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Niederrheinische Blätter

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ZUGVÖGEL Bei den

ZUGVÖGEL Bei den Biologen in Nettetal wartet man gespannt auch auf andere seltene gefiederte Reisende. Kommen die Störche wieder? Majestätisch gleitet der Weißstorch über die Feuchtgebiete, die Nahrungsgrundlage für die Vögel sind. Foto: Glader Dr. Ansgar Reichmann, Leiter der Biologischen Station Krickenbecker Seen, hat „seine“ Vögel fest Blick, wenn er an den Seen arbeitet. Doch in diesen Tagen wartet er auf die Rückkehr der Zugvögel, die weite Wege bis nach Afrika, sogar über die Sahara hinaus, unternehmen, um in wärmeren Gefilden den Winter zu verbringen. Ganz besonders gespannt sind die Biologen im Kreis Viersen auf die Rückkehr der Störche. Erwartet werden können sie ab Ende März. Und Dr. Reichmann glaubt, dass man wieder gute Chancen hat, dass es Störche auch wieder in den Kreis Viersen zieht. Mit viel Elan ging man daran, diese beliebten Großvögel hier wieder anzusiedeln. Drei Körbe wurden aufgestellt in der Niersaue bei Oedt, an der Clörather Mühle in Viersen und im Naturschutzgebiet „Grasheide“. Riesige Stangen wurden dafür installiert, obenauf ein Reisignest deponiert, das, mit weißer Farbe bekleckert, den Eindruck eines schon früher benutzten Nestes erwecken und so die Störche zum Nisten einladen sollen. Auch Privatleute und Vereine bauten diese Nisthilfen. Dann hoffte man auf Nachwuchs. Und tatsächlich gab es auch schon zwei Brutpaare. Mehr wurden es aber bisher nicht. Dr. Reichmann bedauert, dass der Kreis Viersen bisher leider nicht der ideale Storchenstandort geworden ist. Er vermutet, dass die Nisthilfen oft zu weit von den Höfen entfernt aufgestellt wurden. Störche aber sind „Kulturfolger“, sie suchen die Nähe des Menschen. Oft siedeln sie in den klassischen Storchengebieten, ja sogar direkt in der Ortsmitte von Dörfern. Im Übrigen ist er in ländlicher Umgebung mit viel Grünland und Wasser zum Jagen seiner Beute – Frösche, Insekten, Wühlmäuse und Maulwürfe – gut aufgehoben, weil er seine Jungen hier am besten aufziehen kann. Aber nicht nur auf die Störche wartet man bei der Biologischen Station in Nettetal: Der Große Brachvogel wird von der Bio-Station im Straelener Veen betreut. Vier Paare dieses selten gewordenen Vogels gibt es hier. Er überwintert gerne an Küsten bis hin zur Normandie und zur Iberischen Halbinsel. Allein im Elmpter Schwalmbruch gibt es ein Viertel des gesamten Bestandes an Blaukehlchen in ganz NRW. Die seltenen Vögel werden im April/ Mai ebenso aus Afrika zurückkehren wie der Ziegenmelker – zu Hause vor allem im Brachter Wald -, die Heidelerchen, von denen es 100 Brutpaare im Kreisgebiet gibt, sowie die Rauch- und die Mehlschwalben. Im Naturschutzgebiet „Lüsekamp“ in Niederkrüchten gibt es als besondere Vogelart auch noch den Neuntöter. Alle drei Jahre werden die Brutvögel kartiert. In diesem Jahr ist es wieder soweit: Ab Mitte März geht es los. Sechs Begehungen sind geplant, um vor allem die Bestände in Heideflächen zu erfassen. Jürgen Karsten Dr. Ansgar Reichmann. INFO In ganz NRW gab es bei der letzten Zählung immerhin 228 Storchenpaare, von denen 191 erfolgreich gebrütet haben. Am Niederrhein haben der Kreis Kleve mit 24 Brutpaaren, von denen 21 sogar 39 Jungvögel groß zogen, und der Kreis Wesel mit 21 Brutpaaren, von denen 17 brüteten und 42 Jungvögel hatten, bisher die besten Erfolge. Historische Selfkantbahn startet Ostern in die Saison Foto: Jürgen Karsten Mit Volldampf in den Frühling – so heißt es bei der Selfkantbahn im Kreis Heinsberg am Oster-Wochenende, 16. und 17. April. Dann nämlich startet die letzte schmalspurige Kleinbahn in Nordrhein- Westfalen in die neue Saison. Nach der Winterpause dampfen die historischen Züge wieder an jedem Sonn- und Feiertag bis Ende September durch die weite Landschaft des Selfkantgebietes. In den zum Teil über hundert Jahre alten Zügen, die mit „atemberaubenden 20 km/h“ zwischen Geilenkirchen-Gillrath und Gangelt-Schierwaldenrath unterwegs sind, erlebt man die Beschaulichkeit des Reisens auf dem Lande wie zu Zeiten unserer Groß- und Urgroßeltern. Fast alles ist wie früher: der nostalgische Bahnsteig, die fauchende Dampflokomotive vor dem Zug, die Personenwagen mit ihren hölzernen Bänken, die Schaffner in ihren Uniformen mit der Lochzange, mit der sie die Fahrkarten aus Pappe „knipsen“, das Läuten der Lok vor den Bahnübergängen und so weiter. Ostern gibt es zudem am Bahnhof Schierwaldenrath in der großen Fahrzeughalle eine sehenswerte Sammlung historischer Loks und Waggons. Zwei Wochen später, am Sonntag, 30. April, finden wieder lehrreiche „Führungen für kleine und große Leute“ statt. Die Führungen sind kostenlos mehrmals am Nachmittag am Bahnhof Schierwaldenrath. Weitere Informationen unter der Rufnummer 0241 82369 und www.selfkantbahn.de. ie 6 Niederrheinische Blätter —1/2017

Drei Stunden in Kempen Drei Stunden in Kempen Kuhtor 14.00 Uhr Start des Altstadtrundgangs am Kuhtor 15.00 Uhr Besuch des Haus Ercklentz 16.00 Uhr Ankunft beim Kemp’schen Huus 17.00 Uhr Ausklang in einem Restaurant auf dem Buttermarkt rheinischer Fachwerkkunst. 17.00 Uhr Lassen Sie den Tag auf dem Butter- Buttermarkt Kino, Eiscafé und Restaurants laden zum Verweilen auf dem Buttermarkt ein. Durch das Kuhtor betritt der Besucher die historische Altstadt. Möhlenring Das Kemp’sche Huus beherbergt heute ein Restaurant. Kuhtor Orsaystr. Kemp’sche Huus Hessenring Burgring Haus Ercklentz Buttermarkt FOTOS: KASIER | GRAFIK: RADOWSKI Kemp’sche Huus Moorenring Im wunderschönen, historischen Kempen ist bestimmt schon jeder einmal gewesen. Doch sind wir meist ahnungslos staunend durch die Altstadt gelaufen. Dabei hat der Kempener Werbering 27 herausragende Baudenkmäler in der Kempener Altstadt mit erläuternden Schildern versehen. Dadurch ist ein „Historischer Stadtrundgang“ geschaffen worden. Für den kompletten Rundgang brauchen sie mehr als drei Stunden. Deshalb hier ein kleiner Ausschnitt zum Einstieg. 14.00 Uhr Beginnen Sie Ihren Rundgang am Kuhtor. Von den vier Stadttoren, die früher den Zugang zur Stadt Kempen sicherten, ist nur noch der Torturm des Kuhtores erhalten. 15.00 Uhr Tuchkaufmann Gerhard Arnold war der Bauherr des Hauses Ercklentz, welches heute ein Restaurant beherbergt. 16.00 Uhr Et Kemp- `sche Huus ist mit seiner hohen Fensterfront und den schmucken Andreaskreuzen darauf ein selten schönes Beispiel niedermarkt ausklingen. Eiscafé und Kneipen laden zum Verweilen ein. Im Café Peerbooms gibt es Original Kempener Pralinen. www.kempen.de Margit Leuchtenberg 1/2017 — Niederrheinische Blätter 7

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