter 15

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