Aufrufe
vor 10 Monaten

Niederrheinische Blätter

  • Text
  • Niederrheinische
  • Menschen
  • Zeit
  • Kinder
  • Kreis
  • Viersen
  • Stullen
  • Michaela
  • Kalla
  • Katrin

Michaela

Michaela Schneider-Mestroms Kochbuch. Lieblingsessen Michaela Schneider-Mestrom in der Außenküche während des Symposiums. Fotos (2): Schneider-Mestrom Sie ist wieder zurück. Nach 30 Jahren in München, Hamburg und Düsseldorf ist Michaela Schneider- Mestrom wieder in ihr alte Heimat Nettetal zurückgekehrt. Dorthin, wo die 49 Jahre alte Marketingleiterin zwischen dem Feinkostladen der Oma und dem Gemüsegroßhandel der Eltern groß geworden ist, dorthin, wo sie erste kulinarische Erfahrungen machte und die niederrheinische Küche kennenlernte. In ihrer Zeit in den Großstädten der Republik war sie unter anderen für die Zeitschriften „Living at home“ und „Essen & Trinken“ in der Marketingabteilung tätig und hatte die Gelegenheit, Köchen wie Tim Mälzer und Sarah Wiener über die Schulter geschaut. Die Liebe zu gutem Essen wuchs und Michaela entwickelte sich zu einer hervorragenden Köchin. Das bescheinigt ihr sogar Katja Burkhardt, vormals Chefredakteurin der Zeitschrift „Essen & Trinken“ im Vorwort ihres hübschen Kochbüchleins „Lieblingsessen“, das Michaele Schneider-Mestrom nun auf den Markt gebracht hat. Nach ihrer Rückkehr an den Niederrhein erfuhr die Autorin vom alle zwei Jahre stattfindenden Künstlersymposium von Barbara und Klaus Schmitz-Becker in Nettetal, Atelier Busch 8. „Schade, dass ich keine Künstlerin bin“, dachte Michaela Schneider-Mestrom beim Blick auf das künstlerische Konzept. Doch ist sie nicht Werberin und Marketingfrau genug, sich ein Konzept zu erarbeiten und es den Organisatoren vorzustellen: In den zehn Tagen des Symposiums, in denen die Künstler miteinander leben und arbeiten, soll von ihrer Seite ein Kochbuch mit eigenen Fotos und Lieblingsrezepten entstehen. Dabei sollen die frischen Sommer-Produkte der Felder und Gärten der Umgebung zum Einsatz kommen. Aus dieser Idee wurde Wirklichkeit. Michaela Schneider- Mestrom wurde Mitglied der Künstlergruppe und platzierte sich an zwei Herdplatten in einer Außenküche. Dort schnippelte und kochte sie, dort entstanden Fotos und Texte, und dort probierten die anderen Künstler die Ergebnisse. Nach dem Abschluss des Symposiums stand das Grundgerüst für das kleine Kochbüchlein mit gegrillten Brüggener Burgforellen, saftigem Schwarz-Körner-Brot und Kartoffelsalat. Nun liegen 68 köstlich bunte Seiten vor, gefüllt mit guten Zutaten, natürlichem Geschmack, lustigen Geschichten und herrlichen Fotos.“ Die Zeitlimitierung von zehn Tagen hat mir geholfen, das Projekt auf die Beine zu stellen“, sagt die Kochbuchautorin. Auch die vier Monate bis das Buch tatsächlich dann im Nettetaler Buchhandel auslag, waren ein enges Zeitfenster. Und nun sind fast alle Bücher vergriffen. „Ich habe aber bei der Nettetaler Druckerei für Nachschub gesorgt“, versichert Michaela Schneider-Mestrom. So ist sichergestellt, dass alle interessierten Leser der Niederrheinischen Blätter das „Lieblingsessen“ der Heimkehrerin erwerben können. INFO Margit Leuchtenberg „Lieblingsessen“, Michaele Schneider- Mestrom , 15 Euro im Nettetaler Buchhandel oder direkt bei msm@scheniders-werbeagentur.de. Kartoffelsalat mit selbst gemachter Mayonnaise Zutaten Kartoffelsalat: 500 g Pellkartoffeln (vom Vortag sind die besten, na klar), 1 EL Kapern, 4 bis 8 Sardellen (je nach Geschmack), 2-3 hartgekochte Eier, 1 große Zwiebel, 3 EL klein geraspelte Zucchini, evtl. glatte Petersilie. Kartoffeln pellen und in dünne Scheiben schneiden. Zwiebel in kleine Würfel zerteilen, Zucchini raspeln, Kapern, Eier und Sardellen sehr klein schneiden. Alles miteinander vermischen und in eine ausreichend große Schüssel geben. Anschließend mit der selbst gemachten Mayonnaise vermischen und evtl. mit klein geschnittener Petersilie garnieren. Zutaten Mayonnaise: 125 ml Sonnenblumenoder Rapsöl, 1-2 TL groben oder feinen Senf, 2 TL Salz, 2 Eigelb, 1 TL Zucker, 1 EL Weißweinessig oder Zitronensaft, evtl. etwas Pfeffer, evtl. etwas weißen Joghurt. Eigelbe, Senf, Salz, Säure und Pfeffer mit dem Mixer verrühren und langsam das Öl in Schüben dazu gießen, bis die Mayonnaise eine gute Konsistenz bekommt. Falls sie zu fest werden sollte und Sie noch etwas weißen Joghurt im Kühlschrank haben, einfach unterrühren. 20 Niederrheinische Blätter — 1/2017

Muzen und Muzenmandeln gehören zum rheinischen Karneval - Bäckermeister Klaus Hoffmann bestäubt sie mit Zimtzucker. Eine leckere Knabberei für die närrische Damenwelt Dass bei Karnevalssitzungen, besonders an den Tischen, an denen die närrische Damenwelt sitzt, zum Wein, Sekt oder Bier gerne geknabbert wird, ist stets zu beobachten. Aber: nicht etwa Salzstangen oder Erdnüsse – nein, es sind Muzenmandeln, die da aus Tüten gefischt werden. Sie gehören zum rheinischen Frohsinn, wie die Pappnase und das bunte Hütchen. „Bad“ im heißen Öl Dieses kleine Mürbeteig-Gebäck in Form einer Mandel ist bei Leckermäulchen zu Silvester, aber besonders zur Karnevalszeit beliebt. Es hat im Rheinischen auch eine Einen Tag ruhen Für den Muzen-Mürbeteig verrührt man 250 g Mehl, 2 Eier, Backfett, eine Prise Salz sowie Hirschhornsalz („anstatt Backpulver, dadurch wird der Teig lockerer“, so Klaus Hoffmann); dazu etwas gehackte Mandeln „und keinen Zucker“. Nachdem der Teig einen Tag lang kühl geruht hat, wird er ausgewalzt, und mit einer speziellen Form oder einem Löffel werden mandelförmige Stückchen ausgestochen. Diese werden acht Minuten lang im Fett schwimmend ausgebacken. Hoffmann: „Wichtig ist, dass sie dabei ständig in Bewegung gehalten werden.“ Petra und Klaus Hoffmann präsentieren ihre frischen Muzenmandeln. Foto (2): Jürgen Laaser größere Schwester, die einfach nur Muze (auch Mutze) genannt wird, mal aus Hefeteig, mal aus Mürbeteig besteht, und die Form einer Raute hat. Etwas haben beide Sorten jedoch gemeinsam: die Vorbereitung und das „Bad“ im heißen Öl. Bleiben wir bei den Muzenmandeln. Sie haben eine lange Tradition, wie Klaus Hoffmann (52), in dritter Generation Bäckermeister der von seinem Großvater Wilhelm 1907 gegründeten Bäckerei in Wegberg-Wildenrath, weiß: „Im 17./18. Jahrhundert wurden Muzenmandeln von Hausfrauen gebacken, weil die kleinen Mürbeteig-Erzeugnisse gut als Dauergebäck aufgehoben werden konnten.“ Und wichtig sei, dass der Mürbeteig vor der Verarbeitung mindestens ein Tag gekühlt ruht – „das sorgt für das leckere Aroma“, sagt der Fachmann. Bei Hoffmann werden Muzen und Muzenmandeln zwischen Weihnachten und Neujahr sowie zwei Wochen vor Karneval produziert. Montags wird der Teig hergestellt, und die ganze Woche über wird davon je nach Bedarf gebacken. Dann duftet’s herrlich in der Backstube und verführt zum Naschen – denn wenn die Muzen noch warm sind, schmecken sie am besten. Wenn die kleinen Mürbeteig-Mandeln, „die übrigens keinen Zucker enthalten, sondern lediglich mit Zimtzucker bestäubt werden“, so Klaus Hoffmann, abgekühlt sind, werden sie in Tütchen zu 150 Gramm verpackt. Und die verkaufen Schwester Petra und Mutter Margrete vor allem an die weiblichen Karnevals-Fans für die Knabberei beim närrischen Treiben. „Allerdings sind es meist ältere Frauen, die Muzenmandeln kaufen“, sagt Petra Hoffmann, „die jüngeren bevorzugen Muzen aus Hefeteig, geflochten und ohne Füllung, oder Quarkbällchen.“ Dennoch: Jetzt in der Karnevalszeit werden sicherlich wieder viele Muzen über die Theke der rheinischen Bäckereien gehen – egal ob in Mandeloder Rautenform, ob aus Mürbe- oder Hefeteig. Folkmar Pietsch INFO Bäckerei Hoffmann, Wegberg-Wildenrath, Heinsberger Straße 95, Tel. 02432 6844, e-mail: cafe.hoffmann@tonline.de Geselle Andreas Wright, Gesellin Helena Hunter und Meister Marcel Zabel (von links) bereiten die Muzenmandeln vor. 1/2017 — Niederrheinische Blätter 21

Sonderveröffentlichungen